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Aktion der Christen für die Abschaffung der Folter - Action des Chrétiens pour l’Abolition de la Torture

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Monatsgebet Juli/August 2017

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Gebet_Kreuz

Denkt an die Gefangenen,
als ob ihr selbst mit ihnen im Gefängnis wärt.
Denkt an die Misshandelten,
als müsstet ihr ebenso leiden wie sie.

Hebr. 13,3


Denken wir an eine Menschenrechtsaktivistin in CHINA
Die Aktivistin Li Xiaoling, die aus der Provinz Guandong stammt, wurde am 3. Juni 2017 von der Polizei in Peking abgeführt und am 4. Juni offiziell in Haft genommen unter dem Verdacht, sie habe Streit angefangen und Ärger provoziert. Sie wollte am 3. Juni auf dem Tienanmen-Platz mit einem Plakat den 28. Jahrestag der blutigen Niederschlagung der Proteste auf dem Tienanmen-Platz begehen. Mit weiteren Verhaftungen von Aktivisten wollte die Polizei die Ausweitung der Aktivitäten zur Erinnerung an den Studentenaufstand vor 28 Jahren verhindern. Der Rechtsbeistand von Li Xiaoling konnte sie am 7. Juni im Gefängnis besuchen. Sie berichtete ihm, dass sie die Tropfen für ihr Augenleiden, ein Glaukom, nur dreimal am Tag einnehmen darf statt alle zwei Stunden. Sie leidet daher unter Augenschmerzen.
Gebet: Herr, unser Gott, dir befehlen wir die Menschen an, die unter Rechtlosigkeit und Willkür leiden. Stärke in ihnen wie auch in Li Xiaoling die Hoffnung auf Gerechtigkeit und Freiheit. Uns aber schenke die Kraft zum Aufstehen gegen Unrecht und Unterdrückung, für das Recht und das Leben in Freiheit und Würde.

 

Denken wir an einen christlichen Politiker in INDONESIEN
Der Gouverneur von Jakarta, Basuki Tjahaja Purnama, wurde am 9. Mai 2017 nach fünfmonatigem Prozess wegen angeblicher Blasphemie vom Distriktgericht zu zwei Jahren Haft verurteilt, obwohl der Staatsanwalt lediglich eine Bewährungsstrafe gefordert hatte. Der vermutlich eigentliche Grund für die Inhaftierung und den Prozess war seine Aussage im Wahlkampf, dass der Koran den Muslimen nicht verbiete, für einen Nichtmuslim zu stimmen. Basuki hat als Korruptionsgegner und als Christ Feinde. Er wurde unmittelbar nach dem Urteilsspruch in Haft genommen und seines Amtes enthoben. Er wartet auf seinen Berufungsprozess.
Gebet: Herr, Jesus Christus, du hast Basuki Tjahaja Purnama gerufen, dir nachzufolgen. Sei nun bei ihm, da er um deinetwillen Unglück leidet. Gib ihm Trost durch deine Nähe und Liebe.

 

Denken wir an eine misshandelte Menschenrechtlerin in NICARAGUA
Die Menschenrechtlerin Aydi del Carmen Urbina Noguera ist gewählte Vertreterin der Fundación para el Desarrollo Comunitario – FUNDECOM. Dies ist eine Organisation, die sich für die Durchsetzung der Bürgerrechte besonders der armen Familien der jeweiligen Gemeinde engagiert. Am 7.Mai sah sie, wie ein Nachbar von einem Polizeitrupp geschlagen wurde und eilte ihm zur Hilfe. Sie selbst wurde dadurch Opfer polizeilicher Gewalt und wurde festgenommen. Am 1. Juni erhielt sie die Information, dass sie angeklagt sei wegen „Einmischung in die Arbeit eines Beamten“.
Durch Polizisten ausgeübte Gewalt gegen Frauen, insbesondere solche, die sich als Feministinnen für das Selbstbestimmungsrecht der Frauen engagieren, ist in Nicaragua weit verbreitet.
Gebet:Wir bitten Dich, Herr, für Aydi del Carmen Urbina Noguera und für alle Frauen in Nicaragua, die sich tatkräftig für die Einhaltung der Bürgerrechte engagieren und dafür Gewalt erleiden müssen. Heile ihre Wunden an Leib und Seele und lass sie Zeichen erkennen, die sie ermutigen und stärken. Möge ihr Engagement erfolgreich sein und mögen die Verantwortlichen des Staates erkennen, dass bestehende Gesetze eingehalten werden müssen.



Denken wir an einen gefolterten Mann aus SRI LANKA, der Bestrafung der Verantwortlichen fordert
Im März des letzten Jahres wartete Sandaradura Nilanka de Silva nach der Arbeit, um nach Hause fahren zu können, als er von fünf Polizisten in ein Auto gezerrt und auf die Polizeiwache von Nord-Kalatura gebracht wurde. Dort wurde er, ohne irgendeine Begründung, brutal gefoltert und später in eine Zelle gebracht. Zwei Tage später wurde er dem Richter des Kalatura Magistrate Court vorgeführt und erfuhr dabei, dass man ihn des Drogenbesitzes beschuldigte. Sein Gesundheitszustand verschlechterte sich nach den Misshandlungen während der Haft, sodass er zeitweise zur Behandlung in ein Krankenhaus gebracht werden musste. Nach 121 Tagen Haft wurde er im Juli 2016 nach Zahlung einer Kaution freigelassen. Im Frühjahr 2017 berichtete er der Menschenrechtsorganisation HRC detailliert von der Folter. Der für die Misshandlung hauptverantwortliche Polizist, P.C. Rupasinghe, ist ihm persönlich bekannt. Nachdem Herr Nilanka Anzeige gegen ihn erstattet hat, werden er und seine Schwester häufig zu Hause belästigt und auch mit Geld bestochen, damit er die Anzeige zurücknimmt.
Gebet: Die Folter, die Herrn Nilanka angetan wurde, Gott, ist unerträglich. Wir bitten Dich: Lass seine Anzeige erfolgreich sein, damit Misshandlung nicht als Kavaliersdelikt abgetan werden kann. Möge sich wirklich ein Rechtsstaat in Sri Lanka etablieren.

 

Denken wir an drei Gefangene in KAMERUN
Am 17. Januar 2017 wurde die friedliche Bewegung „Anglophones Kamerun“ von dem Minister für Territorialverwaltung verboten. Am selbigen Tag wurden die drei Führer der Bewegung, der Anwalt Felix Agbor-Balla, der Universitätsprofessor Fontem Afortebaa Neba und der Radiojournalist Mancho Bibixy verhaftet und im Militärgefängnis in Buea bzw. in Yaoundé inhaftiert. Sie hatten sich für die Wahrung der Rechte der anglophonen Bevölkerung Kameruns eingesetzt, d.h. für das Recht auf freie Meinungsäußerung, die Versammlungs-und Demonstrationsfreiheit. Seit Oktober 2016 protestieren Anwälte, Lehrer und Studenten in den anglophonen Regionen gegen die zunehmende Frankophonisierung. Demonstrationen und Versammlungen werden untersagt, der Zugang zum Internet wurde für drei Monate gesperrt. Bei dem ersten Gerichtstermin im März 2017 wurden die drei Männer wegen terroristischer Handlungen angeklagt. Nach dem Gesetz steht darauf die Todesstrafe. In dem Verfahren wurden wichtige Rechtsgrundsätze verletzt, z.B. wurde in französischer Sprache verhandelt, während die Angeklagten nur Englisch sprechen. Außerdem erhielt die Verteidigung keinen Zugang zu der Anklageschrift. Am 7. Juni hat das Militärgericht in Yaoundé den Prozess zum vierten Mal vertagt und eine Freilassung unter Kaution abgelehnt. Seit dem 4. Juni befindet sich Mancho Bibixy im Hungerstreik.
Gebet: Guter Gott, wir bitten Dich um Deinen Beistand für die drei Männer, die für die Rechte ihrer Volksgruppe eintreten. Hilf, dass ihnen ein fairer Prozess gemacht wird.

 

Denken wir an einen verschwundenen Bischof in CHINA
James Su Zhimin, 85 Jahre alt, Untergrundbischof der Diözese Baoding, einer Bastion der katholischen Kirche in China, ist seit 20 Jahren an einem geheimen Ort inhaftiert. Seit seiner Verhaftung im Oktober 1997 fehlt von Su Zhimin jedes Lebenszeichen, auch jede Nachricht für seine Angehörigen. Ein einziges Mal wurde er gesehen, bei der Überstellung in eine den Behörden vorbehaltene Abteilung eines Krankenhauses: mit verbunden Augen und eskortiert von 20 Polizisten in Zivil. Vom Personal erkannt, wurde er sofort an einen unbekannten Ort verlegt. Trotz zahlreicher internationaler Interventionen gibt es seither keine Nachricht über ihn. Die chinesischen Behörden geben auf Anfragen nach ihm systematisch dieselbe Antwort: „Wir wissen nichts.“
Gebet: Vater, wir sind in Sorge um den Bischof James Su Zhimin. Wir wollen darauf vertrauen, dass du ihm nahe bist und ihm beistehst. Wir hoffen auf eine Verbesserung der Menschenrechtslage in China. Wir wollen nicht aufhören, uns mit unseren Mitteln dafür einzusetzen.

 

Denken wir an einen Gefolterten in MEXIKO
Francisco de Jesus Espinosa Hidalgo, 66 Jahre alt, Angehöriger des indigenen Volks der Tzotsil, ist Bauer. Er engagierte sich gegen geplante überdimensionierte Entwicklungsprojekte in seiner Gemeinde. Am Morgen des 29. Mai 2015 wurde er in Venustiano Carranza von etwa zehn Polizisten unter Beschimpfungen und Schlägen festgenommen und anschließend in ein Haus überstellt, wo er gefoltert wurde. Nackt wurde er mit Faustschlägen, Fußtritten und Elektroschocks traktiert. Die Polizisten verlangten von Francisco, der weder lesen noch schreiben kann, dass er ein Geständnis unterzeichne, er habe einen Raubüberfall begangen. Seit jenem Tag befindet er sich in Untersuchungshaft im Gefängnis El Amate. Noch immer leidet er unter den bei der Verhaftung erlittenen Verletzungen.
Gebet: Himmlischer Vater, wir sind immer wieder erschrocken von der Brutalität, die Menschen anderen Menschen gegenüber ausüben. Wir bitten dich für Francisco um Heilung und Kraft. Wir bitten ebenso für seine Folterer, begegne ihnen, sodass sie eine menschenliebende Einstellung entwickeln können.

 

Denken wir an eine Menschenrechtlerin in ÄGYPTEN
Hanan Badr el-Din, eine Menschenrechtsverteidigerin, die sich besonders gegen die Praxis des Verschwindenlassens einsetzt, wurde am 6. Mai im Qanatar-Gefängnis nördlich von Kairo festgenommen, als sie gerade einen Häftling besuchte, der in der Vergangenheit Opfer des Verschwindenlassens geworden war. Am 8. Mai erhob die NSA (National Security Agenc)den Vorwurf, Hanan sei Mitglied der verbotenen Vereinigung der Muslimbruderschaft. Die Staatsanwaltschaft ordnete daraufhin eine Untersuchungshaft an. Vermutlich sind die Vorwürfe haltlos und Hanan geriet ins Visier der Behörden, weil sie sich für die Menschenrechte der Opfer des Verschwindenlassens in Ägypten einsetzt. Hanan begann, sich gegen das Verschwindenlassen einzusetzen, nachdem ihr Mann Khalid Ezz el-Din am 27. Juli 2013 bei einer Protestveranstaltung „verschwand“. Ägyptischen NGOs zufolge werden in Ägypten pro Tag durchschnittlich drei bis vier Personen Opfer von Entführung und Verschwindenlassen.
Gebet: Guter Gott, wir sind in Sorge um das Leben und die Gesundheit von Khalid Ezz el Din und hoffen, dass Hanan Badr el-Din Gerechtigkeit widerfährt. Sei den Familien aller „Verschwundenen“ in Ägypten nahe.

 

Denkt an die Gefangenen,
als ob ihr selbst mit ihnen im Gefängnis wärt.
Denkt an die Misshandelten,
als müsstet ihr ebenso leiden wie sie.

Hebr. 13,3

Was Sie tun können


Freilassungen 2017

Die Zusammenstellung der Freilassungen 2017 erfüllt uns wieder mit großer Dankbarkeit und zeigt uns andererseits wie wichtig es ist, in unserer Arbeit und im Gebet nicht nachzulassen.


ACAT Jugendflyer

Der neue ACAT-Jugendflyer ist ab sofort zum Download verfügbar.


Gottesdienstablauf 8.10.


Der folgende Gottesdienstablauf wurde anlässlich des Welttags gegen die Todesstrafe als kath. Gemeindegottesdienst erstellt und richtet sich mit seinem Thema "Gerechtigkeit" nach der 1. Lesung und dem Evangelium des Tages.
Zum Download


Menschenrechtsschutz in Osteuropa - Journalisten in Bedrängnis

Unter diesem Thema steht die diesjährige ACAT Tagung vom 27. - 28.10.17 im Franz-Hitze-Haus in Münster.

Weitere Informationen & Anmeldung finden Sie hier, den Flyer zum Event gibt es auch zum Download.