ACAT - Deutschland

Aktion der Christen für die Abschaffung der Folter - Action des Chrétiens pour l’Abolition de la Torture

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Gebet_Kreuz

Denkt an die Gefangenen,
als ob ihr selbst mit ihnen im Gefängnis wärt.
Denkt an die Misshandelten,
als müsstet ihr ebenso leiden wie sie.

Hebr. 13,3

Denken wir an einen misshandelten Gefangenen in VIETNAM
Der Menschenrechtsaktivist Huynh Duc Thanh Binh lebte vor seiner Verhaftung in Ho Chi Minh Stadt und studierte Wirtschaftsrecht. Nachdem er am 10. Juni 2018 an einer friedlichen Demonstration gegen einen Gesetzesentwurf für Sonderwirtschaftszonen in Ho Chi Minh Stadt teilgenommen hatte, wurde er am 7. Juli 2018 von den Behörden der Stadt festgenommen mit dem Hinweis auf „Aktivitäten gegen die Volksregierung“. Sein Rechtsanwalt durfte ihn in der Haft nicht besuchen. Am 24. Juni 2019 wurde er vom Volksgericht in Ho Chi Minh Stadt zu 10 Jahren Gefängnis und zu 3 Jahren auf Bewährung verurteilt. Mitte Mai diesen Jahres wurde bekannt, dass Huynh Duc Thanh Binh zwischen dem 09. und 12. Mai 2020 in der Haft tätlich misshandelt wurde. Er hat unterhalb der Augen auf den Wangen Blutergüsse. Bei einem Besuch der Mutter am 12. Mai erzählte er davon, wie er und andere geschlagen und in Einzelhaft gebracht wurden. Daraufhin wurde er sofort weggezerrt, wodurch der Besuch nach nur 3 Minuten beendet war. Die Mutter schrieb daraufhin Beschwerdeschreiben an die Gefängnisleitung, die zuständige Abteilung des Gefängnisses und an die Staatsanwaltschaft der Provinz.
Gebet: Guter Gott, wir bringen das Leben und die Gesundheit von Huynh Duc Thanh Binh vor dich.  Schütze ihn vor Folter und andere Misshandlung. Wir bringen ebenfalls die Täter und die Verantwortlichen der Misshandlungen an den Gefangenen vor dich. Begegne ihnen, berühre ihre Herzen und Gewissen.

 

Denken wir an zahlreiche verurteilte Umweltaktivisten in WEISSRUSSLAND
Am 10. Mai 2020 nahmen rund 300 Personen an einer Protestaktion gegen den Bau eines Batteriewerks in Brest teil. Die Polizei nahm zahlreiche Umweltrechtsaktivisten im Zusammenhang mit dieser Protestaktion fest. Dazu zählt der Menschenrechtsanwalt Roman Kislyak, dessen Aufenthaltsort zwei Tage lang nicht bekannt gegeben wurde. Auch Herr Vladimir Velichkin, Mitglied des Menschenrechtszentrums „Viasna“ wurde zwei Tage lang Opfer von Verschwindenlassen. Am 12. Mai 2020 verhängte das Leninsky-Bezirksgericht in Brest gegen die Beiden eine Geldstrafe von 1.350 Rubel (ca. 500 Euro) wegen „Teilnahme an einem nicht genehmigten Massenereignis“ Sie wurden jedoch nach dieser Verurteilung nicht frei gelassen. Die Behörden brachten sie stattdessen in die Untersuchungshaftanstalt des Bezirkes Leninsky. Schon vor der Demonstration verhaftete die Polizei am 6. Mai Herrn Sergey Petrukhin, einen der Führer der Protestbewegung, und brachte ihn in dasselbe Untersuchungsgefängnis. Bei seiner Anhörung am 11. Mai sagte Herr Petrukhin, seine Körpertemperatur betrage 37,8 C° und dass er nicht der einzige sei, der in der Haftanstalt Fieber habe. Der Richter missachtete diese Information und verurteilte ihn zu 15 Tagen Haft. Am 8. Mai wurden vier weitere Umweltrechtler festgenommen, darunter die Herren Vladimir Moroz, Juri Kalko, Denis Malyshenko und Konstantin Ostapuk.
Die belarussische Gesetzgebung verbietet friedliche Versammlungen ohne Genehmigung. Die Behörden lehnen aber routinemäßig alle Anträge auf Abhaltung friedlicher Versammlungen ab, die im Zusammenhang mit Menschenrechten oder anderen gesellschaftlichen Fragen stehen, meistens ohne Angabe von Gründen. Die Haft stellt im Zusammenhang mit der COVID-19-Pandemie eine gefährliche Bedrohung für die Gesundheit der Inhaftierten dar.
Gebet: Du bist die Liebe, Gott, du kannst die Herzen der Menschen bewegen. Wir bitten darum, dass du die Herzen der für diese Verfahren zuständigen Richter empfindsam sein lässt und ihre Gedanken sensibel für die Anliegen der Umweltaktivisten. Wir geben die Hoffnung auf gerechte Urteile nicht auf!

 

Denken wir an eine verzweifelte Mutter in CHINA
Pu Wenqing, 86 Jahre, Mutter von Hunag Qi, für den wir im September 2019 gebetet haben, hat wegen ihrer fortgeschrittenen Krebserkrankung nicht mehr lange zu leben. Sie möchte ihren gefangenen Sohn Huang Qi noch einmal vor ihrem Tod sehen. Sie schrieb in einem bewegenden Brief an ACAT, dass sie seit 3 Jahren, seit der Gefangennahme ihres Sohnes, keine Nachricht mehr von ihm bekommen habe. Huang Qi war als Journalist im November 2016 wegen der Weitergabe von Staatsgeheimnissen ans Ausland und wegen seiner Tätigkeit als Menschenrechtsverteidiger beschuldigt und im Juli 2019 zu 12 Jahren Haft verurteilt worden. Die Mutter Pu Wenqing hat in vielen offenen Briefen und Petitionen an die Regierung Gerechtigkeit für ihren Sohn gefordert. Deshalb wurde sie von der Polizei bedrängt und bedroht und zweimal für kurze Zeit inhaftiert. Sie lebt unter ständiger polizeilicher Überwachung. Man hat sie daran gehindert, Verteidiger für ihren Sohn zu bestellen. Vor einem Jahr wurde Lungenkrebs diagnostiziert.
Gebet: Guter Gott, wir sind entsetzt über die unbarmherzige Haltung des chinesischen Gerichts gegenüber dieser Frau. Gib Du ihr Trost und hilf, dass sie ihren Sohn noch einmal sehen kann. Gib den Verantwortlichen in China die Einsicht, dass nicht alleine Härte gegenüber seinen Bürgern das Land zusammenhält, sondern vor allem Recht und Gerechtigkeit.

 

Denken wir an einen gefangenen Studenten im IRAN
Der 20-jährige Student Ali Younesi wurde am 10. April festgenommen und ist seitdem willkürlich inhaftiert. Seine Angehörigen gehen davon aus, dass er im Teheraner Evin-Gefängnis festgehalten wird. Am 10. April war Ali Younesi in der Universität in Teheran. Am Abend kamen zwölf Sicherheitsbeamte zu seiner Familie nach Hause. Er selbst war in Handschellen und wies etliche blutende Wunden auf. Die Wohnung wurde durchsucht, die Eltern stundenlang verhört. Es wurden weder Ausweise noch ein Durchsuchungsbefehl vorgezeigt. Seitdem ist Ali Younesi inhaftiert. Eine klare Begründung durch die Behörden liegt nicht vor. In einer Pressekonferenz, die sich vermutlich auch auf den Studenten bezog, wurde von Verbindungen zu „konterrevolutionären“ Gruppen gesprochen. Die iranischen Behörden gehen seit Jahren gegen Familienangehörige von Personen vor, die tatsächliche oder vermeintliche Verbindungen zu verbotenen Oppositionsgruppen haben. Dazu gehört z.B. auch die Gruppe der Volksmudschaheddin (People’s Mojahedin of Iran – PMOI).
Seit seiner Festnahme durfte Ali Younesi nur zwei kurze Telefonate mit seiner Familie führen, der Zugang zu einem Rechtsbeistand wird ihm bislang verwehrt. Er ist in Gefahr, in der Haft misshandelt zu werden.
Gebet: Guter Gott, wir sind in Sorge um die Gesundheit von Ali Younesi. Wir bitten um Gerechtigkeit und ein faires Verfahren für ihn und für die vielen anderen, die aus unklaren oder politischen Gründen im Gefängnis sind.

 

Denken wir an zahlreiche Opfer von Menschenrechtsverletzungen in BURUNDI
Am 20.5. fand in Burundi sowohl die Präsidentschaftswahl als auch die Kommunalwahl statt. Von Beginn des Wahlkampfes an nahmen Menschenrechtsverletzungen deutlich zu. Dazu gehörten Einschüchterungen und Drohungen gegen Mitglieder der Oppositionsparteien, Gewalt gegen ethnische Minderheiten, Verhaftungen und Folter. Menschenrechtsaktivisten berichten, dass in dieser Zeit mindestens 22 Menschen getötet wurden. Sieben Fälle davon fanden als außergerichtliche Hinrichtungen statt. Sechs Personen wurden entführt, zwei wurden Opfer sexueller Gewalt, 18 Menschen wurden gefoltert und 67 willkürlich verhaftet. Die am stärksten betroffenen Orte sind die Umgebung von Bujumbura und die Gemeinden Karuzi, Kirundo, Makamba, Muyinga und Cibitoke. Unter den registrierten Opfern befinden sich einige Minderjährige.
Gebet: Herr, du in allem mächtiger Gott: Die Eskalation der Gewalt in Burundi erschreckt uns. Wir bitten für die Opfer: Mögen ihre Wunden heilen. Und wir bitten auch für die politisch Verantwortlichen: Mögen sie friedliche Konfliktlösungsstrategien finden.

 

Denken wir an eine inhaftierte Frau in VENEZUELA
Am 2. April durchsuchten ca. 15 Angehörige der militärischen Spionageabwehr das Haus von Maury Carrero in Caracas und nahmen sie willkürlich fest. Als Grund wurde eine Verbindung zu einem Berater des Parlamentspräsidenten Juan Guaidó genannt. Von Menschenrechtsorganisationen wird die Inhaftierung daher in Zusammenhang mit Repressionen der Regierung Maduros gegenüber der Opposition angesehen. Bei der Durchsuchung wurden Wertgegenstände und elektronische Geräte mitgenommen. Seit dem 1. Mai ist Maury Carrero ohne persönlichen Kontakt zur Außenwelt. Sie darf nur einmal pro Woche ein kurzes Telefonat mit ihrer Familie führen, allerdings im Beisein von Beamten. Der Haftort ist der Familie nicht bekannt. Zu den Rechtsbeiständen hat sie nur während gerichtlicher Anhörungen Kontakt. Dieses Vorgehen der Isolierung wird mit den derzeit gültigen Corona-Schutzmaßnahmen begründet. Maury Carrero ist wegen Terrorismus, Zusammenschlusses mit dem Ziel Verbrechen zu begehen, Besitzes von Schusswaffen und Sprengstoff sowie Besitzes einer kleinen Menge Drogen angeklagt. Maury Carrero drohen Folter und Verschwindenlassen.
Gebet: Himmlischer Vater, die vielen Berichte über willkürlich inhaftierte, aus politischen Gründen inhaftierte, mit konstruierten Anklagen konfrontierte Menschen belasten und verstören uns. Hilf uns dabei, uns diesen Berichten immer wieder auszusetzen und dabei mitzuwirken, dieses Unrecht öffentlich zu machen. Wir vertrauen darauf, dass du mit deiner Kraft bei Maury Carrero und ihren Angehörigen bist.

 

Denken wir an gefährdete Personen in KOLUMBIEN
Seit Ausbruch der Corona-Krise nehmen die geheimdienstlichen Maßnahmen des Militärs gegen Verteidiger der Menschenrechte, oppositionelle Politiker, Unterzeichner des innerkolumbianischen Friedensvertrags, Journalisten und Beamte zu. Im Mai 2020 veröffentlichte die Presse, dass es geheime Dossiers über 130 Personen aus den genannten Bereichen gebe, weil sie die Verbrechen, die von Vertretern des Staates und ehemaligen politischen Führern begangen worden sind, anprangern. Die zunehmende illegale Überwachung einzelner erfolgt vor dem Hintergrund der Intensivierung bewaffneter Konflikte. Kolumbien ist das Land mit der höchsten Anzahl an Morden an Menschenrechtsverteidigern und gesellschaftlichen Führern, nach UN-Angaben 107 Morde im Jahr 2019. Während das öffentliche Augenmerk auf den Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie lag, gab es eine neue Welle von Angriffen und Morden. Die Regierung von Präsident Ivan Duque, selbst gegen den Friedensvertrag eingestellt, hat nichts getan, um die paramilitärischen Gruppen, die hinter den Angriffen stehen, zu entwaffnen.
Gebet: Guter Gott, wir bitten um Deine Hilfe in diesem von Gewalt und Morden erschütterten Land. Hilf, dass die Menschen ein Auskommen haben und sich nicht bewaffneten Gruppen anschließen, die mit Gewalt gegen die rechtmäßige Ordnung vorgehen.

 

 

Segnen heißt,
die Hand auf etwas legen und sagen:
Du gehörst trotz allem Gott.
So tun wir es mit der Welt,
die uns solches Leiden zufügt.
Wir verlassen sie nicht,
wir verwerfen, verachten,
verdammen sie nicht,
sondern wir rufen sie zu Gott.
Wir geben ihr Hoffnung,
wir legen die Hand auf sie und sagen:
Gottes Segen komme über dich.
Wir haben Gottes Segen empfangen
im Glück und im Leiden.
Wer aber selbst gesegnet wurde,
der kann nicht mehr anders
als diesen Segen weitergeben,
ja, er muss dort, wo er ist,
ein Segen sein.
Nur aus dem Unmöglichen
kann die Welt erneuert werden.
Dieses Unmögliche
ist der Segen Gottes.

Dietrich Bonhoeffer

 


 

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Denkt an die Gefangenen,

als ob ihr selbst mit ihnen im Gefängnis wärt.
Denkt an die Misshandelten,
als müsstet ihr ebenso leiden wie sie.

Hebr. 13,3

Was Sie tun können

 

Trauer um Magdalena Marx

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Uns erreichte die traurige Nachricht, dass die Gründungsvorsitzende der ACAT Deutschland, Magdalena Marx, am Sonntag, dem 28. Juni 2020, verstorben ist.

Mit ihrem Tod verlieren wir eine Persönlichkeit, die unseren Verein vom Beginn bis heute geprägt hat.
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Herbst-Tagung

"Christliches Menschenrechtsengagement im digitalen Zeitalter"

Tagung mit ACAT Deutschland e.V. in der Katholischen Akademie Schwerte vom 25.- 27. September 2020. (weiterlesen)


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Nächtliche Gebetswache für Folteropfer 26./27. Juni


Informationen zur internationalen Kampagne: hier.
 
Den Ablaufplan der ACAT-Gruppe Essen-Byfang zur Nächtlichen Gebetswache am 26.06. um 20.00 Uhr in St. Barbara können Sie sich als Beispiel ab sofort hier herunterladen.
 
Auch steht ein alternatives Plakat zur Verfügung, welches Sie gerne für Ihre eigene Veranstaltung bearbeiten und verwenden dürfen: Zum Download

 


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