ACAT - Deutschland

Aktion der Christen für die Abschaffung der Folter - Action des Chrétiens pour l’Abolition de la Torture

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Gebet_Kreuz

Denkt an die Gefangenen,
als ob ihr selbst mit ihnen im Gefängnis wärt.
Denkt an die Misshandelten,
als müsstet ihr ebenso leiden wie sie.

Hebr. 13,3

Denken wir an zwei Gefangene in der REPUBLIK KONGO
Dr. Alexandre Ibacka Dzabana, 77 Jahre, Koordinator kongolesischer Menschenrechts-organisationen, und Christ Dongui, Vizepräsident der Bewegung „Ras-le-bol“, werden seit 5 Monaten im Zentralgefängnis von Brazzaville gefangen gehalten. Am 11.März 2021 wurde Herr Dzabana von Personen in Zivil verschleppt und in der Geheimdienstzentrale CID 22 Tage inhaftiert, bevor er in das Zentralgefängnis gebracht wurde. Herr Dongui wurde am 25. März 2021 von Personen in Zivil entführt und nach 11 Tagen im CID ins Zentralgefängnis gebracht. Hintergrund ihrer Verhaftung ist, dass sie sich für eine freie und transparente Wahl des Präsidenten eingesetzt hatten, die am 21. März stattgefunden hat. Der mit eiserner Faust regierende Präsident Denis Sassou Nguasso wurde nach 35 Jahren Regierungszeit wiedergewählt. Am 24. März hatte Herr Dongui in einer Pressekonferenz Unregelmäßigkeiten bei der Wahl angeprangert. Herr Dzabana hatte vor der Wahl einen nationalen Dialog zwischen Regierung, Opposition und Zivilgesellschaft gefordert. Erst am 9. April 2021, viel zu spät, wurden die beiden Gefangenen einem Staatsanwalt vorgeführt, der sie, ohne Beweise vorzulegen, beschuldigte, gegen die Staatssicherheit verstoßen zu haben. Sie befinden sich bis heute in Untersuchungshaft. Seit Jahren werden im Kongo Oppositionelle unterdrückt, die sich für die Demokratie und Rechtsstaatlichkeit einsetzen.
Gebet: Guter Gott, hilf, dass die beiden Männer, die friedlich für das Recht auf Meinungs- und Versammlungsfreiheit eingetreten sind, bald einen fairen Prozess erhalten. Hilf dem kongolesischen Volk, dass es die in seiner Verfassung garantierten Rechte auch wahrnehmen kann.
Quelle: https://www.acatfrance.fr/appel-urgent/liberez-alexandre-ibacka-dzabana-et-christ-dongui-

 

Denken wir an eine Gefangene in MEXIKO
Kenia Hernandez, autochthone Menschenrechtsaktivistin, koordinierte die Gruppe Zapata Vive, die für das Recht der Menschen auf ihren Grund und Boden kämpft. Sie ist Opfer von juristischer Verfolgung geworden. Sie wurde im Juni 2020 zum ersten Mal während einer friedlichen Demonstration verhaftet und beschuldigt, gestohlen zu haben. Im Oktober 2020 wurde sie zum zweiten Mal an einer Mautstelle festgenommen und eines gewaltsamen Raubes beschuldigt. Bald darauf wurde sie wieder freigelassen. Am 25. Oktober 2020 jedoch hat der Staatsanwalt einen erneuten Haftbefehl beantragt wegen des Verbrechens „öffentliche Verkehrswege attackiert zu haben“, denn sie hatte verlangt, dass man sie auf den Autobahnen frei passieren lasse. Die Verteidiger von Kenia sind überzeugt, dass sie nur wegen ihres politischen Engagements verfolgt wird. Sie ist bis heute in Untersuchungshaft. Im Mai 2021 musste eine Anhörung auf einen späteren Termin verschoben werden, weil Kenia Hernandez verlangt hatte, in ihrer Muttersprache aussagen zu dürfen. Erst nachdem sie in Hungerstreik getreten war, wurde ihr dies gewährt. Als die Anhörung stattfand, machte ihr der Richter Vorwürfe, weil sie sich in ihrer Muttersprache ausdrücken wolle, wo sie doch in der Schule Spanisch gelernt habe. Sie würde zu viel demonstrieren und sie sei nicht „gefügig“. Ihr Gesundheitszustand hat sich wegen der ungesunden Haftbedingungen verschlechtert.
Gebet: Guter Gott, wir bitten Dich, dass die Inhaftierung von Kenia Hernandez bald mit einem fairen Prozess beendet wird. Hilf, dass die Rechte der indigenen Völker geachtet werden.
Quelle: https://www.acatfrance.fr/actualite/j-agis-pour-la-liberation-de-kenia-hernandez

 

Denken wir an eine inhaftierte Frau im IRAN
Die gewaltlose politische Gefangene Maryam Akbari Monfared ist seit 2009 inhaftiert. Sie erhielt eine 15-jährige Haftstrafe, weil sie Kontakt zu Angehörigen ihrer Familie hatte, die Mitglieder der im IRAN verbotenen Oppositionsgruppe der  Volksmudschaheddin sind. Am 10. März 2021 wurde sie nun plötzlich vom Evin-Gefängnis in Teheran in ein 200 km von ihrer Familie entferntes Gefängnis in der Provinz Semnan verlegt. Sie darf dort keinen Besuch ihrer Familie empfangen und nur kurze Telefongespräche unter Aufsicht führen. Die Haftbedingungen sollen sehr schlecht und unhygienisch sein. So berichten andere Gefangene davon, dass die Toilettenspülung seit Monaten nicht funktioniert, es zu wenig Hygieneprodukte und nur eingeschränkten Zugang zu Duschen gibt. Infektionen verbreiten sich, diese werden nicht medizinische behandelt. Auch die Vorkehrungen gegen die Ansteckung mit Coronaviren sind mangelhaft. Die Verlegung an diesen Ort ist vermutlich eine Reaktion auf Offene Briefe, in denen sie Menschenrechtsverletzungen der iranischen Behörden anprangert.
Gebet: Gott, du liebst deine Menschen. Hilf Maryam Akbari Monfared in der Gefangenschaft. Hilf ihr und ihrer Familie in dieser unmenschlichen Situation der Trennung und großen Entfernung.
Quelle: https://www.amnesty.de/mitmachen/urgent-action/iran-gewaltlose-politische-gefangene-misshandelt-2021-08-30

 

Denken wir an einen Menschenrechtsverteidiger in NICARAGUA
Am 5. Juli 2021 wurde der Menschenrechtsverteidiger Freddy Alberto Navas López von Mitgliedern der nicaraguanischen Nationalpolizei verhaftet. Auch andere Personen wurden am selben Tag verhaftet, darunter der Bauernführer Pedro Joaquín Mena Amado und der Präsidentschaftskandidat Medardo Mairena Sequeira. Seit dem 15. Juli befindet er sich in Isolationshaft. Er hat keinen Zugang zu einem Rechtsbeistand. Weiterhin hat er keinen Zugang zu ausreichender medizinischer Versorgung und zu seinen benötigten Medikamenten. Er hat starke Schmerzen im Rücken, die durch Misshandlungen in einer früheren Haftzeit im Jahr 2018 verstärkt wurden. Seine willkürliche Verhaftung ist Teil einer Welle von Verhaftungen von politischen Anführern, Präsidentschaftskandidaten und Menschenrechtsverteidigern. Er setzte sich in den letzten Jahren für die Rechte von Bauern und für die Stärkung der Demokratie in Nicaragua ein.
Gebet: Jesus, wir bringen die Situation von Freddy Alberto Navas López vor dich: seine Isolation und seine Schmerzen. Wir bitten für seine Wärter und die Verantwortlichen dieser Verhaftungen: Schenke Einsicht und Mitfühlen mit den Gefangenen und Verständnis für die Werte, die hinter den Taten der Menschenrechtsaktivisten stehen.
Quelle: https://www.frontlinedefenders.org/en/case/new-arbitrary-detention-human-rights-defender-freddy-alberto-navas-lopez

 

Denken wir an drei Menschenrechtsverteidiger*innen aus KAMBODSCHA
Am 18. August 2021 wurde Rong Cchun zu zwei Jahren Haft verurteilt. Herr Cchun ist Präsident des kambodschanischen Gewerkschaftsbundes (CCU) und Mitglied des kambodschanischen Watchdog Council (CWC). Verurteilt wurde er, weil er angeblich zu einem Verbrechen angestiftet und soziale Unruhen herbeigeführt haben soll. Schon am 31. Juli 2020 wurde Rong Cchun in seinem Haus in Phnom Phen willkürlich in Haft genommen, nachdem er im Namen des CWC über Landverlust infolge der Demarkation an der kambodschanisch-vietnamesischen Grenze berichtet hatte. Sar Kanika ist Mitglied der Gruppe Khmer Thavrak. Sie wurde zusammen mit Ton Nimol im August 2020 festgenommen, weil sie friedliche Demonstrationen im September im Freedom Park in Phnom Phen geplant hatten und die Freilassung von Herrn Cchun gefordert hatte. Beide wurden aus dem gleichen Grund wie Rong Cchun zu je 20 Monaten Haft verurteilt.
Gebet: Diese willkürlichen Verhaftungen empören uns, Gott. Wir bitten für die Richter*innen in Kambodscha, dass sie ihrem Gewissen folgen und wirklich Recht sprechen.
Quelle: https://www.omct.org/en/resources/urgent-interventions/cambodia-conviction-of-human-rights-defender-rong-chhun-to-two-years-in-prison

 

Denken wir an zahlreiche inhaftierte Menschenrechtsverteidiger*innen in BELARUS
Ales Bialiatski, der Vorsitzende der Menschenrechtsorganisation Viasna, wurde am 14. Juli 2021 verhaftet. Auch der Anwalt der Organisation, Uladzimir Labkovich, und der stellvertretende Vorsitzende Valyantsyn Stefanovich wurden festgenommen und befinden sich seither im Gefängnis. Ales Bialiatski organisierte bereits 1988 mit anderen zusammen öffentliche Aktionen zum Gedenken an die Opfer des Stalinismus. Es folgten mehrere Festnahmen und Geldbußen. Er war Mitbegründer der Belarussischen Volksfront Adraschenje (Wiedergeburt), die sich ab 1991 für die Demokratisierung einsetzte. 1996 gründete er ungeachtet der Gefahr und Diskriminierungen die Menschenrechtsorganisation Wjasna, die politische Gefangene und ihre Familien unterstützt. Im November 2011 wurde er in einem unfairen Verfahren zu viereinhalb Jahren Straflager verurteilt.
Die belarussischen Behörden gehen bereits seit Längerem massiv gegen zivilgesellschaftliche und Menschenrechtsorganisationen vor, um systematisch jede Art von Dissens zu unterbinden. Insgesamt wurden allein am 14. Juli 2021 mindestens 12 Menschenrechtsverteidiger*innen verhaftet.
Gebet: Wir schreien zu dir, Gott, wegen dieses nicht enden wollenden Unrechts an den so zahlreich inhaftierten und oft auch gefolterten Menschenrechtsverteidiger*innen in Belarus. Wir bitten um Mut und Kraft für sie, um Durchhaltevermögen. Du allein kennst ihr Leid.
Quelle: https://www.amnesty.at/mitmachen/actions/belarus-menschenrechtsverteidiger-ales-bialiatski-verhaftet/

 

Denken wir an verschwundenen Menschen in NICARAGUA
Laut einem aktuellen Bericht von Amnesty International lässt die Regierung Nicaraguas vermehrt Menschen verschwinden, die sich politisch äußern und Kritik äußern. Allein in diesem Jahr haben die Behörden seit Mai in mindestens zehn nachgewiesenen Fällen den Haftort von Gefangenen nicht bekanntgegeben. Damit sind die Inhaftierten und ihre Familien verstärkt Angst, Ungewissheit und der Gefahr von Misshandlung ausgesetzt. Amnesty schreibt dazu: „Mit Blick auf die Präsidentschaftswahlen im November setzt Präsident Ortega das Verschwindenlassen gezielt ein, um kritische Stimmen auszublenden.“
Gebet: Himmlischer Vater, wir machen uns Sorgen um die Menschen, die in den Gefängnissen Nicaraguas verschwinden. Wir bitten dich für sie und für ihre Familien und Freunde. Stärke sie in der Situation der Angst und der Unsicherheit.
Quelle: https://www.amnesty.de/allgemein/pressemitteilung/nicaragua-gewaltsames-verschwindenlassen-unterdrueckungstaktik

 

 

 

Weh denen, die Recht und Gerechtigkeit zu Boden schlagen.
Bei Gericht hassen sie den, der zur Gerechtigkeit mahnt, und wer Wahres redet,
den verabscheuen sie.
Sucht das Gute, nicht das Böse; dann werdet ihr leben und dann wird, wie ihr sagt, der Herr,
der Gott der Heere bei euch sein.

Hasst das Böse und liebt das Gute und bringt bei Gericht das Recht zur Geltung.
Amos 5; 7,14f


 

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Denkt an die Gefangenen,

als ob ihr selbst mit ihnen im Gefängnis wärt.
Denkt an die Misshandelten,
als müsstet ihr ebenso leiden wie sie.

Hebr. 13,3

Was Sie tun können

 

Trauer um Magdalena Marx

 Uns erreichte die traurige Nachricht, dass die Gründungsvorsitzende der ACAT Deutschland, Magdalena Marx, am Sonntag, dem 28. Juni 2020, verstorben ist.

Mit ihrem Tod verlieren wir eine Persönlichkeit, die unseren Verein vom Beginn bis heute geprägt hat.
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Herbst-Tagung

"Christliches Menschenrechtsengagement im digitalen Zeitalter"

Tagung mit ACAT Deutschland e.V. in der Katholischen Akademie Schwerte vom 25.- 27. September 2020. (weiterlesen)


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Nächtliche Gebetswache für Folteropfer 25./26. Juni

Informationen zur internationalen Kampagne: hier.

Einen exemplarischen Ablaufplan für die Nächtliche Gebetswache, erstellt von der Essener Gruppe, finden sie hier.