ACAT - Deutschland

Aktion der Christen für die Abschaffung der Folter - Action des Chrétiens pour l’Abolition de la Torture

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Fast 1000 Tage ohne Sohn

-Werner Storksberger- Robert Rother schläft auf Holzlatten, Bettwäsche wurde ihm
entzogen, die Ketten, mit denen er gefesselt wurde, haben ihre Male auf seinem
Körper hinterlassen. Dramatisch schildert Elfi Rother die Haftbedingungen, unter
denen ihr Sohn Robert in China zu leiden hat. „Und sein Zustand wird immer
schlimmer“, versichert die Frau, deren Lebensinhalt mittlerweile darin besteht, die
Welt für ihren Sohn zu mobilisieren. Bisher kämpft die Frau aus Unna jedoch gegen
Windmühlen. Auch Reaktionen auf ihr Buch „Fast 1000 Tage“, in dem sie das Schicksal
ihres Sohnes in China schildert, blieben bisher aus.

Nicht ganz. Die in Lüdinghausen ansässige christliche Menschenrechtsorganisation
ACAT nimmt sich des Schicksals des jungen Mannes an, der seit dem 21. Mai 2011 in
China inhaftiert ist – bisher ohne Anklage und Begründung. In ihrem Dezember-
Rundbrief fordert die Organisation die Mitglieder auf, sich schriftlich an die chinesische
Regierung und die Botschaft in Berlin zu wenden, um Druck auszuüben. Ob das hilft?
„Manchmal gibt es zumindest Hafterleichterungen, wenn die Fälle öffentlich werden“,
berichtet Annegret Hutzenlaub, die das Büro in Lüdinghausen leitet. Und: „Der größte
Feind der Folter ist die Öffentlichkeit“, weiß sie aus Erfahrung unzähliger Schreiben an
Regierungen.

Robert Rother braucht dringend Hafterleichterungen. Er kennt bis heute noch nicht den
Grund seiner Inhaftierung, versichert Mutter Elfi, die ihren Sohn am 28. Oktober für
40 Minuten zum letzten Mal sah. Sie stellte eine weitere Verschlechterung seine
Gesundheitszustandes fest. Zumindest wurde er schon mal auf die Krankenstation des
Gefängnisses verlegt. Aber von einer medizinischen Versorgung will Elfi Rother nicht
sprechen. „Er ist am Ende seiner Kräfte“, versichert die Frau. Was ihr noch mehr
Sorge macht: Robert hat Andeutigen über einen Suizid gemacht.

Robert Rother ist kein Junkie oder Abenteurer. Er ging als Investmentbanker nach
China. Rother war erfolgreich. Am 21. Mai 2011, als er den Meister-Titel seines BVB in
einer Hotelbar feiern wollte, wurde er inhaftiert. Ohne Nennung von Gründen, wie die
Mutter versichert. Seitdem wartet der junge Mann im Untersuchungsgefängnis
Nummer 3 der Stadt Shenzhen in der Provinz Guangdong auf seinen Prozess. „Aber
bisher ist noch nicht einmal eine Anklage bekannt“, versichert seine Mutter. Und ohne
Anklage auch kein Prozess. In diese Wunde legt auch die ACAT-Sektion ihren Finger.
„Es muss ihm Gelegenheit gegeben werden, zu den Vorwürfen Stellung zu nehmen“,
fordert die Menschenrechtsorganisation in ihrem jüngsten Rundschreiben.

Mittlerweile geht Elfi Rothers das Geld aus. 100 000 Euro hat sie mittlerweile für Flüge
und die Reisen nach China ausgegeben. Hinzu kommen Rechtsanwaltskosten. Mit
ihrem Buch hofft sie auf Einnahmen. Außerdem ist sie häufig unterwegs und hält
Vorträge über das Schicksal ihres Sohnes.


Werner Storksberger
Autor: Westfälische Nachrichten


 

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Nächtliche Gebetswache für Folteropfer 25./26. Juni

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