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Gebet_Kreuz

Denkt an die Gefangenen,
als ob ihr selbst mit ihnen im Gefängnis wärt.
Denkt an die Misshandelten,
als müsstet ihr ebenso leiden wie sie.

Hebr. 13,3

Denken wir an einen inhaftierten Lehrer im IRAN
Rasoul Bodaghi ist Mitglied des Lehrerberufsverbandes (ITTA), Zweigstelle Islamshar, und Inspektor des Verbandes im Koordinierungsrat der iranischen Lehrerberufsverbände. Am 11. Dezember kamen Sicherheitsbeamte in sein Haus in Teheran. Sie durchsuchten es und beschlagnahmten sowohl sein Handy als auch das seiner Frau. Herr Bodaghi wurde festgenommen, dabei wurde ihm verweigert, angemessene Kleidung zu tragen. Er befindet sich in Station 209 des Evin-Gefängnisses. Die Versuche der Familie, ihm Kleidung und Brillen zu bringen, blieben bisher erfolglos. Bereits 2009 wurde der Menschenrechtsverteidiger zu sechs Jahren Haft verurteilt wegen „Versammlung mit der Absicht, die nationale Sicherheit zu stören“. Am Ende seiner Haftzeit, 2015, wurde er zu weiteren drei Jahren Gefängnis verurteilt. Im April 20216 wurde er aber aus der Haft entlassen. Die aktuelle Anklage gegen Herrn Bodaghi ist bisher noch unbekannt.
Gebet: Gott, wir sind entsetzt, wenn wir wieder hören, wie besonders politische Gefangene in den iranischen Gefängnissen erniedrigt werden. Wir bitten für die politisch Verantwortlichen: wandle ihre Herzen und ihr Denken, hin zu einem Bewusstsein für Menschenrechte.
Quelle: https://www.frontlinedefenders.org/en/case/arrest-and-arbitrary-detention-teachers%E2%80%99-rights-defender-rasoul-bodaghi

 

Denken wir an Gefangene in RUANDA
Am 14.10.21 sollte auf einem Aktionstag der Partei Dalfa Umorinzi („Entwicklung und Freiheit für alle“) über die politische Repression in Ruanda diskutiert werden. Am Vorabend wurden einige Mitglieder dieser Partei willkürlich verhaftet, weitere Verhaftungen folgten einige Tage später. Zur Zeit werden der Fernsehjournalist Théoneste Nsengimana und die Parteimitglieder Sylvain Sibomana, Alexis Rucubanganya, Hamed Hagengimana, Jean-Claude Ndayishiminga, Alphonse Mutabazi, Marcel Nahimana und Emmanuel Masengesho im Gefängnis von Nyarugengo festgehalten. Ihnen wird vorgeworfen, dass sie an einer Schulung in Techniken des gewaltlosen Widerstands teilnehmen wollten. Am 9. November wurden die Verhafteten angeklagt, einer Organisation von Verbrechern anzugehören und falsche Informationen über den Staat zu verbreiten. Solche Anschuldigungen können nach ruandischem Recht mit einer Strafe von 7 bis 10 Jahren geahndet werden. Die Partei Dalfa Umurinzi hat seit 2019 vergeblich versucht, in Ruanda politisch aktiv zu werden. Die Regierung versucht, jede Art von Opposition und freier Meinungsäußerung der Zivilgesellschaft zu unterdrücken. Es gibt keine freie Presse, in einem Land, das in vieler Hinsicht als modern gelten will.
Gebet: Guter Gott, verhilf den Verhafteten zu einem fairen Prozess nach rechtsstaatlichen Maßstäben. Hilf dem ruandischen Volk, dass das Recht auf freie Meinungsäußerung respektiert wird.
Quelle: https://www.acatfrance.fr/appel-a-mobilisation/arrestations-arbitraires-dopposants-politiques



Denken wir an einen inhaftierten Mönch in CHINA
Rinchen Tsultrim – ein tibetischer Mönch - wird seit August 2019 ohne Kontakt zur Außenwelt festgehalten. Er hat keinen Kontakt zu seiner Familie oder zu Anwälten. Seine Familie erfuhr erst einige Monate nach der Verhaftung etwas über seinen Verbleib. Im November 2020 wurde er in einem Geheimverfahren zu 4 Jahren und 6 Monaten Haft verurteilt. Als Grund wurde „Aufwiegelung zum Separatismus“ genannt. Rinchen Tsultrim hatte sich vor der Verhaftung auf einer Social Media Plattform politisch geäußert. Vermutlich wurde er aufgrund seiner Meinungsäußerung inhaftiert.  Da er keinen Kontakt zur Außenwelt hat, ist nichts über seinen Gesundheitszustand bekannt. Seine Familie ist daher in großer Sorge um ihn.
Gebet: Guter Gott, wir vertrauen darauf, dass du bei Rinchen Tsultrim bist. Schenke ihm und seiner Familie Kraft in dieser Situation der Unwissenheit und Unsicherheit.
Quelle: https://www.amnesty.de/mitmachen/urgent-action/china-rinchen-tsultrim-seit-2-jahren-ohne-kontakt-zur-aussenwelt-haft-2021-12-01

 

Denken wir an einen von Auslieferung bedrohten Journalisten in UK
Der Wikileaks-Gründer Julian Assange lebt seit 10 Jahren in Unfreiheit. Ihm droht die Auslieferung an die USA, die ihn unter anderem auf Grundlage des Spionagegesetzes anklagen. Er hatte im Jahr 2010 geheime Militärdokumente und weiteres veröffentlicht. Assange befindet sich zur Zeit in Großbritannien in Haft.
Trotz seines besorgniserregenden psychischen Zustands und einer ernsthaften Suizidgefahr, die von mehreren medizinischen Sachverständigen bestätigt wurde, akzeptierte der High Court am 10. Dezember die diplomatischen Zusicherungen der US-Regierung bezüglich seiner möglichen Behandlung im US-Gefängnissystem und entschied, dass er an die Vereinigten Staaten ausgeliefert werden kann. Sollte Assange tatsächlich an die USA ausgeliefert werden, drohen ihm bis zu 175 Jahre Gefängnis. Trotz der Versicherungen der USA wäre zu befürchten, dass er seine Strafe in Isolations- oder Einzelhaft verbringen muss. Das Risiko eines Suizids würde sich dramatisch verschärfen.
Gebet: Gott, wir bitten dich für Julian Assange für Gesundheit, angemessene medizinische Versorgung, Schutz vor der Auslieferung an die USA und Freiheit. Wir sind außerdem besorgt um die Pressefreiheit.
Quelle: https://www.reporter-ohne-grenzen.de/pressemitteilungen/meldung/gericht-erlaubt-assange-auslieferung-an-die-usa

 

Denken wir an eine vergewaltigte Frau in MAROKKO
Sultana Khaya ist Präsidentin der Liga für die Verteidigung der Menschenrechte und gegen die Plünderung natürlicher Ressourcen und bekannt für ihren lautstarken Aktivismus zur Verteidigung des Selbstbestimmungsrechts der Sahrauis. Sie wohnt gemeinsam mit ihren Schwestern und ihrer Mutter in einem Haus und steht seit November 2020 unter Hausarrest. Der Hausarrest wurde ihr mündlich von der Polizei mitgeteilt, einen Haftbefehl oder ein Gerichtsurteil wurde ihr nicht vorgelegt. Seitdem wurde ihr Haus schon wiederholt von Sicherheitskräften überfallen und die Frauen sexuell belästigt. Am 15. November 2021 drangen mehrere Dutzend marokkanische Sicherheitskräfte in das Haus von Sultana Khaya ein, vergewaltigten sie und missbrauchten ihre Schwestern und ihre 80-jährige Mutter.
Der rechtswidrige Freiheitsentzug und die Überfälle auf Sultana Khaya und ihrer Familie sind Teil eines umfassenden Vorgehens der marokkanischen Behörden gegen sahrauische Aktivist:innen und kritische Stimmen innerhalb der Westsahara. In den vergangenen Monaten wurden immer mehr sahrauische Aktivist:innen von Sicherheitskräften gezielt angegriffen.
Gebet: Himmlischer Vater, wir sind entsetzt über diese Gewaltexesse. Wir bitten dich für Sultana Khaya, ihre Mutter und ihre Schwestern um Freiheit, Schutz vor Gewalt, Heilung und faire Behandlung. Wir bitten auch für die beteiligten Sicherheitskräfte: Schenke ihnen Einsicht und Umkehr!
Quelle: https://www.amnesty.de/mitmachen/urgent-action/marokko-sultana-khaya-sicherheitskraefte-vergewaltigen-aktivistin-2021-12-01

 

Denken wir an eine inhaftierte Bloggerin in VIETNAM
Am 14. Dezember 2021 wurde die Bloggerin Frau Pham Doan Trang zu neun Jahren Haft verurteilt.  Die Anklage lautete „Propaganda gegen den Staat der Sozialistischen Republik Vietnam“. Sie war bereits am 6. Oktober 2020 inhaftiert worden, wenige Stunden nach dem jährlichen Menschenrechtsdialog zwischen den Vereinigten Staaten und Vietnam. Sie wurde über ein Jahr lang ohne Zugang zu einem Rechtsbeistand in Untersuchungshaft gehalten. Frau Pham Doan Trang beteiligt sich schon lange an friedlichen Protesten gegen die Regierungspolitik. Sie hat an Demonstrationen vor Polizeistationen und Flughäfen teilgenommen, als andere Aktivist:innen verhaftet wurden, sie hat an Anti-China-Protesten teilgenommen und stand an der Spitze von Protestmärschen für den Umweltschutz. Sie zeigte sich solidarisch mit anderen Aktivist:innen indem sie versuchte, den Schauprozessen beizuwohnen und sie besuchte unter großem persönlichen Risiko regelmäßig Familien inhaftierter Regierungskritiker:innen, um ihnen Unterstützung und Hilfe zukommen zu lassen. Sie hat in Echtzeit über die willkürlichen und illegalen Verhaftungen von Aktivist:innen, Demonstrant:innen und Blogger:innen sowie über die erzwungene Schließung einer Online-Zeitung geschrieben. Sie fordert die Menschen immer wieder auf, die sozialen Medien verantwortungsvoll zu nutzen, um eine gewaltfreie, florierende zivilgesellschaftliche Bewegung zu fördern. Pham Doan Trang hat sich auch stets für ein unparteiisches, die Menschenrechte respektierendes Justizsystem eingesetzt. Außerdem ist sie Mitherausgeberin der englischsprachigen Website „Vietnam Now“ die „objektive, präzise und aktuelle Informationen über die aktuellen sozialen und politischen Bedingungen im heutigen Vietnam“ verbreiten will. Schon seit Jahren wurde sie mehrfach kurzfristig festgenommen, verhört und geschlagen.
Gebet: Gott, der unglaublich große Mut dieser Frau beeindruckt uns sehr. Wir bitten dich um Stärkung für sie und die anderen inhaftierten Menschenrechtsaktivist:innen in Vietnam.
Quelle: https://www.hrw.org/de/news/2021/12/14/vietnam-prominente-bloggerin-freilassen
https://www.sueddeutsche.de/meinung/vietnam-pham-doan-trang-pressefreiheit-1.5488415

 

Denken wir an einen bedrohten Menschen in MEXIKO
Pater Marcelo Pérez vom Volk der Maya Tsotsil ist ein Verteidiger der Rechte der autochthonen Völker in der mexikanischen Provinz Chiapas. Er setzt sich gewaltlos für einen Dialog des Friedens und der Versöhnung ein - in einem Staat, der sich aufreibt in Megaprojekten wie Staudämmen, Minen und Autobahnen, und zugleich von Drogenhandel und illegalen bewaffneten Gruppen bedroht ist. Pater Marcelo Pérez hat Tausende zu Demonstrationen gegen Kriminalität und für eine gesunde Umwelt aufgerufen. Er gehört heute zu den am meisten bedrohten Menschen in Mexiko. Er erhält regelmäßig Todesdrohungen. Sein Fahrzeug wurde demoliert. Er selber wird in sozialen Medien als bestechlich diffamiert. Der Staat tut nichts, um ihn zu schützen. Er stellt auch keine juristischen Untersuchungen wegen der Todesdrohungen an.
Gebet: Guter Gott, behüte Pater Marcelo Pérez, damit er sich weiterhin für Versöhnung und Frieden der unterschiedlichen Volksgruppen und die Rechte der Autochthonen einsetzen kann. Schütze ihn vor jeder Diffamierung.
Quelle: https://www.acatfrance.fr/actualite/jagis-pour-que-le-pere-marcelo-perez-soit-protege