ACAT - Deutschland

Aktion der Christen für die Abschaffung der Folter - Action des Chrétiens pour l’Abolition de la Torture

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Gebet_Kreuz

Denkt an die Gefangenen,
als ob ihr selbst mit ihnen im Gefängnis wärt.
Denkt an die Misshandelten,
als müsstet ihr ebenso leiden wie sie.

Hebr. 13,3

 

Denken wir an einen Gefangenen in VIETNAM
Im April jährt sich zum fünften Mal die Umweltkatastrophe, die die Firma Formosa 2016 verursacht hat. Viele Tonnen toxischen Abfalls waren ins Meer gespült worden. Vier vietnamesische Provinzen und Hunderttausende von Menschen waren betroffen. Es gab viele Protestdemonstrationen. Viele Demonstranten wurden festgenommen. Während die staatlichen Medien die Katastrophe herunterspielten, beschloss Nguyen Van Hoa, 21 Jahre, Journalist, über die Demonstrationen zu berichten und den betroffenen Familien Hilfe anzubieten. Im Oktober 2016 veröffentlichte er in sozialen Netzwerken einen Film, den er mit einer Drohne von den Umweltschäden und den friedlichen Protesten aufgenommen hatte. Das Video verbreitete sich schnell. Im Januar 2017 wurde er verhaftet und beschuldigt, „Propaganda gegen den Staat“ getrieben zu haben. Im November 2017 wurde er in einem geheimen Prozess ohne Beistand eines Anwalts zu 7 Jahren Haft und drei weiteren Jahren Hausarrest verurteilt. Seit 2018 hat er mehrfach versucht, eine Beschwerde wegen der Folter einzureichen, die ihm während der Untersuchungshaft und nach seiner Verurteilung zugefügt worden war. Als Reaktion auf die Beschwerden wurde er geschlagen und in das 500 km entfernte Gefängnis An Diem verlegt. Er verbrachte dort mehrere Monate in Isolationshaft ohne natürliches Licht. Er durfte die Zelle nicht verlassen. Er leidet seitdem unter Ohrenentzündungen und hat Schwierigkeiten beim Schlucken, Kauen und Hören. Man hat ihm nie eine medizinische Hilfe gewährt. Seine Familie ist besorgt um seine Gesundheit.
Gebet: Guter Gott, es ist schwer anzusehen, dass die Gesundheit eines jungen Mannes durch die grausamen Maßnahmen eines diktatorischen Regimes so zerstört wird. Schütze Nguyen Van Hoa vor weiteren Misshandlungen. Lass uns nicht müde werden, für die Freilassung von Nguyen Van Hoa einzutreten.

 

Denken wir an einen Gefangenen im KONGO
Dr. Alexandre Ibacka Dzabana, 77 Jahre, wurde am 11. März 2021 vor seinem Haus in Brazzaville von 3 Personen in Zivil verschleppt. Er wurde einen Monat lang in dem CID, einer geheimdienstlichen Überwachungsstation, berüchtigt für die Anwendung von Folter, festgehalten, ohne mit seinem Anwalt Kontakt aufnehmen zu können. Dies verstößt gegen das kongolesische Recht genauso wie auch die Tatsache, dass er erst am 6. April 2021 einem Richter vorgeführt wurde, der weitere Untersuchungshaft anordnete. Herr Dzabana ist bekannt für sein zivilrechtliches Engagement. Er ist u.a. Koordinator der ONG-Plattform, die sich für Menschenrechte und Demokratie einsetzt. 2014 hatte er gegen die Änderung der Verfassung protestiert, wodurch dem Präsidenten eine Verlängerung seiner Amtszeit zugesprochen werden sollte. Herr Dzabana war 2021 an dem Beschluss der ONG beteiligt, die Präsidentenwahl im März 2021 zu boykottieren, und er trat für die Befreiung von politischen Gefangenen ein. Seine Familie macht sich Sorgen wegen seines Gesundheitszustands, er leidet unter Bluthochdruck.
Gebet: Guter Gott, gib Herrn Dr. Alexandre Ibacka Dzabana Kraft, die Haft durchzustehen. Hilf, dass diese willkürlich verhängte Haft bald durch einen fairen Prozess beendet wird. Stärke die Hoffnung des kongolesischen Volkes auf ein Ende der Willkürherrschaft.

 

Denken wir an gefolterte Menschen in ASERBAIDSCHAN
Am 7. Mai 2017 gaben der Staatsanwalt, das Verteidigungsministerium, das Innenministerium und der Staatssicherheitsdienst von Aserbaidschan eine gemeinsame Erklärung ab, in der behauptet wurde, dass eine Gruppe von Militärangehörigen und Zivilisten militärische Geheimnisse an die armenischen Geheimdienste und Streitkräfte weitergegeben hätte. Am 7. und 8. Mai wurden zunächst 47 Personen in der Region Tartar festgenommen. Sie hatten keinen Zugang zu Rechtsanwälten. Journalisten wurden eingeladen und gewarnt, über „Staatsgeheimnisse“ zu berichten. Eine Menschenrechts-NGO berichtet, dass bis heute 78 Personen inhaftiert und zu zwischen 12 und 20 Jahren Gefängnis wegen Staatsverrat verurteilt wurden. Die Betroffenen werden gefoltert. 11 Todesfälle als Folge von Folterungen sind bisher bestätigt worden. Die Familien erhielten deshalb auch nicht ihre Toten zur Bestattung. Die Gesamtzahl der durch Folter Ermordeten ist unbekannt. Der Menschenrechtsverteidiger Oktay Gulaliev versuchte, die massiven Menschenrechtsverletzungen zu recherchieren. Er wurde am 17.6.2019 im Zentrum von Baku angefahren und so schwer geschlagen, dass er bis heute im Koma liegt.
Gebet: Gott, das Ausmaß der Folterungen in den Gefängnissen Aserbaidschans erschreckt uns. Wir haben nur die Möglichkeit, es öffentlich zu machen und dich zu bitten, den Gefolterten beizustehen in ihrer furchtbaren Qual. Wir wissen, dass dein Sohn zu Tode gefoltert wurde und du so bei ihnen bist.

 

Denken wir an ein zum Tode verurteiltes christliches Ehepaar in PAKISTAN
Ein wegen Blasphemie zum Tode verurteiltes christliches Ehepaar in Pakistan muss weiter auf seine Berufungsverhandlung warten. Zum wiederholten Male kam es bei einem im Februar angesetzten Termin nicht zur Prozesseröffnung. Shagufta Kausar und Shafqat Emmanuel sitzen seit April 2014 in der Todeszelle, weil sie Textnachrichten mit blasphemischem Inhalt an einen muslimischen Kleriker versandt haben sollen. Shagufta Kausar habe ihr Handy jedoch zuvor verloren gehabt, betonte Anwalt Malook. Zudem waren die belastenden SMS-Nachrichten nach Medienberichten auf Englisch geschrieben, aber die beiden Angeklagten seien weitgehend Analphabeten. Malook zeigte sich zuletzt auch sehr besorgt über den Gesundheitszustand von Shafqat Emmanuel. Der schwerbehinderte Mann sei völlig geschwächt und abgemagert. Er könne sich nicht ohne Hilfe bewegen. Er habe mehrere Wundliegegeschwüre und bekomme nicht die erforderliche medizinische Versorgung. Als Grund für das wiederholte Aufschieben der Berufungsverhandlung vermutet der Anwalt, dass die Richter sich aus Angst vor muslimischen Extremisten nicht trauten, eine gerechte Entscheidung zugunsten der beiden Christen zu fällen.
Die pakistanischen Blasphemiegesetze sind wiederholt zum Angriff auf religiöse Minderheiten oder für persönliche Rachefeldzüge eingesetzt worden.
Gebet: Gott, wir bitten dich um Mut für die Richter, die über Shagufta Kausar und Shafqat Emmanuel zu richten haben. Hilf ihnen, der Stimme ihres Gewissens zu folgen, stärke sie, damit das Ehepaar endlich freigesprochen wird.

 

Denken wir an einen Gefangenen in ÄGYPTEN
Der Menschenrechtler Ibrahim Ezz el-Din wird seit 2019 willkürlich in Haft gehalten. Er arbeitete bei der Ägyptischen Kommission für Rechte und Freiheiten (ECRF) zum Recht auf Wohnen. Nach seiner Festnahme im Juni 2019 war er 167 Tage Opfer des Verschwindenlassens und wurde nach eigenen Angaben gefoltert, um Informationen über seine Menschenrechtsarbeit und die Organisation ECRF zu erlangen. Er konnte weder die Rechtmäßigkeit seiner Inhaftierung wirksam anfechten noch sein Recht auf eine angemessene Verteidigung wahrnehmen. Die Staatsanwaltschaft stützte ihre Anschuldigungen auf geheime polizeiliche Ermittlungen, die Ibrahim Ezz el-Din und seine Rechtsbeistände nicht einsehen durften.
Aufgrund der schlechten Haftbedingungen hat sich sein Gesundheitszustand verschlechtert. Unter anderem leidet er an Depressionen und hat im Jahr 2020 zwei Suizidversuche unternommen.
Gebet: Guter Gott, wir hoffen auf ein gerechtes Verfahren für Ibrahim Ezz el-Din. Wir wünschen, dass er Hilfe für seine körperliche und seelische Gesundheit findet. Wir vertrauen darauf, dass du bei ihm bist.

 

Denken wir an eine inhaftierte Frau im IRAN
Zeynab Jalalian gehört der kurdischen Minderheit im Iran an und verbüßt eine lebenslange Haftstrafe im Gefängnis von Choy in der Provinz West-Aserbaidschan. Sie wurde im März 2008 wegen ihres Einsatzes für die kurdische Selbstverwaltung und ihrer Aktivitäten beim politischen Flügel der oppositionellen Gruppe Partiya Jiyana Azad a Kurdistanê (PJAK) festgenommen. Zeynab Jalalian wurde acht Monate lang in Einzelhaft gehalten und hatte keinen Zugang zu einem Rechtsbeistand. Ihren Angaben zufolge wurde sie in dieser Zeit von Angehörigen des Geheimdienstes gefoltert und anderweitig misshandelt. Einmal habe man ihren Kopf so fest gegen die Wand gestoßen, dass sie einen Schädelbruch davontrug, eine Hirnblutung erlitt und nicht mehr richtig sehen konnte. Am 2. Juni 2020 brachte man Zeynab Jalalian in die Klinik des Gefängnisses Shahr-e Rey nahe Teheran, weil sie sich krank fühlte und unter schwerer Atemnot litt. Dort wurde eine Covid-19-Infektion diagnostiziert. Als sie darum bat, in ein Krankenhaus verlegt zu werden, sagte man ihr, das Geheimdienstministerium würde eine solche Verlegung nicht gestatten. Nach Druck aus dem In- und Ausland konnte sie am 8. Juni mit Familienmitgliedern sprechen und ihnen mitteilen, dass sie nun in ein Krankenhaus verlegt worden sei.
Zeynab Jalalian leidet nach wie vor unter Atemnot, und es ist daher wahrscheinlich, dass sie einen permanenten Lungenschaden davontragen wird. Zudem leidet sie unter zahlreichen weiteren Erkrankungen, die nicht angemessen behandelt werden.
Gebet: Guter Gott, wir bitten für die Gesundheit von Zeynab Jalalian. Wir hoffen sehr, dass sie keine Langzeitfolgen ihrer Covid-Erkrankung erleidet. Wir bringen auch die Menschen vor dich, die für die Misshandlungen und die schlechten Haftbedingungen verantwortlich sind. Wir bitten ebenfalls um Schutz und Gerechtigkeit für die Angehörigen der kurdischen Minderheit im Iran.

 

Denken wir an Gefangene aus HONGKONG in CHINA
Quinn Moon und Tang Kai-yin gehören zu den zwölf Hongkonger*innen, die im August 2020 von der chinesischen Küstenwache festgenommen und am 30. Dezember in unfairen Gerichtsverfahren zu Gefängnisstrafen verurteilt wurden. Seit fast acht Monaten wird ihnen der direkte Kontakt zu ihren Familien oder den von den Familien beauftragten Rechtsbeiständen verwehrt. Es besteht große Sorge um ihre Gesundheit, da beide wegen chronischer Erkrankungen medizinische Versorgung benötigen.
Gebet: Herr, wir sind in Sorge um Quinn Moon und Tang Kai-yin. Sie benötigen medizinische Versorgung. Sie benötigen auch faire Gerichtsverfahren und Kontakte zu den Familien und zu Anwälten. Die angespannte Situation in Hongkong erfüllt uns generell mit Sorge. Wir beten für mehr Freiheit, Demokratie und Selbstbestimmung für die Bewohner Hongkongs. Wir selbst wollen in unserem Einsatz für Menschenrechte weltweit nicht nachlassen. Wir bitten dich: Stärke uns dabei.

 

 

Heiliger Geist,
gib mir den Glauben,
der mich vor Verzweiflung,
Süchten und Laster rettet,
gib mir die Liebe zu Gott und den Menschen,
die allen Hass und Bitterkeit vertilgt,
gib mir die Hoffnung,
die mich befreit von Furcht und Verzagtheit.
                                                     
Dietrich Bonhoeffer


 

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Denkt an die Gefangenen,

als ob ihr selbst mit ihnen im Gefängnis wärt.
Denkt an die Misshandelten,
als müsstet ihr ebenso leiden wie sie.

Hebr. 13,3

Was Sie tun können

 

Trauer um Magdalena Marx

 Uns erreichte die traurige Nachricht, dass die Gründungsvorsitzende der ACAT Deutschland, Magdalena Marx, am Sonntag, dem 28. Juni 2020, verstorben ist.

Mit ihrem Tod verlieren wir eine Persönlichkeit, die unseren Verein vom Beginn bis heute geprägt hat.
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Herbst-Tagung

"Christliches Menschenrechtsengagement im digitalen Zeitalter"

Tagung mit ACAT Deutschland e.V. in der Katholischen Akademie Schwerte vom 25.- 27. September 2020. (weiterlesen)


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Nächtliche Gebetswache für Folteropfer 25./26. Juni

Informationen zur internationalen Kampagne: hier.

Einen exemplarischen Ablaufplan für die Nächtliche Gebetswache, erstellt von der Essener Gruppe, finden sie hier.