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Aktion der Christen für die Abschaffung der Folter - Action des Chrétiens pour l’Abolition de la Torture

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Monatsgebet Juni 2017

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Gebet_Kreuz

Denkt an die Gefangenen,
als ob ihr selbst mit ihnen im Gefängnis wärt.
Denkt an die Misshandelten,
als müsstet ihr ebenso leiden wie sie.

Hebr. 13,3



In mir ist es finster, aber bei dir ist Licht.
Ich bin einsam, aber du verlässt mich nicht.
Ich bin kleinmütig, aber bei dir ist Hilfe.
Ich bin unruhig, aber bei dir ist Frieden.
In mir ist Bitterkeit, aber bei dir ist Geduld.
Ich verstehe deine Wege nicht, aber du weißt den rechten Weg für mich.

Dietrich Bonhoeffer

 

Denken wir an einen inhaftierten Journalisten auf MADAGASKAR
Fernand Cello, ein investigativ arbeitender Journalist, wurde am 5. Mai festgenommen. Ihm werden sieben verschiedene Straftaten zur Last gelegt, unter anderem "Verleumdung", "Gefährdung der Staatssicherheit" und "Anstiftung zu Hass". Es ist davon auszugehen, dass seine Festnahme, seine anschließende Haft und einige der Anklagepunkte in Zusammenhang mit seiner investigativen Arbeit stehen. Es wurde ein Radio-Beitrag von ihm veröffentlicht, in dem er einem Bergbauunternehmen und mutmaßlichen Regierungsunterstützern vorwarf, in Ilakaka im Südwesten von Madagaskar eine illegale Saphirmine zu betreiben. Das Ministerium für Bergbau ordnete danach an, den Betrieb der Mine wegen Verletzung des Bergbaurechts auszusetzen. Einige Tage nach der Ausstrahlung des Beitrags wurde der betreffende Radiosender Radio Jupiter von Militäreinheiten angegriffen, wobei die Sendeanlage konfisziert wurde. Radio Jupiter selbst wurde Ziel eines Überfalls von unbekannten Personen. Fernand Cello leidet an einer Angina, die medizinische Versorgung in der Haft ist bisher nicht angemessen.
Gebet: Gott, wir sind bestürzt über die Ungerechtigkeit, die Fernand Cello widerfährt. Die Arbeit von Journalisten, die Unrecht und Ungereimtheiten aufdecken, erscheint uns so wertvoll. Wir sind dankbar für Menschen wie Fernand Cello, die trotz drohender Gefahren diese wichtige Aufgabe erfüllen und illegales Vorgehen von Unternehmen an die Öffentlichkeit bringen. Wir bitten dich, schütze sein Leben und seine Gesundheit

 

Denken wir an eine inhaftierte Frau in TOGO
Salomée Abalodo, Bäuerin, Gemeindesprecherin und Mutter zweier Kinder, wurde am 13. April in Kara im Norden Togos festgenommen und steht wegen "Rebellion" und "Beteiligung an einem nicht genehmigten Protest" unter Anklage. Sie hatte verletzte Demonstranten fotografiert und die lokalen Behörden aufgefordert, die Sicherheitskräfte davon abzuhalten, exzessive Gewalt gegen friedliche Demonstrierende einzusetzen. Bei einer Demonstration waren Sicherheitskräfte mit Tränengas und Gummigeschossen gegen Demonstranten vorgegangen und hatten mehrere Personen verletzt. Salomée Abalodo hatte auf ihrem Handy Fotos und Videos von verletzten Demonstranten, das Handy wurde ihr bei ihrer Verhaftung weggenommen. In der Haft wurde ihr ihre Bibel und ihr Rosenkranz abgenommen und ihr verboten zu beten. Sie wurde genötigt, eine Erklärung der Polizei zu unterschreiben, ohne sie gelesen zu haben, obwohl sie mehrmals darum gebeten hatte, das Dokument vorher lesen zu dürfen. 
Gebet: Vater, wir bewundern den mutigen Einsatz von Salomée Abalodo und sind dankbar für ihren Einsatz für die Rechte der Demonstranten. Wir sind besorgt, welche Folgen die unterschriebene Erklärung haben wird. Wir vertrauen darauf, dass du bei ihr bist und ihr Kraft und Hoffnung schenkst.

 

Denken wir an einen entführten Menschen in LIBYEN
Am Morgen des 20. April 2017 wurde Dr. Salem Mohamed Beitelmal in einem Vorort von Tripolis von lokalen Milizen entführt. Der 68 Jahre alte Universitätsprofessor für Maschinenbau, Vater von vier Kindern, war auf dem Weg zu seiner Arbeitsstelle an der Universität Tripolis. Seine Familie weiß nichts über sein Schicksal und macht sich große Sorgen um seine Sicherheit und Gesundheit, da er unter einer Erkrankung leidet, die eine regelmäßige Medikamenteneinnahme erfordert. Bisher hat sich keine der Milizen, die im Gebiet der Entführung operieren, zur Tat bekannt. Alle Bemühungen der Familie, seinen Aufenthaltsort zu erfahren, blieben bislang erfolglos. Professor Beitelmal unterrichtet seit mehr als 20 Jahren an der Universität und hat in großem Umfang zum Aufbau des Landes beigetragen. Entführungen gehören zum Alltag im heutigen Libyen mit unterschiedlichen Zielen. Menschenrechtsverstöße bleiben nahezu straflos.
Gebet: Gott, wir bitten dich um Hilfe für Professor Beitelmal. Gib ihm Kraft in der Einsamkeit fern von seiner Familie und stärke in ihm die Hoffnung auf Befreiung. Beschütze seine Familie und gib ihr Kraft und Hoffnung.

 

Denken wir an drei Menschenrechtsverteidiger in LAOS
Herr Soukan Chaithad, Frau Somphone Phimmasone und Herr Lodkham Thammavong, drei laotische Menschenrechtsverteidiger, sind im April 2017 in einem Geheimverfahren zu Haftstrafen zwischen 12 und 20 Jahren verurteilt worden, weil ihre Beiträge in sozialen Netzwerken angeblich eine Gefahr für die nationale Sicherheit darstellten. Die drei Aktivisten hatten in Thailand gearbeitet. Dort hatten sie an einer Demonstration in Bangkok vor der laotischen Botschaft teilgenommen, um auf die Korruption in der laotischen Regierung und auf die Menschenrechtsverletzungen in Laos aufmerksam zu machen. Dies hatten sie auch auf Facebook gepostet. Als sie im März 2016 wegen der Verlängerung ihrer Visa aus Thailand nach Laos zurückgekehrt waren, wurden sie festgenommen. Dies wurde im staatlichen Fernsehen im Mai 2016 berichtet. Abgesehen davon wurde  weder über das Verfahren noch über die Anklagen etwas veröffentlicht. Die drei Männer hatten bisher weder zu ihren Angehörigen noch zu Rechtsbeiständen Kontakt. Amnesty International fordert für die drei gewaltlosen politischen Gefangenen die sofortige bedingungslose Freilassung.
Gebet: Dir, lieber Vater, befehlen wir die Menschen in Rechtlosigkeit und unter schlechter Regierung an, die Gequälten und zu Unrecht Verhafteten, besonders auch die drei laotischen Menschenrechtsverteidiger. Hilf uns, trotz allem die Hoffnung zu bewahren in dieser Welt der Angst  - durch Christus, unseren Herrn.

 

Denken wir an ein Opfer von Verschwindenlassen in SYRIEN
Barzan Hussein ist kurdischer Journalist, führendes Mitglied im kurdischen Schriftstellerverband und Korrespondent bei Zagros TV. Im Rahmen dieser Tätigkeiten verteidigte er aktiv die kulturellen Rechte des kurdischen Volkes im Norden Syriens. Er wurde am 13. Mai in Rmelan, im Regierungsbezirk Hassakah von Sicherheitskräften verhaftet, die der kurdischen Partei der Demokratischen Union (PYD) nahestehen. Barzan Hussein wurde an einen unbekannten Ort gebracht, und es ist zu befürchten, dass er misshandelt wird. Seit 2012 kontrolliert die PYD den Norden Syriens und hat in den vergangenen Jahren mehrere Dutzend Journalisten, Menschenrechtler und politische Gegner inhaftiert.
Gebet: Wir sind in Sorge, Gott, um die Behandlung von Barzan Hussein. Mögen er und seine Angehörigen nicht von Angst erdrückt werden. Schütze ihn.

 

Denken wir an zwei gefolterte Menschenrechtler im SUDAN
Der Menschenrechtler Hafiz Idris hat sich um das Wohlergehen der Flüchtlinge im Sudan gekümmert, bevor er am 15. Februar zusammen mit Dr. Mudawi Ibrahim Adam (s. Gebetsblatt Februar) festgenommen wurde. Dr Mudawi Ibrahim Adam ist Ingenieur und Gründer der sudanesischen Entwicklungsorganisation SUDO, die sich seit vielen Jahren v.a. für sauberes Trinkwasser für Flüchtlinge engagiert. Im März sollten die beiden gegen Kaution freigelassen werden. Der Geheimdienst NISS, in dessen Gewalt sich die beiden Männer befinden, zögerte die angeordnete Freilassung jedoch bewusst heraus. Der neue Generalstaatsanwalt widerrief die Entscheidung seines Vorgängers und sorgte am 5. Mai dafür, dass sie unter Folter erzwungene Geständnisse unterschrieben. Diese könnten dazu genutzt werden, sie der Spionage anzuklagen, worauf im Sudan die Todesstrafe steht.
Gebet:Du liebender Gott, wir klagen über die furchtbare Misshandlung von Hafiz Idris und Mudawi Ibrahim Adam und bitten dich: Tröste sie und gib auch ihren Familien Zuversicht auf ein gutes Ende der Haft. Lass ihre körperlichen und seelischen Wunden heilen.

 

Denken wir an eine Gefangene in VIETNAM
Vor 7 Monaten wurde die bei Bloggern sehr bekannte Frau Nguyen Nyoc Nhu Quynh (von den Bloggern Me Nam genannt) verhaftet. Sie ist 37 Jahre alt und Mutter von 2 Kindern. Ihr wird vorgeworfen, oppositionelle Propaganda gegen die sozialistische Republik Vietnam verbreitet zu haben. Das kann mit bis zu 20 Jahren Haft geahndet werden. Im April 2016 waren aus dem Stahlwerk Formosa Ha Tinh Steel Corporation massenhaft Gifte ins Meer gelangt, so dass Tausende Tonnen Fisch durch chemische Vergiftung starben. Nach dem Polizeibericht hatte die Facebook-Seite von Frau Me Nam 4oo Artikel enthalten, die eine einseitige und pessimistische Sicht des Geschehens verbreitet und das Vertrauen der Leser in den Staat zerstört hätten. Frau Me Nam hat immer noch keinen Kontakt zur Außenwelt, weder  zu ihrer Familie noch zu einem Anwalt. Die Gefahr, dass sie misshandelt wird, ist groß, da die Behörden bei Dissidenten häufig Foltermethoden anwenden, obwohl Vietnam die Konvention gegen Folter ratifiziert hat. Die Arbeit von Frau Me Nam als Verteidigerin der Menschenrechte wurde mehrfach ausgezeichnet.
Gebet: Guter Gott, stärke Frau Me Nam in ihrer einsamen und ungerechten Gefangenschaft. Gib ihr Trost und schütze ihre körperliche und seelische Unversehrtheit. Hilf, dass ihr bald ein fairer Prozess gemacht wird.

 

Denkt an die Gefangenen,
als ob ihr selbst mit ihnen im Gefängnis wärt.
Denkt an die Misshandelten,
als müsstet ihr ebenso leiden wie sie.

Hebr. 13,3

Was Sie tun können


Karfreitagsaktion 2017

- Essen-Byfang: Friedensgang mit Erfahrungsbericht
- Recke, St. Dionysius: Gründonnerstagsgebet mit Erfahrungsbericht

 

gebetswache2015
gebetswache web

UPDATE: Bericht zur Gebetswache jetzt online

In diesem Jahr wird zum 20. Mal die Nächtliche Gebetswache anläßlich des Internationalen Tags der Unterstützung der Folteropfer am 26. Juni durchgeführt.

Vorschlag der Gruppen Essen Byfang und Hattingen Niederwenigern, auch gern als Vorlage für eigene Gebetswachen verwendbar:
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Menschenrechtsschutz in Osteuropa - Journalisten in Bedrängnis

Unter diesem Thema steht die diesjährige ACAT Tagung vom 27. - 28.10.17 im Franz-Hitze-Haus in Münster.

Weitere Informationen & Anmeldung finden Sie hier, den Flyer zum Event gibt es auch zum Download.