ACAT - Deutschland

Aktion der Christen für die Abschaffung der Folter - Action des Chrétiens pour l’Abolition de la Torture

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Gebet_Kreuz

Denkt an die Gefangenen,
als ob ihr selbst mit ihnen im Gefängnis wärt.
Denkt an die Misshandelten,
als müsstet ihr ebenso leiden wie sie.

Hebr. 13,3


Denken wir an vier unbeugsame Frauen in ÄGYPTEN           
Schläge, Elektroschocks, Herausreißen der Fingernägel – Folter durch Sicherheitskräfte ist Alltag in Ägypten. Doch Präsident Abdel Fattah al-Sisi leugnet das konsequent. Das Nadeem-Zentrum aus Kairo macht regelmäßig Folterfälle öffentlich. Vier Frauen betreiben die einzige Klinik in Ägypten, in der gefolterte Menschen behandelt werden. Die Regierung versucht ihr Engagement mit aller Macht zu unterdrücken und das Ausmaß der Folter durch Sicherheitskräfte zu vertuschen.  Das Zentrum wurde von der Regierung geschlossen, zwei der Leiterinnen wurden mit Reiseverboten bestraft. Doch die unbeugsamen Frauen des Nadeem-Zentrums nehmen das nicht hin. Sie machen weiter. Trotz aller Widerstände berichtet ihr Team über Folter und setzt die Behandlung von Folterüberlebenden fort. "Wir finden immer einen Weg, wie wir Betroffenen Hilfe anbieten können. Seit der Schließung der Klinik haben wir nicht einen einzigen Tag lang aufgehört, Patientinnen und Patienten zu treffen", sagt Aida Seif al-Dawla. (Quelle: Amnnesty international Deutschland)       
Gebet: Gott, das Engagement und die Widerstandskraft der vier Frauen Aida, Magda, Mona und Suzan beeindrucken uns. Wir bitten dich um kreative Ideen für sie und um Kraft zum Durchhalten ihrer so wichtigen Arbeit.

Denken wir an eine Mutter in willkürlicher Haft im JEMEN  
Im Oktober 2016 brach die 22-jährige Asmaa al-Omeissy mit ihren beiden Kindern aus dem südlichen Jemen (al-Mukhalla) zu ihrem Vater in den von Huthis kontrollierten Norden des Landes auf, nachdem ihr Mann im Monat zuvor im Krieg getötet worden war. Ein Freund fuhr sie und ihre Kinder im Auto. Am 07.10.2016 wurde sie bei einem Checkpoint der Huthis in Sana’a aus dem Auto gezerrt und verhört, festgenommen, misshandelt und gefoltert. Auch ihr Vater wurde verhört und festgenommen. Sie wurde ständig in andere Gefängnisse verlegt und an geheimen Orten von der Kriminalpolizei festgehalten. Dadurch war es ihr monatelang nicht möglich, zu ihren Kindern und anderen Angehörigen Kontakt zu haben. Sie ist bis heute im Todestrakt des Gefängnisses in Haft und ist weiterhin Misshandlungen ausgesetzt. Asmaa al-Omeissy ist kein Einzelfall. Seitdem die bewaffnete Gruppe der Huthis weite Teile des Jemen kontrolliert, geht die Zahl der Menschen, die verschwinden, inhaftiert, misshandelt und gefoltert werden, in die Tausende. Gründe dafür sind deren vermutete politische Meinung oder religiöse Überzeugung.    
Gebet: Die Willkür, mit der im Jemen Menschen verhaftet und misshandelt werden, erschrickt uns, Gott. Du vergisst die Opfer nicht. Du kennst jede und jeden von ihnen mit Namen. Wir bitten dich für Frau al-Omeissy und alle anderen: Lass ihnen Recht widerfahren.

Denken wir an 6 Gefangene in VIETNAM
Am 5. April 2018 fand in Hanoi der Prozess gegen 6 Mitglieder des zivilgesellschaftlichen Vereins „Bruderschaft für die Demokratie“ statt. Sie wurden auf Grund des Artikels 79 der Strafgesetzordnung verurteilt wegen „Aktivitäten, die darauf zielen, die öffentliche Verwaltung zu stürzen“. Der Rechtsanwalt Nguyen Van Die erhielt mit 15 Jahren Haft und weiteren 5 Jahren Hausarrest die härteste Strafe. Er ist Mitbegründer der Bruderschaft und verteidigte Menschenrechtsaktivisten und Mitglieder religiöser Minderheiten. Er war deswegen schon 2007 zu 4 Jahren Haft verurteilt und aus der Anwaltskammer gestrichen worden. Im Dezember 2015 war er während einer Menschenrechts-Schulung verhaftet worden. Er konnte seinen Prozess nicht korrekt vorbereiten, da die Familie keinen Anwalt nehmen durfte. Er leidet an Gelenkschmerzen, da er auf dem Zementboden schlafen und somit extreme Hitze im Sommer und Kälte im Winter ertragen musste. Eine Darmerkrankung durfte er nicht behandeln lassen.
Seine Rechtsanwaltskollegin Le Thu Ha wurde wie er im Dezember 2015 verhaftet, als sie zu einem Treffen zum Thema Menschenrechte mit Mitgliedern einer europäischen Delegation gehen wollte. Sie wurde zu 9 Jahren Haft verurteilt. Der Pfarrer Nguyen Trung Ton und der Journalist Truong Minh Duc wurden zu 12 Jahren Haft und weiteren 3 Jahren Hausarrest verurteilt. Der Pfarrer war Präsident der Bruderschaft, er trat vor allem für die Religionsfreiheit ein. Auch er ist früher bereits mehrere Jahre in Haft gewesen, ist dort gefoltert worden und leidet an den Folgen. Die Familie durfte ihm keine Medikamente bringen. Der Journalist hatte im Internet in seinen Texten Korruption und Menschenrechtsverletzungen in Vietnam angeprangert. Auch er war vorher 5 Jahre in Haft gewesen, weil er „gegen die Interessen des Landes verstoßen“ habe.
Der Jurist Nguyen Bac Truyen wurde zu 11 Jahren Haft verurteilt. Er trat für freie Religionsausübung ein, organisierte den Zusammenschluss von ehemaligen religiösen und politischen Gefangenen und verteidigte unentgeltlich Opfer von Landenteignung. Er war wegen „Propaganda gegen den Staat“ zwischen 2006 und 2010 bereits inhaftiert und danach mehrfach auch gewaltsam von Beamten in Zivil attackiert worden. Er leidet an Herz- und Darmproblemen, die nun in der Haft nicht behandelt werden. Pham Van Troi wurde zu 7 Jahren Haft verurteilt. Auch er war bereits 4 Jahre inhaftiert, hat sich nach seiner Freilassung 2012 dennoch weiter für Menschenrechte und Demokratie eingesetzt trotz vieler Belästigungen durch den Staat.
Gebet: Guter Gott, wir haben Achtung vor dem Mut dieser Männer und Frauen, die sich ungeachtet ihres persönlichen Wohls immer wieder für ihre Mitmenschen eingesetzt haben. Gib, dass sie in der Haft nicht verzweifeln. Lass die Verantwortlichen die Unrechtmäßigkeit ihres Tuns einsehen. Hilf, dass diese harten Urteile durch faire Prozesse revidiert werden.

Denken wir an einen verschwundenen Menschenrechtler in PAKISTAN
Der Journalist Deedar Ali Shabrani aus der pakistanischen Provinz Sindh wurde am 16.12.2017 von bewaffneten Unbekannten aus seinem Haus geholt. Es ist bekannt, dass er Regierungskritik äußerte und auf das Vorgehen des Verschwindenlassens aufmerksam machte.  Sein Aufenthaltsort ist unbekannt. Er schwebt in Gefahr, gefoltert oder sogar getötet zu werden.
Gebet: Himmlischer Vater, schütze das Leben und die Gesundheit von Deedar Ali Shabrani. Gib seiner Familie und mit ihnen allen Angehörigen von Verschwundenen in Pakistan Hoffnung und Kraft in der so ungewissen Situation.

Denken wir an einen ehemaligen ACAT-Mitarbeiter aus BURUNDI
Der Menschenrechtler Germain Rukuki, über den wir schon in anderen Gebetsblättern berichtet haben, ist weiterhin inhaftiert, nachdem er am 3. April diesen Jahres eine weitere Anhörung vor Gericht hatte. Er war am 13. Juli 2017 festgenommen worden und war zunächst beim Geheimdienst inhaftiert. Ihm wird vorgeworfen, im Jahr 2015 ein Teil der Aufstandsbewegung gegen die dritte Amtszeit des Präsidenten gewesen zu sein. Germain Rukuki war früher Mitarbeiter von ACAT-Burundi, bevor diese 2016 vom Innenminister geschlossen wurde.
Gebet: Guter Gott, wir sind dankbar für die mutige und wichtige Arbeit von Menschenrechtlern wie Germain Rukuki. Wir hoffen auf ein faires Verfahren und seine Freilassung. Wir bringen die politischen Entscheidungsträger von Burundi vor dich: Begegne du ihnen, lass sie ihre Verantwortung für das Land und für das Volk erkennen und danach handeln.

Denken wir an einen von Folter bedrohten Anwalt in CHINA
Der Menschenrechtsanwalt Yu Wensheng wurde am 19. Januar 2018 von der Polizei abgeführt, als er seinen Sohn zur Schule bringen wollte. Er war zunächst in Peking inhaftiert, wurde dann aber an einen anderen Ort gebracht, an dem er ohne Kontakt zur Außenwelt festgehalten wird. Er konnte bisher weder seine Familie noch seine Anwälte sehen. Nun legten die Behörden ein Schreiben vor, in dem Yu Wensheng seine Anwälte von ihrem Mandat entbindet und seine Familie bittet, keine weiteren Anwälte aufzusuchen. Vor seiner Festnahme hatte er aber deutlich gemacht, dass er – solange er nicht Folter oder vergleichbarer Misshandlung ausgesetzt sei – nicht auf seine Rechtsbeistände verzichten würde. Die Gefahr ist daher als sehr hoch einzuschätzen, dass er der Folter oder anderen Misshandlungen ausgesetzt ist.  
Gebet: Gott, wir sind in großer Sorge um Yu Wensheng. Wir bitten dich für Yu Wensheng um Freilassung und menschenwürdige und faire Behandlung. Lass ihn und seine Familie deine Gegenwart spüren und daraus Kraft und Hoffnung schöpfen.

 

 

Gott, wir danken dir für alle,
die sich für Frieden einsetzen.
Für alle, die sich für Gerechtigkeit
und Versöhnung einsetzen.
Wir danken dir für alle,
die an dich glauben und dich lieben.
Diese Menschen stärken unser Vertrauen auf dich.

(Aus dem „Gebet für den Katholikentag 2018“)


Denkt an die Gefangenen,
als ob ihr selbst mit ihnen im Gefängnis wärt.
Denkt an die Misshandelten,
als müsstet ihr ebenso leiden wie sie.

Hebr. 13,3

Was Sie tun können


Aktion Glockenzeichen

Zum 70. Jahrestag der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte ruft die ACAT dazu auf, ein weithin hörbares akustisches Signal mit einem einminütigem Glockenläuten zu setzen und dies ggf. mit einem geistlichen Impuls zu unterstützen. Lesen Sie dazu einen Brief des Geschäftsführenden ACAT Vorstandes und einen Vorschlag für den geistlichen Impuls.

- Download des Briefes
- Download des Vorschlages

 

Menschenrechte auf dem Rückzug

Titelbild Seminar

Bei der Tagung der Katholischen Akademie Schwerte in Zusammenarbeit mit der ACAT Deutschland (14. - 16.09.2018) wird das Thema Menschenrechte in Zeiten von Populismus und Extremismus beleuchtet. Einzelheiten des Programms entnehmen Sie bitte dem angehängten Flyer.

Seminarbericht in ACAT Aktuell 10/2018

Zusammenfassung der Vorträge folgender Personen sind jetzt verfügbar:

Professor Dr. Peter G. Kirchschläger
Martin Patzelt MdB

 

gebetswache2015
gebetswache web

Nächtliche Gebetswache für Folteropfer

Die ACAT-Gruppe auf der Ruhrhalbinsel hält die Gebetswache seit Jahren in 2 Kirchen (kath. und evang.) und geht zu Fuß von der einen zur anderen. Deshalb teilt sie das Thema in 2 Teile auf, betet in jeder Kirche für 5 der 10 Folteropfer und lässt jeweils einen Unterstützerbrief schreiben. Nutzen Sie den angehängten Ablauf gern auch für Ihren Gottesdienst / Ihr Gebet.
 
Weitere Informationen hier.

Erfahrungen Ruhrhalbinsel Essen hier lesen


Ein Gespür für die Unterdrückten

Die Zeitschrift "Lebenslauf" (Bundesverlag, Witten) hat den bisherigen Lebensweg von
Magdalena Marx, der sehr eng mit dem Weg der ACAT Deutschland verknüpft ist, in einem eindruckvollen Artikel nachgezeichnet.


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