ACAT - Deutschland

Aktion der Christen für die Abschaffung der Folter - Action des Chrétiens pour l’Abolition de la Torture

  • Increase font size
  • Default font size
  • Decrease font size

Gebet_Kreuz

Denkt an die Gefangenen,
als ob ihr selbst mit ihnen im Gefängnis wärt.
Denkt an die Misshandelten,
als müsstet ihr ebenso leiden wie sie.

Hebr. 13,3

Denken wir an Gefangene in CHINA
Vor einem Jahr sind die aus dem Süden Chinas stammenden jungen Männer Wie Zhili, Ke Chenbing und Yong Zhengjun verhaftet worden. Sie wurden zunächst drei Monate lang an einem geheimen Ort gefangen gehalten ohne Kontakte zur Außenwelt zu haben. Inzwischen sind sie in dem städtischen Gefängnis Nr. 2 von Shenzhen inhaftiert. Sie haben keine Kontakte zu ihren Familien. Sie werden beschuldigt, Unruhe gestiftet zu haben. Sie hatten eine Webseite über die Rechte der Arbeiter und insbesondere der Wanderarbeiter verfasst, die aus den ländlichen Regionen Chinas kommen. Die Inhaftierten traten auch für die Rechte der Arbeiter aus der Region Shenzhen ein, die sich auf den Baustellen und in den Fabriken Lungenkrankheiten zugezogen hatten. Es gibt keine weiteren Informationen über sie, auch nicht, ob sie misshandelt wurden.
Gebet: Guter Gott, hilf den 3 jungen Männern, die sich friedlich für die Rechte wehrloser Arbeiter eingesetzt haben. Schütze sie in der Haft vor Misshandlung und hilf, dass sie bald in einem fairen Prozess ihre Anliegen vertreten können.

 

Denken wir an Gefangene und Opfer eines Massakers in ANGOLA
Vor 5 Jahren ereignete sich auf dem Gelände der evangelikalen Gemeinde „Luz do Mundo“ ein Massaker an Gläubigen. Dem Leiter der Gemeinde, dem Pastor José Julino Kulupeteka, wurden sektiererische Praktiken vorgeworfen. Es marschierte eine Eingreiftruppe der Polizei auf das Gelände, das in dem Bereich von Sao Pedro Sumé, genannt Monte Sumé, liegt. Sie wollte den Pastor festnehmen und in Handschellen abführen. Gläubige wollten ihm zu Hilfe kommen. Daraufhin eröffnete die Polizei das Feuer und schoss wahllos auf die Gläubigen. Es gab nach Aussage der Regierung 22 Tote, darunter 7 Polizisten, nach Aussage der Opposition etwa tausend Tote. Dieses Massaker geschah noch unter dem Präsidenten Eduardo dos Santos. Sein Nachfolger Joao Laurenco, der seit 2017 an der Regierung ist, sollte endlich eine juristische Untersuchung der Ereignisse vornehmen lassen. Bislang sind allerdings nur die Mitglieder der Kirche zu Gefängnisstrafen verurteilt worden. Pastor Jusé Julino Kulupeteka wurde nach einem Prozess, der nicht fairen Bedingungen entsprach, 2016 zu 28 Jahren Haft verurteilt.
Gebet: Guter Gott, hilf, dass eine unabhängige und faire juristische Untersuchung der Massaker stattfinden kann und die Täter, die für den Tod vieler Menschen verantwortlich sind, zur Rechenschaft gezogen werden.

 

Denken wir an einen verschwundenen Journalisten in MOSAMBIK
Der Radio-Journalist Ibraimo Abú Mbaruco ist seit dem 7. April verschwunden. Er war abends gegen 18 Uhr unterwegs auf seinem Motorrad von der Arbeit nach Hause. Er schrieb von unterwegs an einen Kollegen die Nachricht: „Ich werde von Militärs angehalten, ruf mich an“. Seitdem ist er nicht mehr gesehen worden, sein Aufenthaltsort ist unbekannt. Familienangehörige und Kollegen erkundigten sich sowohl bei der Militärkaserne als auch bei der Polizeiwache, erhielten aber keine Auskunft. Es wurde Beschwerde eingereicht. Bisher haben die Behörden darauf allerdings nicht reagiert.
Gebet: Gott, wir machen uns Sorgen um den Journalisten Ibraimo Abú Mbaruco. Schütze seine Gesundheit und sein Leben. Sei auch bei seiner Familie und gib ihnen Mut und Hoffnung in dieser unsicheren Situation.

 

Denken wir an gefährdete und getötete Inhaftierte im IRAN
Die Haftbedingungen in iranischen Gefängnissen werden von vielen Gefangenen als unakzeptabel beschrieben: Überfüllung, Mangel an Hygiene- und Sanitär-Artikeln, fehlende Medikamente usw. Da sich unter diesen Umständen Infektionskrankheiten leicht ausbreiten können, haben in den letzten Wochen Tausende Gefangene aus Angst vor der Ausbreitung des Coronavirus protestiert. Die Sicherheitskräfte reagierten mit brutaler Gewalt gegen die Aufstände. Es wurden auch Tränengas und scharfe Munition eingesetzt. Dabei kamen 36 Gefangene ums Leben. Von einem Gefängnis wird berichtet, dass es nach einem solchen Aufstand zu öffentlichen Misshandlungen von beteiligten Gefangenen im Gefängnishof kam. Da die Forderungen der Gefangenen, z.B. nach der Isolierung von infizierten Gefangenen und nach Corona-Tests, nicht umgesetzt wurden, sind die Gefangenen weiterhin in erhöhter Gefahr, sich zu infizieren.
Gebet: Guter Gott, wir sind entsetzt sowohl über die Zustände in den Gefängnissen als auch über die brutale Reaktion der Sicherheitskräfte auf die Forderungen der Gefangenen. Wir bringen die Situation der Ermordeten, der weiterhin der Gefahr der Infektion ausgesetzten Gefangenen und auch der Sicherheitskräfte vor dich. Wir hoffen auf eine Besserung der Situation durch weitere Entlassungen, verbesserte Hygiene und ein Umdenken der Verantwortlichen.

 

Denken wir an inhaftierte Kinder auf den PHILIPPINEN
Auf den Philippinen gibt es Tausende Kinder, die hinter Gittern leben. Die meisten von ihnen werden ohne Anklage wegen Kleinigkeiten inhaftiert. Sie werden z.B. beim Betteln aufgegriffen. In den Kindergefängnissen sind sie zahlreichen Misshandlungen ausgesetzt. So berichteten mehrere aus dem Gefängnis befreite Kinder, dass sie gezwungen wurden, in Stresspositionen auszuharren, sie wurden an den Füßen aufgehängt, es wurde ihnen Zahnpasta in die Augen geschmiert und sie wurden geschlagen. Während der Corona-Krise kommt nun für diese Kinder hinzu, dass sie wegen Überfüllung, Unterernährung und mangelnder Hygiene schutzlos der Infektionsgefahr mit dem Corona-Virus ausgesetzt sind. Es ist daher wichtig, dass die Kinder – genau wie alle anderen Gefangenen, die unter diesen Bedingungen inhaftiert sind – zügig freigelassen werden. In der Regel sind sie ohne Anklage und ohne Verfahren eingesperrt.
Gebet: Himmlischer Vater, wir bitten dich für die Kinder und die älteren Gefangenen, die unter unwürdigen und gefährlichen Bedingungen eingesperrt sind. Schütze sie vor Infektionen, anderer Krankheit, Misshandlung und Tod. Wir bitten auch für ein Umdenken im Umgang mit bettelnden Kindern und Straßenkindern. Statt eingesperrt zu werden sollten sie Hilfe erhalten!

 

Denken wir an einen willkürlich verhafteten palästinensischen Menschenrechtsaktivisten
Am 19. April drang die israelische Armee in die Wohnung des Menschenrechtsaktivisten Muhammad Al-Zughair ein, um ihn festzunehmen. Es wurde bisher keine Anklage gegen ihn erhoben. Muhammad Al-Zughair ist Sprecher der palästinensischen Gruppe Youth Against Settlements, die durch gewaltlose Aktionen und zivilen Ungehorsam auf Verletzungen der Menschenrechte im Zusammenhang mit der israelischen Besatzung aufmerksam macht. Die Aufgabe von Herrn Al-Zughair besteht hauptsächlich darin, gewalttätige Übergriffe durch jüdische Siedler in Hebron zu dokumentieren.
Gebet: Wenn wir von der willkürlichen Haft von Muhammad Al-Zughair und so vielen anderen gewaltlosen palästinensischen Menschenrechtsaktivisten hören, sind wir immer wieder aufs Neue empört, Gott. Wir beten um Kraft, Mut, Kreativität und Durchhaltevermögen der Aktivisten.

 

Denken wir an Folter-Opfer und Täter aus SYRIEN
In Koblenz in Deutschland hat am 23.04.2020 ein Prozess gegen zwei Syrer begonnen. Einer von ihnen soll in einem syrischen Geheimdienst-Gefängnis in Damaskus für die Folterung von zahlreichen Gefangenen verantwortlich gewesen sein. Es werden ihm „Verbrechen gegen die Menschlichkeit“ und 58-facher Mord vorgeworfen. Dem zweiten Angeklagten wird Beihilfe zu einem Verbrechen gegen die Menschlichkeit vorgeworfen.
Dieser Prozess, der nun in unserem Land stattfindet, bringt das Thema der Folter in syrischen Gefängnissen wieder in unsere Medien und damit verstärkt wieder in unser Bewusstsein.
Gebet: Guter Gott, du liebst uns Menschen, du hast uns mit Würde geschaffen. Wir bitten dich für die Gefangenen und ehemaligen Gefangenen, die in den Gefängnissen in Syrien gefoltert wurden und immer noch werden und deren Würde mit Füßen getreten wird. Wir bitten dich für den Prozess, mit dem viele Hoffnungen verbunden sind: Wir bitten um Weisheit für die Richter, Einsicht für die Täter, und dass dieser Prozess ein Zeichen für mehr Gerechtigkeit in der Welt werden kann.

 

Denken wir an die von Ansteckung bedrohten Gefangenen in den Gefängnissen in ELFENBEINKÜSTE
Die katholische Kirche in der Elfenbeinküste feiert seit 2007 jedes Jahr am Sonntag der Barmherzigkeit den Tag der Gefangenen (20.04.2020). Die Initiative soll die Nähe der Kirche zu den Gefangenen zum Ausdruck bringen und ihnen die Barmherzigkeit Gottes vermitteln, aber auch auf die Situation in den ivorischen Gefängnissen aufmerksam machen. Anlässlich des vierzehnten Tages der Gefangenen fordert Pfarrer Charles Olidjo Siwa in seiner Eigenschaft als Sekretär des Ausschusses für Gefängnisseelsorge die Achtung der Menschenwürde und aus aktuellem Anlass besondere Hygiene-Maßnahmen in ivorischen Gefängnissen.  
"Es gibt Situationen in unseren Gefängnissen, die die Würde des Menschen untergraben, zum Beispiel die Überlastung. In einigen Justizvollzugsanstalten in der Elfenbeinküste gibt es nicht einmal Toiletten. Natürlich unternehmen die Regierungen Anstrengungen, die wir begrüßen, aber wir glauben, dass bisher nicht genug getan wurde", so Pfarrer Siwa.       
In der Elfenbeinküste gibt es insgesamt 34 Gefängnisse und Justizvollzugsanstalten mit einer Gefängnisbevölkerung von 16.800 Insassen. Das größte Gefängnis des Landes, das “Abidjan Correction and Detention Center (MACA)”, das für 1.500 Insassen ausgelegt ist, hat heute eine Belegung von 7.400 Gefangenen. Ein Drittel davon befindet sich in Untersuchungshaft.
Gebet: Die Lebensbedingungen der Gefangenen in den überbelegten Gefängnissen sind völlig unerträglich, Gott. Wir klagen darüber, besonders in dieser Zeit. Wir bitten um ein grundsätzliches Umdenken der Verantwortlichen und hoffen gerade jetzt auf großzügige und schnelle Amnestien.

 

Gott der Wüste und Gott des Gartens:
Dein Sohn ist in die Wüste gegangen. Dort saß er. Dort betete er. Dort träumte er von einem Leben in größerer Fülle für andere.
Sieh uns, wie wir uns bemühen, für eine ungewisse Zeit in der Einsamkeit Wurzeln zu schlagen. Lass uns die Ruhe finden, die wir brauchen.
Und lass neue Ideen in uns aufkeimen für die, die keine Ruhe kriegen.


Dr. Johannes Goldenstein


 

f logo RGB Blue 58Twitter Social Icon Circle Color 130px

Folgen Sie uns auch auf Facebook und Twitter


Denkt an die Gefangenen,

als ob ihr selbst mit ihnen im Gefängnis wärt.
Denkt an die Misshandelten,
als müsstet ihr ebenso leiden wie sie.

Hebr. 13,3

Was Sie tun können

 

Trauer um Magdalena Marx

 mmarx

Uns erreichte die traurige Nachricht, dass die Gründungsvorsitzende der ACAT Deutschland, Magdalena Marx, am Sonntag, dem 28. Juni 2020, verstorben ist.

Mit ihrem Tod verlieren wir eine Persönlichkeit, die unseren Verein vom Beginn bis heute geprägt hat.
Weiterlesen...

 

Herbst-Tagung

"Christliches Menschenrechtsengagement im digitalen Zeitalter"

Tagung mit ACAT Deutschland e.V. in der Katholischen Akademie Schwerte vom 25.- 27. September 2020. (weiterlesen)

Neu: Der Flyer zum Event steht hier zum Download bereit

Die direkte Online-Anmeldung auf der Webseite der Akademie Schwerte ist jetzt verfügbar

 


01 Logo NDV ALL100x38
Logo bearbeitet 200px

Nächtliche Gebetswache für Folteropfer 26./27. Juni


Informationen zur internationalen Kampagne: hier.
 
Den Ablaufplan der ACAT-Gruppe Essen-Byfang zur Nächtlichen Gebetswache am 26.06. um 20.00 Uhr in St. Barbara können Sie sich als Beispiel ab sofort hier herunterladen.
 
Auch steht ein alternatives Plakat zur Verfügung, welches Sie gerne für Ihre eigene Veranstaltung bearbeiten und verwenden dürfen: Zum Download

 


Wir nutzen Cookies auf unserer Website. Einige von ihnen sind essenziell für den Betrieb der Seite, während andere uns helfen, diese Website und die Nutzererfahrung zu verbessern (Tracking Cookies). Sie können selbst entscheiden, ob Sie die Cookies zulassen möchten. Bitte beachten Sie, dass bei einer Ablehnung womöglich nicht mehr alle Funktionalitäten der Seite zur Verfügung stehen.