ACAT - Deutschland

Aktion der Christen für die Abschaffung der Folter - Action des Chrétiens pour l’Abolition de la Torture

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Gebet_Kreuz

Denkt an die Gefangenen,
als ob ihr selbst mit ihnen im Gefängnis wärt.
Denkt an die Misshandelten,
als müsstet ihr ebenso leiden wie sie.

Hebr. 13,3

Denken wir an verschleppte Männer in MEXIKO
Seit drei Jahren sind 8 Männer der Familie Munoz aus Anahuac (Chihuahua) verschwunden. Im Juni 2011 hatte die Familie Munoz während einer Familienfeier eine Auseinandersetzung mit einer Person, die in der Nähe ihres Hauses Schüsse abgab. Die örtliche Polizei weigerte sich einzuschreiten. Stunden später erschienen mehrere Fahrzeuge ohne Kennzeichen und bewaffnete Männer in schwarzen Uniformen. Sie schlugen die Männer, bedrohten die Frauen und Kinder, plünderten das Haus und nahmen die 8 Männer mit. Die Familie erhob eine Klage bei der Regierung von Chihuahua. Diese wollte zunächst die Polizisten wegen unterlassener Hilfestellung belangen. Später gab sie die Verfolgung des Falls wegen fehlender Beweismittel auf.
In der Gegend, in der die Familie lebt, wurde ein geheimer Graben entdeckt, in dem sich die verwesten Überreste von menschlichen Körpern befanden und ein Gürtel, der einem der Familie gehören könnte. Aber die örtlichen Behörden erlauben keine Identifizierung der Körper.
Gebet: Guter Gott, hilf der Familie Munoz, dass das Schicksal der gewaltsam verschleppten Familienmitglieder aufgeklärt wird und die Familie nicht mehr mit der schrecklichen Ungewissheit leben muss. Hilf dem mexikanischen Volk, dass die Regierung den Willen und die Kraft hat, die Komplizenschaft zwischen Polizei und kriminellen Banden zu beenden und die Bürger vor Übergriffen zu schützen.

Denken wir an einen inhaftierten Menschenrechtler in OMAN
Der Menschenrechtler Saeed Jaddad wurde am 10.12.14 von Sicherheitskräften in seiner Wohnung in Salala, der Hauptstadt des Gouvernements Dhofar, festgenommen. Seine Wohnung wurde durchsucht, Telefon und Computer beschlagnahmt. Trotz wiederholter Anfragen der Familienangehörigen bei den Behörden erhielten sie bisher weder Auskunft über den Grund noch über den Verbleib von Saeed Jaddad. Er leidet an einer Herzerkrankung und muss bestimmte Medikamente einnehmen. Diese hatte er nicht bei sich, als er festgenommen wurde. Zuvor, am 31.10.14, wurde Saeed Jaddad daran gehindert, aus Oman auszureisen. Am Flughafen Salala teilten ihm Angehörige der Einwanderungsbehörde mit, dass er seit Juli 2014 einem Reiseverbot unterliege und konfiszierten seinen Reisepass. Möglicherweise handelt es sich bei ihm um einen gewaltlosen politischen Gefangenen, der nur wegen der friedlichen Wahrnehmung seines Rechts auf Meinungsfreiheit in Haft ist. Er wird ohne Kontakt zur Außenwelt in Haft gehalten.
Gebet: Gott, sei mit deiner Kraft bei Saeed Jaddad und seiner Familie und lass ihn deine Gegenwart spüren. Wir sind dankbar für seine wichtige Arbeit als Menschenrechtler.

Denken wir an einen Gefangenen im SUDAN
Am 6.12.2014 wurde Amin Mekki Medani, 76 Jahre alt und Präsident der sudanesischen Zivilgesellschaft, in seinem Haus in Khartoum von Agenten des Sicherheitsdienstes ohne Angabe von Gründen festgenommen. Er wird nun seit 23 Tagen an einem unbekannten Ort und ohne Anklage festgehalten. Er wurde direkt nach seiner Rückkehr aus Addis Abbeba verhaftet, wo er sich mit Vertretern der sudanesischen Zivilgesellschaft, mit Vertretern der Opposition und der bewaffneten Opposition getroffen hatte. Sie hatten zusammen den „Appell des Sudan“ unterzeichnet, der besagte, dass sie auf eine Beendigung des Konfliktes, vor allem in Darfour, hinarbeiten wollten. Auch zwei weitere sudanesische Vertreter der Opposition wurden am 6.Dezember verhaftet. Am 18.12. 2014 hat das europäische Parlament eine Resolution wegen der Verhaftung von Herrn Medani verabschiedet, in der die sudanesische Regierung aufgefordert wird, Meinungsfreiheit im Sudan zu erlauben und Herrn Medani unverzüglich freizulassen.
Gebet: Guter Gott hilf, dass Herr Medani und die anderen Verhafteten bald freigelassen werden. Schütze sie vor Misshandlung. Hilf auch, dass Meinungsfreiheit im Sudan zugelassen wird und Frieden im Land einkehren kann.

Denken wir verletzte und getötete Schüler in INDONESIEN/WEST-PAPUA
Am Abend des 7. Dezember hatten indonesische Soldaten eine Gruppe von Kindern in Enarotali (Landkreis Panai) verprügelt, nachdem diese angeblich einem vorbeifahrenden Militärfahrzeug zugerufen hätten. Am darauffolgenden Morgen, zwei Tage vor dem internationalen Tag der Menschenrechte, kamen etwa 800 Mitglieder der Papua-Gemeinde zusammen, darunter auch Frauen und Kinder, um vor der lokalen Militäreinrichtung mit dem traditionellen WaitaTanz die Tat anzuklagen. Wie mehrere Menschenrechtsorganisationen berichten haben Polizei und Militär in die Menschenmenge geschossen, angeblich weil sie sich bedroht gefühlt hätten. Durch die Schüsse kamen fünf Schüler ums Leben, 17 weitere Personen wurden verletzt, darunter fünf Grundschulkinder. Dieser Vorgang widerspiegelt das Muster von Gewalt der letzten Jahre. Bei Tötungen, Folter und Misshandlungen durch Polizei und Militär werden die Täter in den meisten Fällen nicht zur Verantwortung gezogen.
Gebet: Gott, du lenkst die Herzen der Menschen. Wir bitten dich: gib, dass alle, die Macht haben und Verantwortung tragen, erkennen und tun, was der Gerechtigkeit dient, damit die Menschen in Papua in Gerechtigkeit und Frieden leben können.

Denken wir an von Hinrichtung Bedrohte in PAKISTAN
Laut Amnesty International gibt es zurzeit über 8000 Todeskandidaten in pakistanischen Gefängnissen. Nach dem Anschlag auf eine Schule in Peschawar am 16.12.14 hat der Premierminister von Pakistan das bis dahin geltende Hinrichtungsmoratorium aufgehoben. Bereits sechs Männer wurden seitdem hingerichtet. Weitere Todesurteile könnten jederzeit vollstreckt werden. Auch Shafqat Hussain droht die Todesstrafe. Er wurde wegen Entführung und fahrlässiger Tötung schuldig gesprochen und war zur Tatzeit erst 14 Jahre alt. Pakistan ist es durch zwei internationale Verträge verboten, die Todesstrafe gegen Personen zu verhängen, die zur Tatzeit jünger als 18 Jahre alt waren.
Gebet: Gott, du gibst Leben. Wir als deine Geschöpfe dürfen anderen nicht das Recht zu Leben absprechen. Wir bitten dich, wirke in Pakistan, sei bei den Verantwortlichen für die Entscheidungen über Todesstrafen. Schütze das Leben von Shafqat Hussain und allen anderen Gefangenen in den Todestrakten der pakistanischen Gefängnisse.

Denken wir an einen Gefangenen in RUANDA
Am 13.11.2014 wurde Herr Emile Garafita in Nairobi gewaltsam durch Zivilpersonen, die nach Zeugenaussagen eine fremde Sprache sprachen, verschleppt. Er sollte als Zeuge vor der französischen Justiz aussagen in der Affäre des Attentats gegen Habyarimana, das im April 1994 den Genozid in Ruanda ausgelöst hatte. Emile Garafita, ehemaliger Angehöriger des militärischen Flügels der patriotischen Front, hatte sich 2009 von der Partei losgesagt und sich vor zwei Monaten in Nairobi unter neuem Namen niedergelassen. Er wurde genau an dem Tag verschleppt, an dem er als Zeuge aussagen sollte. Es war allen Parteien seit Wochen bekannt, dass er als Zeuge behaupten würde, dass er 1994 die Geschosse, die das Flugzeug des ehemaligen Präsidenten Habyarimana abschießen sollten, auf dem Transport zum Hauptquartier der patriotischen Front in Kigali bewacht habe. Somit würde es als glaubwürdig erscheinen, dass die patriotische Front, die aktuell an der Macht in Kigali ist, die Verantwortung für das Attentat trägt. Bis heute vermeiden die kenianischen Behörden es aus politischen Gründen, die von Zeugen bestätigte Verschleppung von Herrn Garafita aufzuklären. Sein Leben ist in Gefahr.
Gebet: Guter Gott, schütze das Leben von Herrn Garafita. Hilf auch, dass die Vorgänge um das Attentat des ehemaligen Präsidenten aufgeklärt werden können, damit die Verantwortlichen zur Rechenschaft gezogen werden und in der Zukunft Frieden unter den Parteien herrschen kann.

Denken wir an inhaftierte Baha'i im IRAN
Sieben führende Mitglieder der Baha'i-Glaubensgemeinschaft verbüßen derzeit eine 20-jährige Haftstrafe im Iran. Es handelt sich um zwei Frauen und fünf Männer: Fariba Kamalabadi, Jamaloddin Khanjani, Afif Naeimi, Saeid Rezaie, Mahvash Sabet, Behrouz Tavakkoli und Vahid Tizfahm. Sie wurden 2008 festgenommen und 2010 wegen "Spionage für Israel", "Beleidigung religiöser Heiligtümer" und "Propaganda gegen das System" verurteilt, wobei die Anklage „Spionage“ inzwischen fallengelassen wurde. Sehr wahrscheinlich sind sie jedoch allein wegen der friedlichen Ausübung ihrer Religion inhaftiert. Die Baha'i werden im Iran verfolgt, da ihr Glaube in der iranischen Verfassung nicht als offizielle Religion anerkannt ist.
Gebet: Guter Gott, schütze das Leben und die Gesundheit der Inhaftierten und schenke ihnen Freiheit. Wir hoffen weiterhin auf Änderungen hin zu Religions- und Glaubensfreiheit im Iran.

Denken wir an ein entführtes Ehepaar in der UKRAINE
Ein Ehepaar ist am 30.11.14 in Donezk in der Ostukraine von bewaffneten Männern entführt worden. Anna Sergienko und ihr Ehemann Victor Gorbenko befanden sich auf der Heimfahrt von ihrem Arbeitsplatz, als zwei PKWs und ein weißer Kleinbus sie verfolgten, zum Anhalten zwangen, beide in den weißen Kleinbus zerrten und wegfuhren. Dieser Vorfall ist in einem Video zu sehen, das von einem Augenzeugen aufgenommen wurde. Ein Angehöriger gab an, dass er über Beweismaterial dafür verfüge, dass das Ehepaar von dem örtlichen Kosakenverband festgehalten werde. Es sei jedoch nicht klar, was der Verband will und wie man mit den Mitgliedern verhandeln könne. Es wurde Anzeige bei den örtlichen De-facto-Behörden, der sogenannten Volksrepublik Donezk, erstattet, doch nach wie vor ist der Aufenthaltsort der beiden unbekannt. Sie sind möglicherweise in Lebensgefahr.
Gebet: Guter Gott, schütze das Leben von Anna Sergienko und Victor Gorbenko.

Denken wir an einen Gefangenen in CHINA
Der 83-jährige römisch-katholische Bischof Jakob Su Zhimin wurde wegen seiner Weigerung, aus Treue zum Heiligen Stuhl, der „Patriotischen Vereinigung“ beizutreten, mehrmals verhaftet. In den ersten 20 Jahren seiner verschiedenen Aufenthalte in Gefängnissen, Arbeitslagern und Polizeigewahrsam wurde er so schwer misshandelt, dass er teilweise sein Gehör verlor. Es wurde auch nie eine Anklage gegen ihn erhoben. Im Mai 1996 wurde er wieder einmal mit seinem Helfer, Bischof An Shuxin, und weiteren Priestern und religiösen Führern in Donglu (Provinz Hebei) verhaftet. Er konnte fliehen und einige Monate untertauchen. Aus dem Untergrund schrieb er einen offenen Brief an die chinesische Regierung, in dem er die Respektierung der Religionsfreiheit und der Menschenrechte forderte. Am 8. Oktober 1997 verhaftete ihn der Staatsschutz wieder. Seither wurde er nur einmal im Jahr 2003 kurz in einem Hospital gesehen. Sonst gab es lange kein Lebenszeichen mehr von ihm. Nun gibt es einen Hinweis von einem freigelassenen Priester, dass er vielleicht freigelassen wird.
Gebet: Herr, du hast in den vielen Jahren der Gefangenschaft Bischof Jakob Su Zhimin durch deine Nähe und Liebe gestärkt. Wir danken dir und bitten dich, bleibe auch weiterhin bei ihm. Wir hoffen, dass sein Leidensweg bald ein Ende hat.

Denken wir an einen gefolterten Gefangenen auf den PHILIPPINEN
Der 34-jährige Jerryme Corre wurde im Januar 2012 von der Polizei festgenommen und beschuldigt, einen Polizisten getötet zu haben. Er ist bis heute in Haft, ohne dass seine Schuld nachgewiesen wurde. Vermutlich handelt es sich um eine Verwechslung. Seinen Angaben zufolge wurde er gefoltert. Nach seiner Festnahme und während den Verhören wurde er mehrmals schwer gefoltert. Dabei wurde Jerryme Corre wiederholt "Boyet" genannt. Er sagte ihnen, dass dies nicht sein Name sei, auch ein Vertreter der Dorfgemeinschaft sagte der Polizei, dass sie die falsche Person festgenommen habe. Er wurde aber nicht freigelassen, er legte auch kein Geständnis ab. Schließlich wurde er wegen Drogenbesitzes statt Mords an einem Polizisten angeklagt.
Gebet: Gott, betroffen und hilflos angesichts des grausamen und unfairen Vorgehens dieser philippinischen Polizisten bringen wir den Fall des Jerryme Corre vor dich. Wir bitten dich um Gerechtigkeit und ein faires Verfahren, lass die Folterer und die Verantwortlichen die Menschenwürde jedes Menschen erkennen und bewahren.

Denken wir an einen verschwundenen Mann in SYRIEN
Salaheddin al-Tabbaa war am 5.9.14 auf dem Weg von seiner Heimatstadt Damaskus in den Libanon. An der Grenze wurde er festgenommen mit der Erklärung, es läge ein Haftbefehl des Militärgeheimdienstes gegen ihn vor. Seitdem hat man nichts mehr von ihm gehört. Folter und Misshandlungen sind in Einrichtungen der syrischen Sicherheits- und Geheimdienste weit verbreitet. Familienangehörige erhielten bisher keine Auskunft über den Grund der Festnahme und den Aufenthaltsort. Salaheddin al-Tabbaa macht eine Ausbildung zum Zahntechniker und engagiert sich ehrenamtlich beim Syrisch-Arabischen Roten Halbmond für Menschen in Not. Nach Aussagen seiner Verwandten ist nicht bekannt, dass er politisch aktiv wäre. Er ist in Gefahr, gefoltert zu werden.
Gebet: Herr, sei mit deiner Kraft bei Salaheddin al-Tabbaa. Stärke ihn und seine Familie in dieser Zeit der Ungewissheit und Angst. Wir bitten um seine Freilassung.


 

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als ob ihr selbst mit ihnen im Gefängnis wärt.
Denkt an die Misshandelten,
als müsstet ihr ebenso leiden wie sie.

Hebr. 13,3

Was Sie tun können

 

Trauer um Magdalena Marx

 Uns erreichte die traurige Nachricht, dass die Gründungsvorsitzende der ACAT Deutschland, Magdalena Marx, am Sonntag, dem 28. Juni 2020, verstorben ist.

Mit ihrem Tod verlieren wir eine Persönlichkeit, die unseren Verein vom Beginn bis heute geprägt hat.
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Herbst-Tagung

"Christliches Menschenrechtsengagement im digitalen Zeitalter"

Tagung mit ACAT Deutschland e.V. in der Katholischen Akademie Schwerte vom 25.- 27. September 2020. (weiterlesen)


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Nächtliche Gebetswache für Folteropfer 25./26. Juni

Informationen zur internationalen Kampagne: hier.

Einen exemplarischen Ablaufplan für die Nächtliche Gebetswache, erstellt von der Essener Gruppe, finden sie hier.