ACAT - Deutschland

Aktion der Christen für die Abschaffung der Folter - Action des Chrétiens pour l’Abolition de la Torture

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Gebet_Kreuz

Denkt an die Gefangenen,
als ob ihr selbst mit ihnen im Gefängnis wärt.
Denkt an die Misshandelten,
als müsstet ihr ebenso leiden wie sie.

Hebr. 13,3


Denken wir an einen Gefangenen in SAUDI-ARABIEN
Der im arabischen Raum bekannte Prediger Salman Al-Awdah ist seit seiner Festnahme 2017 unter unmenschlichen Bedingungen inhaftiert. Im Juli 2019 hat das Sondergericht von Riad, das für Terrorismus zuständig ist, den Prozess gegen Salman auf November vertagt. Aber im September wurde seiner Familie mitgeteilt, dass der Prozess am nächsten Tag weitergeführt werde. Diese Taktik des Aufschubs und der überraschenden Ankündigung soll den Angeklagten und seine Familie zermürben. Die Anhörungen finden im Geheimen unter Ausschluss von Beobachtern statt, es gibt keine Transparenz über den Fortgang des Prozesses. Salman war in den ersten 5 Monaten angekettet und mit Handschellen versehen. Er wurde in Einzelhaft Tag und Nacht verhört, so dass er im Januar 2018 ins Krankenhaus musste. Er ist weiterhin isoliert. Seit seiner Inhaftierung fordert der Staatsanwalt die Todesstrafe, weil Salman Zwietracht verbreitet, gegen den König aufgewiegelt und einer Terrororganisation angehört habe. Menschenrechtsorganisationen sehen in diesem Prozess einen politischen Prozess und ein verheerendes Signal für Kritiker des Königshauses. Salman war ein einflussreicher Prediger, der einen sanften Salafismus vertrat und eine Öffnung des saudi-arabischen Regimes für mehr Meinungsfreiheit und Rechtsstaatlichkeit forderte.
Gebet: Guter Gott, lass Salman Al-Awdah nicht in der Haft verzweifeln, gib ihm Kraft durchzuhalten. Wir bitten Dich, dass ihm ein fairer Prozess gemacht wird.

 

Denken wir an einen überfallenen Menschenrechtsverteidiger in ÄGYPTEN
Gamal Eid ist ein renommierter Anwalt und Verfechter der Meinungsfreiheit in Ägypten. Er ist der Gründer und Direktor des „Arabischen Netzwerks für Menschenrechtsinformationen“. Er und sein Netzwerk setzen sich für Meinungsfreiheit und gegen Zensur ein. Sie unterstützen Journalisten und Internetaktivisten juristisch. Am Sonntag, dem 29. Dezember 2019, wurde Gamal Eid vor seinem Haus angegriffen, als er versuchte, ein Taxi anzuhalten. Etwa ein Dutzend Männer griffen ihn an und schlugen ihn. Als die Nachbarn versuchten, einzugreifen, wurden sie mit einer Waffe bedroht. Danach kippten die Männer Farbe auf Gamal Eid und sagten ihm, er solle seine Menschenrechtsarbeit einstellen. Gamal Eid erkannte einen der Männer als "Staatssicherheitsbeamten". Dieser Mann gab Befehle und sagte, er solle 'diszipliniert' werden.
Gebet: Guter Gott, wir bringen die Menschenrechts-Situation in Ägypten vor dich. Wir hoffen auf Änderungen in Ägypten, so dass die Menschen dort vor staatlicher Verfolgung sicher leben können. Wir sind dankbar für den mutigen Einsatz von Gamal Eid und den vielen anderen Anwälten und Menschenrechtlern, die sich trotz der Gefahren für die Rechte anderer einsetzen.

 

Denken wir an die Millionen Uiguren im chinesischen Gulag
Medien in aller Welt berichten über die Verfolgung von Uiguren im chinesischen Gulag. Denn neu bekannt gewordene Geheimdokumente belegen, dass auf Anordnung der chinesischen Regierung mehr als 1,5 Millionen muslimische Uiguren, Kasachen und Kirgisen gegen ihren Willen in Lagern festgehalten werden. Diese „China cables“ machen deutlich, wie systematisch und menschenverachtend China bei der Verfolgung seiner muslimischen Nationalitäten im Nordwesten des Landes vorgeht.
Menschen werden willkürlich allein aufgrund ihres Glaubens und ihrer ethnischen Abstammung auf unbestimmte Zeit inhaftiert. Auch vor Folter, Vergewaltigung und Gehirnwäsche wird in den Umerziehungslagern nicht zurückgeschreckt.
Gebet: Gott, wir protestieren gegen diese massenhaften Inhaftierungen und Misshandlungen der Uiguren. Gib du den Menschen die Kraft, ihrem Glauben innerlich treu zu bleiben. Mögen sie ihre kulturelle Identität bewahren können. Lass sie nicht zerbrechen!

 

Denken wir an einen verschwundenen Anwalt im IRAK
Seit Oktober kommt es im Irak zu Massenprotesten, hierbei geht es um die hohe Arbeitslosigkeit, den Mangel der Bevölkerung an den nötigsten Dingen und Vorwürfen von Korruption. Die Regierung und die Sicherheitskräfte reagieren auf die Proteste mit Gewalt, Protestierende werden geschlagen, es wird auf sie geschossen, es gibt Verhaftungen und Entführungen. Seit Beginn der Proteste kam es schon zu mehr als 400 Toten und 19.000 Verletzten. Der Anwalt Ali Jaseb Hattab al-Heliji ist seit Oktober 2019 verschwunden. Am 8. Oktober erhielt Ali Jaseb Hattab al-Heliji den Anruf einer Frau, die einen Anwalt suchte und ihn bat, sich mit ihr zu treffen. Als die beiden sich wie vereinbart trafen, kamen in zwei schwarzen Pick-ups bewaffnete Männer an, die vermutlich zu den Einheiten der Volksmobilisierung PMU gehören, zerrten den Anwalt von seinem Auto weg und fuhren in einem der Pick-ups mit ihm davon.
Als Anwalt vertritt Ali Jaseb Hattab al-Heliji Protestierende, in den Sozialen Medien äußerte er sich kritisch über die Menschenrechtsverletzungen der PMU an Protestierenden. Zwei Tage vor dem Hinterhalt kamen zwei bewaffnete Mitglieder der PMU zu ihm nach Hause und drohten, ihn zu töten, wenn er nicht aufhöre, sich auf Facebook kritisch über die Tötung von Protestierenden zu äußern. Mitglieder der PMU drohten auch seinen Angehörigen, als sie versuchten, den Vorfall zu melden.
Gebet: Gott, wir sind erschrocken über das Ausmaß der Gewalt, die von den Sicherheitskräften ausgeht. Wir bitten dich für die Verantwortlichen im Irak, dass sie umdenken und die Gewalt beenden. Wir bitten für die Protestierenden: Schütze ihr Leben und ihre Gesundheit. Wir bitten auch für Ali Jaseb Hattab al-Heliji um Bewahrung. Gib ihm und seinen Angehörigen Kraft in dieser Zeit der Ungewissheit.

 

Denken wir an zwei Gefangene in ÄGYPTEN
Im Februar 2019 wurden Eman Al-Helw und Hossam Ahmed inhaftiert, weil sie Kritik an der Regierung geübt hatten. Sie werden seither in einer unterirdischen Zelle gefangen gehalten. Eman Al-Helw ist Schauspielerin. Hossam Ahmed ist transsexuell. Sie wurden zunächst 4 Tage an einem unbekannten Ort festgehalten. Dann wurden sie dem Staatsanwalt des Sicherheitsdienstes vorgeführt, der sie beschuldigt hat, Mitglieder in einer terroristischen Vereinigung zu sein. Am 3. Dezember hat der Strafgerichtshof von Kairo die Freilassung von beiden verfügt, jedoch hat am 4. Dezember das Innenministerium den Widerruf der Freilassung erwirkt und eine weitere provisorische Haft angeordnet. Die Vollzugsanstalt hatte im März 2019 an Eman Al-Helw eine physische Ganzkörperuntersuchung auch im Genitalbereich gegen ihren Willen vornehmen lassen, was eine Verletzung ihrer Persönlichkeitsrechte bedeutete. Hossam Ahmed ist in einer Zelle für Frauen untergebracht und deren Beleidigungen ausgesetzt. Auch er wurde gezwungen, die Ganzkörperuntersuchung vornehmen zu lassen. Ein medizinisches Gutachten fordert, dass er als Transsexueller eine Hormontherapie machen sollte. Die Hormonbehandlung wird ihm jedoch verweigert.
Gebet: Guter Gott, gib den beiden Menschen, deren Persönlichkeitsrechte verletzt wurden, Kraft und Lebenswillen und die Hoffnung, bald freigelassen zu werden. Nach den Fotos im Internet wirken die beiden noch so jung. Gib, dass die Verantwortlichen die Rechte der Person achten lernen.

 

Denken wir an eine Frau in der Psychiatrie in USBEKISTAN
Die usbekische Bloggerin Nafosat Olloshkurova wird in der Psychiatrie festgehalten. Die Menschenrechtsverteidigerin hatte am 22. September einen friedlichen Protestmarsch begleitet, der von der Polizei aufgelöst wurde. Sie hatte auf Facebook über aktuelle Entwicklungen berichtet. Als sie den Polizeieinsatz filmte, wurde sie selbst geschlagen und festgenommen. Am 26. September wurde sie unter Anwendung von Gewalt in ein psychiatrisches Krankenhaus in der Stadt Urganch verlegt. Man geht davon aus, dass sie dort zwangsweise Medikamente erhält. Ihre Familie ist deswegen in großer Sorge um ihr Wohlergehen. Bei einer Anhörung am 26. November sah sie schwach und krank aus. Vor der Inhaftierung ging es ihr jedoch gut. Bereits früher haben die usbekischen Behörden Menschenrechtsverteidiger und Journalisten zwangsweise in die Psychiatrie einweisen lassen, um sie an ihren Tätigkeiten zu hindern.
Gebet: Himmlischer Vater, wir bitten dich für Nafosat Olloshkurova. Steh ihr bei in der Zeit in der Psychiatrie. Wir hoffen auf ihre Freilassung und auf ein Ende der grausamen Praxis der psychiatrischen Zwangsbehandlungen von Inhaftierten.

 

Denken wir an die Opfer der letzten Verhaftungswelle im IRAN
Seit Ausbruch landesweiter Proteste am 15. November gehen die iranischen Behörden scharf gegen die Teilnehmenden vor – Tausende Protestierende, Journalist/innen, Menschenrechtsverteidiger/innen und Studierende sind bereits festgenommen worden, um sie daran zu hindern, öffentlich das im Iran herrschende Klima der Unterdrückung anzuprangern. Betroffene und Augenzeug/innen haben mitgeteilt, dass die iranischen Sicherheitskräfte im ganzen Land auch Krankenhäuser und medizinische Einrichtungen durchsucht haben, um verwundete Protestierende festzunehmen und in Hafteinrichtungen zu bringen. Am 26. November sagte Hossein Naghavi Hosseini, ein Sprecher des Parlamentsausschusses für nationale Sicherheit und Außenpolitik, dass 7.000 Personen festgenommen worden seien. Auch Militärkasernen und Schulen werden als Hafteinrichtungen verwendet. Festgenommene werden Opfer des Verschwindenlassens und gefoltert. Dies ließ sich in manchen Fällen durch Augenzeugenberichte und Videoaufnahmen verifizieren. Glaubwürdigen Berichten zufolge sind mindestens 304 Personen getötet worden. Die Vereinten Nationen haben erklärt, dass vorliegenden Informationen zufolge auch mindestens zwölf Minderjährige getötet wurden. Darunter befinden sich auch der 15-jährige Mohammad Dastankhah, der in Schiraz in der Provinz Fars in die Brust geschossen wurde, als er auf dem Heimweg von der Schule an den Protesten vorbeiging, sowie der 17-jährige Alireza Nouri, der in Schahriyar in der Provinz Teheran getötet wurde. Es wurden auch Minderjährige inhaftiert, einige davon erst 15 Jahre alt. Sie werden unter anderem im Fashafouyeh-Gefängnis in der Provinz Teheran festgehalten, wo Folter und andere Misshandlungen an der Tagesordnung sind.
Gebet: Das menschenverachtende Vorgehen der iranischen Regierung gegen Protestierende erschüttert uns, Gott, auch weil es so unvorstellbar viele Menschen betrifft und auch vor Minderjährigen nicht Halt macht. Lass die Unterstützer/innen der Betroffenen Gehör in der Weltöffentlichkeit finden, damit Druck auf die Regierung zur Freilassung der Inhaftierten entsteht.

 

Der Gott der Hoffnung aber
erfülle euch mit aller Freude
und mit allem Frieden im Glauben,
damit ihr reich werdet an Hoffnung
in der Kraft des Heiligen Geistes.


Römer 15,13


 

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Denkt an die Gefangenen,

als ob ihr selbst mit ihnen im Gefängnis wärt.
Denkt an die Misshandelten,
als müsstet ihr ebenso leiden wie sie.

Hebr. 13,3

Was Sie tun können

 

Trauer um Magdalena Marx

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Uns erreichte die traurige Nachricht, dass die Gründungsvorsitzende der ACAT Deutschland, Magdalena Marx, am Sonntag, dem 28. Juni 2020, verstorben ist.

Mit ihrem Tod verlieren wir eine Persönlichkeit, die unseren Verein vom Beginn bis heute geprägt hat.
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Herbst-Tagung

"Christliches Menschenrechtsengagement im digitalen Zeitalter"

Tagung mit ACAT Deutschland e.V. in der Katholischen Akademie Schwerte vom 25.- 27. September 2020. (weiterlesen)


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Nächtliche Gebetswache für Folteropfer 26./27. Juni


Informationen zur internationalen Kampagne: hier.
 
Den Ablaufplan der ACAT-Gruppe Essen-Byfang zur Nächtlichen Gebetswache am 26.06. um 20.00 Uhr in St. Barbara können Sie sich als Beispiel ab sofort hier herunterladen.
 
Auch steht ein alternatives Plakat zur Verfügung, welches Sie gerne für Ihre eigene Veranstaltung bearbeiten und verwenden dürfen: Zum Download

 


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