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Aktion der Christen für die Abschaffung der Folter - Action des Chrétiens pour l’Abolition de la Torture

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Monatsgebet Februar 2017

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Gebet_Kreuz

Denkt an die Gefangenen,
als ob ihr selbst mit ihnen im Gefängnis wärt.
Denkt an die Misshandelten,
als müsstet ihr ebenso leiden wie sie.

Hebr. 13,3



Herr,
Deine Kraft brauchen wir
in unserem Bemühen,
in unserer Unzulänglichkeit,
in unserer Schwäche.

Deine Kraft
ermutigt uns,
stärkt uns,
spornt uns an.
Deine Kraft wirkt
von innen nach außen
wie ein Lichtstrahl,
der alles erhellt,
ein Lichtstrahl,
dessen Quelle
DU bist.

Anette Feigs




Denken wir an einen christlichen Arzt in ÄGYPTEN
Der 35-jährige Chirurg Bassam Safwat Atta lebte mit seiner Ehefrau und seinen beiden Kindern in der Stadt Dairut im Gouvernement Asyut. Er wurde am 13. Januar 2017 erstochen in seiner Wohnung aufgefunden. Er ist damit der vierte Christ, der in diesem Monat in Ägypten ermordet wurde. Dr. Attas Ehefrau, Reda Nehal, ebenfalls Ärztin, arbeitete an diesem Tag in einem Krankenhaus in der 30 km entfernten Stadt Manfalut und hatte ihre beiden Kinder bei sich. Ein Kollege sagte: “Dr. Atta war wegen seiner Freundlichkeit gegenüber allen sehr beliebt und überzeugte durch seine Güte und Demut.“ Er wurde der Arzt der Armen genannt, weil er viele arme Menschen in seiner Klinik kostenfrei behandelte. Alle, Christen wie Muslime, liebten ihn. Da in der Wohnung nichts fehlte, geht man auch hier wie bei den anderen Morden davon aus, dass religiöse Motive zugrunde liegen. Die Häufung von Gewalttaten in den letzten Wochen hat die ägyptischen Christen in große Angst versetzt.
Gebet: Herr Jesus, wir bitten um deinen Schutz für die Menschen in Ägypten, die zu dir gehören, nach deinen Worten leben und handeln und deshalb Leid erfahren. Sei mit deiner Kraft und deinem Trost bei Reda Nehal und ihre beiden Kinder. Wende dich den Tätern zu, zeige ihnen deine Liebe und rette sie.

Denken wir an zwei Opfer des Verschwindenlassens im JEMEN
Am 11. Januar fuhr Nadim al-Sakkaf seinen Schwiegervater Heshmat Alah Ali Mohammad Sabet Sarvestani, der nach Dubai fliegen wollte, zum internationalen Flughafen in der Stadt Aden. Gegen 14 Uhr näherte sich ein Flughafenangestellter in Zivil den beiden Männern am Check-in-Schalter und drängte Nadim al-Sakkaf zur Befragung in ein Büro. Sein Schwiegervater wurde kurze Zeit darauf ebenfalls in das Büro geholt. Seither fehlte jede Spur der beiden Männer. Die jemenitischen Behörden weigern sich, ihren Aufenthaltsort bekannt zu geben. Es liegt keine Anklage gegen sie vor, sie haben keinen Kontakt zur Außenwelt. Sie sind in Gefahr, misshandelt zu werden. Beide Männer gehören den Baha'i an, es liegen mehrere Berichte von willkürlichen Festnahmen von Baha'i-Gläubigen vor.
Gebet: Vater, wir bitten dich für die beiden Männer und ihre Familien. Wir sorgen uns um ihr Leben und ihre Gesundheit. Wir hoffen auf Entwicklungen hin zu Religionsfreiheit und Rechtsstaatlichkeit im Jemen.

Denken wir an einen tibetischen Gefangenen in CHINA
Gegen den gewaltlosen politischen Gefangenen Tashi Wangchuk ist nun Anklage erhoben worden. Die Polizei hatte ihn im März 2016 wegen angeblicher “Anstiftung zum Separatismus“ festgenommen. Ein Dokument deutet darauf hin, dass sich die Untersuchungen gegen ihn auf einen kurzen Dokumentarfilm der New York Times (“Eine Tibetische Reise für Gerechtigkeit“) beziehen. Darin wird die Reise Tashi Wangchuks nach Peking beschrieben, wo er auf rechtliche Unterstützung für seine Klage gegen örtliche Beamte hoffte, die seinen Antrag auf Einführung der tibetischen Sprache an Schulen mit mehrheitlich tibetischen Kindern stets ablehnten. Der Vorwurf lautete, er habe damit das internationale Ansehen der chinesischen Regierung diskreditiert. Dabei möchte er nur, dass die tibetischen Kinder ihre Sprache und Kultur nicht verlieren. Sollte er schuldig gesprochen werden, drohen ihm bis zu 15 Jahre Haft.
Gebet: Gott, wir bitten dich für Tashi Wangchuk, der seit Monaten keine Verbindung zu seiner Familie hat. Sei ihm nahe und gib ihm Kraft in der Einsamkeit der Gefangenschaft. Wir beten und hoffen auf eine gerechte Entscheidung der Richter für das Anliegen Tashi Wangchuks.

Denken wir an zwei Opfer von Verschwindenlassen im SUDAN
Bereits am 7. Dezember 2016 wurden Dr. Mudawi Ibrahim Abraham und sein Fahrer Adam El-Sheikh verhaftet und an einen unbekannten Ort gebracht, nachdem Dr. Mudawi in den Wochen zuvor bereits mehrfach vom sudanesischen Geheimdienst (NISS) bedroht worden war. Die Verschleppung dauert an, und es ist zu befürchten, dass die beiden Opfer von Misshandlung und Folter werden. Dr. Mudawi ist ein sudanesischer Menschenrechtsverteidiger und Ingenieur, der für seinen Einsatz beim Kampf gegen Menschenrechtsverletzungen in Darfur bekannt wurde und auch international ausgezeichnet wurde. Er ist Gründer und Direktor einer Organisation, die sich für die Durchsetzung von Menschenrechten einsetzt, z.B. dem Recht auf Wasser, Ärztliche Versorgung und Gesundheit. Seit 2005 wurde er bereits für diese Arbeit sieben Mal inhaftiert.
Gebet: Wir haben Angst, Gott, dass Dr. Mudawi und El-Sheikh Misshandlungen und Folter ausgesetzt sind und bitten dich darum, dass sie davor bewahrt werden. Wir hoffen mit ihnen und ihren Angehörigen auf Freilassung und Aufklärung.

Denken wir an einen verschwundenen Mann in SRI LANKA.
Seit 7 Jahren sucht Sandhya Eknaligoda ihren Mann Prageeth, politischer Journalist und Karikaturist, der im Januar 2010 entführt worden ist. Er hatte 2 Tage vor den Präsidentenwahlen regierungskritische Zeichnungen angefertigt. Seine Frau Sandhya hat sofort nach der Entführung Klage eingereicht. Die Polizisten hätten ihr gesagt, dass es immer wieder Entführungen gebe und ihr Mann bald zurückkomme. Trotz vieler nationaler und internationaler Bemühungen stellten die Behörden keine Nachforschungen an. Auch ACAT hat sich 2010 und 2012 um eine Aufklärung des Vorgangs bemüht. 2015 wurde unter einem neuen Staatspräsidenten eine Untersuchung eingeleitet., die zu dem Ergebnis führte, dass Prageeth in ein Militärlager im Nordosten des Landes verschleppt worden war. Mehrere Mitglieder des Geheimdienstes wurden daraufhin zunächst verhaftet, aber gegen Kaution bald wieder freigelassen. Am 24. Januar jährt sich der Tag der Verschleppung von Prageeth zum 7. Mal, die Familie hat immer noch keine Gewissheit über sein Schicksal.
Gebet: Guter Gott, gib Sandhya Eknaligoda Hoffnung und Trost trotz aller Ungewissheit. Hilf, dass das Schicksal ihres Mannes bald geklärt wird. Hilf den Volksgruppen auf Sri Lanka, die Verbrechen des Bürgerkrieges aufzuarbeiten und Schritte zu einem inneren Frieden zu tun.

Denken wir an drei Inhaftierte in der D.R. KONGO
Drei Aktivisten der Bürgerrechtsbewegung „Compte à rebours“ (Countdown) - Chris Shematsi, John Ngandu und Samuel Bosale - werden widerrechtlich im Gebäude des Geheimdienstes ( ANR) in Kinshasa gefangen gehalten. Sie waren am 13. Dezember 2016 während eines friedlichen Sitzstreiks festgenommen worden. Sie wollten darauf aufmerksam machen, dass die kongolesische Verfassung respektiert werden muss. Sie sind noch immer keinem Haftrichter vorgeführt worden. Nach der kongolesischen Verfassung hätte der Präsident Kabila am 19. Dezember 2016 sein Amt abgeben müssen, weil zwei Amtszeiten abgelaufen waren und die Verfassung dann keine Verlängerung mehr erlaubt. Die Bemühungen Kabilas um eine entsprechende Änderung der Verfassung waren am zivilen Widerstand gescheitert. Nun versucht das Regime Kabilas jede Art von Widerstand gegen sein Verbleiben im Amt zu unterdrücken. In der Woche vor dem 19. Dezember 2016 hatte es mehr als 40 Tote, viele Verletzte und 460 Verhaftungen gegeben. Die kongolesische Justiz hat diese Vorgänge nie untersucht.
Gebet: Guter Gott, hilf, dass die drei Inhaftierten bald freigelassen werden. Hilf auch, dass im Kongo ein friedlicher Regierungswechsel möglich wird.

Denken wir an zwei verschwundene Pastoren in MYANMAR
Dumdaw Nawng Lat, ein Pastor und Gemeinde-Ältester aus Monekoe im nördlichen Bundesstaat Shan, wurde am 24. Dezember 2016 zu einem nahegelegenen Armeestützpunkt vorgeladen, um mutmaßlich die Festnahme eines ortsansässigen Mannes zu besprechen. Sein Neffe Langjaw Gam Seng, ebenfalls Pastor in Monekoe, begleitete ihn. Die beiden Männer wurden zuletzt gegen 17 Uhr desselben Tages nahe des örtlichen Armeestützpunktes Byu Har Kone gesehen. Seitdem sind sie vermisst. Es ist zu fürchten, dass sie Opfer des Verschwindenlassens wurden.
Örtliche Quellen glauben, dass die Männer von den Behörden inhaftiert wurden, weil sie Journalisten geholfen hatten, über Menschenrechtsverletzungen des Militärs im nördlichen Bundesstaat Shan zu berichten. U.a. wurde mit den Journalisten eine Kirche besucht, die – ebenfalls nach örtlichen Quellen - durch Luftangriffe der myanmarischen Armee teilweise zerstört worden war. Am 4. Januar 2017 gaben Angehörige bei der Polizei eine Vermisstenanzeige auf, doch bislang erhielten sie keine Informationen zum Schicksal und Verbleib der beiden Männer.
Gebet: Guter Gott, wir bitten dich, schütze die beiden Pastoren vor Folter und Misshandlung. Wir sind dankbar dafür, dass sie sich für die Menschenrechte eingesetzt haben. Wir selbst wollen nicht nachlassen, auf Menschenrechtsverletzungen hinzuweisen und uns für die Opfer einzusetzen. Gib uns dafür Hoffnung und Ausdauer.

Denken wir an die Gefangenen und an die zum Tod Verurteilten in Guantanamo
Die USA haben seit dem 1. Januar 2017 für drei Jahre einen Sitz im UN-Menschenrechtsrat übernommen. Im Wahlmanifest für die Kandidatur hatten die USA versprochen, für die Rechte der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte (AEMR) einzutreten, ihren Verpflichtungen aus den Menschenrechtsverträgen nachzukommen und sich substanziell in den UN-Vertragsüberwachungsorganen zu engagieren.
Zehn Tage danach - am 11. Januar 2017 - jährte sich die Eröffnung des US-Gefangenenlagers auf dem Militärstützpunkt Guantánamo Bay auf Kuba zum 15. Mal. Die Inhaftierungen stehen der AEMR und den menschenrechtlichen Verpflichtungen der USA sowie den Empfehlungen der UN-Vertragsüberwachungsorgane diametral entgegen. Es sitzen immer noch 55 Personen in Guantánamo ein. 45 sind bislang weder angeklagt noch vor Gericht gestellt worden. Nur zehn Inhaftierte hatten oder haben Verfahren vor einer Militärkommission, welche aber nicht verbindlichen Standards für faire Gerichtsverfahren entsprechen. Sechs der Gefangenen droht nach solchen rechtswidrigen Verfahren gegenwärtig die Todesstrafe.
Gebet: Du Gott, der du willst, dass wir Menschen leben: Nach dem Machtwechsel in den USA sind wir umso mehr in Sorge um die zum Tod Verurteilten in Guantanamo. Wir bitten dich darum, dass die im UN-Menschenrechtsrat arbeitenden Delegierten der USA ihre Verantwortung für die Umsetzung der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte absolut ernst nehmen – auch im eigenen Land.

 

Denkt an die Gefangenen,
als ob ihr selbst mit ihnen im Gefängnis wärt.
Denkt an die Misshandelten,
als müsstet ihr ebenso leiden wie sie.

Hebr. 13,3

Was Sie tun können


Karfreitagsaktion 2017

- Essen-Byfang: Friedensgang mit Erfahrungsbericht
- Recke, St. Dionysius: Gründonnerstagsgebet mit Erfahrungsbericht


Kirchentag 2017

Deutscher Evangelischer Kirchentag Wittenberg-Berlin vom 24. - 28. Mai 2017

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Unter dem Motto 'Du siehst mich' steht der diesjährige Deutsche Evangelische Kirchentag vom 24. – 28. Mai 2017 in Berlin – Wittenberg, der wegen des 500 jährigen Reformationsjubiläums in vielerlei Hinsicht Besonderes bieten wird. Weiterlesen

Dritter Ökumenischer Kirchentag 2021

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Was machen Sie vom 12. bis 16. Mai 2021?
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