ACAT - Deutschland

Aktion der Christen für die Abschaffung der Folter - Action des Chrétiens pour l’Abolition de la Torture

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Gebet_Kreuz

Denkt an die Gefangenen,
als ob ihr selbst mit ihnen im Gefängnis wärt.
Denkt an die Misshandelten,
als müsstet ihr ebenso leiden wie sie.

Hebr. 13,3


Denken wir an Gefangene in CHINA
Am 7. Dezember 2018 wurde Pu Wenqing, 85 Jahre, festgenommen. Sie ist die Mutter des seit 2 Jahren inhaftierten Journalisten Huang Qi, für den wir im Oktober 2018 gebetet haben. Sie war nach Peking gefahren, um am 70. Jahrestag der Menschenrechtserklärung um Freilassung für ihren Sohn zu bitten. Bereits beim Verlassen des Zuges wurde sie von Polizisten bedrängt und zu Boden gestoßen. Sie wurde zur Polizeiwache gebracht, wo sie gerade noch ihre Angehörigen benachrichtigen konnte. Seitdem weiß niemand, wo sie sich aufhält. Po Wenqing hat nie ihren Sohn Huang Qi aufgegeben. Sein Anwalt, der ihn am 12. Dezember besuchen konnte, äußerte, dass Hung Qi immer mehr gedrängt wurde, ein Geständnis abzulegen. Der Antrag, ihn aus gesundheitlichen Gründen vorläufig frei zu lassen, wurde von dem Staatsanwalt abgelehnt. Wie bereits berichtet war Huang Qi, der Menschenrechtsverletzungen in Zusammenhang mit den Tianamen-Unruhen dokumentiert hatte, bereits vorher mehrfach in Arbeitslagern und Gefängnissen inhaftiert und hat seither schwerste Beeinträchtigungen der Wirbelsäule, des Herzens und der Lunge. Er wurde mehrfach gefoltert, damit er ein Geständnis ablege.
Gebet: Guter Gott, sieh die Not der Mutter, die zu ihrem Sohn steht, und das Leid des Sohnes. Zeige ihnen Deine Nähe und schütze ihr Leben. Hilf, dass die chinesischen Behörden die Menschenrechte achten und deren Verfechter nicht ständig noch härter verfolgen.

 

Denken wir an einen Gefangenen in VIETNAM
Nguyen Trung Ton, vietnamesischer Pastor und Verteidiger der Menschenrechte, wurde zu einer langjährigen Gefängnisstrafe verurteilt, weil er für Demokratie und freie Religionsausübung eingetreten war. Als Präsident der unabhängigen Bruderschaft Fraternité pour la Démocratie hatte er im Internet prodemokratisch Gesinnte zu gemeinsamen Aktionen aufgerufen. Er war bereits 2011 zu 2 Jahren Gefängnis verurteilt worden. Bereits damals wurde er körperlich misshandelt. Nach seiner damaligen Freilassung wurde er immer wieder durch die lokalen Behörden eingeschüchtert und bedrängt. Im Juli 2017 wurde er mit 5 weiteren Mitgliedern schließlich zu 12 Jahren Gefängnis verurteilt (Im Mai 2018 wurde im Gebetsblatt darüber berichtet). Ende Oktober 2018 erfuhr seine Frau, dass sich sein Gesundheitszustand extrem verschlechtert hatte. Er konnte kaum noch gehen wegen offener Verletzungen am Bein, die ihm 2017 durch Misshandlungen zugefügt worden waren. Er erhält keine medizinische Versorgung, und seine Familie darf ihm nicht die nötigen Medikamente bringen.
Gebet: Guter Gott, schenke Nguyen Trung Ton und seinen Mitgefangenen Kraft und Mut, die harten Haftbedingungen zu überstehen. Öffne die Herzen der Vollzugsbeamten, damit sie die Gefangenen menschenwürdig behandeln. Steh allen bei, die für eine unabhängige, Gerechtigkeit suchende Justiz eintreten.

 

Denken wir an einen aus Europa abgeschobenen Inhaftierten in BAHRAIN
Am 20. Oktober 2018 wurde Ali Mohamed al-Showaikh aus den Niederlanden nach Bahrain abgeschoben. Er war 2017 aus Bahrain geflohen, nachdem er erfahren hatte, dass man ihn beschuldigt, flüchtige Menschen zu verstecken. Die niederländischen Behörden lehnten seinen Asylantrag ab mit der Begründung, er könne nicht nachweisen, dass er bei einer Rückkehr nach Bahrain verfolgt werde. Es ist allerdings bekannt, dass Menschen, die die Regierung von Bahrain für Dissidenten hält, bei ihrer Rückkehr direkt am Flughafen verhaftet werden. So geschah es auch bei Ali Mohamed al-Showaikh. Er wurde sofort verhaftet und zunächst der Kriminalpolizei übergeben. Dort wurde er elf Tage lang festgehalten und anschließend in ein Gefängnis gebracht. Er hatte anfangs keinen Kontakt zu einem Rechtsbeistand oder seiner Familie. Inzwischen konnte seine Familie ihn sehen, und er hat einen Rechtsbeistand. Dieser hat jedoch keine Akteneinsicht, und wichtige Informationen wie Verhörtermine und Verlegungen des Gefangenen werden ihm vorenthalten. Ali Mohamed al-Showaikh werden terroristische Tätigkeiten vorgeworfen, die Antiterrorabteilung der Staatsanwaltschaft geht strafrechtlich gegen ihn vor. Er wird bedrängt, ein Geständnis zu unterschreiben. Seine Untersuchungshaft wurde schon mehrfach verlängert. Er steht in Gefahr, misshandelt zu werden.
Gebet: Gott, wir bitten um Gerechtigkeit für Ali Mohamed al-Showaikh. Wir hoffen auf ein faires Verfahren nach internationalen Standards und menschenwürdige Haftbedingungen.

 

Denken wir an einen verhafteten Christen in CHINA
In den Abendstunden des 9. Dezember 2018 wurden im Rahmen einer Polizeirazzia mehr als 100 Mitglieder einer Hauskirche in der Provinz Sichuan verhaftet. Die Mitglieder der „Frühregen-Gemeinde“ wurden teilweise direkt auf dem Gelände der Gemeindeversammlung verhaftet, teilweise in ihren Häusern oder auf der Straße. Einige wurden über ihre Handys geortet. Während der Razzia wurde die Chat-Gruppe der Gemeinde deaktiviert und die Telefonleitung der Gemeinde gekappt. Viele der Verhafteten wurden in den folgenden Tagen wieder entlassen. Einige von ihnen berichteten, dass sie bedrängt wurden, zu unterschreiben, dass sie sich nie mehr mit der Frühregen-Gemeinde versammeln würden. Li Yingqiang, einem der führenden Mitglieder der Gemeinde, gelang es zunächst, sich auf dem Gemeindegelände zu verstecken, am 11. Dezember wurde er aber entdeckt und ebenfalls verhaftet. Seitdem wird er ihm Stadtgefängnis von Chengdu festgehalten. Er hat keinen Kontakt zur Außenwelt. Er steht in Gefahr, misshandelt und gefoltert zu werden.
Gebet: Himmlischer Vater, wir sind bestürzt über die Härte, mit der die chinesische Regierung gegen Christen und Gemeinden vorgeht. Sehr besorgt sind wir um Li Yingqiang. Schütze du sein Leben und seine Gesundheit. Stärke ihn und seine Gemeinde in dieser Zeit der Ungewissheit und der Verfolgung.

 

Denken wir an eine Kranke ohne medizinische Versorgung im IRAN
Die Kurdin Zeynab Jalalian wurde 2009 vom Revolutionsgericht wegen „Feindschaft zu Gott“ zum Tod verurteilt. Ihr wird vorgeworfen, Mitglied einer bewaffneten kurdischen Gruppe zu sein. 2011 wurde das Todesurteil in eine lebenslange Haftstrafe umgewandelt. Sie wird in einem Gefängnis in der Provinz West-Aserbaidschan festgehalten. Ihr Gesundheitszustand verschlechtert sich in der Gefangenschaft immer weiter. Die notwendige medizinische Behandlung wird ihr verweigert. Sie leidet an einer Herzkrankheit, einer Zahninfektion und einem Augenleiden. Sie ist in Gefahr, zu erblinden. Um medizinische Behandlung zu erhalten, soll sie im Fernsehen ein „Geständnis“ ablegen.
Gebet: Gott, wir bitten dich um Schutz für das Leben und die Gesundheit von Zeynab Jalalian. Wir bringen auch die Verantwortlichen für ihr Leiden vor dich: Begegne ihnen, berühre ihre Herzen und hilf ihnen, die Würde der ihnen anvertrauten Gefangenen zu erkennen.

 

Denken wir an Tausende inhaftierte Flüchtlinge in LIBYEN
Tausende Flüchtlinge werden in Lagern in Libyen festgehalten. Die Lager unterstehen teilweise der Regierung, teilweise von der Regierung unabhängigen Milizen und bewaffneten Gruppen. Die Haftbedingungen sind unmenschlich. Betroffene, denen es gelang, die Lager zu verlassen, sagen aus, dass Überbelegung, Mangel an Trinkwasser und Nahrungsmitteln, mangelhafte Hygiene, Schläge, Vergewaltigungen und andere Formen sexueller Gewalt in den Lagern an der Tagesordnung sind. Viele müssen hohe Geldsummen aufbringen, um die Lager verlassen zu dürfen.
Dies geschieht nicht etwa im Geheimen. Europäischen Politikern ist die Lage in diesen Lagern durchaus bekannt. Berichte dazu sind frei zugänglich. Trotzdem kooperieren europäische Regierungen und die EU mit Libyen. Finanzielle Unterstützungen werden von der EU und europäischen Ländern gezahlt, um zu verhindern, dass Migranten über Libyen Europa erreichen. Das Elend der Migranten in den Lagern wird dabei in Kauf genommen.
Gebet: Gott, wir klagen das entsetzliche Leid der eingesperrten Menschen an, und wir hoffen sehr auf eine menschenwürdige Lebensperspektive für sie. Es empört uns, dass Gelder aus der EU und auch aus Deutschland nach Libyen fließen, z.B. für die Ausbildung der „Libyschen Küstenwache“. Wir hoffen auf Widerstand aus ganz Europa gegen diese Praxis.

 

Denken wir an unzählige gefolterte Gefangene im IRAK
(Achtung: Der Text enthält die Beschreibung einer Foltermethode.)
Ein Betroffener, der sechs Jahre im Irak inhaftiert war, zuletzt im berüchtigten Kadhimiya-Gefängnis in Bagdad, und im Juli 2018 daraus entlassen wurde, schreibt über eine regelmäßig angewandte Foltermethode im Gefängnis: „Die Männer stellen dir keine Fragen. Sie fesseln dir die Hände hinter dem Rücken mit Handschellen. Die koppeln sie mit einer Kette, an der sie dich zur Zimmerdecke hochziehen. Du kannst vor Schmerzen fast nicht atmen. Du bist nackt. Sie lassen dich hängen, für Stunden. Sie nennen es „bazoona“, weil du in der Stellung so dürr wie eine gestreckte Katze wirkst. Meistens folgen Schläge mit Kabeln oder Stöcken … Irgendwann kugeln durch das eigene Körpergewicht die Schultern aus …“
(Quelle: ZEIT-Magazin Nr .52)
Gebet: Gott, mit großem Erschrecken hören wir von den Foltermethoden, mit deren Hilfe in den irakischen Gefängnissen massenweise „Geständnisse“ von IS-Verdächtigen erpresst werden. Wir können angesichts dieser Brutalität kaum Worte finden. Opfer und Täter der Folter bringen wir vor dich.

 

 

Franziskanischer Segen

 

Möge Gott dich segnen mit Unbehagen
über billige Antworten, Halbwahrheiten
und oberflächliche Beziehungen,
so dass du in der Tiefe deines Herzens lebst.

Möge Gott dich segnen mit Zorn
über Ungerechtigkeit, Unterdrückung
und die Ausnützung von Menschen,
so dass du dich einsetzest für Gerechtigkeit, Freiheit und Frieden.

Möge Gott dich segnen mit Tränen vergossen für die,
welche an Schmerzen, Zurückweisung, Hunger und Krieg leiden,
so dass du deine Hände ausstreckst,
um sie zu trösten und ihren Schmerz in Freude zu verwandeln.

Und möge Gott dich segnen mit genug Torheit,
damit du glaubst, dass du in der Welt einen Unterschied machen kannst
und das tun kannst, von dem die andern sagen, es sei unmöglich.

Amen

aus dem ökumenischen Brief über Evangelisation aus Genf, Dezember 2003

 


Denkt an die Gefangenen,
als ob ihr selbst mit ihnen im Gefängnis wärt.
Denkt an die Misshandelten,
als müsstet ihr ebenso leiden wie sie.

Hebr. 13,3

Was Sie tun können

 

Menschenrechte auf dem Rückzug

Titelbild Seminar

Bei der Tagung der Katholischen Akademie Schwerte in Zusammenarbeit mit der ACAT Deutschland (14. - 16.09.2018) wird das Thema Menschenrechte in Zeiten von Populismus und Extremismus beleuchtet. Einzelheiten des Programms entnehmen Sie bitte dem angehängten Flyer.

Seminarbericht in ACAT Aktuell 10/2018

Mitschriften der Vorträge sind jetzt hier verfügbar:

 

gebetswache2015
gebetswache web

Nächtliche Gebetswache für Folteropfer

Die ACAT-Gruppe auf der Ruhrhalbinsel hält die Gebetswache seit Jahren in 2 Kirchen (kath. und evang.) und geht zu Fuß von der einen zur anderen. Deshalb teilt sie das Thema in 2 Teile auf, betet in jeder Kirche für 5 der 10 Folteropfer und lässt jeweils einen Unterstützerbrief schreiben. Nutzen Sie den angehängten Ablauf gern auch für Ihren Gottesdienst / Ihr Gebet.
 
Weitere Informationen hier.

Erfahrungen Ruhrhalbinsel Essen hier lesen


Ein Gespür für die Unterdrückten

Die Zeitschrift "Lebenslauf" (Bundesverlag, Witten) hat den bisherigen Lebensweg von
Magdalena Marx, der sehr eng mit dem Weg der ACAT Deutschland verknüpft ist, in einem eindruckvollen Artikel nachgezeichnet.


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