ACAT - Deutschland

Aktion der Christen für die Abschaffung der Folter - Action des Chrétiens pour l’Abolition de la Torture

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Gebet_Kreuz

Denkt an die Gefangenen,
als ob ihr selbst mit ihnen im Gefängnis wärt.
Denkt an die Misshandelten,
als müsstet ihr ebenso leiden wie sie.

Hebr. 13,3


Denken wir an eine Gefangene in VIETNAM     
Die Menschenrechtsverteidigerin Frau Tran Thi Nga, 41 Jahre, die eine 9-jährige Haftstrafe verbüßt, hat in einem überwachten Telefongespräch gesagt, sie sei von einer Mitgefangenen schwer geschlagen und mit dem Tod bedroht worden. Ehemalige Gefangene sagen, dass diese Person wegen ihrer Aggressivität bekannt sei und sich immer in dem Block von politischen Gefangenen befinde. Frau Tran Thi Nga wurde im Juli 2017 zu 9 Jahren Haft wegen antistaatlicher Propaganda gemäß Artikel 88 des vietnamesischen Strafrechts verurteilt. Sie habe u.a. im Internet Videos verbreitet, in denen ein brutales Vorgehen der Polizei gezeigt werde. Artikel 88 wird häufig gegen Verteidiger von Menschenrechten angewandt. Frau Tran Thi Nga stammt aus einer armen bäuerlichen Familie und war früher Gastarbeiterin in Taiwan. Nach ihrer Rückkehr verbrachte sie 3 Jahre im Krankenhaus, um wieder zu genesen und erhielt dabei Kenntnisse über die Rechte von Arbeitern. Sie schloss sich der Gruppe „Vietnamesische Frauen für Menschenrechte“ an. Sie kämpfte gegen Ausbeutung und Enteignung von Bauern. Frau Tran Thi Nga wurde mehrfach verlegt, konnte nur einmal den Besuch ihres Mannes erhalten, aber nicht den ihrer Söhne von 6 und 8 Jahren. Ihr Mann vermutet, dass diese Maßnahmen darauf zurückzuführen sind, dass sie sich weigert, ihre Schuld anzuerkennen.      
Gebet: Guter Gott, schütze das Leben dieser mutigen Frau vor weiterer Gewaltanwendung. Gib ihr Trost durch deine Nähe und die liebevolle Zuwendung von Mitgefangenen.

Denken wir an eine Medizinstudentin aus NICARAGUA
Die Menschenrechtsverteidigerin und Medizinstudentin Amaya Eva Coppens gehört zu den führenden Persönlichkeiten der nicaraguanischen Zivilgesellschaft. Sie ist Vorsitzende der Studierendenbewegung 19. April (Movimiento Estudiantil 19 de Abril) und kämpft für die demokratischen Rechte des nicaraguanischen Volkes. Sie wurde in Leon am 10. September zusammen mit Sergio Midence Delgadillo durch eine Gruppe maskierter Paramilitärs festgenommen. In der Zeitung war zu lesen, sie habe terroristische Akte geplant, es gibt aber keine offizielle Anklage. Sie befindet sich im Gefängnis El Chipote, darf aber weder ihre Familie noch ihren Anwalt kontaktieren. Ehemalige Häftlinge berichten aus diesem Gefängnis von physischer und psychischer Folter. Es ist davon auszugehen, dass auch Frau Coppens gefoltert wird.   
Schon im Februar war sie wegen ihrer Menschenrechtsarbeit zusammengeschlagen worden und erhielt anschließend Morddrohungen.       
Die Menschenrechtsverteidiger werden gegenwärtig in Nicaragua zunehmend kriminalisiert, eingeschüchtert und verfolgt.     
Gebet: Wir sind in Sorge, Gott, um Amaya Eva Coppens. Wir bitten dich für sie und ihre Familie um Stärke und dass sie die Hoffnung nicht verlieren. Und wir bitten für die Demokratiebewegung in Nicaragua, dass sie sich nicht einschüchtern lässt.


Denken wir an zwei verschwundene Männer in ÄGYPTEN         
Ezzat Ghoniem und Azzoz Mahgoub, zwei Menschenrechtsverteidiger, sind seit dem 14. September „verschwunden“. Am 4. September hatte ein Gericht angeordnet, sie unter Auflagen freizulassen, bis die Untersuchungen zu ihrem Fall abgeschlossen seien. Daraufhin wurden sie auf unterschiedliche Polizeiwachen im Großraum Kairo gebracht. Als ihre Familien sie am 14. September besuchen wollten, teilten Sicherheitskräfte ihnen mit, dass Ezzat Ghoniem und Azzoz Mahgoub bereits entlassen worden seien. Den Rechtsbeiständen und den Familien der beiden ist unbekannt, was mit ihnen geschehen ist und wo sie sich aufhalten. Beide wurden zuletzt in Gewahrsam ägyptischer Sicherheitskräfte in zwei verschiedenen Polizeiwachen gesehen. Vermutlich sind sie Opfer des Verschwindenlassens geworden und befinden sich damit in Gefahr, gefoltert zu werden.            
Gebet: Guter Gott, wir sind in großer Sorge um Ezzat Ghoniem und Azzoz Mahgoub. Schütze du ihr Leben und ihre Gesundheit. Wir bringen auch die Menschen vor dich, die für die vielen Fälle von Verschwindenlassen in Ägypten verantwortlich sind. Schenke Einsicht und Umdenken.

Denken wir an Folteropfer in SYRIEN    
Die Geheimdienste in Syrien foltern so, dass es jeder im Land mitbekommt. Das Volk soll sich fürchten. Die Folterknechte aber bleiben im Verborgenen. Ein Militärfotograf mit dem Decknamen „Caesar“ machte 53275 Aufnahmen in den Leichenhallen der Krankenhäuser in den Damaszener Stadtteilen Mezzeh und Tischrin. Dort wurde eine Anzahl der getöteten Folteropfer des syrischen Geheimdienstes gelagert. 6786 Leichen hat er aufgenommen, davon eine Frau. Die syrische Diktatur verfügt über die tiefsten Folterkeller im Nahen Osten. „Sie sind schlimmer als alles, was ich auf dem Balkan erlebt habe“ hat Carla del Ponte (die ehemalige Chefanklägerin des UN-Jugoslawientribunals in Den Haag) gesagt. Auf den Fotos blickt man in bleiche, abgemagerte, schmerzverzerrte Gesichter. Die Genitalien sind gezeichnet von Schlägen, Gewalteinwirkung auf offene Wunden wurde von Rechtsmedizinern anhand der Fotos festgestellt. Der Fotograf verließ das Land und spielte die Bilder westlichen Diplomaten zu. (Quelle: SZ vom 27.8.18)             
Gebet: Die zahllosen und für uns namenlosen Folteropfer der Assad-Diktatur sind für dich nicht namenlos, Gott. Du kennst jeden Einzelnen und hast seinen Namen in deine Hand geschrieben. Du weißt um ihre Qual. Erbarme dich ihrer, Herr.

Denken wir an einen Gefangenen in CHINA      
Der unabhängige Journalist Huang Qi ist ohne Prozess seit 2 Jahren inhaftiert. Er hat es immer abgelehnt, sich schuldig zu bekennen. Er wurde im November 2016 inhaftiert und beschuldigt, Staatsgeheimnisse ans Ausland weitergegeben zu haben, ein Vergehen, das mit der Todesstrafe geahndet werden kann. Während seiner Haft ist er nach eigener Aussage mehrfach gefoltert und auch durch Mitgefangene geschlagen worden, damit er ein Schuldbekenntnis ablege. Das hat er immer abgelehnt. Er hat viel an Gewicht verloren, seinem Anwalt hat er im September 2018 mehrere Blutergüsse auf der Brust gezeigt. Er habe im August allein 12 Befragungen gehabt, in denen er jeweils sogar von einem Staatsanwalt geschlagen worden sei.             
Als Gründer des unabhängigen Informationssenders 64 Tianwang war er bereits in früheren Jahren inhaftiert gewesen, so 2003, als er über die prodemokratische Bewegung von 1989 berichtet hatte und 2008, als er über den Tod der vielen Schüler, die bei einem Erdbeben umgekommen waren, recherchiert hatte. Von diesen Haftaufenthalten hat er zahlreiche körperliche Gebrechen behalten. Sein Gesundheitszustand hat sich nun so verschlechtert, dass seine Mutter fürchtet, er werde im Gefängnis sterben.   
Information: Besonders von inhaftierten Journalisten und Anwälten werden Geständnisse unter Folter erpresst. Diese werden dann im Fernsehen gezeigt, nachdem man in oft mehrstündiger Prozedur erreicht hat, dass der Häftling eine schuldbewusste Mine zeigt. Diese Bekenntnisse sollen der Abschreckung dienen.             
Gebet: Guter Gott, zeige dem geschundenen Journalisten Huang Qi Deine Nähe. Hilf, dass seine Gesundheit nicht noch mehr leidet und dass ihm ein fairer Prozess gemacht wird. Wir bitten darum, dass Lüge, Erpressung und Folter im chinesischen Strafvollzug ein Ende finden.

Denken wir an einen inhaftierten Minister in ERITREA 
Der ehemalige eritreische Finanzminister Berhane Abrehe wurde am 17. September verhaftet. Er befand sich gerade mit einem seiner Söhne beim Frühstück in der Hauptstadt Asmara, als Sicherheitsbeamte auf ihn zukamen. Sie forderten ihn auf, mit ihnen zu kommen und brachten ihn an einen unbekannten Ort. Seine Familie hat bislang weder Informationen über sein Schicksal und seinen Verbleib noch die Möglichkeit, ihn zu kontaktieren. Seine Verhaftung könnte im Zusammenhang mit der Veröffentlichung seines neu erschienenen Buches stehen. Das Buch trägt den Titel Eritrea Hagerey (Eritrea, mein Land) und kritisiert das gegenwärtige politische System Eritreas. Die Bevölkerung wird in dem Buch dazu aufgerufen, sich friedlich für demokratische Veränderungen im Land einzusetzen. Weiterhin wurde eine Audiobotschaft von Berhane Abrehe veröffentlicht, in der der Präsident Isaias Afwerki für das Leid der eritreischen Bevölkerung verantwortlich gemacht wird. Berhane Abrehes Frau Almaz Habtemariam befindet sich seit einem Jahr ohne Verfahren in Haft. Ihr wird vorgeworfen, ihrem Sohn erlaubt zu haben soll, Eritrea ohne die Genehmigung der Regierung zu verlassen. Das Land ohne Genehmigung zu verlassen ist in Eritrea nicht erlaubt.             
Gebet: Himmlischer Vater, wir bitten dich für Almaz Habtemariam und ihren Mann Berhane Abrehe. Wir hoffen auf ein faires Verfahren und ihre baldige Freilassung. Schütze beide vor Folter und Misshandlung. Ebenso hoffen wir auf Entwicklungen in Eritrea hin zu mehr Demokratie und freiheitlichen Rechten.

Denken wir an einen Gefangenen im IRAN
Der iranische Menschenrechtsverteidiger und gewaltlose politische Gefangene Arash Sadeghi befindet sich seit über zwei Jahren im Gefängnis und verbüßt dort zwei Haftstrafen von insgesamt 19 Jahren. Er wurde allein wegen seiner friedlichen Menschenrechtsarbeit für schuldig befunden, unter anderem in Zusammenhang mit der Weiterleitung von Informationen zur Menschenrechtslage im Iran an Amnesty International. Seit einem 71-tägigen Hungerstreik leidet Arash Sadeghi an zahlreichen Erkrankungen. Weil ihm die Strafverfolgungsbehörden die Verlegung in medizinische Einrichtungen außerhalb des Gefängnisses verweigerten, hat sich sein Zustand weiter verschlechtert. In den vergangenen 20 Monaten klagte er zudem über anhaltende Schmerzen im Ellenbogen und in den Schultern. Als er im Mai 2018 endlich im Krankenhaus untersucht wurde, stellten die Ärzte einen Knochentumor fest. Einen Antrag auf Verlegung in ein Krankenhaus, das auf die Behandlung von Krebserkrankungen spezialisiert ist, lehnten die Behörden jedoch ab.          
Gebet: Himmlischer Vater, du kennst die Situation von Arash Sadeghi. Gib ihm Kraft und Hoffnung. Wir bitten für ihn um die nötige medizinische Versorgung und seine Freilassung.

 

Ich glaube, dass Gott aus allem, auch aus dem Bösesten,
Gutes entstehen lassen kann und will.
Dafür braucht er Menschen, die sich alle Dinge zum Besten dienen lassen.

(aus dem Glaubensbekenntnis von Dietrich Bonhoeffer 1934)


Denkt an die Gefangenen,
als ob ihr selbst mit ihnen im Gefängnis wärt.
Denkt an die Misshandelten,
als müsstet ihr ebenso leiden wie sie.

Hebr. 13,3

Was Sie tun können


Aktion Glockenzeichen

Zum 70. Jahrestag der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte ruft die ACAT dazu auf, ein weithin hörbares akustisches Signal mit einem einminütigem Glockenläuten zu setzen und dies ggf. mit einem geistlichen Impuls zu unterstützen. Lesen Sie dazu einen Brief des Geschäftsführenden ACAT Vorstandes und einen Vorschlag für den geistlichen Impuls.

- Download des Briefes
- Download des Vorschlages

 

Menschenrechte auf dem Rückzug

Titelbild Seminar

Bei der Tagung der Katholischen Akademie Schwerte in Zusammenarbeit mit der ACAT Deutschland (14. - 16.09.2018) wird das Thema Menschenrechte in Zeiten von Populismus und Extremismus beleuchtet. Einzelheiten des Programms entnehmen Sie bitte dem angehängten Flyer.

Seminarbericht in ACAT Aktuell 10/2018

Mitschriften der Vorträge sind jetzt hier verfügbar:

 

gebetswache2015
gebetswache web

Nächtliche Gebetswache für Folteropfer

Die ACAT-Gruppe auf der Ruhrhalbinsel hält die Gebetswache seit Jahren in 2 Kirchen (kath. und evang.) und geht zu Fuß von der einen zur anderen. Deshalb teilt sie das Thema in 2 Teile auf, betet in jeder Kirche für 5 der 10 Folteropfer und lässt jeweils einen Unterstützerbrief schreiben. Nutzen Sie den angehängten Ablauf gern auch für Ihren Gottesdienst / Ihr Gebet.
 
Weitere Informationen hier.

Erfahrungen Ruhrhalbinsel Essen hier lesen


Ein Gespür für die Unterdrückten

Die Zeitschrift "Lebenslauf" (Bundesverlag, Witten) hat den bisherigen Lebensweg von
Magdalena Marx, der sehr eng mit dem Weg der ACAT Deutschland verknüpft ist, in einem eindruckvollen Artikel nachgezeichnet.


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