ACAT - Deutschland

Aktion der Christen für die Abschaffung der Folter - Action des Chrétiens pour l’Abolition de la Torture

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Gebet_Kreuz

Denkt an die Gefangenen,
als ob ihr selbst mit ihnen im Gefängnis wärt.
Denkt an die Misshandelten,
als müsstet ihr ebenso leiden wie sie.

Hebr. 13,3


Denken wir an Menschen in Transitzonen in UNGARN
Seit Jahren treibt Viktor Orbán die Brutalisierung der Flüchtlingspolitik voran. Eine erschütternde Praxis ist das gezielte Aushungern, um Schutzsuchende aus den ungarischen Transitzonen zu vertreiben. In Röszke z.B. ließ man die Eltern und den ältesten Sohn einer afghanischen Familie hungern, während die jüngeren Kinder zu essen bekamen. Abgeben durften sie ihren Eltern nichts. Im August 2018 wurde der erste Fall bekannt, in dem Asylsuchenden die Nahrungsversorgung verweigert wurde.
Ungarn hat das Recht auf Asyl fast gänzlich abgeschafft. Kaum ein Schutzsuchender kann in dem Land einen Asylantrag stellen. Die Zahl der Asylbewerber in Ungarn ist verschwindend gering: 2018 konnten 671 Personen einen Asylantrag stellen. Asyl kann ausschließlich in einer der zwei Transitzonen in Röszke und Tompa ersucht werden. Seit Januar 2018 erlaubt die Asylbehörde die Einreise von lediglich einer Person pro Wochentag und Transitzone.
Gebet: Das menschenverachtende und brutale Verhalten der ungarischen Regierung gegenüber Schutzsuchenden ist unerträglich, Gott. Wir bitten dich darum, dass die Verantwortlichen in den Flüchtenden Menschen erkennen, die die gleiche Würde haben wie sie selbst, und ihnen Schutz und Fürsorge gewähren.

 

Denken wir an Menschenrechtsverteidigerinnen im IRAN
Vor gut einem Jahr begann im Iran eine Welle der willkürlichen Verhaftungen von Frauenrechtsaktivistinnen (siehe auch Gebetsblatt Juli 2018). Unter ihnen sind z.B. die bekannten Menschenrechtsverteidigerinnen Loujain al-Hathloul, Iman al-Nafjan und Aziza al-Yousef. Nach monatelanger Inhaftierung, Isolationshaft und Folter bleiben sie weiter unschuldig angeklagt, zahlreiche sind weiter unter absurden Anschuldigungen in Haft.
Mehrere Frauenrechtsaktivistinnen berichteten detailliert über Gewalt, Folter und (sexuelle) Misshandlung. Über Monate wurde teilweise der Zugang zu rechtlicher Vertretung und zu Angehörigen verwehrt. Willkürlich inhaftiert allein aufgrund der Wahrnehmung ihres Rechts auf freie Meinungsäußerung, droht vielen nun die Verurteilung zu langjährigen Haftstrafen.
Gebet: Dass die Menschenrechtsaktivistinnen weiter inhaftiert sind und gefoltert werden, empört uns, Gott. Wir bitten dich um Mut und Kraft für sie, darum, dass sie sich nicht einschüchtern lassen – und um Trost.

 

Denken wir an einen unter Morddrohungen stehenden jungen Mann in MEXIKO
Im April 1019 hat Oscar Alejandro Kabata de Anda auf dem in Ciudad Juarez meist geschauten Fernsehkanal das Militär beschuldigt, vor 10 Jahren ihn und seinen Freund Viktor Manuel Baca Prieto misshandelt zu haben. Seine Anschuldigungen führten zu vermehrten Drohungen gegen ihn, seine Familie und die Familie seines Freundes Viktor. Oscar, 27 Jahre, und sein Freund Viktor wurden am 26. Februar 2009 vom Militär gefangen genommen. Das Militär durfte von 2008 bis 2010 gegen Oppositionelle vorgehen wie die Polizei gegen die organisierte Kriminalität. Oscar berichtet, dass sie an einem geheimen Ort durch Schläge, durch Vortäuschen von Ertränken und Elektroschocks misshandelt wurden. Oscar wurde Zeuge, wie sein Freund Viktor während der Misshandlung einen Atemstillstand erlitt und schließlich erschossen wurde. Oscar berichtet weiter, dass er selbst Tage später entlassen wurde, weil der Befehlshaber erkannt habe, dass sie sich in seiner Person geirrt hätten und seine Verhaftung ein Irrtum sei. Es sei aber besser für ihn, die Stadt zu verlassen und über die Vorgänge zu schweigen, sonst würde er auch hingerichtet. Oscar hat jedoch bei Gericht Klage erhoben, woraufhin er und seine Familie Morddrohungen erhielt. Keiner der Misshandler wurde bisher strafrechtlich verfolgt.
Gebet: Guter Gott, schütze Oscar und seine Familie vor Nachstellungen und Gewalt. Hilf, dass Oscar als Opfer von Misshandlungen Gerechtigkeit widerfährt, indem seine Peiniger zur Verantwortung gezogen werden. Nimm Victor auf in Dein Reich.

 

Denken wir an eine an unbekanntem Ort inhaftierte Frau in ERITREA
Am 8. Dezember 2012 wurden Ciham Ali Ahmed und ihr Onkel festgenommen, als sie versuchten, die Grenze zwischen dem Sudan und Eritrea zu übertreten. Seither werden sie ohne Kontakt zur Außenwelt in geheimer Haft gehalten. Verhaftungen nach dem Überschreiten der Grenzen sind in Eritrea normal. Die Haftdauer beträgt dann normalerweise einige Monate. Ciham Ali Ahmed und ihr Onkel jedoch befinden sich nun schon seit mehr als fünf Jahren in Haft, an einem unbekannten Ort, ohne Kontakt zur Außenwelt. Ciham Ali Ahmed wurde in den USA geboren, wuchs in Eritrea auf und hat die doppelte Staatsbürgerschaft. Das US-Außenministerium verweigerte bisher sowohl Antwort als auch Hilfe in diesem Fall. Es wird vermutet, dass die lange Haft im Zusammenhang mit dem Verdacht gegen ihren Vater steht, 2013 an einem Putschversuch beteiligt gewesen zu sein.
Gebet: Gott, die Praxis, Menschen, die über die Landesgrenze kommen, zu inhaftieren, empört uns. Die Vorstellung, mehrere Jahre an einem unbekannten Ort der Willkür der Wärter ausgesetzt zu sein, weckt Angst und Ärger in uns. Wir vertrauen darauf, dass du bei Ciham Ali Ahmed, ihrem Onkel und den anderen Gefangenen in Eritrea bist.

 

Denken wir an einen Gefangenen in VIETNAM
Im März 2019 haben wir für den Journalisten Nguyen Van Hoa gebetet, der eine Haft von 7 Jahren verbüßt, weil er ein Video über Demonstrationen in Zusammenhang mit einem Giftmüllskandal auf Formosa veröffentlicht hatte. Er wurde seit Beginn seiner Haft 2017 mehrfach misshandelt. Zweimal, im Januar 2017 und im September 2018 hat er versucht, wegen der erlittenen Folter auf ordentlichem gesetzmäßigem Weg Klage zu erheben. Zweimal haben die für die Kontrolle des Gefängnisses verantwortlichen Behörden seine Anzeige ignoriert. Ein Mithäftling war nun im Mai 2019 Zeuge einer weiteren Misshandlung von Hoa. Dieser wurde geschlagen und gewürgt. Der Mithäftling hat telefonisch Hoas Familie informiert. Als Hoas Schwester daraufhin ihren Bruder im Gefängnis von d’An Diem besuchen wollte, konnte sie ihn nicht sehen. Ihr wurde mitgeteilt, dass gegen Hoa disziplinarisch vorgegangen werde, weil er die Gefängnisregeln missachtet und die kommunistische Partei kritisiert habe. Er sei in Isolationshaft und habe kein Besuchsrecht. ACAT befürchtet, dass das Gefängnispersonal ihn so zwingen will, seine Klagen zurückzuziehen.
Gebet: Guter Gott, immer wieder wird versucht, durch Willkür, Schikanen und Gewalt das Rechtsempfinden eines Häftlings zu brechen. Wende die Herzen der Misshandler, lass sie in Hoa einen Mitmenschen sehen und gib Hoa Kraft, auf Deine Hilfe zu vertrauen.

 

Denken wir an einen Gefangenen in CHINA
Der ehemalige Polizist Dong Guangping war schon früher mehrfach inhaftiert. 1999 war er aus dem Polizeidienst entlassen worden, weil er Artikel verfasst hatte, die an das Massaker von 1989 auf dem Tiananmen-Platz erinnerten. Er floh 2015 nach Thailand und beantragte Asyl, von dort wurde er aber noch im selben Jahr nach China zurück abgeschoben. Dort ist er inhaftiert. Am 13. Juli 2018 wurde er zu 42 Monaten Haft verurteilt. Es gibt keine offiziellen Informationen zu seinem Aufenthaltsort und seinem Gesundheitszustand. Er wird ohne Kontakt zur Außenwelt festgehalten. Dadurch ist er in großer Gefahr, gefoltert und misshandelt zu werden.
Gebet: Himmlischer Vater, gib Dong Guangping Kraft und Stärke. Schütze seine Gesundheit und sein Leben. Unterstütze uns darin, im Einsatz und Gebet gegen solche Ungerechtigkeiten nicht zu ermüden.

 

Denken wir an inhaftierte Menschen in der TÜRKEI
Am Morgen des 18. Mai kam es in der Provinz Urfa zu Auseinandersetzungen zwischen bewaffneten Mitgliedern der PKK und Sicherheitskräften. Dabei wurden ein Polizist und zwei weitere Personen getötet und mehrere Personen verletzt. Als Reaktion auf die Auseinandersetzungen wurden in den folgenden Tagen Razzien durchgeführt, bei denen 47 Personen festgenommen wurden. Bis zum 24. Mai wurden 22 der Betroffenen freigelassen. Nach Angaben ihrer Rechtsbeistände wurden einigen in der Haft die Hände mit Handschellen auf dem Rücken gefesselt, und sie wurden gezwungen, in schmerzhaften Positionen auf dem Boden auszuharren. Andere wurden den Berichten der Rechtsbeistände nach während des Verhörs von Polizisten getreten und geschlagen. Einige Inhaftierte sollen auch mit Elektroschocks im Genitalbereich gefoltert worden sein. Bis zum Redaktionsschluss des Gebetsblattes befinden sich noch 25 der 47 Verhafteten im Polizeigewahrsam in der Antiterrorabteilung in Urfa und sind damit weiterhin in Gefahr, misshandelt zu werden.
Gebet: Gott, wir bringen die Täter und die Opfer der Misshandlungen in der Antiterrorabteilung von Urfa vor dich. Wir danken dir, dass du den Opfern nahe bist. Wir hoffen darauf, dass die Polizisten und die Verantwortlichen die Würde der Gefangenen wahrnehmen und sie entsprechend behandeln.

 

 

"Jesus, Befreier der Gefangenen,
erbarme dich aller, die der Freiheit beraubt sind!
Jesus, Gerechtigkeit der Verurteilten,
erbarme dich aller, deren Leben erschüttert ist durch ein menschliches Urteil!"

(aus: Eine Hoffnung in tiefster Nacht, FIACAT (Hg.) 2001, S. 15)

 

 


 

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Denkt an die Gefangenen,

als ob ihr selbst mit ihnen im Gefängnis wärt.
Denkt an die Misshandelten,
als müsstet ihr ebenso leiden wie sie.

Hebr. 13,3

Was Sie tun können

 

Herbst-Tagung

seminar2019

Quelle: Franz-Hitze-Haus Münster


"Kinderrechte - Menschenrechte" im Franz-Hitze-Haus Münster am 6. & 7. September 2019...(weiterlesen)

Der Flyer zur Veranstaltung kann ab sofort hier heruntergeladen werden.


Kirchentag2019

Wie in den Vorjahren ist die ACAT Deutschland wieder mit einem Stand und am Politischen Nachtgebet vertreten.

Lesen Sie einen ausführlichen Bericht über die ACAT-Aktivitäten auf dem Kirchentag in ACAT Aktuell 07/2019 (Link)


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Nächtliche Gebetswache für Folteropfer


Informationen zur internationalen Kampagne: hier.

Informationen zur Kampagne in Deutschland:

1. Der folgende Ablauf für eine Nächtliche Gebetswache (geplant für
Essen-Ruhrhalbinsel in der kath. Kirche St. Suitbert in Überruhr,
Klapperstraße, am 26.6. um 20 Uhr) möchte Vorschlag oder Hilfestellung 
für die eigene Vorbereitung sein.
 
Erfahrungen Ruhrhalbinsel Essen hier lesen

2. Weitere Veranstaltungen:

Katholische Kirchengemeinde Herz Jesu
Friedrich-Wilhelm-Str. 70-71
12103 Berlin/ Tempelhof
Juni um 18.30 Uhr

 


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