ACAT - Deutschland

Aktion der Christen für die Abschaffung der Folter - Action des Chrétiens pour l’Abolition de la Torture

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Gebet_Kreuz

Denkt an die Gefangenen,
als ob ihr selbst mit ihnen im Gefängnis wärt.
Denkt an die Misshandelten,
als müsstet ihr ebenso leiden wie sie.

Hebr. 13,3

Denken wir an eine Gefangene in CHINA
Die Advokatin und unabhängige Journalistin Zhang Zhan, 37 Jahre alt, wurde von einem Gericht in Shanghai zu 4 Jahren Haft verurteilt. Sie wird in dem Urteil beschuldigt, „Unruhe provoziert“ zu haben, als sie im Februar 2020 über die Covid-19 Epidemie berichtete .Zhang Zhan hatte keine Angst, sich zu der Menschenrechtslage in China zu äußern. 2019 war sie bereits für kurze Zeit inhaftiert worden wegen ihres Eintretens für Demonstranten in Hongkong. Sie musste sich zwei psychiatrischen Gutachten unterziehen. Diesmal hat sie in ihren Publikationen in sozialen Netzwerken berichtet, wie versucht wurde, die Familien der Opfer der Covid-19 Erkrankung einzuschüchtern und die Berichterstattung darüber zu zensieren. Frau Zhang Zhan wurde am 14.Mai 2020 festgenommen und im September offiziell angeklagt wegen „Verbreitung falscher Informationen“. Während ihrer Haft hat sich ihr Gesundheitszustand verschlechtert. Nach Aussage ihres Anwaltes, der sie zweimal besuchen konnte, ist sie aus Protest gegen ihre Verhaftung sehr bald in Hungerstreik getreten. Sie wurde sodann durch eine Nasensonde zwangsernährt. Andere Häftlinge mussten sie dabei festhalten. Sie leidet an Bauchschmerzen und Schwindel. Am 28. Dezember 2020 erging das Urteil . Mehrfach wurde in den letzten Jahren die Weihnachtszeit genutzt, um bekannte Häftlinge zu verurteilen, weil dann internationale Beobachter der Menschenrechtslage auf Heimaturlaub sind.
Gebet: Guter Gott, wir bitten Dich, gib Zhang Zhan Mut und Kraft, diese Zeit der Bedrängnis durch die allmächtige und inhumane Staatsgewalt körperlich und seelisch durchzustehen. Lass uns nicht müde werden, für Zhang Zhan einzutreten.

 

Denken wir an einen Gefangenen in MAROKKO
Der Journalist und Regimekritiker Maati Monjib wurde am 29.12.2020 von 8 Polizisten in Zivil in einem Restaurant ohne Haftbefehl verhaftet. Am nächsten Tag hat der Staatsanwalt des Königs beim Gericht in Rabat verkündet, dass Maati Monjib wegen „Geldwäsche“ in provisorischer Haft sei. Seither ist er im Gefängnis von El Arjat und wartet auf eine Anhörung durch den Untersuchungsrichter. Maati Monjib lehrte Politik an der Universität und setzte sich als Journalist für die Menschenrechte ein. Er war Mitbegründer der Vereinigung AMJI für einen investigativen Journalismus und der Vereinigung „Freedom now“, die für die Freiheit der Presse in Marokko eintritt. Er drückte in internationalen Medien frei seine Meinung aus und warf dem Königshaus vor, sich auf Kosten des Volkes zu bereichern. 2015 war er bereits gerichtlich belangt worden. Er durfte nicht mehr an der Universität lehren und das Land verlassen, wogegen Maati Monjib mit einem dreiwöchigen Hungerstreik protestiert hatte. Daraufhin wurden die Maßnahmen zurückgenommen. Nun versucht das Regime ihn anders zu bedrängen, indem es seinen Ruf so zu beschädigen versucht, dass er nicht mehr als politisches Opfer gelten und als solches zum Protest gegen den Staat aufrufen kann.
Gebet: Guter Gott, hilf, dass Maati Monjib ein fairer Prozess gemacht wird. Lass Menschen wie Maati Monjib nicht mutlos werden. Lass ihre Suche nach Wahrheit und Freiheit nicht nutzlos sein. Hilf dem Königreich Marokko, seiner Regierung und seiner Justiz auf dem Weg zu wirtschaftlicher Entwicklung und zur Beachtung der Menschenrechte.

 

Denken wir an einen Menschenrechtsanwalt in CHINA
Am 22. Januar wurde die Anklage der Staatsanwaltschaft gegen Ding Jiaxi von „Anstiftung zur Subversion“ in „Subversion“ geändert. Eine Verurteilung würde lebenslange Haft für den Menschenrechtsverteidiger bedeuten. Ding Jiaxi ist Anwalt und prominente Persönlichkeit innerhalb der New Citizens Movement, die sich für mehr Transparenz unter den Vertretern der Kommunistischen Partei Chinas einsetzt (einzelne Beamte wurden aufgefordert, ihr persönliches Vermögen preis zu geben) und für mehr Gleichberechtigung innerhalb des Bildungssystems, sowie für eine konstitutionelle Regierung. Bereits im Dezember 2019 wurde er mit drei weiteren Menschenrechtsverteidigern für einen Monat ohne Kontakt zur Außenwelt von der Polizei in der Provinz Shandong inhaftiert. Die anderen wurden gegen Kaution frei gelassen. Am 21.1.2021 konnten die Anwälte zum ersten Mal seit seiner Inhaftierung mit Ding Jiaxi per Videokonferenz sprechen. Ding teilte seinen Anwälten mit, dass er über einen Zeitraum von sieben Tagen Folter und Misshandlungen ausgesetzt war, einschließlich Schlafentzug und intensiver, durchgängiger Befragung.
Gebet: Wir bitten dich, Gott, um ein faires Verfahren für Ding Jiaxi. Wir hoffen auf große weltweite öffentliche Aufmerksamkeit und auf viel Protest wegen ungerechter Anklagen gegen Menschenrechtsverteidiger*innen in China.

 

Denken wir an einen angeschossenen Indigenen in GUATEMALA
Am 16. Januar 2021 wurde der Sprecher der Indigenen Bevölkerungsgruppe der Xinca Julio David González Arango von einem Unbekannten angeschossen. Der Angriff ereignete sich auf seinem Grundstück. Julio David González Arango ist nun in Sicherheit und erholt sich von seinen Verletzungen. Er verteidigt seit vielen Jahren die Rechte der Xinca-Bevölkerung gegenüber der Escobal-Mine des Konzerns Pan American Silver. Aufgrund seines Engagements wurde er schon mehrmals angegriffen. Nach Angaben der guatemaltekischen Menschenrechtsorganisation UDEFEGUA gab es 2020 über 1.000 Angriffe auf Menschenrechtsverteidiger*innen in Guatemala, dabei wurden 15 getötet, und es wurden 22 Tötungsversuche verübt. Auch gibt es zahlreiche Hetzkampagnen von staatlichen Behörden und strafrechtliche Anzeigen gegen sie, um sie zum Schweigen zu bringen.
Gebet: Guter Gott, du kennst die gefährliche Situation der Menschen in Guatemala, die sich für die Rechte anderer einsetzen. Du kennst auch das Unrecht, dass der Bevölkerung der Xinca geschieht. Wir hoffen, dass die Verletzungen von Julio David González Arango verheilen.

 

Denken wir an eine Frauenrechtlerin in SAUDI-ARABIEN
Nassima al-Sada ist eine Menschenrechtsverteidigerin, die sich seit vielen Jahren für bürgerliche und politische Rechte, Frauenrechte sowie die Rechte der schiitischen Minderheit in der Ostprovinz von Saudi-Arabien einsetzt. Gemeinsam mit anderen Frauenrechtlerinnen engagierte sie sich für die Aufhebung des Frauenfahrverbots und das Ende des repressiven männlichen Vormundschaftssystems. Sie wurde im Juni 2018, einen Monat nach der Aufhebung des Frauenfahrverbots, festgenommen und ohne Anklage inhaftiert. Zwischen Februar 2019 und Februar 2020 wurde sie ein ganzes Jahr in Einzelhaft festgehalten. Sie ist noch immer in Haft und darf keine Besuche empfangen – weder von ihrer Familie noch von ihren Rechtsbeiständen. Die Behörden nahmen damals zwölf weitere Frauen fest, die sich wegen ihrer Menschenrechtsarbeit vor Gericht verantworten müssen. Neben Nassima al-Sada befinden sich vier weitere Frauenrechtlerinnen nach wie vor in Haft. Die Kriminalisierung der Frauenrechtlerinnen ist bezeichnend für die zunehmende Verfolgung von Menschenrechtsverteidiger*innen in Saudi-Arabien und die andauernde Einschränkung der Rechte auf Meinungs-, Vereinigungs- und Versammlungsfreiheit.
Gebet: Himmlischer Vater, wir bringen Nassima al-Sada und ihre Haftbedingungen – ohne Kontakt zur Familie und zu Anwälten – vor dich. Wir hoffen auf eine Verbesserung der Lage für die Menschen in Saudi-Arabien, die sich für die Rechte anderer einsetzen.

 

Denken wir an einen zum Tod verurteilten Wissenschaftler im IRAN
Dem iranisch-schwedischen Wissenschaftler Ahmadreza Djalali wurde am 24. November 2020 in iranischer Haft mitgeteilt, dass er wegen „Verdorbenheit auf Erden“ noch in derselben Woche hingerichtet werde. Ende Dezember erfuhr seine Familie, dass die Hinrichtung um einen Monat verschoben wurde. Seit dem 24. November wird Dr. Djalali ohne Kontakt zur Außenwelt im Teheraner Evin-Gefängnis festgehalten. Im April 2016 besuchte er den Iran auf Einladung der Universität Teheran und der Universität Shiraz. Dabei wurde er auf Anordnung des „Ministeriums für Nachrichtendienste und Sicherheit“ ohne gültigen Haftbefehl oder Grund zur Festnahme inhaftiert. Zwei Monate später wurde er wegen Spionage und Zusammenarbeit mit Israel angeklagt. Als „Beweis“ galt ein angeblicher Brief seiner Ehefrau mit entsprechenden Informationen. Er verbrachte viele Monate in Isolationshaft.
Gebet: Gott, immer wieder schockieren uns die Hinrichtungen im Iran. Wir bitten für Ahmadreza Djalali, dass seine Todesstrafe umgewandelt wird! Wir bitten dich darum, dass die Verantwortlichen erkennen, dass sie mit dem Vollzug der Todesstrafe Unrecht tun.

 

Denken wir an eine Menschenrechtsanwältin in ÄGYPTEN
Die Menschenrechtsanwältin Hoda Abdelmoniem wird seit über zwei Jahren ohne Verfahren in Untersuchungshaft gehalten, was gegen die in Ägypten gesetzlich erlaubte maximale Untersuchungshaftdauer verstößt. Am 30. November 2020 erfuhr ihre Familie, dass sie wegen starker Schmerzen und Verdacht auf Nierenversagen ins Krankenhaus eingeliefert worden war. Die Familie darf sie nicht im Gefängnis besuchen. Zuletzt gesehen haben sie Hoda am 27. Oktober im Gerichtssaal. Sie leidet unter Bluthochdruck und hatte schon einen Herzinfarkt. Es besteht deshalb große Sorge um ihre Gesundheit.
Gebet: Guter Gott, du bist Hoda Abdelmoniem nahe. Schütze ihre Gesundheit. Schenke der Familie Hoffnung in der Ungewissheit über den Gesundheitszustand von Hoda. Gib uns Durchhalte-vermögen, dass wir nicht nachlassen in unserem Einsatz für Verfolgte und Gefangene.

 

 

„Lasst nicht nach in eurem Eifer, lasst euch vom Geist entflammen und dient dem Herrn. Seid fröhlich in der Hoffnung, geduldig in der Bedrängnis, beharrlich im Gebet“.  Röm 12, 11+12


 

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Denkt an die Gefangenen,

als ob ihr selbst mit ihnen im Gefängnis wärt.
Denkt an die Misshandelten,
als müsstet ihr ebenso leiden wie sie.

Hebr. 13,3

Was Sie tun können

 

Trauer um Magdalena Marx

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Uns erreichte die traurige Nachricht, dass die Gründungsvorsitzende der ACAT Deutschland, Magdalena Marx, am Sonntag, dem 28. Juni 2020, verstorben ist.

Mit ihrem Tod verlieren wir eine Persönlichkeit, die unseren Verein vom Beginn bis heute geprägt hat.
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Herbst-Tagung

"Christliches Menschenrechtsengagement im digitalen Zeitalter"

Tagung mit ACAT Deutschland e.V. in der Katholischen Akademie Schwerte vom 25.- 27. September 2020. (weiterlesen)


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Nächtliche Gebetswache für Folteropfer 25./26. Juni

Informationen zur internationalen Kampagne: hier.

Einen exemplarischen Ablaufplan für die Nächtliche Gebetswache, erstellt von der Essener Gruppe, finden sie hier.