ACAT - Deutschland

Aktion der Christen für die Abschaffung der Folter - Action des Chrétiens pour l’Abolition de la Torture

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Gebet_Kreuz

Denkt an die Gefangenen,
als ob ihr selbst mit ihnen im Gefängnis wärt.
Denkt an die Misshandelten,
als müsstet ihr ebenso leiden wie sie.

Hebr. 13,3

Denken wir an einen Gefangenen in ÄGYPTEN
Der Menschenrechtler Ramy Kamel wurde am 23. November 2019 durch Polizisten in Zivil ohne Haftbefehl festgenommen. Seine Arbeitsmittel, Computer und Telefon, wurden beschlagnahmt. Er wurde einen Tag lang verhört und dabei misshandelt. Der Staatsanwalt beschuldigt ihn der Zugehörigkeit zu einer terroristischen Gruppe, der Verbreitung falscher Informationen und der Störung der öffentlichen Ordnung mittels sozialer Netzwerke. Er wurde sodann in provisorische Haft genommen. Seit fast 100 Tagen lebt er nun unter sehr schweren Bedingungen: Einzelhaft, kein Hofausgang, Kälte in der Zelle, Schlafen auf dem nackten Fußboden. Kamel hat sich seit der Revolution von 2011 vor allem für die Rechte der Kopten engagiert. Er hat die Untätigkeit bzw. sogar Komplizenschaft des Staates angesichts von Übergriffen gegen die koptische Minderheit kritisiert. Im April 2019 veröffentlichte er einen Bericht über die Diskriminierungen, die die Kopten auch seit dem Regierungsantritt al-Sissis erlitten haben.
Gebet: Guter Gott, hilf, dass die Haftbedingungen Ramy Kamels erleichtert werden und ihm bald ein fairer Prozess gemacht wird. Hilf auch, dass die Kopten friedlich und gleichberechtigt neben den Muslimen in Ägypten leben können.

 

Denken wir an einen in der Haft Verstorbenen in RUANDA
Kizito Mihigo, ein in Ruanda bekannter Sänger christlicher Herkunft, ist mit 38 Jahren tot in der Polizeistation in Remera aufgefunden worden. Die Polizei sagt, dass er in seiner Zelle Selbstmord begangen habe. Es wurde weder ein Untersuchungsbericht herausgegeben noch wurde eine Autopsie gemacht. Kizito Mihigo hat den Genozid von 1994 überlebt und wurde eine Zeitlang vom Regime von Paul Kagame als Sänger der Versöhnung propagiert, bis er 2014 das Chanson „Erklärung des Todes“ herausbrachte. In diesem Chanson ging er andeutungsweise auf die durch das Regime von Kagame gegen die Hutus begangenen Verbrechen ein, ein Tabuthema in Ruanda. Er wurde entführt, an einem geheimen Ort gefoltert, mit dem Tod bedroht und zu 10 Jahren Haft verurteilt. Im September 2018 wurde er im Rahmen einer vom Präsidenten verfügten Amnestie freigelassen. Das hing damit zusammen, dass die Außenministerin zur Präsidentin der internationalen Organisation der Frankophonie gewählt werden sollte. Es wurde Kizito Mihigo gesagt, dass er keine 2. Chance erhalten würde. Er fühlte sich in Ruanda nicht mehr sicher. Er wollte das Land verlassen, weil seine Lieder verboten waren und er nicht mehr als Sänger arbeiten konnte. Ohne Pass konnte er kein Visum erlangen. Er wurde am 13.2.2020 nahe an der Grenze zu Burundi verhaftet, nach Kigali gebracht und beschuldigt, dass er illegal die Grenze überschreiten wollte, um sich Terroristen anzuschließen.
Gebet: Guter Gott, nimm den Verstorbenen auf in Dein Reich. Hilf, dass die Umstände seines Todes aufgeklärt werden. Hilf dem ruandischen Volk, nach den schrecklichen Morden von 1994 zu einem friedlichen und vertrauensvollen Zusammenleben zu finden.

 

Denken wir an drei Landrechtsverteidiger in UGANDA
Fred Mwawula, Erias Wanjala und Godfrey Ssebisolo sind Landrechtsverteidiger im Distrikt Kiryandongo. Sie mobilisieren die örtlichen Gemeinden, um ihre Landrechte zu verteidigen und sich den Zwangsräumungen zu widersetzen, die von den privaten Unternehmen Agilis Partners, Great Season Company Limited und Kiryandongo Sugar Limited, die in der Region landwirtschaftliche Projekte durchführen, verübt werden.
Am 25. Februar 2020 wurden sie von der Polizei in Kiryandongo verhaftet und dann in das Dyanga-Gefängnis verlegt. Dort wurden sie körperlich misshandelt, z.B. durch schwere Schläge. Am Tag ihrer Entlassung, am 12. März, wurden ihre Häuser im Dorf Kisalanda von der Great Season Company Limited mit Bulldozern plattgemacht. Die Verteidiger berichteten ferner, dass Firmenvertreter Morddrohungen gegen ihre Familien ausgesprochen und sich geweigert hätten zu erklären, warum die Häuser zerstört wurden.
Gebet: Himmlischer Vater, die beschriebene Ungerechtigkeit weckt Ärger und das Gefühl von Ohnmacht gegenüber dem rücksichtslosen Vorgehen der Konzerne. Wir bitten für die Menschen in den Gemeinden, dass sie den Mut nicht verlieren und dass es Gerechtigkeit für sie gibt.

 

Denken wir an eine inhaftierte Aktivistin in CHINA
Li Qiaochu ist Feministin und Arbeitsrechtlerin, sie forscht zu Arbeitsrechten und setzt sich gegen geschlechtsspezifische Gewalt ein. Im Dezember wurde ihr Partner, ebenfalls ein Aktivist, so wie viele andere Anwälte und Aktivisten, verhaftet, nachdem er an einem Treffen teilgenommen hatte. Am 31. Dezember war Li Qiaochu von der Polizei vorgeladen worden. Sie wurde dort 24 Stunden festgehalten und überwiegend zu ihrem Partner befragt.
Am 16. Februar wurde sie nun von der Polizei verhaftet und befindet sich seitdem an einem unbekannten Ort. Es besteht daher die große Gefahr, dass sie misshandelt und gefoltert wird.
In den vergangenen Monaten wurde bei Li Qiaochu eine Depression diagnostiziert. Ohne richtige Medikation ist auch dadurch ihr seelisches und körperliches Wohl in Gefahr.
Gebet: Gott, Li Qiaochu ist in großer Gefahr. Wir bitten dich um Schutz und Bewahrung für sie. Wir bringen auch die Verantwortlichen für diese gefährliche Praxis der Haft an unbekannten Orten und die Menschen, die dort mit den Häftlingen umgehen, vor dich: Lass sie in den Gefangenen Mitmenschen, die mit Würde und mit Rechten ausgestattet sind, erkennen.

 

Denken wir an einen verschwundenen Redakteur in BANGLADESCH
Shafiqul Islam Kajol ist Fotograf und Redakteur einer Tageszeitung in Bangladesch.
Am 10. März hat die Polizei unter dem repressiven Gesetz über die digitale Sicherheit eine Anzeige gegen ihn und 31 weitere Personen aufgenommen. Am selben Tag kam er abends nicht von der Arbeit nach Hause. Er wurde noch gesehen, als er sein Büro verließ. Seitdem wurde er nicht mehr gesehen. Seine Familie hat keinen Kontakt zu ihm und weiß nichts über seinen Verbleib. Die Polizei streitet ab, ihn in Gewahrsam zu haben. Seine Familie fürchtet, er könnte dem Verschwindenlassen zum Opfer gefallen sein.
Gebet: Guter Gott, wir sind besorgt um das Leben und die Gesundheit von Shafiqul Islam Kajol. Schütze du sein Leben. Schenke ihm und seiner Familie Kraft und Geduld in dieser ungewissen Situation.

 

Denken wir an drei zum Tode verurteilten Männer im Iran
Im November letzten Jahres wurden Amir Hossein Moradi, Mohammad Rajabi und Saeed Tamazidi verhaftet, weil sie an Protesten teilgenommen hatten. Mitte Februar diesen Jahres wurden sie in Teheran wegen „Feindschaft gegen Gott“ zum Tod verurteilt. Es wird ihnen Zerstörung öffentlichen Eigentums vorgeworfen, sie hätten während der Proteste Banken und Tankstellen in Brand gesetzt.
Der Prozess weist viele Unregelmäßigkeiten auf, so hatten die Männer während der Verhöre keinen Zugang zu ihren Anwälten. Alle drei wurden psychisch und physisch sehr schwerwiegend gefoltert. Das „Geständnis“ von Amir Hossein Moradi, das unter Folter erzwungen worden war und im Fernsehen ausgestrahlt wurde, wurde im Prozess als belastender Beweis gegen ihn verwendet. Mohammad Rajabi und Saeed Tamazidi waren in die Türkei geflüchtet und hatten dort Asyl beantragt aber sie wurden von dort wieder abgeschoben. Gegenwärtig befinden sich die drei im Fashofouyeh Gefängnis.
Gebet: Gott, wir klagen dieses himmelschreiende Unrecht an! Wir bitten für die verantwortlichen Richter, dass ihr Gewissen ihnen keine Ruhe läßt, damit das Todesurteil aufgehoben wird und sie ein gerechtes Urteil fällen, das den internationalen Rechtsvorschriften entspricht.

 

Denken wir an die vielen von der Pandemie bedrohten Flüchtlinge an den Grenzen Europas
Gebet: wir sind in großer Sorge, Gott, um die vielen Menschen, die nach den aktuellen Entscheidungen nun überhaupt keine Möglichkeit mehr haben, um in die EU einzureisen und hier Asyl zu erbitten und ohne Hoffnung in den völlig überfüllten Lagern ausharren müssen. Wir bitten um ein Umdenken aller Verantwortlichen. Das Virus hat die Grenzen längst überschritten, es darf nicht zum Vorwand genommen werden, um Menschen vom Recht auf Asyl auszuschließen. Wir bitten dich für die Menschen in den Lagern, besonders in der Türkei: um Kraft, Durchhaltevermögen, um Hoffnung.

 

Gebet in der Zeit der Corona-Pandemie

Jesus,
unser Gott und Heiland,
in einer Zeit der Belastung und der Unsicherheit für die ganze Welt
kommen wir zu Dir und bitten Dich:

  • für die Menschen, die mit dem Corona-Virus infiziert wurden und erkrankt sind;
  • für diejenigen, die verunsichert sind und Angst haben;
  • für alle, die im Gesundheitswesen tätig sind und sich mit großem Einsatz um die Kranken kümmern;
  • für die politisch Verantwortlichen in unserem Land und international,
    die Tag um Tag schwierige Entscheidungen für das Gemeinwohl treffen müssen;
  • für diejenigen, die Verantwortung für Handel und Wirtschaft tragen;
  • für diejenigen, die um ihre berufliche und wirtschaftliche Existenz bangen;
  • für die Menschen, die Angst haben, nun vergessen zu werden;
  • für uns alle, die wir mit einer solchen Situation noch nie konfrontiert waren.

Herr, steh uns bei mit Deiner Macht,
hilf uns, dass Verstand und Herz sich nicht voneinander trennen.
Stärke unter uns den Geist des gegenseitigen Respekts, der Solidarität und der Sorge füreinander.
Hilf, dass wir uns innerlich nicht voneinander entfernen.
Stärke in allen die Fantasie, um Wege zu finden, wie wir miteinander in Kontakt bleiben.

Wenn auch unsere Möglichkeiten eingeschränkt sind,
um uns in der konkreten Begegnung als betende Gemeinschaft zu erfahren,
so stärke in uns die Gewissheit, dass wir im Gebet durch Dich miteinander verbunden sind.
Wir stehen in der Fastenzeit.
In diesem Jahr werden uns Verzichte auferlegt,
die wir uns nicht freiwillig vorgenommen haben und
die unsere Lebensgewohnheiten schmerzlich unterbrechen.

Gott, unser Herr, wir bitten Dich:
Gib, dass auch diese Fastenzeit uns die Gnade schenkt,
unseren Glauben zu vertiefen
und unser christliches Zeugnis zu erneuern,
indem wir die Widrigkeiten und Herausforderungen, die uns begegnen, annehmen
und uns mit allen Menschen verstehen als Kinder unseres gemeinsamen Vaters im Himmel.
Sei gepriesen in Ewigkeit. Amen.

(Gebet von Dr. Stephan Ackermann, Bischof von Trier)


 

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Denkt an die Gefangenen,

als ob ihr selbst mit ihnen im Gefängnis wärt.
Denkt an die Misshandelten,
als müsstet ihr ebenso leiden wie sie.

Hebr. 13,3

Was Sie tun können

 

Trauer um Magdalena Marx

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Uns erreichte die traurige Nachricht, dass die Gründungsvorsitzende der ACAT Deutschland, Magdalena Marx, am Sonntag, dem 28. Juni 2020, verstorben ist.

Mit ihrem Tod verlieren wir eine Persönlichkeit, die unseren Verein vom Beginn bis heute geprägt hat.
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Herbst-Tagung

"Christliches Menschenrechtsengagement im digitalen Zeitalter"

Tagung mit ACAT Deutschland e.V. in der Katholischen Akademie Schwerte vom 25.- 27. September 2020. (weiterlesen)


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Nächtliche Gebetswache für Folteropfer 26./27. Juni


Informationen zur internationalen Kampagne: hier.
 

 

 


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