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Gebet_Kreuz

Denkt an die Gefangenen,
als ob ihr selbst mit ihnen im Gefängnis wärt.
Denkt an die Misshandelten,
als müsstet ihr ebenso leiden wie sie.

Hebr. 13,3

Denken wir an eine von Folter bedrohte Schülerin in NEPAL
Am 23. Mai wurde die sechzehnjährige Miss KC festgenommen, weil sie im Verdacht stand, an der Ermordung ihres Nachbarn Rakesh beteiligt gewesen zu sein. Dieser hatte versucht, sie in betrunkenem Zustand zu vergewaltigen, sie hatte sich gewehrt. Der Täter starb aber offenbar erst nach einer Auseinandersetzung mit einer anderen Person, die im Nebenzimmer geschlafen hatte und aufmerksam geworden war. Die Polizei sperrte die Schülerin im Gebietspolizeibüro von Simara ein und drohte Folter an für den Fall, dass sie nicht „geständig“ wäre. Am 25. und 26. Mai wurde sie sehr brutal gefoltert, ebenso am 5. Juni. Sie wurde für 15 Minuten in einem Krankenhaus unzureichend behandelt, und diese Behandlung sollte sie auch noch selbst bezahlen. Eine Krankenschwester bemerkte die Folterverletzungen und fragte den begleitenden Polizist danach. Der brachte sie zum Schweigen. Dem Mädchen droht weitere Folter.
Gebet: Gott, wir klagen die Willkür und äußerst brutale Folter an einem minderjährigen Mädchen an. Schreien möchte ich: Hört sofort auf! Du, Jesus, hast Folter erlebt, Du bist dem Mädchen nahe. Gib ihr Kraft, bitten wir.
http://www.humanrights.asia/news/ahrc-news/AHRC-UAC-002-2022/

 

Denken wir an von Amputation bedrohte Männer im IRAN
Mindestens acht Männern, die in einer Haftanstalt des Großraums Teheran inhaftiert sind, droht unmittelbar die Fingeramputation. Es sollen die vier Finger der rechten Hand amputiert werden, sodass nur der Handteller und der Daumen übrig bleiben. Sie wurden des Raubes beschuldigt. Mindestens drei der Männer wurden zuvor misshandelt und legten unter Folter erzwungene Geständnisse ab. Die Namen der Männer sind Hadi Rostami, Mehdi Sharfian, Mehdi Shahivand, Amir Shirmard, Morteza Jalili, Ebrahim Rafiei und Yaghoub Fazeli Koushki, von einem ist der Name nicht bekannt. Zusätzlich wurde Hadi Rostami am 12. Juni von Gefängniswärtern misshandelt und ist seither "verschwunden". Die Familie kennt seinen Aufenthaltsort nicht.
Gebet: Gott, die Grausamkeit der Strafe verstört uns. Wir bitten dich für diese 8 Männer und alle anderen, die von Amputationen als Strafe bedroht sind: Schütze ihre Gesundheit, schenke faire Verfahren und körperliche und psychische Unversehrtheit. 
https://www.amnesty.de/mitmachen/urgent-action/iran-drohende-zwangsamputationen-2022-06-16

 

Denken wir an Menschenrechtsaktivist*innen auf den Philippinen
Zehn Menschenrechtsverteidiger*innen stehen in der Zeit vom 20. Juni bis 1. August vor Gericht. Es sind sieben Vorstandsmitglieder der Menschenrechtsorganisation Karapatan (Elisa Tita Lubi und andere), zwei Vorstandmitglieder der Frauenrechtsorganisation Gabriela (Gertrudes Ranjo Libang u.a.) und Emma Cupin, Mitglied von RMP (Rural Missionaries of the Philippines). Aufgrund der alarmierenden Zunahme von Gewalt gegen Menschenrechtsverteidiger*innen stellten die drei Organisationen am 6. Mai 2019 beim Obersten Gericht einen Antrag auf Rücknahme des Amparo (Schutz Anordnung) und von Habeas-Daten (Zugang zu Informationen), um Schutz vor Drohungen, Angriffen und Belästigungen durch Regierungsbeamte zu erwirken. Im Juni 2019 lehnte das philippinische Berufungsgericht den Antrag ab. Danach reagierten die Behörden mit Vergeltungsmaßnahmen: der Nationale Sicherheitsberater Hermogenes Esperon reichte gegen sie eine „Meineid“-Beschwerde ein. Er behauptete, dass die zehn Angeklagten eine Straftat begangen hätten, indem sie behaupteten, die RMP seien eine registrierte NGO. Die Meineidsbeschwerde wurde zunächst abgewiesen. Der Nationale Sicherheitsberater stellte im Februar 2020 jedoch einen Antrag auf Überprüfung, der in diesen Wochen verhandelt wird.
Gebet: Gott, wir sind in Sorge um die zehn Angeklagten. Wir bitten um Schutz vor willkürlicher Haft. Wir bitten um Unabhängigkeit der Richter*innen in ihren Entscheidungen, dass sie wirklich das geltende Recht walten lassen.
https://www.omct.org/en/resources/statements/philippines-end-judicial-harassment-against-human-rights-defenders

 

Denken wir an einen von Hinrichtung Bedrohten in SAUDI-ARABIEN
Abdullah al-Huwaiti ist in unmittelbarer Hinrichtungsgefahr, nachdem ein Berufungsgericht sein Todesurteil in einem unfairen Verfahren bestätigte. Zum Zeitpunkt der Festnahme im Jahr 2017 war er erst 14 Jahre alt. Ihm wird u.a. vorgeworfen, „ein Bande gegründet und einen Juwelier ausgeraubt zu haben“. Seinen Angaben nach wurde er mit Schlägen und Drohungen zu einem Geständnis gezwungen. Er sei aufgefordert worden, seine Angaben so zu machen, dass sie zu den Angaben anderer Personen passen würden. Im Gewahrsam wurde er in Einzelhaft gehalten und hatte keinen Zugang zu einem Rechtsbeistand. Die Menschenrechtskommission Saudi-Arabiens gab im Februar 2022 gegenüber Amnesty International an, dass das Land "von Minderjährigen begangene Verbrechen" nicht länger mit Exekution ahnde und dass alle entsprechenden Todesurteile umgewandelt worden seien. Dennoch wurde Abdullah al-Huwaitis Todesurteil zeitlich nach dieser Aussage bestätigt.
Gebet: Himmlischer Vater, wir sind überzeugt, dass wir andere Menschen nicht mit dem Tod bestrafen dürfen. Wir bitten dich für den jungen Abdullah al-Huwaiti: Schütze sein Leben, bewahre ihn vor der Hinrichtung. Schenke den Verantwortlichen in Saudi-Arabien ein Umdenken und lass sie von der Todesstrafe absehen.
https://www.amnesty.de/mitmachen/urgent-action/saudi-arabien-hinrichtung-abdullah-al-huwaiti-verhindern-2022-06-20

 

Denken wir an einen Gefangenen in RUANDA
Aimable Karasira, 41 Jahre, ein ehemaliger Informatiklehrer an der Universität von Ruanda, hatte mehrere Videos auf YouTube gepostet, in denen die Regierung wegen ihrer Einstellung zu dem Genozid aus dem Jahr 1994 kritisiert wurde. Gemeint sind die Gewalttaten, die 1994 zwischen Tutsis und Hutus begangen wurden. Sie kosteten mindestens 500.000 Menschen das Leben. Aimable Karasira hatte aufgezeigt, dass seine Mutter nach dem Genozid durch Soldaten der Regierungstruppe getötet worden war, weil sie Zeugin der Verbrechen gewesen war. Es wurde Aimable Karasira verboten, weiter über den Genozid zu sprechen, und er wurde als Lehrer entlassen. Da er dennoch weiter über YouTube postete, wurde er am 30. Mai 2021 verhaftet. Am 30. Mai 2022 hat Aimable Karasira vor dem Gericht erklärt, dass er in dem Gefängnis von Nyarugenge schikaniert worden sei und dass auch andere Dissidenten gequält würden.
Gebet: Guter Gott, hilf, dass Aimable Karasira ein fairer Prozess gemacht wird. Gib den Verantwortlichen die Einsicht, dass eine faire Rechtsprechung dazu beiträgt, die durch den Genozid entstandenen Wunden zu heilen.
https://www.acatfrance.fr/appel-a-mobilisation/allegations-de-torture-sur-un-activiste-rwandais

 

Denken wir an zwei getötete Männer in BRASILIEN
Bruno Pereira und Dom Phillips verschwanden am 5. Juni im Javarí-Tal im brasilianischen Amazonasgebiet. Ähnlich wie viele andere Regionen im brasilianischen Amazonasgebiet ist das Javarí-Tal Schauplatz heftiger Konflikte im Zusammenhang mit illegaler Landnahme für Bergbau und Holzeinschlag. Bruno Pereira arbeitete für die staatliche Indigenenbhörde, und Dom Phillips war ein britischer Journalist, der für die Zeitung The Guardian berichtete.
Sie hielten sich im Javarí-Tal auf, um verschiedene von indigenen Gemeinschaften organisierte Überwachungsposten zu besuchen, die den Schutz und Erhalt der Umwelt in den Reservatsgebieten sicherstellen sollen.
Am 15. Juni teilte die brasilianische Polizei mit, dass ein inhaftierter Verdächtiger den Mord an den beiden Männern gestanden habe und dass im Regenwald aufgefundene sterbliche Überreste analysiert würden. Zuvor hatten die Behörden stigmatisierende Bemerkungen über Bruno Pereira und Dom Phillips gemacht und ihr Verschwinden verspätet und ohne Transparenz oder ausreichende Mittel untersucht.
Gebet: Guter Gott, wir bringen das Schicksal von Bruno Pereira und Dom Phillips vor dich. Schenke ihren Familien Trost und Kraft in ihrer Trauer. Gott, immer wieder erfahren wir, wie schwer es den indigenen Menschen gemacht wird, sich für ihre Rechte, besonders ihre Landrechte, einzusetzen. Ihnen drohen rechtliche Verfolgung, Gewalt, Verhaftung und Ermordung. Wir bitten dich: Hilf den Menschen, ihre Rechte zu verteidigen und einzufordern. Schütze sie vor Gewalt und Willkür.
https://www.amnesty.de/mitmachen/urgent-action/brasilien-mord-umweltschuetzern-aufklaeren-2022-06-16

 

Denken wir an 12 Folteropfer WELTWEIT
In der von Acat France organisierten Gebetsnacht vom 25. auf den 26. Juni wird in besonderer Weise an 12 Gefangene gedacht, die Opfer von Folter wurden. In immer mehr Ländern weltweit werden Folterpraktiken angewendet. Die Personen, an die im Gebet besonders gedacht wird, sind Anwälte, Priester, Journalisten oder einfache Bürger. Sie sind Opfer von brutalen Justizverfahren, sie wurden bedrängt und verfolgt, sie wurden gezwungen, Verbrechen zu gestehen, die sie nicht begangen haben und sie wurden manchmal auch vergewaltigt. Es sind Tsi Conrad, Olivier Bibou Nissack, Alain Fougé, Pascal Zamboue und Mispa Awasum. Sie stammen aus Kamerun und unterstützen die oppositionelle Bewegung der „Reform Kameruns“. Ferner handelt es sich um Huang Xueqin (Journalistin in China), Le Huu Minh Tuan (Journalist in Vietnam), Erick Ivan und Veronika Razo Casales (sie sind Geschwister und leben in Mexiko), Mohamed El-Baker (er ist Anwalt in Ägypten), Sultana und Luara Khaya (sie leben in Marokko).Sie alle brauchen unsere Solidarität, dass wir nicht müde werden, für sie einzutreten.
Gebet: Guter Gott, wir bitten Dich, gib all den genannten Opfern von Gewalt Kraft und Hoffnung. Schenke ihnen gerechte Richter und ein Leben in Freiheit.
https://www.acatfrance.fr/communique-de-presse/nuit-des-veilleurs-une-chaine-de-solidarite-internationale-pour-les-victimes-de-la-torture

 

 

Und der Friede Gottes,
welcher höher ist denn alle Vernunft,
bewahre eure Herzen und Sinne in Christo Jesu!
           (Philipperbrief 4;7)