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Aktion der Christen für die Abschaffung der Folter - Action des Chrétiens pour l’Abolition de la Torture

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Monatsgebet September 2017

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Gebet_Kreuz

Denkt an die Gefangenen,
als ob ihr selbst mit ihnen im Gefängnis wärt.
Denkt an die Misshandelten,
als müsstet ihr ebenso leiden wie sie.

Hebr. 13,3


Denken wir an eine inhaftierte Menschenrechtsaktivistin im IRAN
Atena Daemi ist Menschrechtsaktivistin und engagiert sich seit Jahren gewaltlos vor allem für Kinder- und Frauenrechte. Sie ist 29 Jahre alt. Seit 2014 wird sie immer wieder inhaftiert, z.B. weil sie sich für syrische Kinder in Kobane engagierte, für kurdische Kinder, die unter den Folgen des Krieges im Norden Syriens leiden, für Kinder in Gaza, außerdem weil sie die Musik regierungskritischer Sänger hörte und weil sie sich bei Facebook kritisch äußerte und sich gegen die Todesstrafe aussprach. Während der Haft im Evin-Gefängnis in Teheran wurde sie gefoltert und hat seitdem eine Sehschwäche und eine Hauterkrankung. Nach ihrer Entlassung prangerte sie die im Iran übliche Einschüchterung der Familie der Gefangenen an. Nachdem sie erneut und zusammen mit zwei Schwestern wegen Beamtenbeleidigung zu drei Monaten Haft verurteilt wurde, begann sie im April einen Hungerstreik, um sowohl gegen die Verurteilung der Schwestern als auch gegen die Lebensbedingungen und Misshandlungen im Gefängnis zu protestieren. Nach 55 Tagen brach sie den Hungerstreik ab und leidet seitdem unter vielfältigen körperlichen Folgen, die nur in einem Krankenhaus zu behandeln sind. Die Gefängnisleitung verhindert die notwendige Verlegung dorthin. Das ist ein weiteres Mittel, um Atena Daemi zu bestrafen. Nach dem Ende des Hungerstreiks wurde sie erneut wegen Beamtenbeleidigung zu weiteren drei Monaten Haft verurteilt.
Gebet: Guter Gott, wir beten für Atena Daemi, dass sie zur Behandlung in ein Krankenhaus verlegt wird und dass sie gesund wird. Und wir beten für die politisch Verantwortlichen im Iran: um einen politischen Wandel und um mehr Meinungsfreiheit.


Denken wir an vergewaltigte Mädchen und Frauen in BURUNDI
Seit 2010 wird zunehmend die Vergewaltigung von Mädchen und Frauen als Mittel der Einschüchterung von Seiten der Imbonerakure benutzt. Diese Gruppe steht der Regierungspartei nahe. Ausgebildet wurde die Terrorgruppe seit 2013 in paramilitärischen Ausbildungscamps in der Demokratischen Republik Kongo unter der Leitung der Polizei und Armee. Obwohl im März 2014 eine Entwaffnung der Ibonerakure unter der Leitung der Vereinten Nationen stattfand, sind sie nach wie vor verantwortlich für politisch motivierte Morde, willkürliche Verhaftungen, Folter und systematische Vergewaltigung der politischen Gegner und der Bevölkerungsgruppe der Tutsi. Die Täter dringen z.B. in die Häuser ein unter dem Vorwand, nach Waffen zu suchen und separieren die Mädchen und Frauen, um sie zu vergewaltigen. Das Ausmaß der Vergewaltigungen ist völlig unklar. Vergewaltigung ist in Burundi kein Straftatbestand und insofern besteht völlige Straffreiheit für die Täter. Die betroffenen Frauen wagen auch nicht, sich zu melden, einerseits um ihr Leben zu schützen und andererseits, weil das Thema tabuisiert ist. Nach Aussagen der CPI (Koalition Burundi) hat die Krise, in der sich Burundi aktuell befindet, die Situation der Mädchen und Frauen noch verschlimmert.
Gebet: Das unvorstellbare Leiden der unzähligen Mädchen und Frauen in Burundi geht uns nahe, Gott, und es macht sprachlos. Du allein kennst ihren Schmerz, ihre Entehrung, ihre Ohnmacht und Angst. Wir bitten für die Täter und die Verantwortlichen, dass sie lernen, die Würde jedes Menschen zu erkennen und zu achten


Denken wir an zwei Gefangene im KONGO
Jean-Marie Kalonji, Mitglied der Bürgerbewegung „Der 4.Weg, es ist Zeit“, wurde am 23.6.2017 in der Nähe des Militärlagers Bumba in Kinshasa verhaftet. Bei einer Personenkontrolle durch das Militär konnte er seinen Pass nicht zeigen, da dieser wegen eines Visumantrags in der Botschaft war. Daraufhin wurde seine Tasche durchsucht, und da man Schriften der Bewegung „Der 4. Weg“ fand, wurde er verhaftet. Wenige Stunden danach wurde auch sein Freund und Anwalt Sylva Kabanga, der ihn im Militärlager von Bumba aufsuchen wollte, verhaftet. Beide wurden in das Hauptquartier des militärischen Geheimdienstes, der antipatriotische Aktivitäten aufzuspüren hat, gebracht. Sie werden bis heute an einem unbekannten Ort gefangen gehalten, ohne Kontakt zu ihren Angehörigen oder einem Anwalt. Es ist zu befürchten, dass sie misshandelt werden.
Information: Obwohl die Amtszeit des Präsidenten Kabila im November 2016 abgelaufen ist, hält sich Kabila an der Macht und lässt jede Form von Opposition gewaltsam unterdrücken.
Gebet: Guter Gott, schütze das Leben der beiden inhaftierten Männer und hilf, dass ihnen bald ein faires Gerichtsverfahren zuteil wird. Hilf dem kongolesischen Volk, einen friedlichen Weg zu finden, sich von unrechtmäßigen Machthabern zu befreien.


Denken wir an eine gefangene Frau in VIETNAM
Noch im Mai 2017 hatte sich ACAT für Frau Nguyen Ngoc Nhu Quynh, als Bloggerin bekannt unter dem Namen Me Nâm, eingesetzt. Frau Me Nâm, 37 Jahre alt, wurde nun am 29. Juni 2017 zu 10 Jahren Haft verurteilt wegen der Verbreitung von antistaatlicher Propaganda. Sie wird verfolgt, weil sie über Facebook und andere soziale Netzwerke Artikel über Umwelt und Menschenrechtsverletzungen verbreitet hat. Vor allem habe sie einen Bericht über etwa 30 Personen verfasst, die im Polizeigewahrsam gestorben seien. Außerdem habe sie Artikel über die durch ein Stahlwerk verursachte Meeresverschmutzung geschrieben. Me Nâm hatte seit ihrer Verhaftung im Oktober 2016 keinen Kontakt zur Außenwelt. Nur neun Tage vor ihrem Prozess konnte sie mit einem Anwalt sprechen. Er konnte in der Verteidigung nicht auf alle Anklagepunkte eingehen, und es wurde ihm immer wieder das Wort abgeschnitten. Auch ihre Mutter konnte nur kurz vor dem Prozess fünf Minuten lang ihre Tochter sprechen. Die Päckchen mit Kleidung, Essen und einer Bibel, die ihre Mutter geschickt hatte, kamen nicht an. Die Mutter sorgt für die zwei kleinen Kinder von Me Nâm, die weiterhin an einem geheimen Ort inhaftiert ist.
Gebet: Guter Gott, sei Du mit Deiner Kraft bei Frau Me Nâm, die mutig Unrecht aufgedeckt hat. Gib ihr und ihrer Familie Hoffnung, dass ihre Sache in einem fairen Prozess neu verhandelt wird und dass ihre Arbeit nicht vergebens ist.


Denken wir an einen Verschwundenen in PAKISTAN
Punhal Sario ist ein Menschenrechtsverteidiger und der Initiator der Organisation Voice for Missing Persons of Sindh (Stimme der vom Verschwindenlassen Betroffenen in der Region Sindh). Er wurde am 3. August Opfer des Verschwindenlassens durch Sicherheitskräfte. Er wurde von Menschen sowohl in Zivilkleidung als auch in Polizeiuniform aus seinem Auto geholt, nachdem er aus einem Café kam. Dies ereignete sich einen Tag vor einer großen Konferenz, die auf die Tatsache des vermehrten Verschwindenlassens in der Region Sindh aufmerksam machen sollte. Seitdem sind sein Schicksal und sein Verbleib unbekannt. Er ist Gefahr, gefoltert zu werden.
Gebet: Vater, wir sind besorgt um die Gesundheit und das Leben von Punhal Sario und all der anderen Opfer des Verschwindenlassens. Schütze ihr Leben und ihre Gesundheit.


Denken wir an zwei zum Tod Verurteilte in BELARUS

Am 21. Juli wurden Ihar Hershankou und Siamion Berazhnoy vom Landgericht Mahiliou im Osten von Belarus zum Tod verurteilt. Die beiden Männer wurden für schuldig befunden, zwischen 2009 und 2015 sechs Menschen getötet zu haben, um sich deren Eigentum anzueignen. Die Verurteilten waren weithin als Immobilienbetrüger bekannt geworden.
Die beiden Männer sind in unmittelbarer Gefahr, hingerichtet zu werden. Sie können zwar noch Rechtsmittel einlegen und Begnadigungsgesuche an den Präsidenten stellen. Allerdings hat dies in anderen Fällen keine Änderung gebracht.
Information: In Belarus erhalten die Familien keine Informationen über den Zeitpunkt der Hinrichtung. Auch der Leichnam wird nach der Hinrichtung den Familien nicht übergeben. Es wird den Familien kein letztes Treffen vor den Hinrichtungen ermöglicht.
Gebet: Gott, wir sind einerseits betroffen von den Taten der beiden Männer. Wir sehen aber auch, dass Menschen nicht das Recht haben, anderen Menschen das Leben zu nehmen. Wir bringen die Situation der beiden Verurteilten und ihrer Familien vor dich.


Denken wir an einen inhaftierten Menschenrechtsverteidiger in BURUNDI
Germain Rukuki, ein Menschenrechtsverteidiger, der vorrübergehend auch für die ACAT-Burundi tätig war, wurde am 13. Juli 2017 vom Geheimdienst SNR (Service National de Renseignement) zu Hause festgenommen. Es wurde kein Haftbefehl vorgelegt. Bei Durchsuchungen seines Hauses und eines Büros wurden ohne rechtliche Grundlage Computer beschlagnahmt. Zunächst wurde Herr Rukuki vom SNR in Haft gehalten und ohne Beisein eines Anwalts mehrere Male verhört. Am 26. Juli wurde er ins Ngozi-Gefängnis überstellt, das für die Inhaftierung von politischen Gefangenen und für die Anwendung von Folter berüchtigt ist. Er wurde angeklagt, trotz der staatlich angeordneten Schließung von ACAT Burundi weiterhin für diese gearbeitet zu haben. Weiterhin wird ihm vorgeworfen, an einem Putschversuch teilgenommen zu haben. Hr. Rukuki bestreitet diese Vorwürfe.
Gebet: Gott, wir sind dankbar für die Arbeit von Gemain Rukuki. Wir vertrauen darauf, dass du ihm beistehst und ihm Kraft und Hoffnung schenkst. Hilf auch uns dabei, uns weiterhin für Gerechtigkeit einzusetzen und in dieser Arbeit nicht müde oder hoffnungslos zu werden.

 

 „Setzt euch für Gerechtigkeit ein! Das Recht soll das Land durchfluten wie ein nie versiegender Fluss.“
Die Bibel (Hoffnung für alle), Amos 5, Vers 24

 

Denkt an die Gefangenen,
als ob ihr selbst mit ihnen im Gefängnis wärt.
Denkt an die Misshandelten,
als müsstet ihr ebenso leiden wie sie.

Hebr. 13,3

Was Sie tun können


Freilassungen 2017

Die Zusammenstellung der Freilassungen 2017 erfüllt uns wieder mit großer Dankbarkeit und zeigt uns andererseits wie wichtig es ist, in unserer Arbeit und im Gebet nicht nachzulassen.


ACAT Jugendflyer

Der neue ACAT-Jugendflyer ist ab sofort zum Download verfügbar.


Gottesdienstablauf 8.10.


Der folgende Gottesdienstablauf wurde anlässlich des Welttags gegen die Todesstrafe als kath. Gemeindegottesdienst erstellt und richtet sich mit seinem Thema "Gerechtigkeit" nach der 1. Lesung und dem Evangelium des Tages.
Zum Download


Menschenrechtsschutz in Osteuropa - Journalisten in Bedrängnis

Unter diesem Thema steht die diesjährige ACAT Tagung vom 27. - 28.10.17 im Franz-Hitze-Haus in Münster.

Weitere Informationen & Anmeldung finden Sie hier, den Flyer zum Event gibt es auch zum Download.