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Aktion der Christen für die Abschaffung der Folter - Action des Chrétiens pour l’Abolition de la Torture

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Monatsgebet Oktober 2017

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Gebet_Kreuz

Denkt an die Gefangenen,
als ob ihr selbst mit ihnen im Gefängnis wärt.
Denkt an die Misshandelten,
als müsstet ihr ebenso leiden wie sie.

Hebr. 13,3


Denken wir an einen Menschenrechtsaktivisten aus CHINA         
Zhen Jianghua ist ein junger Menschenrechtsaktivist, der sich seit seinem 10. Lebensjahr für Menschenrechte engagiert. Er ist Vorsitzender der „Kampagne für die Menschenrechte in China“, die vor allem inhaftierte Menschenrechtsaktivisten unterstützt. Er setzt sich für den freien Zugang zu Informationen ein und ist technischer Berater der Organisation „Across The Great Firewall“, die darüber informiert, wie die Internetzensur in China umgangen werden kann. Er arbeitet als Experte für den chinesischen Zweig von Wikipedia und engagiert sich in der AIDS-Prävention. Am 1.9. drangen 20 Polizisten bei ihm zuhause in Zhuhai in der Provinz Guangdong ein, beschlagnahmten Unterlagen und sein Handy und inhaftierten ihn ohne Haftbefehl. Er wurde an einen unbekannten Ort gebracht. Es ist zu befürchten, dass er misshandelt wird.          
Gebet: Gott, der Mut, der diesen jungen Mann schon von Kindheit an politisch handeln ließ, beeindruckt sehr. Wir bitten dich, dass er nicht gebrochen wird und hoffen sehr darauf, dass er Kontakt zu seinen Angehörigen erhält und ein faires Verfahren.         


Denken wir an die auf den PHILIPPINEN getöteten und bedrohten Menschenrechtsaktivisten
Die Menschenrechtsorganisation Karapatan hat die Tötung von 660 Menschenrechtsaktivisten in den letzten 16 Jahren dokumentiert. Seit Amtsantritt von Präsident Duterte im Juni letzten Jahres wurden allein 50 Menschenrechtler/innen getötet. Am 16.8. empfahl Präsident Duterte der Polizei, Menschenrechtsaktivisten zu erschießen, die „die Gerechtigkeit behindern“. Am 23.8. wurde Herr Roger Timboco von Soldaten erschossen, ebenso Herr Lomer Gerodias, beides Mitglieder der Bauernorganisation KAMMO. Am 2.9. wurden Herr Jesreel Arrabis und seine Frau Dalia Arrabis, Mitglieder des Bauernverbandes FADC, von Soldaten ermordet. Am 20.8. erhielt der Vorsitzende einer Gesundheitsorganisation, Dr. Darby Santiago, Morddrohungen. Am 22.8 stürmte die Polizei das Haus des Bauernaktivisten Rolando Gumban und nahm ihn, seinen Sohn Jeremy und den Schwiegersohn Jun Roy Diane fest, ohne dass es einen Haftbefehl gab.           
Gebet: Es ist für uns unvorstellbar grausam, Gott, dass Frauen und Männer, die sich für Menschenrechte auf den Philippinen einsetzen, erschossen werden dürfen. Sei denen nahe, die ängstlich Verfolgung befürchten und denen, die sich nicht einschüchtern lassen. Wir hoffen, dass der politische Druck auf Präsident Duterte wächst und er sich an die von den Philippinen unterschriebene Menschenrechtskonvention hält.


Denken wir an einen Gefangenen in BURUNDI

Herr Germain Rukuki, langjähriges Mitglied von ACAT-Burundi, ist willkürlich inhaftiert. Er wird beschuldigt, die innere Sicherheit des Staates gefährdet zu haben, indem er mit ACAT, einer in Burundi verbotenen Organisation, zusammengearbeitet hat. Er wurde am 13. Juli 2017 in seinem Haus in Bujumbura ohne Vorlegen eines Haftbefehls verhaftet. Er wurde 14 Tage im Geheimen in den Gebäuden des Staatssicherheitsdienstes gefangen gehalten und dann in das Gefängnis von Ngozi verlegt. Bei seiner ersten Anhörung am 1. August 2017 wurde er der Rebellion beschuldigt und des Angriffs auf die innere Sicherheit des Staates. Es wurden keine Beweise dafür vorgelegt. Das oberste Gericht in Ntahangwa hat später bestätigt, dass er in präventiver Haft zu bleiben habe. Hier zeigt sich, dass das Regime von Präsident Pierre Nkurunziza, das 2015 widerrechtlich eine dritte Amtszeit des Präsidenten durchgesetzt hat, massiv Menschenrechte einschränkt und die Zivilgesellschaft schwächt, um weiter an der Macht zu bleiben und sich die damit verbundenen Pfründe zu sichern.
Gebet: Guter Gott, gib Herrn Rukuki die Hoffnung, dass sein Fall in einem fairen Prozess neu verhandelt wird. Schütze all die, die in einem autoritären Regime für die Menschenrechte eintreten.


Denken wir an einen Gefangenen in MEXIKO
Roberto Carlos Ruiz Hernández, ein Migrant aus Honduras, wurde 2013 in Chiapas gefangen genommen, als er versuchte, in die USA zu gelangen. Er wurde 10 Stunden lang schwer gefoltert. Er musste seine Fingerabdrücke auf Dokumente setzen, die er nicht lesen konnte. Er wurde inhaftiert und wegen räuberischer Erpressung anderer Migranten zu 5 Jahren Haft verurteilt. Er hat vor Gericht wegen seiner Folterungen geklagt. Ein medizinisches Gutachten stellte 2015 fest, dass seine Aussage wahrscheinlich wahr sei, es erfolgte aber keine weitere Untersuchung. Außerdem gibt es keine Hinweise, dass die ihm zur Last gelegte räuberische Erpressung der Wahrheit entspricht, da es keine Klagen von Migranten dazu gibt. Roberto Hernández ist 2014 in den Hungerstreik getreten, woraufhin ihm eine vorzeitige Freilassung für Februar 2017 angekündigt wurde. Da diese nicht erfolgte, ist Herr Hernández im August wieder in den Hungerstreik getreten. Seitdem leidet er unter einer schweren Gastritis, es wird ihm aber keine entsprechende Behandlung gewährt. Herr Hernandez sagt, dass er im Gefängnis etwa 50 Migranten begegnet sei, die wie er gefoltert und willkürlich verhaftet worden seien.
Gebet: Guter Gott, steh Herrn Hernández und den anderen Migranten aus Honduras bei, dass sie angesichts ihrer erlittenen Folterungen und der als Unrecht empfundenen Haft nicht den Lebensmut verlieren. Hilf, dass sie nach ihrer Haft ein menschenwürdiges Leben führen können.

 

Denken wir an einen zum Tod Verurteilten in den USA
Cary Michael Lambrix soll am 5. Oktober im Bundesstaat Florida hingerichtet werden. Am 6. Februar 1983 wurden zwei Leichen in der Nähe seines Wohnwagens verscharrt und später gefunden. Cary Michael Lambrix wird vorgeworfen, die beiden Personen ermordet zu haben. Als der Fall damals verhandelt wurde, gab es widersprüchliche Zeugenaussagen und die Geschworenen kamen zu keinem einstimmigen Ergebnis. Cary Michael Lambrix bestreitet die Morde und sagt aus, in Notwehr in eine Gewalttat eingegriffen zu haben.
Gebet: Vater, wir wissen zu wenig über den Fall, um uns ein Urteil über Schuld oder Unschuld bilden zu können. Wir gehen aber von einem Recht auf Leben für jeden Menschen aus, und auch ein Staat hat nicht das Recht, Menschen das Leben zu nehmen. Wir hoffen daher auf eine Aussetzung der Hinrichtung und auf eine Abschaffung der Todesstrafe in den USA.

 

Denken wir an einen willkürlich Verhafteten in TURKMENISTAN
Der Journalist Saparmamed Nepeskuliev verschwand am 7. Juli 2015. Im August 2015 wurde er unter konstruierten Anschuldigungen zu drei Jahren Gefängnis verurteilt. Vor seiner Festnahme berichtete er als freier Journalist, z.B. über den Gegensatz zwischen den schlechten Wohnverhältnissen der meisten Turkmenen einerseits und dem Bau von Luxuswohnungen andererseits. Es wird vermutet, dass seine Festnahme mit diesen Aktivitäten in Verbindung steht. Die Haftbedingungen in Turkmenistan sind besorgniserregend. Gefangene stehen in Gefahr, gefoltert und misshandelt zu werden.
Gebet: Guter Gott, wir bitten für das Leben und die Gesundheit von Saparmamed Nepeskuliev. Wir bringen auch die Verantwortlichen für die ungerechten Anschuldigungen und die willkürliche Haft und die Ausführenden der Misshandlungen in den Gefängnissen von Turkmenistan vor dich: Begegne du ihnen und lass sie die Menschenwürde der Gefangenen erkennen und danach handeln.

 

Denken wir an einen Inhaftierten im IRAN
Saeed Shirzad, ein inhaftierter Menschenrechtsverteidiger im Iran, wurde am 17. September im Gefängnis körperlich angegriffen und in Einzelhaft verlegt. Er ist seit 2014 in Haft. Aus Protest gegen die Haftbedingungen und Misshandlungen in der Haft trat er in den Hungerstreik. Durch den über 50 Tage andauernden Hungerstreik ist seine Gesundheit geschwächt. In dem Hochsicherheitstrakt, in dem Saeed Shirzad untergebracht ist, werden den Gefangenen Medikamente, angemessene Kleidung und Lebensmittel, die sie selber gekauft haben, vorenthalten. Weiterhin gibt es unzureichenden Zugang zu Trinkwasser und ungenügende Luftzirkulation.
Gebet: Guter Gott, immer wieder sind wir erschüttert über die grausame Behandlung von Gefangenen in iranischen Gefängnissen. Wir bitten dich für die Täter und Verantwortlichen dieser Grausamkeiten. Und wir bitten um Kraft und Hoffnung für die Gefangenen, die dieser Behandlung ausgesetzt sind.

 

 

Seid fröhlich in Hoffnung, geduldig in Trübsal, beharrlich im Gebet.“
Die Bibel, Römer 12, Vers 12

 

Denkt an die Gefangenen,
als ob ihr selbst mit ihnen im Gefängnis wärt.
Denkt an die Misshandelten,
als müsstet ihr ebenso leiden wie sie.

Hebr. 13,3

Was Sie tun können


Freilassungen 2017

Die Zusammenstellung der Freilassungen 2017 erfüllt uns wieder mit großer Dankbarkeit und zeigt uns andererseits wie wichtig es ist, in unserer Arbeit und im Gebet nicht nachzulassen.


ACAT Jugendflyer

Der neue ACAT-Jugendflyer ist ab sofort zum Download verfügbar.


Gottesdienstablauf 8.10.


Der folgende Gottesdienstablauf wurde anlässlich des Welttags gegen die Todesstrafe als kath. Gemeindegottesdienst erstellt und richtet sich mit seinem Thema "Gerechtigkeit" nach der 1. Lesung und dem Evangelium des Tages.
Zum Download


Menschenrechtsschutz in Osteuropa - Journalisten in Bedrängnis

Unter diesem Thema steht die diesjährige ACAT Tagung vom 27. - 28.10.17 im Franz-Hitze-Haus in Münster.

Weitere Informationen & Anmeldung finden Sie hier, den Flyer zum Event gibt es auch zum Download.