ACAT - Deutschland

Aktion der Christen für die Abschaffung der Folter - Action des Chrétiens pour l’Abolition de la Torture

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Gebet_Kreuz

Denkt an die Gefangenen,
als ob ihr selbst mit ihnen im Gefängnis wärt.
Denkt an die Misshandelten,
als müsstet ihr ebenso leiden wie sie.

Hebr. 13,3


Denken wir an einen Gefangenen in MAURETANIEN
Mohamed Cheikh Ould Mkhaitir, 35 Jahre alt, mauretanischer Blogger, wird noch immer an einem geheimen Ort festgehalten, obwohl er seit November 2017 nach einer zweijährigen Haft freigelassen werden sollte. Wir hatten im Dezember 2018 über seinen Fall berichtet. Er wurde im Januar 2014 wegen Apostasie verhaftet, nachdem er im Internet in einem Artikel das Kastenwesen in Mauretanien, die Rechtfertigung der Sklaverei mit Hilfe der Religion und die Diskriminierung der Kaste der Schmiede, zu der er selbst gehört, kritisiert hatte. Auf diesen Artikel hin gab es Massendemonstrationen, in denen man seine Hinrichtung forderte. Mohamed Cheikh Ould Mkaitir hat mehrfach in den Verhören der Polizei seine Reue bekundet und dies auch in einer schriftlichen Erklärung vom 11. Januar 2014 wiederholt. Dennoch wurde er wegen Beleidigung des Propheten Mohammed zum Tod verurteilt. Er verbrachte zwei Jahre in Isolationshaft und wurde misshandelt. Im November 2017 hat das Revisionsgericht das Todesurteil in eine zweijährige Haftstrafe umgewandelt, weil er bereut habe. Obwohl er nun freigelassen werden könnte, wird er weiterhin an einem geheimen Ort festgehalten. Kontakt zur Außenwelt hat er nur durch gelegentliche Telefonate mit seiner Familie. Er klagt über Sehschwierigkeiten und über die Isolation. Er darf den Raum nicht verlassen und bekommt das Essen von maskierten Personen gereicht. Es wird gesagt, dass er festgehalten werde, um sein Leben zu schützen.
Gebet: Guter Gott, gib dem gequälten Mohamed Cheikh Ould Mkhaitir in seiner verzweifelten Lage Deinen Trost. Er ist diskriminiert durch seine Herkunft, seit 5 Jahren inhaftiert und misshandelt. Wandle die Herzen der Menschen in Mauretanien, dass sie das Unrecht der Sklaverei erkennen. Lass uns nicht müde werden, für seine Freilassung zu beten.

 

Denken wir an einen zum Tod Verurteilten in den USA
Rodolfo Alvarez Medrano, 40Jahre alt, lateinamerikanischer Herkunft, sitzt seit September 2005 in der Todeszelle in Texas. Er wurde im Januar 2003 wegen Mordes an sechs Personen bei einem Drogenraub verurteilt. Die texanischen Behörden gaben zu, dass er nicht am Tatort war und dass er nicht selber geschossen hat. Er hatte jedoch die Waffen bei einem Freund platziert, die bei diesen Morden eingesetzt wurden. Nach den in Texas gültigen Gesetzen reicht dies aus, um ihn zum Tode zu verurteilen.
Wie andere Häftlinge aus der Todeszelle in Texas hat auch Rodolfo Alvarez Medrano äußerst harte Haftbedingungen. Er lebt in einer Zelle von ca. 5 m². Diese darf er an 5 Tagen die Woche für 2 Stunden verlassen. Bei diesem „Ausgang“ befinden die Gefangenen sich in Käfigen. Einer dieser Käfige hat einen Basketballkorb. Vor jedem Verlassen der Zelle wird er nackt durchsucht. Bei Familienbesuchen darf er seine Familie nicht berühren, alle Besuche erfolgen hinter einem Fenster, über ein Telefon.
Gebet: Himmlischer Vater, wir sind schockiert über die unmenschliche Behandlung von Gefangenen, die zum Tod verurteilt sind. Wir bringen die Verantwortlichen in Texas vor dich. Begegne du – Menschen liebender Gott - ihnen Wir hoffen auf die Abschaffung der Todesstrafe in Texas und einen humaneren Umgang mit den Gefangenen.

 

Denken wir an ein Opfer von Verschwindenlassen in ÄGYPTEN
Am 12. Juni ließ man Herrn Ibrahim Ezz El-Din auf dem Weg nach Hause verschwinden. Er befand sich auf dem Weg von seiner Arbeitsstelle, der Menschenrechtsanwaltskanzlei der ECRF (Egyptian Commission for Rights and Freedoms) im Stadtteil Mokkatam in Kairo. Er arbeitet dort zum Recht auf Wohnraum. Es ist zu vermuten, dass sein Verschwinden mit seiner Kritik am Maspero Triangel Entwicklungsprojekt zusammenhängt. Dieses Projekt der Regierung sieht den fast vollständigen Abriss eines Slums in Kairo vor. Nachdem er nicht Zuhause angekommen ist, fragten zuerst seine Mutter und später die Anwälte des ECRF bei der Polizeistation in Mokkatam nach. Die Polizei gab keine Auskunft. Es ist sehr zu befürchten, dass Herr Ezz El-Din an unbekanntem Ort gefoltert wird.
Bereits 2017 und im Januar 2019 waren Mitglieder des ECRF Verfolgungen ausgesetzt.
Gebet: Wir fürchten, Gott, dass Ibrahim Ezz El-Din im Versteck ebenso gefoltert wird wie so viele Oppositionelle in den Gefängnissen in Ägypten. Wir bitten dich sehr, dass die Täter erkennen, dass sie Menschen quälen, die die gleiche Würde haben wie sie selbst und dass sie ablassen von ihrem Tun. Und wir hoffen und bitten dich, dass die Gefolterten sich nicht brechen lassen.

 

Denken wir an einen inhaftierten Prediger in SAUDI-ARABIEN
Salman al Awdah ist ein in Saudi-Arabien sehr populärer Prediger. Er wurde im September 2017 verhaftet. Nun droht ihm das Todesurteil. Salman al Awdah ist ein führendes Mitglied der islamischen Bewegung Sahwa, die in den 90er Jahren, nach der Invasion Kuwaits durch den Irak, gegen die Stationierung US-amerikanischer Truppen auf saudischem Boden kämpfte. Er entwickelte sich zu einem einflussreichen Geistlichen, der sich stark für eine Reform des saudischen Regimes engagierte und mehr Demokratie und Freiheit forderte. Er sprach sich für ein politisches System aus, das Rechtsstaatlichkeit und freie Meinungsäußerung respektiert. Seine Verhaftung erfolgte nach seiner Weigerung, Riad öffentlich im Konflikt gegen das benachbarte Königreich Katar zu unterstützen. Nach seiner Verhaftung wurde Salman al Awdah 5 Monate lang in Isolationshaft gehalten. Er wurde in Handschellen in seiner Zelle angekettet, mit Schlafentzug bestraft, nicht medizinisch versorgt und Tag und Nacht befragt. Im September 2018 wurde gegen ihn die Todesstrafe gefordert. Der für die Anklage zuständige Staatsanwalt verschob die Anhörungen dann jedoch mehrfach.
Gebet: Guter Gott, wir meinen, dass niemand das Recht hat, einen anderen Menschen umzubringen. Wir bitten daher für die Abschaffung der Todesstrafe in Saudi-Arabien und in allen Ländern der Welt. Unterstütze uns dabei, im Einsatz gegen die Todesstrafe nicht nachzulassen. Wir bitten dich für Salman al Awdah: Schütze sein Leben!

 

Denken wir an Inhaftierte in KAMERUN
Seit Januar 2019 werden mehr als 250 Mitglieder der oppositionellen Partei MRC (Mouvement pour la renaissance du Cameroun) inhaftiert, weil sie an friedlichen Demonstrationen teilgenommen hatten. Am 8. Juni 2019 marschierten, trotz Demonstrationsverbots, Mitglieder des MRC durch die Straßen der Hauptstadt Yaounde, darunter auch ihr Führer Maurice Kamto. Die Polizei löste den Protestmarsch auf und nahm mehrere Dutzend Personen fest. Eine Woche vorher hatte die Polizei Schlagstöcke, Wasserwerfer und Tränengas eingesetzt und mehrere Personen in der Untersuchungshaft verprügelt. Von den über 350 Festgenommenen sind inzwischen Hundert wieder freigelassen worden. Die Protestbewegung hält das Ergebnis der Präsidentenwahl von Oktober 2018 für gefälscht. Im Hinblick auf die 2020 bevorstehenden Parlamentswahlen befürchtet die Regierung, dass die sich ausweitenden Proteste ihr schaden können, und sie versucht, den MRC durch Massenverhaftungen zu schwächen. Somit gleitet die Regierung immer mehr in ein autoritäres Regime ab.
Gebet: Guter Gott, schütze die Verhafteten vor Gewaltanwendung. Hilf, dass sie einen fairen Prozess erhalten. Wende den Sinn der Regierung, dass sie zu Dialog mit den Oppositionellen bereit ist und nicht weiter das Mittel der Unterdrückung anwendet.

 

Denken wir an einen inhaftierten Journalisten in CHINA
Huang Qi ist Journalist und Menschenrechtsverteidiger. Er ist seit mehr als zwei Jahren in Südchina inhaftiert. Angeklagt wurde er wegen «Weitergabe von Staatsgeheimnissen an das Ausland», was gemäß der geltenden Gesetzgebung mit der Todesstrafe geahndet werden kann. Seine Gerichtsverhandlung fand am 14. Januar 2019 im Geheimen statt. Bis jetzt wurde noch kein Urteil verkündet. Huang Qi ist der Gründer des unabhängigen Informationsportals 64Tianwang, das seit 1998 Verletzungen der Menschenrechte dokumentiert und daher in Festland-China zensiert wird. Der Journalist war zuvor schon zweifach auf Grund seiner Menschenrechtsarbeit zu Gefängnisstrafen verurteilt worden.
Huang Qi hat angegeben, in den 26 Monaten in der Haftanstalt von der Polizei gefoltert und misshandelt sowie von Mithäftlingen verprügelt worden zu sein. Ihm wurden auch medizinische Behandlungen verweigert, um sein Geständnis zu erzwingen. Trotz all dem hat er sich immer geweigert, sich für schuldig zu bekennen. Seine Familie befürchtet, dass er seine Haftbedingungen nicht überleben wird. Seine 85-jährige Mutter kämpft ohne Unterlass für die Freilassung ihres Sohnes und ist ständigen Schikanen seitens der Polizei ausgesetzt. Qis Anwalt wurde einige Wochen vor dem Prozess aus der Anwaltskammer ausgeschlossen.
Gebet: Gott, wir bringen das Schicksal von Huang Qi vor dich. Schütze seine Gesundheit und sein Leben. Wir bitten für ihn, für seine Mutter und seinen Anwalt um Kraft und Hoffnung. Hilf ihnen, die Hoffnung nicht aufzugeben.

 

Denken wir an die nahen Angehörigen der Opfer von Verschwindenlassen
Die nahen Angehörigen, insbesondere Eltern, Ehepartner und Kinder der Opfer von Verschwindenlassen, sind enormem psychischen Stress ausgesetzt. Zum Beispiel sucht María Márquez de Favela (60 Jahre) aus Mexiko ihren Sohn Adrian, nachdem dieser im Oktober 2012 in Ciudad Juarez zusammen mit seinem Freund Adriel Ávila Barrios Opfer von Verschwindenlassen wurde. Da ihr von den Behörden jegliche Unterstützung bei der Suche nach ihrem Sohn verweigert wurde, machte sie sich mit ihrer Familie selbst auf die Suche nach den Verschwundenen. Dies führte dazu, dass sie von staatlichen Agenten, die am Verschwindenlassen beteiligt sind, überwacht und eingeschüchtert wurde und wird. Den meisten Angehörigen geht es wie ihr.
Alle Angehörigen von Opfern des Verschwindenlassens sind einer ständigen psychischen Qual ausgesetzt, weil sie nicht wissen, ob ihr Familienmitglied überhaupt noch am Leben ist und wenn ja, unter welchen Bedingungen. An verborgenen Orten werden die Gefangenen häufig gefoltert. Die Angst um ihren Angehörigen und um das eigene Leben ist ihr ständiger Begleiter.
Gebet: Gott, sieh doch die Angst, die Verzweiflung, die ständig neu enttäuschte Hoffnung der Angehörigen. Hör auf ihre Klage um ihre Lieben. Wir bitten dich darum, dass ihre Suche Erfolg hat und um Befreiung der Opfer.

 

 „Die ACAT hat geschafft, was 30 Jahre im politischen und medialen Bereich nicht möglich war. (…) Ich bin Sahraoui, der sich gegen Unterdrückung und für Menschenwürde engagiert hat und dafür ins Gefängnis kam. Aber trotz der Leiden und Opfer bin ich davon überzeugt, die richtige Wahl getroffen zu haben. Der Weg zu meiner Freiheit ist derselbe wie der meines Volkes. (…) Danke an alle, die sich bei der ACAT engagieren, für ihren Weg mit uns.“       

Naâma Asfari

 


 

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Denkt an die Gefangenen,

als ob ihr selbst mit ihnen im Gefängnis wärt.
Denkt an die Misshandelten,
als müsstet ihr ebenso leiden wie sie.

Hebr. 13,3

Was Sie tun können

 

Herbst-Tagung

seminar2019

Quelle: Franz-Hitze-Haus Münster


"Kinderrechte - Menschenrechte" im Franz-Hitze-Haus Münster am 6. & 7. September 2019...(weiterlesen)

Der Flyer zur Veranstaltung kann ab sofort hier heruntergeladen werden.


Kirchentag2019

Wie in den Vorjahren ist die ACAT Deutschland wieder mit einem Stand und am Politischen Nachtgebet vertreten.

Lesen Sie einen ausführlichen Bericht über die ACAT-Aktivitäten auf dem Kirchentag in ACAT Aktuell 07/2019 (Link)


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Nächtliche Gebetswache für Folteropfer


Informationen zur internationalen Kampagne: hier.

Informationen zur Kampagne in Deutschland:

1. Der folgende Ablauf für eine Nächtliche Gebetswache (geplant für
Essen-Ruhrhalbinsel in der kath. Kirche St. Suitbert in Überruhr,
Klapperstraße, am 26.6. um 20 Uhr) möchte Vorschlag oder Hilfestellung 
für die eigene Vorbereitung sein.
 
Erfahrungen Ruhrhalbinsel Essen hier lesen

2. Weitere Veranstaltungen:

Katholische Kirchengemeinde Herz Jesu
Friedrich-Wilhelm-Str. 70-71
12103 Berlin/ Tempelhof
Juni um 18.30 Uhr

 


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