ACAT - Deutschland

Aktion der Christen für die Abschaffung der Folter - Action des Chrétiens pour l’Abolition de la Torture

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Gebet_Kreuz

Denkt an die Gefangenen,
als ob ihr selbst mit ihnen im Gefängnis wärt.
Denkt an die Misshandelten,
als müsstet ihr ebenso leiden wie sie.

Hebr. 13,3


Sexuelle Gewalt als Kriegswaffe: Denken wir an die Opfer
Für ihren Kampf gegen sexuelle Gewalt als Waffe im Krieg erhalten am 10. Dezember der kongolesische Gynäkologe Denis Mukwege und die irakische Menschenrechtsaktivistin Nadia Murad den Friedensnobelpreis 2018. Die beiden Menschenrechtler hätten sich in herausragender Weise gegen solche Kriegsverbrechen eingesetzt, erklärte das norwegische Nobelkomitee am Freitag in Oslo. Mukwege habe sein Leben der Verteidigung von Opfern sexueller Gewalt gewidmet, Murad habe als Zeugin vom Missbrauch gegen sich selbst und andere berichtet. "Jeder von ihnen hat auf seine Weise dazu beigetragen, sexuelle Gewalt im Krieg besser sichtbar zu machen, sodass die Täter zur Rechenschaft gezogen werden können", erklärte das Komitee.             
Dr. Mukwege und ACAT-Frankreich arbeiten schon längere Zeit daran, dass die Verantwortlichen bestraft werden. Im Jahr 2010 wurde ein Bericht von den Vereinten Nationen veröffentlicht, in dem die Identität von mutmaßlichen Verantwortlichen für 617 gewalttätige sexuelle Übergriffe in den Jahren 1993 bis 2003 genannt wird. Diese Verantwortlichen der Gewalttaten sollen endlich zur Rechenschaft gezogen werden. Aber weiterhin werden Frauen und Mädchen massenhaft im Ostkongo vergewaltigt, weiterhin bleiben die Täter straflos. Weiterhin werden auch in den Gebieten, die unter der Herrschaft des IS stehen, nicht-muslimische Frauen als Sex-Sklavinnen missbraucht.
Gebet: Gott, du kennst das Leid der Frauen, du hörst ihren Schrei nach einem Ende dieser Gewalt und für Gerechtigkeit. Wir beten darum, dass er auch von den Verantwortlichen gehört wird, dass die Gewalt ein Ende hat und die Täter endlich zur Rechenschaft gezogen werden.

 

Denken wir an einen Gefangenen in MAURETANIEN
Mohamed Cheikh Mkhaitir, 35 Jahre alt, wurde im Januar 2014 wegen Abfalls vom islamischen Glauben verhaftet. Er hatte im Internet in einem Artikel das System der Kasten kritisiert. Er habe auch geschrieben, dass die Religion die Sklaverei befürworte und diskriminierende Praktiken gegen die Kaste der Schmiede, der er angehört, gutheiße. Nach Erscheinen dieses Artikels gab es im ganzen Land Massendemonstrationen, in denen die Hinrichtung von Cheikh Mkhaitir gefordert wurde. Er hat sich mehrfach während seiner Befragung durch die Polizei für den Inhalt des Artikels entschuldigt und dies auch in einer schriftlichen Erklärung zum Ausdruck gebracht. In dem Prozess im Dezember 2015 wurde er wegen Apostasie und Beleidigung des Propheten zum Tod verurteilt. Er wurde danach 2 Jahre lang in vollständiger Isolierung inhaftiert und war Misshandlungen ausgesetzt. Im November 2017 hat das Berufungsgericht von Nouadhibou seine Todesstrafe in 2 Jahre Haft umgewandelt, weil er bereut habe. Obwohl nun diese Haftstrafe abgelaufen war, haben die mauretanischen Behörden ihn nicht in die Freiheit entlassen, sondern haben ihn wegen angeblicher Sicherheitsbedenken an einem geheimen Ort in Administrativhaft genommen. Sein Gesundheitszustand hat sich erheblich verschlechtert.
Gebet: Guter Gott, schütze das Leben von Mohamed Cheikh Mkhaitir, und gib ihm Trost in seiner verzweifelten Lage. Hilf, dass sich die Haltung der Einwohner von Mauretanien zur Versklavung bestimmter Kasten wandelt.

 

Denken wir an eine verschwundene Menschenrechtsanwältin in ÄGYPTEN      
Am 1. November wurde die 60 Jahre alte Menschenrechtsanwältin Hoda Abdelmoniem festgenommen. Sicherheitskräfte drangen in ihre Wohnung ein und durchwühlten diese. Hoda Abdelmoniem wurde an einen geheimen Ort gebracht. Die Sicherheitskräfte gaben keine Auskunft über den Grund der Verhaftung. Sie gestatteten ihr nicht, ihre Medikamente mitzunehmen. Sie leidet an hohem Blutdruck. Es wurde in mehreren Polizeistationen nach dem Verbleib von Hoda Abdelmoniem gefragt, es gab allerdings keine Auskunft. Die Polizei gibt an, nichts über die Verhaftung und den Aufenthaltsort zu wissen. Es ist zu befürchten, dass sie Opfer des Verschwindenlassens ist. Damit steht sie in Gefahr, misshandelt zu werden. Hoda Abdelmoniem engagiert sich ehrenamtlich als Rechtsberaterin. Im Zuge dieser Arbeit dokumentierte sie auch Fälle des Verschwindenlassens. Beruflich arbeitet sie als Anwältin am höchsten Verfassungsgericht und am Kassationsgericht. Ihr Verschwinden kann im Zusammenhang mit ihrem Einsatz für Opfer von Menschenrechtsverletzungen stehen.
Gebet: Himmlischer Vater, wir sind in großer Sorge um das Leben und die Gesundheit von Honda Abdelmoniem. Schütze du ihr Leben, und lass sie deine Gegenwart spüren. Wir sind dankbar für ihren Mut, sich in ihrem Land für die Menschenrechte einzusetzen. Wir bitten auch für uns um genug Ausdauer, Kraft und Hoffnung, damit wir im Einsatz für die Menschenrechte nicht nachlassen oder resignieren.

 

Denken wir an 7 inhaftierte Aktivisten im KONGO
Die kongolesischen Aktivisten Arsene Katola, Alain Muwaka, Oto Shaminga, Heritier Losomba, Miko Booto, Enoch Muanda und Mwanza wurden am 11. September in der Hauptstadt Kinshasa festgenommen. Sie verteilten Flugblätter gegen den Einsatz von elektronischen Wahlautomaten bei den anstehenden Präsidentschaftswahlen. Der Einsatz von Wahlautomaten, mit denen Kabila die Wähler für sich bei der Wahl am 23. Dezember 2018 einnehmen will, verstößt gegen das Wahlgesetz und wird national wie international heftig kritisiert. Die Aktivisten sind Mitglieder der Gruppe „Les Congolais Debout“, einer Bewegung, die gegen die Verletzung von Menschenrechten eintritt. Augenzeugen berichten, dass sie bei ihrer Verhaftung geschlagen, in eine Polizeistation gebracht und am nächsten Tag von Agenten des Geheimdienstes abgeholt wurden. Sie werden seither ohne Kontakt zur Außenwelt an einem geheimen Ort in Haft gehalten. Sie wurden verhaftet, weil sie ihr Recht auf freie Meinungsäußerung ausgeübt haben.
Gebet: Guter Gott, schütze die 7 verschleppten Aktivisten vor Misshandlung und hilf, dass sie bald Rechtsbeistand und einen fairen Prozess erhalten. Hilf auch, dass die immer wieder verschobenen Präsidentschaftswahlen rechtmäßig und friedlich stattfinden können.

 

Denken wir an ein Opfer von Verschwindenlassen im SUDAN
Der sudanesische Menschenrechtsverteidiger Mohamed Hasan Ali, bekannt als „Al Boshi“, ist Blogger und berichtete in den sozialen Medien über Menschenrechtsverletzungen und Korruption im Sudan. Bereits 2011 und 2013 war er deshalb inhaftiert und in der Haft misshandelt worden. Seit 2017 lebte er in Ägypten unter dem Schutz des UNHCR. Im Oktober 2018 wurde Mohamed Hasan Ali aus Ägypten gewaltsam entführt und tauchte im Sudan wieder auf, wo er vom sudanesischen Geheimdienst seit dem 8. November ohne Kontakt zur Außenwelt in Haft gehalten wird. Die Staatsanwaltschaft verhängte die Todesstrafe gegen ihn. Er hat weder zu seiner Familie noch zu seinem Anwalt Kontakt.
Gebet: Wir fürchten um das Leben von Mohamed Hasan Ali, Gott. Wir beten um Schutz für ihn, für ein gerechtes Gerichtsverfahren und dass er sofort Kontakt zu seiner Familie erhält. Stärke ihn und seine Angehörigen.

 

Denken wir an eine inhaftierte Aktivistin in NICARAGUA
Irlanda Jerez ist Menschenrechtsaktivistin und Inhaberin eines kleinen Geschäfts. Sie wurde am 18. Juli verhaftet. Zuvor hatte sie eine Aktion des zivilen Ungehorsams auf dem größten Markt des Landes angeführt. Seit Anfang Juli hatten Händler des Marktes keine Steuern mehr bezahlt, um damit gegen die Menschenrechtsverstöße und die repressiven Gesetze der Ortega-Regierung zu protestieren. Sie wurde zu fünft Jahren Haft verurteilt. Am 26. Oktober kamen bewaffnete, maskierte Männer in die Zelle, die von mehreren weiblichen politischen Gefangenen belegt war, und schlugen auf Irlanda und andere Frauen ein. Ursache für den Übergriff war vermutlich die Weigerung, vier unbekannten Männern zu einer Befragung zu folgen. Nach dem brutalen Angriff wurde sie in einen anderen Raum geführt, ihr wurde eine Waffe an den Kopf gehalten und gesagt, dass sie in eine Isolationszelle in einem Gefängnis für männliche Gefangene gebracht werden solle. Nach Protesten sowohl von ihr selbst als auch von Zellenkameradinnen wurde sie allerdings wieder in ihre ursprüngliche Zelle gebracht. Sie fürchtet, dass man versucht, sie verschwinden zu lassen. Alle Opfer des tätlichen Übergriffs erhielten keinerlei medizinische Versorgung. Ihr Mann konnte sie am 30. Oktober besuchen und berichtete, sie habe Blutergüsse überall auf dem Körper gehabt. Mitglieder einer Organisation, deren Aufgabe die Überwachung der Einhaltung der Menschenrechte ist und die von der Inter-Amerikanischen Kommission für Menschenrechte eingesetzt wurde, erhielt keinen Zugang zu den angegriffenen Gefangenen.
Gebet: Gott, wir bitten dich für Irlanda Jerez, schütze sie und ihre Mitgefangenen vor körperlichen Übergriffen und Misshandlungen. Wir bitten auch für die Verantwortlichen und die Schläger, dass sie das Unrecht erkennen und die Gefangenen fair behandeln.

 

Denken wir an von der Hinrichtung bedrohte Männer in SAUDI-ARABIEN
Zwölf schiitischen Männern, die zwischen 2013 und 2014 festgenommen worden waren, droht nun vermutlich die Ausführung der Hinrichtung. Die Männer stammen aus ganz Saudi-Arabien. Gegen sie werden Vorwürfe wie „Hochverrat“ und „Verbreitung des schiitischen Glaubens“ erhoben. Die Männer sagten zum Teil aus, dass sie unter Drohungen gezwungen worden seien, Geständnisse zu unterschreiben. Sie wurden im Dezember 2016 zum Tod verurteilt. Im Dezember 2017 wurde den Familien mitgeteilt, dass die Todesurteile aufrechterhalten wurden. Da Verwandte der Männer erfahren haben, dass die Fälle im November an die Sicherheitsbehörde übergeben wurden, befürchten sie, dass die Ausführung der Hinrichtungen nun unmittelbar bevorsteht. Offizielle Informationen haben sie nicht. Die Namen der zwölf Männer sind Salem al-Amri, Muhammad Attieh, Abbas al-Hassan, Muhammad al-Aashur, Taleb al-Harbi, Hussein al-Hamidi, Hussain al-Abbud, Taher al-Harbi, Ali al-Aashur, Yussuf al-Harbi, Ali al-Mahna und Abbas al-Abbad.
Gebet: Guter Gott, schütze das Leben dieser zwölf Männer. Wir hoffen auf faire Verfahren für sie und grundsätzlich auf die Abschaffung der Todesstrafe in Saudi-Arabien.

 

Siehe, Tage kommen – Spruch des HERRN –, da erfülle ich das Heilswort, das ich über das Haus Israel und über das Haus Juda gesprochen habe. In jenen Tagen und zu jener Zeit werde ich für David einen gerechten Spross aufsprießen lassen. Er wird Recht und Gerechtigkeit wirken im Land … Man wird ihm den Namen geben: Der HERR ist unsere Gerechtigkeit.
Die Bibel - Jeremia 33,14-16


Denkt an die Gefangenen,
als ob ihr selbst mit ihnen im Gefängnis wärt.
Denkt an die Misshandelten,
als müsstet ihr ebenso leiden wie sie.

Hebr. 13,3

Was Sie tun können


Aktion Glockenzeichen

Zum 70. Jahrestag der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte ruft die ACAT dazu auf, ein weithin hörbares akustisches Signal mit einem einminütigem Glockenläuten zu setzen und dies ggf. mit einem geistlichen Impuls zu unterstützen. Lesen Sie dazu einen Brief des Geschäftsführenden ACAT Vorstandes und einen Vorschlag für den geistlichen Impuls.

- Download des Briefes
- Download des Vorschlages

 

Menschenrechte auf dem Rückzug

Titelbild Seminar

Bei der Tagung der Katholischen Akademie Schwerte in Zusammenarbeit mit der ACAT Deutschland (14. - 16.09.2018) wird das Thema Menschenrechte in Zeiten von Populismus und Extremismus beleuchtet. Einzelheiten des Programms entnehmen Sie bitte dem angehängten Flyer.

Seminarbericht in ACAT Aktuell 10/2018

Mitschriften der Vorträge sind jetzt hier verfügbar:

 

gebetswache2015
gebetswache web

Nächtliche Gebetswache für Folteropfer

Die ACAT-Gruppe auf der Ruhrhalbinsel hält die Gebetswache seit Jahren in 2 Kirchen (kath. und evang.) und geht zu Fuß von der einen zur anderen. Deshalb teilt sie das Thema in 2 Teile auf, betet in jeder Kirche für 5 der 10 Folteropfer und lässt jeweils einen Unterstützerbrief schreiben. Nutzen Sie den angehängten Ablauf gern auch für Ihren Gottesdienst / Ihr Gebet.
 
Weitere Informationen hier.

Erfahrungen Ruhrhalbinsel Essen hier lesen


Ein Gespür für die Unterdrückten

Die Zeitschrift "Lebenslauf" (Bundesverlag, Witten) hat den bisherigen Lebensweg von
Magdalena Marx, der sehr eng mit dem Weg der ACAT Deutschland verknüpft ist, in einem eindruckvollen Artikel nachgezeichnet.


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