ACAT - Deutschland

Aktion der Christen für die Abschaffung der Folter - Action des Chrétiens pour l’Abolition de la Torture

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Gebet_Kreuz

Denkt an die Gefangenen,
als ob ihr selbst mit ihnen im Gefängnis wärt.
Denkt an die Misshandelten,
als müsstet ihr ebenso leiden wie sie.

Hebr. 13,3

Denken wir an Gefangene in BURUNDI
Den Journalisten Agnes Ndirubusa, Christine Kamikazi, Egide Harerimana, Terence Mpozenzi und ihrem Chauffeur Adolphe Masabarakiza droht in dem Prozess vor dem Obersten Gericht in Bubanza eine 10-jährige Haftstrafe. Sie wurden wegen eines Witzes, den sie sich privat per WhatsApp mitgeteilt hatten, verhaftet und vor Gericht gestellt. Sie wurden der Mittäterschaft bei einem Angriff auf die Sicherheit des Staates beschuldigt. Im Oktober 2019 hatte die Journalistin Agnes Ndirubusa einer Kollegin eine WhatsApp geschrieben, in der sie mitteilte, dass sie sich nach Musigati begeben müsse, „um Rebellen zu helfen“. Sie wollte damit im Stil des schwarzen Humors ausdrücken, dass sie es mit den kongolesischen Rebellen aufnehmen wollte. Diese hatten am Vorabend die Grenze überschritten und burundisches Militär bei Musigati angegriffen. Dabei waren mehrere Personen getötet worden. Am 3. Oktober fuhren die vier oben genannten Journalisten der einzigen in Burundi noch unabhängigen Pressegruppe Iwacu nach Musigati, um sich vor Ort zu informieren. Bei ihrer Ankunft wurden sie und ihr Chauffeur verhaftet, ihre Telefone wurden konfisziert. Bei der Anhörung vor Gericht am 30.Dezember 2019 stützte sich das Gericht ausschließlich auf die WhatsApp von Agnes Ndirubusa. Es prüfte nicht, ob die Journalisten Kontakt zu den Rebellen gehabt hatten. Es berücksichtigte auch nicht eine weitere Mitteilung von Agnes, in der sie geschrieben hatte, dass sie es mit den Rebellen, die den Frieden und die Wahlen stören würden, aufnehmen wolle.
Gebet: Guter Gott, hilf, dass die 5 Angeklagten vor Gericht ihre wahren Absichten glaubhaft vertreten können, dass der Prozess einen fairen Verlauf nimmt und dass es zu einem gerechten Urteil kommt.

 

Denken wir an eine von einem Polizisten angegriffene Aktivistin in TUNESIEN
Am 11. Januar 2020 reichte Frifta, eine Menschenrechtsverteidigerin, bei einer Polizeistation in Tunis eine Beschwerde gegen einen Polizeibeamten ein, in der es um die Belästigung von Sexarbeiterinnen ging. Die Beschwerde wurde nicht weitergeleitet. Stattdessen wurde Friftas Name dem betreffenden Polizeibeamten mitgeteilt. Am 13. Januar um 3.30 Uhr morgens griff der Polizist in Begleitung von zwei nicht identifizierten Männern Frifta vor einer Bar an, wobei Elektroschocks und Tränengas einsetzt wurden. Der Angriff führte zu inneren Blutungen, Blutergüssen in den Augen und mehreren Frakturen. Im Krankenhaus wurde ihr die kostenlose Behandlung verwehrt, weil die Polizei diese nicht genehmigte. Freunde bezahlten dann für ihre Behandlung. Nach ihrer Entlassung machte sie eine Zeugenaussage bei einer Polizeidienststelle. Seitdem ist der Sache aber nicht nachgegangen worden.
Frifta ist eine transsexuelle Menschenrechtsverteidigerin. Neben der Verteidigung der Rechte von Schwulen, Lesben und Transsexuellen setzt sie sich für die Rechte von Sexarbeiterinnen ein, insbesondere für deren Zugang zum Gesundheitswesen. Diese Arbeit lässt sie immer wieder zum Ziel von Schikanen durch die Behörden werden.
Gebet: Gott, wir sind dankbar für den Mut von Frifta und vieler weiterer Menschen, die sich trotz der sich daraus ergebenden Schwierigkeiten so mutig für die Rechte anderer einsetzen. Wir bitten dich auch für die Polizisten und Mitarbeiter der Behörden in Tunesien: Hilf ihnen, die Freiheit und Würde ihrer Mitmenschen zu erkennen, egal, welche sexuelle Orientierung sie haben.

 

Denken wir an einen Gefangenen in CHINA
Im Januar 2018 wurde der Rechtsanwalt Yu Wensheng von Polizisten verhaftet, als er seinen Sohn zur Schule brachte. Yu Wensheng hatte sich für Verteidiger der Menschenrechte, für Anhänger der Falun-Gong Sekte und für verfolgte Anwälte eingesetzt. Er wurde zunächst an einem geheimen Ort inhaftiert. Jeder Kontakt mit seinem Anwalt und mit seiner Familie war untersagt. Aus dem Anwaltsregister von Peking wurde er gestrichen. Monate später gaben die Behörden bekannt, dass er in Yuzhou inhaftiert sei, also rund 1300 km von Peking entfernt. Im Februar 2019 wurde er offiziell wegen subversiver Tätigkeit angeklagt. Dies Vergehen kann mit bis zu 15 Jahren Haft geahndet werden. Im Mai 2019 fand der Prozess unter Ausschluss der Öffentlichkeit, der Familie und des Anwalts statt. Ein Urteil ist bisher nicht ergangen. Die Familie fürchtet, dass Yu Wensheng misshandelt wurde. Eine Arbeitsgruppe der Vereinten Nationen, die willkürlich erscheinende Verhaftungen untersucht, hat China aufgefordert, ihn freizulassen. Er sei offensichtlich wegen seines Einsatzes für die Menschenrechte verhaftet worden.
Gebet: Guter Gott, schenke Yu Wensheng und seiner Familie die Kraft, diese schwere Zeit des Wartens, der Isolierung und der Unsicherheit durchzustehen. Schütze ihn und alle Gefangenen vor Misshandlungen, falschen Anschuldigungen und ungerechten Urteilen. Gib dem chinesischen Volk und seinen Führern den Mut, auch in Konflikten für Menschenrechte und Rechtsstaatlichkeit einzutreten und so dauerhaft inneren Frieden zu schaffen.

 

Denken wir an einen Gefangenen in GUANTANAMO/USA
Abu Zabaydah wurde 2002 in Pakistan verhaftet und bis 2006 in verschiedenen CIA-Gefängnissen außerhalb der USA gefangen gehalten und verhört. Seit 2006 ist er im US-Gefangenenlager Guantanamo auf Kuba inhaftiert. Er wurde anfangs verdächtigt, ein hochrangiges Mitglied der Terrororganisation Al-Kaida zu sein. Die CIA erhielt die Erlaubnis, den Gefangenen mit „erweiterten Verhörmethoden“ zu verhören. Das beinhaltet Methoden wie Waterboarding, Schlafentzug, Stresspositionen, aber auch das Einschließen in einer kleinen Holzbox und das Anketten an einer Wand - "walling" genannt. Die CIA gibt an, ihn 83 Mal dem „Waterboarding“ ausgesetzt zu haben. Waterboarding gilt international als Foltermethode.
Obwohl inzwischen seit Jahren bekannt ist, dass Abu Zabaydah weder ein Helfer Osama Bin Ladens und ein Mitglied Al-Kaidas war noch weitere Informationen preisgeben kann, wird er nicht freigelassen. Er wurde niemals vor Gericht gestellt, es gibt keine Anklage gegen ihn. Die Chance, dass er jemals aus der Haft entlassen wird, wird als sehr gering angesehen.
Gebet: Guter Gott, die Beschreibungen der an Abu Zabaydah angewandten Foltermethoden schockieren uns. Dass diese Folter gestattet wurde und dass Abu Zabaydah bisher weder ein Gerichtsverfahren bekommen noch eine Chance auf Entlassung hat, hinterlässt uns verstört. Wir hoffen auf die Auflösung des Lagers und Freiheit für Abu Zabaydah und die anderen Gefangenen, die dort ohne Schuldspruch inhaftiert sind.

 

Denken wir an gefolterte und verschwundene Gefangene in SYRIEN
Seit vor zwei Jahren die Region um die Stadt Afrin in Nordsyrien von türkischem Militär angegriffen wurde, sind laut der Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) in diesem Gebiet 5.576 Menschen verhaftet worden. Das Schicksal von etwa 2.350 von ihnen ist unbekannt. Vermutlich leben viele von ihnen nicht mehr. 709 freigelassene kurdische Gefangene geben an, in der Haft gefoltert worden zu sein. Mindestens 68 Menschen seien in den vergangenen zwei Jahren in der Haft verstorben – vermutlich an den Folgen von Folter und Misshandlung. Neben den Verhaftungen gibt es zahlreiche weitere Menschenrechtsverletzungen. Berichten zufolge gibt es zahlreiche Entführungen, bei denen die Opfer durch die Zahlung von Lösegeldern wieder freigelassen werden. Oft würden kurdische Frauen mit radikalen Sunniten zwangsverheiratet. Ein Großteil der vor den Angriffen in der Region lebenden Kurden und Menschen mit christlichem, alevitischem oder yezidischem Glauben seien entweder geflohen oder vertrieben worden.
Gebet: Himmlischer Vater, wir hören und lesen mit Schrecken die Nachrichten aus dem Norden Syriens. Wir bitten dich für die Menschen, die aus religiösen oder ethnischen Gründen vertrieben oder unterdrückt werden. Wir bitten weiterhin für die zahlreichen Gefangenen und ihre Familien. Gib ihnen Kraft und Hoffnung. Wir hoffen darauf, dass die Region nicht sich selbst überlassen wird, sondern internationale Unterstützung erfährt.

 

Denken wir an zwei Menschenrechtsaktivistinnen im IRAN
Die beiden Menschenrechtsaktivistinnen Atena Daemi und Narges Mohammadi, seit mehreren Jahren im Evin-Gefängnis in Teheran inhaftiert, nahmen Ende Dezember an einem friedlichen Sit-in im Gefängnis teil. Beide Frauen wurden daraufhin schwer misshandelt, erhielten aber keine medizinische Versorgung. Die Frauen- und Kinderrechtsaktivistin Atena Daemi ist seit dem 21.10.2014 in Haft und wurde im Mai 2015 zu 14 Jahren Haft verurteilt. Sie war zeitweise in ein weit entferntes Gefängnis verlegt worden, konnte aber die Rückverlegung nach Teheran, wo ihre Angehörigen sie besuchen können, durch einen Hungerstreik und internationalen Protest erwirken. Narges Mohammadi war Direktorin des Zentrums zur Verteidigung der Menschenrechte (DHRC) und Mitglied in der Gruppe „Schritt für Schritt die Todesstrafe abschaffen“. Sie wurde am 18. Mai 2016 vom iranischen Revolutionsgericht zu 16 Jahren Haft verurteilt. Sie wurde nach dem Sit-in in das 300 km von Teheran entfernte Gefängnis Zanjan verlegt.
Gebet: Wir bitten dich - Gott - für diese beiden Frauen in ihrem zermürbenden Kampf um menschenwürdige Behandlung innerhalb des Gefängnisses. Lass sie trotz ihrer Vereinzelung nicht müde werden.

 

Denken wir an einen Menschenrechtler aus ÄQUATORIALGUINEA
Joaquín Elo Ayeto ist Mitglied der Oppositionspartei Convergencia Para la Democracia Social (CPDS) und Mitglied der zivilgesellschaftlichen Plattform Somos+, auf der sich junge Männer und Frauen engagieren für eine Veränderung der Ungerechtigkeiten, die junge Menschen betrifft. Der Menschenrechtsverteidiger wurde am 25. Februar 2019 zuhause in Malabo festgenommen. Er ist im Black-Beach-Gefängnis in Malabo inhaftiert. Im April beklagte er schwere Misshandlung. Am 21. November 2019 wurde er wegen Verleumdung und Bedrohung des Präsidenten angeklagt, doch das Urteil steht seit fast zwei Monaten aus. Am 2. Januar wurde Joaquín Elo Ayeto ohne ersichtlichen Grund und ohne offizielle Ankündigung in Einzelhaft verlegt. Er wird nicht angemessen medizinisch versorgt.
Gebet: Wir bitten dich Gott für diejenigen, die für den Ablauf und die Entscheidung im Prozess Verantwortung tragen: gib ihnen den Mut, Herrn Joaquín Elo Ayeto ein gerechtes Gerichtsverfahren zu ermöglichen.

 

 

Herr Jesus, Du hast uns gelehrt, als du dich an uns gewandt hast
mit den Worten „Vater, der du bist in den Himmeln“.
Aber heute möchte ich mein Gebet an dich richten, denn so wie ich hast du im Gefängnis die Folter gekannt, die Peinigungen, die Entwürdigungen, die Enge bis zur Verzweiflung der Seele.
Ich möchte dir mein Herz öffnen und dir sagen wie sehr wir uns all dessen schämen, was meine Mitmenschen dir angetan haben und so weit gegangen sind, dich an das Kreuz zu nageln, um dir einen langsamen Tod zu geben inmitten grausamer Leiden.
Ich habe genug erfahren, um das Ausmaß deines Schmerzes auch nur zu erahnen.
Ich sage dir Dank, dass du mich unterstützt hast, ermutigt hast und bei mir gewesen bist.
Bei jedem schmerzvollen Schritt auf dem Weg der Prüfungen habe ich deine Gegenwart verspürt.
Dieser Weg, der war nicht neu. Du bist ihn vor mir gegangen, und dein Geist hat mich umgeben mit den Worten:
Ich bin bei dir in der Bedrängnis, aber habe Mut, ich habe die Welt überwunden!
Danke, Herr, dass du uns in deinen Armen hältst! Amen.

Miguel Brun - Pfarrer, Theologe, überlebte die Folter in Uruguay,
als Flüchtling in Frankreich seit 1973

 


 

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Denkt an die Gefangenen,

als ob ihr selbst mit ihnen im Gefängnis wärt.
Denkt an die Misshandelten,
als müsstet ihr ebenso leiden wie sie.

Hebr. 13,3

Was Sie tun können

 

Trauer um Magdalena Marx

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Uns erreichte die traurige Nachricht, dass die Gründungsvorsitzende der ACAT Deutschland, Magdalena Marx, am Sonntag, dem 28. Juni 2020, verstorben ist.

Mit ihrem Tod verlieren wir eine Persönlichkeit, die unseren Verein vom Beginn bis heute geprägt hat.
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Herbst-Tagung

"Christliches Menschenrechtsengagement im digitalen Zeitalter"

Tagung mit ACAT Deutschland e.V. in der Katholischen Akademie Schwerte vom 25.- 27. September 2020. (weiterlesen)

Neu: Der Flyer zum Event steht hier zum Download bereit

Die direkte Online-Anmeldung auf der Webseite der Akademie Schwerte ist jetzt verfügbar

 


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Nächtliche Gebetswache für Folteropfer 26./27. Juni


Informationen zur internationalen Kampagne: hier.
 
Den Ablaufplan der ACAT-Gruppe Essen-Byfang zur Nächtlichen Gebetswache am 26.06. um 20.00 Uhr in St. Barbara können Sie sich als Beispiel ab sofort hier herunterladen.
 
Auch steht ein alternatives Plakat zur Verfügung, welches Sie gerne für Ihre eigene Veranstaltung bearbeiten und verwenden dürfen: Zum Download

 


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