ACAT - Deutschland

Aktion der Christen für die Abschaffung der Folter - Action des Chrétiens pour l’Abolition de la Torture

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Gebet_Kreuz

Denkt an die Gefangenen,
als ob ihr selbst mit ihnen im Gefängnis wärt.
Denkt an die Misshandelten,
als müsstet ihr ebenso leiden wie sie.

Hebr. 13,3

Denken wir an einen Gefangenen in VIETNAM
Der Aktivist Nguyen Ngoc Anh, 38 Jahre, Krabbenzüchter aus Südvietnam, wurde 2018 inhaftiert, weil er auf Facebook seine Kommentare zu aktuellen sozialen und politischen Fragen und zur Umweltpolitik mitteilte. In Ermangelung einer freien Presse dient Facebook in Vietnam als letzter Raum für freie Meinungsäußerung. Im Juni 2019 hat ihn ein Provinzgericht wegen antistaatlicher Publikationen zu 6 Jahren Haft und weiterer Anweisung des Wohnsitzes durch die Behörden verurteilt. Da er in der 1. Instanz keine Vertretung durch einen Anwalt hatte, hat er nun einen Anwalt engagiert, der einen Revisionsantrag stellen soll. Es wurde ihm aber nicht erlaubt, ihn zu treffen. Bei einem Besuch hat seine Frau erfahren, dass er von seinen Mitgefangenen bedroht und schikaniert wird. Er wird geschlagen, daran gehindert, seinen Schlafplatz aufzusuchen und man droht ihm, ihn zu töten. Die Gefängnisleitung habe gesagt, sie würde niemanden zur Verantwortung ziehen. Nguyen Ngoc Anh ist als politischer Gefangener in einem Trakt für Kriminelle untergebracht. Es ist bekannt, dass diese eine Reduzierung ihres Strafmaßes erreichen können, wenn sie politische Gefangene bedrängen. Die Gefängnisleitung will, dass die politischen Gefangenen unter erhöhten Stress geraten, damit sie sich in einem erschöpften Zustand dann als schuldig bekennen.
Gebet: Guter Gott, schütze Nguyen Ngoc Anh vor Bedrängnis und Misshandlung durch seine Mitgefangenen. Gib ihm Hoffnung auf einen fairen Revisionsprozess.

 

Denken wir an bedrohte Menschen in MEXIKO
2012 waren die Brüder Juan Antonio, Jesus Ivan und Luis Adrian Figueroa Gomez von der Polizei in Chihuahua ohne Haftbefehl verschleppt, an einem geheimen Ort gefoltert und den Medien als Mitglieder einer Erpresser-Gang präsentiert worden. Sie wurden 2014 wieder freigelassen. Das Gericht hat damals den Tatbestand der Folter anerkannt. Dennoch werden sie weiter bedroht und verfolgt, damit die Familien ihre Klagen gegen die Folterer zurückziehen. Die Drohungen nahmen in den letzten Monaten zu. So werden sie z.B. von einem Kleinlastwagen auf ihrem Weg zur Arbeit verfolgt und bedrängt. Im Mai 2019 haben Polizisten Jesus Ivan auf der Straße kontrolliert und durchsucht und danach fehlte sein Personalausweis. Im Juli wurde Juan Antonio am Telefon mit dem Tod bedroht. Die Familie hat vom Ministerium für Opferschutz Schutzmaßnahmen erbeten, aber dieses hat verlangt, dass sie zuvor auf die Unterstützung durch die Organisation für Menschenrechte „Paso del Norte“ verzichten.
Gebet: Guter Gott, wir bitten Dich, dass die Brüder, die die traumatische Erfahrung der Folter gemacht haben, unbehelligt leben können. Lass die Justiz und die Folterer zur Einsicht gelangen, dass das Foltern eines Menschen zutiefst verabscheuenswert ist.



Denken wir an zu Tode gefolterte Jugendliche in der REPUBLIK KONGO
Im Juli 2018 wurden in der Chacona-Polizeistation in Brazzaville dreizehn Jugendliche von sechs Polizisten derart gefoltert, dass sie an den Folgen verstarben. Am 8. März 2019 wurden zwei Polizisten wegen dieser Tat zu zwei bzw. drei Jahren Gefängnis verurteilt. Die Urteile lauteten auf „Totschlag und Nichtunterstützung gefährdeter Personen“. Eine genaue Ermittlung des Tathergangs gab es nicht. Die Familien der Opfer erhielten keine Entschädigung mit der Begründung, die Tat sei nicht der Polizei anzurechnen, die Polizisten hätten außerhalb der Regeln agiert. Die Anwälte der Opfer legten dagegen Berufung ein. Nach kongolesischem Recht muss eine Berufung innerhalb von drei Monaten bearbeitet werden. Aber nach sechs Monaten schweigt das Berufungsgericht noch immer.
Gebet: Wir sind erschüttert, Gott, dass nach dieser brutalen Tat an den jungen Männern auf die Berufung vom Gericht nicht reagiert wird. Wir bitten um Einsicht, um das Eingeständnis schwerer Schuld bei den Tätern und den zuständigen Behörden.

 

Denken wir an einen saudischen Blogger in SAUDI-ARABIEN
Raif Badawi ist Schriftsteller und saudischer Blogger. Er schuf die Website „Free Saudi Liberals“, auf der er Verstöße gegen Menschenrechte durch die nationale Religions- und Moralpolizei dokumentiert hat. Bereits 2008 wurde ein Reiseverbot gegen ihn ausgesprochen. Seine Konten wurden 2009 eingefroren. 2012 wurde er wegen „Beleidigung des Islam auf elektronischem Weg“ festgenommen und 2013 in einem ungerechten Prozess (sein Anwalt wurde nicht zur Verhandlung zugelassen) zu 7 Jahren Haft und 600 Peitschenhieben verurteilt. Im Jahr 2014 wurde er ein weiteres Mal verurteilt, zu zehn Jahren Haft, 1000 Peitschenhieben und einer Geldstrafe. Die brutale Behandlung wurde öffentlich an der Al-Jafali Moschee von Jeddah ausgeführt. Am 17. September hat der Menschenrechtsverteidiger Raif Badawi einen Hungerstreik begonnen, um gegen die sich verschlechternden Haftbedingungen zu protestieren. Es wurden ihm seine Bücher genommen und er erhält nicht seine dringend notwendigen Medikamente. Den Hungerstreik beendete er am 23. September, nachdem die saudische Menschenrechtskommission ihn besucht hat.
Gebet: Barmherziger Gott, wir danken dir, dass der Hungerstreik von Herrn Badawi so schnell beendet werden konnte. Wir bitten dich für ihn und für die vielen weniger prominenten Menschenrechtsverteidiger/innen, die der Misshandlung der öffentlichen Auspeitschung ausgesetzt werden: um Durchhaltekraft und dass ihnen das Bewusstsein, dass ihnen ihre Würde nicht genommen werden kann, erhalten bleibt.

 

Denken wir an einen zum Tod Verurteilten Uiguren in CHINA
Tashpolat Tiyip ist Uigure und war der Präsident der Universität Xinjiang. Er fiel 2017 auf dem Weg zu einer Konferenz in Deutschland dem Verschwindenlassen zum Opfer. Er war in einem unfairen und geheimen Verfahren wegen „Separatismus“ zum Tod verurteilt worden. Er befindet sich seit seiner Festnahme in Haft, ohne dass sein Aufenthaltsort bekannt wäre. Auch Informationen über die Anklage und das Verfahren sind nicht bekannt. Er erhielt ein ausgesetztes Todesurteil. Ein solches Urteil kann nach zwei Jahren in eine Haftstrafe umgewandelt werden, wenn keine weiteren Verbrechen begangen wurden. Dennoch droht ihm jetzt unmittelbar die Hinrichtung.
Gebet: Gott, wir sind in Sorge um das Leben und die Gesundheit von Tashpolat Tiyip. Wir bringen sein Schicksal vor dich. Wir hoffen und bitten auch generell um die Abschaffung der Todesstrafe in China.

 

Denken wir an einen ohne Anklage Inhaftierten im WESTJORDANLAND
Der NGO-Mitarbeiter Ayman Nasser befindet sich seit dem 17. September 2018 ohne Anklage oder Gerichtsverfahren im Militärgefängnis. Dieses befindet sich in den besetzten Gebieten in Ofer nahe Ramallah im Westjordanland. Möglich ist diese lange Haft ohne Gerichtsverfahren durch sich immer wieder verlängernde Verwaltungshaft-Anordnungen. Durch dieses Vorgehen kann das System der Verwaltungshaft generell leicht zu willkürlicher Haft und unmenschlichen Haftbedingungen führen. Am 11. September 2019 bewilligte das israelische Militärgericht in den besetzten palästinensischen Gebieten den Antrag, die Verwaltungshaftanordnung für Ayman Nasser um weitere vier Monate zu verlängern. Damit endet seine Haftzeit voraussichtlich am 4. Januar 2020. Ayman Nasser arbeitete in der Rechtsabteilung der palästinensischen Menschenrechtsorganisation Addameer. Er ist Vater von vier Kindern. Laut seiner Familie ist sein Gesundheitszustand schwierig. Er leidet an Rückenschmerzen durch einen Bandscheibenvorfall und einer Entzündung am Darm.
Gebet: Barmherziger Gott, schütze du die Gesundheit von Ayman Nasser und schenke Gerechtigkeit für ihn und viele andere in den Militärgefängnissen der besetzten Gebiete. Wir bitten dich um Kraft und Hoffnung für seine Familie. Wir bitten dich auch für uns um Ausdauer und Hoffnung in unserem Einsatz für Menschenrechte.

 

Denken wir an einen gefolterten Geschäftsmann im IRAN
Der österreichisch-iranische Geschäftsmann Kamran Ghaderi verbüßt nach einem unfairen Verfahren eine zehnjährige Gefängnisstrafe. Kamran Ghaderi war am 2. Januar 2016 am Imam-Khomeini-Flughafen in Teheran von Angehörigen des Geheimdienstministeriums festgenommen worden, als er seine Familie besuchen wollte. In den ersten Monaten durfte er weder seine Familie noch einen Rechtsbeistand sehen. Er wurde bedroht, bis er „Geständnisse“ unterschrieb. Danach wurde er zu 10 Jahren Haft verurteilt. Er verbrachte lange Zeit in Einzelhaft, nach eigenen Angaben in einer winzigen Zelle ohne Bett und ohne Fenster. Er erhält nicht die medizinische Hilfe, die er benötigt. Er hat einen Tumor im Bein und leidet unter starken Rückenschmerzen. Seit seiner Verhaftung hat sich sein Gesundheitszustand stark verschlechtert.
Gebet: Himmlischer Vater, wir bitten dich um Gerechtigkeit und Schutz für Kamran Ghaderi. Wir bringen auch die Verantwortlichen für seine Behandlung vor dich. Hilf ihnen, die Unmenschlichkeit und Ungerechtigkeit ihres Tuns zu erkennen.

 

„Die Liebe schuldet ihr einander immer. Wer den Anderen liebt, hat das Gesetz erfüllt. … Bedenkt die gegenwärtige Zeit: Die Stunde ist gekommen, aufzustehen vom Schlaf. Denn jetzt ist uns das Heil näher als zu der Zeit da wir gläubig wurden. Die Nacht ist vorgerückt, der Tag ist nahe. Darum lasst uns ablegen die Werke der Finsternis und anlegen die Waffen des Lichts. … Legt als neues Gewand den Herrn Jesus Christus an.
(Röm 13; 8,11,12,14)


 

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Denkt an die Gefangenen,

als ob ihr selbst mit ihnen im Gefängnis wärt.
Denkt an die Misshandelten,
als müsstet ihr ebenso leiden wie sie.

Hebr. 13,3

Was Sie tun können

 

Herbst-Tagung

seminar2019

Quelle: Franz-Hitze-Haus Münster


"Kinderrechte - Menschenrechte" im Franz-Hitze-Haus Münster am 6. & 7. September 2019...(weiterlesen)

Der Flyer zur Veranstaltung kann ab sofort hier heruntergeladen werden.


Kirchentag2019

Wie in den Vorjahren ist die ACAT Deutschland wieder mit einem Stand und am Politischen Nachtgebet vertreten.

Lesen Sie einen ausführlichen Bericht über die ACAT-Aktivitäten auf dem Kirchentag in ACAT Aktuell 07/2019 (Link)


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Nächtliche Gebetswache für Folteropfer


Informationen zur internationalen Kampagne: hier.

Informationen zur Kampagne in Deutschland:

1. Der folgende Ablauf für eine Nächtliche Gebetswache (geplant für
Essen-Ruhrhalbinsel in der kath. Kirche St. Suitbert in Überruhr,
Klapperstraße, am 26.6. um 20 Uhr) möchte Vorschlag oder Hilfestellung 
für die eigene Vorbereitung sein.
 
Erfahrungen Ruhrhalbinsel Essen hier lesen

2. Weitere Veranstaltungen:

Katholische Kirchengemeinde Herz Jesu
Friedrich-Wilhelm-Str. 70-71
12103 Berlin/ Tempelhof
Juni um 18.30 Uhr

 


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