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Gebet_Kreuz

Denkt an die Gefangenen,
als ob ihr selbst mit ihnen im Gefängnis wärt.
Denkt an die Misshandelten,
als müsstet ihr ebenso leiden wie sie.

Hebr. 13,3

Denken wir an einen bedrängten Menschen in MAROKKO/ WESTSAHARA
Hassanna Abba, Menschenrechtsverteidiger, wurde am 8. Mai 2021 von marokkanischen Polizisten auf offener Straße angegriffen. Sie stiegen in Zivil aus ihren Dienstwagen, beleidigten Mitglieder seiner Familie, wogegen Hassanna Abba sich wehrte, und schlugen ihn auf den Kopf, die Hände und die Füße. Daraufhin entfernten sie sich rasch. Hassanna Abba wurde von seinen Angehörigen gepflegt, weil er befürchtete, im Krankenhaus inhaftiert zu werden. Hassanna Abba war bereits mehrfach von Polizisten angegriffen, entführt und gefoltert worden. Er ist bekannt dafür, dass er gewaltsame Übergriffe der Polizei gegen Aktivisten der Sahrouis anprangert, die für ihre Unabhängigkeit kämpfen. Er wusste, dass er beobachtet wurde. Er ist Mitglied der Liga für den Schutz von Gefangenen und Opfern von Gewalt. Er berichtet regelmäßig in Institutionen der Vereinten Nationen über die Menschenrechtslage in der Westsahara. Seit November 2020 häufen sich die Einschüchterungen von Aktivisten der Sahrouis durch den marokkanischen Staat.
Gebet: Guter Gott, hilf, dass der marokkanische Staat den Freiheitswillen der Bevölkerung der Westsahara anerkennt und mit der Bevölkerung eine friedliche Lösung des Konflikts sucht. Schütze alle, die gewaltlos für die Unabhängigkeit ihrer Heimat eintreten, vor Verfolgung und Bedrängnis.
Quelle: www.acatfrance.fr/appel-urgent/le-defenseur-hassan-abba-agresse-par-la-police-marocaine

 

Denken wir an einen Gefangenen in KAMERUN
Paul Chouta, Blogger aus Kamerun, leitet die Plattform „Le TGV de l’info“, die sehr viele Follower hat. Er ist seit dem 28. Mai 2019 wegen Diffamierung und Verbreitung von Falschnachrichten in Haft. Er wurde ohne Haftbefehl von Polizisten in Zivil festgenommen und befindet sich in dem überfüllten Gefängnis von Kondengui in Yaoundé in Untersuchungshaft. Paul Chouta soll in sozialen Netzwerken ein Video gezeigt haben, auf dem zu sehen gewesen sei, wie die Schriftstellerin Calixte Belaya in heftigen Streit verwickelt ist. Die Schriftstellerin wirft ihm jetzt vor, diffamierende Äußerungen über ihr Privatleben verbreitet zu haben. Der Prozess von Paul Chouta wurde immer wieder wegen Verfahrensfragen verschoben, und die Schriftstellerin weigerte sich, vor Gericht zu erscheinen. Wenn Paul Chouta wegen Verbreitung von Falschnachrichten verurteilt wird, droht ihm eine Strafe von 5 Jahren Haft und 2000 Dollar Entschädigungszahlung. Die schleppende Behandlung seines Falles lässt vermuten, dass es in Wirklichkeit um Repressalien gegen einen kritischen Journalisten geht.
Gebet: Gott, hilf, dass überall auf der Welt kritischer Journalismus ermöglicht und geschätzt wird. Hilf, dass die Journalisten und Blogger sachgerecht und fair berichten. Hilf, dass sich Paul Chouta in einem Prozess verantworten kann, der rechtsstaatlichen Maßstäben entspricht.
Quelle: www.acatfrance.fr/appel-urgent/detention-arbitraire-dun-blogueur-camerounais

 

Denken wir an einen Menschenrechtsaktivisten aus INDIEN
Der Menschenrechtsverteidiger Hany Babu war zum Zeitpunkt seiner Festnahme im Juli 2020 außerordentlicher Professor am englischen Institut der Universität in Dehli. Seine Forschungsschwerpunkte waren die marginalisierte Sprache und Identität der Dalit, der „Kastenlosen“ bzw. „Unberührbaren“. Er ist sehr engagiert und hat z.B. Studierenden der Dalit ermöglicht, Studienplätze und Stipendien zu bekommen.
Er ist seit Juli 2020 ohne Gerichtsverfahren im Taloja-Gefängnis inhaftiert. Am 11. Mai appellierten die Familienangehörigen an die indischen Behörden, Herrn Babu aufgrund einer sich rasch ausbreitenden Infektion medizinische Behandlung zukommen zu lassen. Die schwere Infektion hat bereits das Sehvermögen des linken Auges beeinträchtigt und breitet sich über Wange, Ohr und Stirn aus. Es ist zu befürchten, dass sich die Infektion auf lebenswichtige Organe ausweitet. Herr Babu hat extreme Schmerzen und noch nicht einmal Zugang zu sauberem Wasser.
Gebet: Gott, wir sind zornig über die fortgesetzte Inhaftierung von Hany Babu. Wir bitten dich: Lass ihn nicht verzweifeln, und bewege du die Herzen derer, die über seine Haftdauer zu entscheiden haben, damit er entlassen und seine Erkrankung behandelt werden kann.
Quelle: www.frontlinedefenders.org/en/case/human-rights-defender-hany-babu-denied-medical-treatment-taloja-jail-tests-positive-covid-19

 

Denken wir an einen Blogger aus USBEKISTAN
Der unabhängige Blogger Miraziz Bazarov setzte sich in Veröffentlichungen in den sozialen Medien für die Entkriminalisierung der Homosexualität in Usbekistan ein. Er unterstützte eine gemeinsame Erklärung zur Homosexualität, die von verschiedenen nationalen und internationalen NGOs veröffentlicht worden war. Außerdem äußerte er sich auch zu Korruptionsfällen und mangelnder Transparenz der Behörden über die Verwendung von Mitteln im Zusammenhang mit COVID-19. Am 28. März nahm Herr Bazarov an einem Treffen japanischer Anime- und koreanischer Popmusikfans in Taschkent teil. Die Mitglieder der Gruppe wurden als zur LGBTQ-Gemeinschaft gehörig wahrgenommen und angegriffen. Herr Bazarov wurde in einem Polizeivideo später beschuldigt, Proteste angestiftet und zur Homosexualität aufgerufen zu haben. Später am Tag wurde er vor seinem Haus in Taschkent von drei unbekannten Personen zusammengeschlagen. Dabei erlitt er einen Beinbruch, eine Gehirnerschütterung und innere Blutergüsse. Er wurde in das Klinische Krankenhaus N.1 gebracht und blieb dort unter polizeilicher Überwachung bis zum 29.4.21. Während seines Krankenhausaufenthaltes wurde seine Wohnung durchsucht und auch die seiner Mutter. Es wurden Laptop, Videokameras, Mobiltelefone beschlagnahmt. Am Tag seiner Entlassung aus dem Krankenhaus wurde er wegen „Verleumdung“ und „Beleidigung“ angeklagt.
Gebet: Gott, wir bitten dich für Herrn Bazarov und die vielen namenlosen Menschen, die einfach nur ihrer sexuellen Orientierung wegen Gewalt erleiden und inhaftiert sind. Wir bitten um Schutz für sie. Wir hoffen auf einen Veränderungsprozess der Einstellungen bei den Verantwortlichen ihrer Heimatländer und bitten dich darum.
Quelle: www.omct.org/en/resources/urgent-interventions/uzbekistan-attack-and-judicial-harassment-against-blogger-miraziz-bazarov

 

Denken wir an getötete und verhaftete Menschen in MYANMAR
Seit dem Militärputsch vom 1. Februar 2021 versammeln sich täglich tausende von Menschen im ganzen Land, um friedlich ein Ende der Militärherrschaft zu fordern. Diesen friedlichen Protesten wurde mit Gewalt begegnet. Es starben mehr als 800 Zivilisten, mehr als 5.000 Menschen wurden verhaftet. Viele Verhaftete wurden gefoltert, andere verschwanden, ihr Schicksal ist unbekannt. Wir erwähnen hier das Schicksal von drei namentlich Bekannten. Alle drei unterstützten die pro-demokratischen Proteste.            
Am 14. Mai 2021 wurde der Dichter Sein Win von einem Mann in Zivil mit Benzin übergossen und in Brand gesetzt, während er gerade Spenden für die Opfer von Gewalt sammelte. Er starb noch am selben Tag an seinen Verletzungen.
Am 8. Mai 2021 wurden der Dichter Khet Thi und seine Frau Chaw Su von bewaffneten Soldaten aus ihrem Haus zum Verhör abgeholt. Beide wurden an getrennte Orte gebracht. Am nächsten Tag baten die Behörden Chaw Su, ihren Mann im Krankenhaus abzuholen, wo sie ihn tot auffand, mit offensichtlichen Folterspuren an seinem Körper und einigen entfernten Organen.
Am 3. März 2021 wurde der Journalist Min Nyo von der Polizei festgenommen und schwer geschlagen. Er ist zurzeit im Gefängnis und in Gefahr, gefoltert zu werden.  Er hatte über die Proteste berichtet.
Gebet: Gott, mir fehlen die Worte angesichts dieser Brutalität. Wir bringen sowohl Opfer als auch Täter und Verantwortliche dieser Misshandlungen und Tötungen vor dich.
Quelle: www.omct.org/en/resources/urgent-interventions/myanmar-killing-of-poets-khet-thi-and-sein-win-and-arbitrary-detention-of-journalist-min-nyo


Denken wir an eine inhaftierte Frau in CHINA
Die ehemalige Anwältin und Bürger-Journalistin Zhang Zhan filmte nach dem Ausbrechen des Corona-Virus in einem Krankenhaus in Wuhan. Daraufhin wurde sie im Mai 2020 verhaftet und später zu vier Jahren Haft verurteilt. Sie trat in einen Hungerstreik. Zur Strafe für den Hungerstreik musste sie 3 Monate lang Fußfesseln tragen und wurde auch an den Händen gefesselt. Außerdem wurde ihr eine Magensonde gelegt. Zur Gerichtsverhandlung im Dezember 2020 wurde sie in einem Rollstuhl geschoben. Ihr Gesundheitszustand hat sich sehr verschlechtert.
Gebet: Gott, wir sind entsetzt über die extremen Reaktionen auf die Veröffentlichung von Bildern über den Zustand in einem Krankenhaus nach Ausbruch von COVID-19. Wir vertrauen darauf, dass du bei Zhang Zhan bist. Hilf ihr, Kraft und Hoffnung zu bewahren. Wir hoffen auf ihre Freilassung!
Quelle: www.acat.ch/de/aktiv_werden/kampagnen/naechtliche_gebetswache/

 

Denken wir an einen gefolterten Mann in ÄGYPTEN
Am 23. November 2019 wurde Ramy Kamel festgenommen. Seitdem ist er in Isolationshaft und wurde zweimal von Agenten der Nationalen Sicherheit gefoltert. Vor seiner Festnahme hatte er einen Bericht über die Diskriminierung der Kopten seit dem Machtantritt von Präsident Al-Sissi geschrieben. Seine Verhaftung erfolgte kurz vor der Abreise zu einem von der UNO organisierten Treffen in Genf. Ramy Kamels Gesundheitszustand ist schlecht. Bei einem Besuch stellte seine Schwester fest, dass er etwa ein Drittel seines Gewichts verloren hat.
Gebet: Himmlischer Vater, wir bitten dich für Ramy Kamel um Gesundheit. Weiterhin hoffen wir auf ein faires Gerichtsverfahren oder seine Freilassung. Wir selbst wollen wachsam und aktiv bleiben und uns für gerechte Verfahren und menschliche Behandlung für Gefangene einsetzen. Hilf uns dabei.
Quelle: www.acat.ch/de/aktiv_werden/kampagnen/naechtliche_gebetswache/

 

 

Der Tisch der Armen

Was in Stille blüht, in dem Schatten von Gärten,
unter der Sonne heiß, auf dem Acker,
hat Er bestimmt für die Tische der Armen.

Sonnenkraft, Erdkraft ist Er, Licht in Menschen,
dass wir einander stärken und beleben,
Brot von Gnade werden, Wein von ewigem Leben.

Doch die nichts haben, wer wird sie lassen teilhaben?
Und die im Reichtum schwelgen und von nichts wissen,
wer lässt sie nach Gerechtigkeit sich sehnen?

Antlitz der Erde, wer wird dich erneuern?
Er, der alles wird sein in allen, hat uns bestimmt,
Dich, Erde, dein Antlitz zu erneuern.

                                                                    Huub Oosterhuis