ACAT - Deutschland

Aktion der Christen für die Abschaffung der Folter - Action des Chrétiens pour l’Abolition de la Torture

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Gebet_Kreuz

Denkt an die Gefangenen,
als ob ihr selbst mit ihnen im Gefängnis wärt.
Denkt an die Misshandelten,
als müsstet ihr ebenso leiden wie sie.

Hebr. 13,3


Denken wir an einen Gefangenen in KAMERUN
Maurice Kamto, Präsident der Bewegung für den Wiederaufbau Kameruns, wird in Yaoundé in den Räumen einer Eliteeinheit der Polizei gefangen gehalten. Am 26. Januar 2019 hatte Kamto einen „marche blanche“, d.h. friedliche Demonstrationen in mehreren Städten organisiert, um gegen das Ergebnis der Präsidentenwahl von Oktober 2018 zu protestieren. Die Demonstrationen wurden aufgelöst und Kamto wurde am 28. Januar verhaftet. Mit ihm wurden etwa 200 Aktivisten festgenommen. Ihnen wird vorgeworfen: Aufstand, Zusammenrotten, Störung der öffentlichen Ordnung, Feindseligkeit gegen das Vaterland. Würden sie für letzteres für schuldig befunden, könnten sie nach Art. 102 der kamerunischen Verfassung zum Tod verurteilt werden. Die Untersuchungen dauern noch an, es gibt noch keine Anklageschrift gegen Maurice Kamto. Das Regime von Paul Biya ist seit 1982 an der Macht.
Gebet: Guter Gott, schütze die Gefangenen in ihrer Haft vor Misshandlung. Gib den Verantwortlichen die Einsicht, dass eine friedliche Bewegung für freie Meinungsäußerung nicht mit staatlichen Repressalien und Unterdrückung geahndet werden darf.

 

Denken wir an eine Gefangene in ÄGYPTEN
Amal Fathy wurde im Mai 2018 verhaftet, weil sie im Internet ein Video veröffentlicht hatte, in dem sie den Behörden Inaktivität im Kampf gegen sexuelle Belästigung vorwarf. Sie blieb 8 Monate in provisorischer Haft. Nach ihrer Freilassung im Dezember 2018 wurde sie unter Hausarrest gestellt. Am 20. Dezember wurde sie zu 2 Jahren Haft verurteilt, weil sie Nachrichten verbreitet habe, die die nationale Sicherheit gefährden würden und weil sie den Staat öffentlich beleidigt habe. Außerdem wird ihr vorgeworfen, zu der „Jugendbewegung des 6. April“ zu gehören, die als terroristische Gruppe gewertet wird. Diese Gruppe hatte sich für eine weitere Demokratisierung Ägyptens eingesetzt. Ihr Mann, Leiter der ägyptischen Kommission für Menschenrechte, hat eine Petition an den Präsidenten der Republik geschickt mit der Bitte um Begnadigung seiner Frau, denn ihr Gesundheitszustand hatte sich in der 8-monatigen provisorischen Haft sehr verschlechtert. Sie litt unter Depressionen und ihr rechtes Bein war gelähmt. Noch befindet sich Amal Fathy unter Hausarrest.
Gebet: Guter Gott, schütze Amal Fathy vor erneuter Inhaftierung. Hilf, dass es auch in Ägypten das Recht auf freie Meinungsäußerung gibt.

 

Denken wir an eine Anwältin im IRAN
Die iranische Rechtsanwältin Nasrin Sotoudeh, wurde am 11.03.19 zu 38 Jahren Haft und 148 Peitschenhieben verurteilt. Sie engagierte sich als Anwältin für Menschenrechte, insbesondere die von Frauen und gegen die Anwendung der Todesstrafe im Iran. Das Gericht verurteilte sie wegen „Anstiftung zur Korruption und Prostitution“ und wegen der „unmoralischen Handlung, in der Öffentlichkeit keinen Hijab getragen“ zu haben. Wegen dieser Vergehen gibt es einen Ermessensspielraum (Strafprozessordnung Artikel 134), den der Richter bis zum Höchstmaß ausnutzte.
Gebet: Wir klagen, Gott, über die langjährige und systematische Verfolgung derer, die sich für Menschenrechte im Iran einsetzen! Wir bitten zur Zeit vor allem für die Anwältin Nasrin Sotoudeh. Du verlässt sie nicht. Möge sie nach dieser Verurteilung nicht ihre Hoffnung verlieren.

 

Denken wir an Menschenrechtsverteidiger in GUATEMALA
Das Energieunternehmen Energía y Renovación plant einen riesigen Staudamm in Guatemala in der Region Ixquisis (Department Huehuetenango) zur Energiegewinnung aus Wasserkraft zu errichten. Die Regierung hat das Bergbau- und Wasserkraft-Großprojekt genehmigt, obwohl die indigene Bevölkerung aus 59 Dörfern von Umsiedlungen betroffen ist. Der friedliche Widerstand der Bevölkerung wird brutal niedergeschlagen. Bereits 2016 wurden 75 Aktivisten angegriffen, manche ermordet. Seit Dezember letzten Jahres gibt es eine neue Welle der Einschüchterungen, Schikanen und Angriffe. So wurde der Präsident der Menschenrechtsorganisation „Resistencia Pacífica de la Microregión de Ixquisis“, Lucas Jorge, körperlich angegriffen und die Menschenrechtsverteidiger Nery Esteban Pedro und Domingo Esteban Pedro getötet. Unter falschen Beschuldigungen wurde Julio Gómez Lucas verschleppt und acht Stunden gefoltert. Seine Ehefrau, Maria Felipe Gómez y Gómez, die zu einem Besuch ihres Mannes aufgerufen wurde und mit fünf Familienangehörigen kam, wurde ebenso entführt und fünf Stunden lang gefoltert.
Gebet: Wir bitten dich um Mut, Gott, für diese Aktivisten, dass sie sich nicht einschüchtern lassen und hoffen sehr, dass der friedliche Protest der Indigenen eine breite Öffentlichkeit findet und die geplanten Projekte nicht realisiert werden! Mögen die Wunden derer, die gefoltert wurden, ganz heilen.

 

Denken wir an einen verhafteten Redakteur in CHINA
Der Redakteur und Gewerkschaftsaktivist Wei Zhili wurde am 20. März um zwei Uhr morgens bei sich zu Hause festgenommen. Die Angehörigen der Staatssicherheitspolizei durchsuchten sein Zimmer und beschlagnahmten seinen Computer und sein Handy. Es wurde kein Durchsuchungs- oder Haftbefehl gezeigt. Einer der Polizisten sagte dem Vater, Wei Zhili werde in einer Haftanstalt „erzogen“ werden. Wei Zhili arbeitete zu arbeitsrechtlichen und feministischen Themen. Vermutlich steht seine Inhaftierung im Zusammenhang mit seiner gewerkschaftlichen und journalistischen Tätigkeit. Seit dieser Verhaftung hat Wei Zhili keinen Kontakt zu seiner Familie oder einem Rechtsbeistand. Er ist daher in Gefahr, gefoltert oder misshandelt zu werden.
Gebet: Gott, du bist bei Wei Zhili. Dafür sind wir dankbar. Wir hoffen für ihn auf ein gerechtes Verfahren oder seine Freilassung. Schütze ihn vor Folter und Misshandlung. Gib uns Mut und Ausdauer, in dem Einsatz für Gefangene und Misshandelte geduldig und beständig zu bleiben.

 

Denken wir an einen Inhaftierten in ÄQUATORIALGUINEA
Am 25. Februar wurde der Menschenrechtsverteidiger Joaquín Elo Ayeto in seinem Haus in der Hauptstadt Malabo festgenommen. Er wurde zur zentralen Polizeistation gebracht. Dort wurde er befragt. Er wurde verdächtigt, von einem angeblich geplanten Mordversuch auf den Präsidenten zu wissen. Er wurde auf der Polizeistation mindestens zweimal geschlagen und anderweitig misshandelt. Als er am 1. März vor ein Gericht gebracht wurde, versuchte er, dem Richter die durch Folter entstandenen Verletzungen zu zeigen. Der Richter kümmerte sich allerdings nicht darum. er wurde ins Black-Beach-Gefängnis in Untersuchungshaft gebracht. Seit dem 2. März ist er dort und hat keinen Zugang zu seiner Familie oder zu einem Rechtsbeistand. Gründe für seine Festnahme wurden ihm nicht genannt. Vermutlich hängt sie allerdings mit seinen Aktivitäten in einer Oppositionspartei und einer Gruppe, die sich für die Rechte junger Menschen im Land einsetzt zusammen.
Gebet: Gott, wir bitten dich um Gerechtigkeit und Schutz von Joaquín Elo Ayeto. Wir bringen auch die Menschen vor dich, die für seine Misshandlungen und seine Haftbedingungen verantwortlich sind: Lass sie das Unrecht erkennen und den Mitmenschen in ihren Gefangenen sehen.

 

Denken wir an einen verschwundenen Mann in INDIEN
Seit dem 4. März 2019 wird der Menschenrechtsverteidiger Shanmugam Thangasamy, besser bekannt als RS Mugilan, vermisst. Am 15. Februar 2019 verschwand er auf seinem Weg von Chennai nach Madurai. Er wurde zuletzt auf dem Bahnhof Chennai Egmore gesehen, nachdem er eine Pressekonferenz über die Ermordung von 13 Demonstranten bei einer Demonstration im Mai 2018 mitorganisiert hatte. RS Mugilan ist ein Menschenrechtsverteidiger aus Chennai und Koordinator des Tamil Nadu Umweltschutzausschusses. Er hat unermüdlich an Umweltfragen in Tamil Nadu gearbeitet und sich gegen illegalen Sandbergbau und Kernkraft eingesetzt. Zuletzt war er an der Anti-Sterlitischen Bewegung beteiligt, die sich gegen ein Kupferwerk in Thoothukudi wendet, das von der Kupferhütte Sterlite Industries (India) Limited, einer Tochtergesellschaft des britischen Unternehmens Vedanta Resources, errichtet wurde. Der Menschenrechtsverteidiger war Teil des Erkundungsteams für Thoothukudi gewesen, und es wird angenommen, dass sein Verschwinden mit dieser Art von Arbeit zusammenhängt.
Gebet: Himmlischer Vater, wir machen uns Sorgen um Shanmugam Thangasamy. Schütze sein Leben und seine Gesundheit. Wir sind dankbar für sein Engagement für die Menschenrechte. Hilf auch uns, in unserem Einsatz nicht müde zu werden und uns für die Rechte anderer einzusetzen.

 

 

Die Nacht wird nicht ewig dauern.
Es wird nicht finster bleiben.
Die Tage, von denen wir sagen, sie gefallen uns nicht,
werden nicht die letzten Tage sein.
Wir schauen durch sie hindurch vorwärts auf ein Licht,
zu dem wir jetzt schon gehören
und das uns nicht loslassen wird.


Helmut Gollwitzer

 


 

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Denkt an die Gefangenen,

als ob ihr selbst mit ihnen im Gefängnis wärt.
Denkt an die Misshandelten,
als müsstet ihr ebenso leiden wie sie.

Hebr. 13,3

Was Sie tun können

 

Herbst-Tagung

seminar2019

Quelle: Franz-Hitze-Haus Münster


"Kinderrechte - Menschenrechte" im Franz-Hitze-Haus Münster am 6. & 7. September 2019...(weiterlesen)

Der Flyer zur Veranstaltung kann ab sofort hier heruntergeladen werden.


Kirchentag2019

Wie in den Vorjahren ist die ACAT Deutschland wieder mit einem Stand und am Politischen Nachtgebet vertreten.

Lesen Sie einen ausführlichen Bericht über die ACAT-Aktivitäten auf dem Kirchentag in ACAT Aktuell 07/2019 (Link)


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Nächtliche Gebetswache für Folteropfer


Informationen zur internationalen Kampagne: hier.

Informationen zur Kampagne in Deutschland:

1. Der folgende Ablauf für eine Nächtliche Gebetswache (geplant für
Essen-Ruhrhalbinsel in der kath. Kirche St. Suitbert in Überruhr,
Klapperstraße, am 26.6. um 20 Uhr) möchte Vorschlag oder Hilfestellung 
für die eigene Vorbereitung sein.
 
Erfahrungen Ruhrhalbinsel Essen hier lesen

2. Weitere Veranstaltungen:

Katholische Kirchengemeinde Herz Jesu
Friedrich-Wilhelm-Str. 70-71
12103 Berlin/ Tempelhof
Juni um 18.30 Uhr

 


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