ACAT - Deutschland

Aktion der Christen für die Abschaffung der Folter - Action des Chrétiens pour l’Abolition de la Torture

  • Schrift vergrößern
  • Standard-Schriftgröße
  • Schriftgröße verkleinern
Home Aktuell ACAT-News Dezember 2017

ACAT-News Dezember 2017

Drucken

Dezember 2017

Hoffnung ist nicht die Überzeugung,
dass etwas gut ausgeht,
sondern die Gewissheit,
dass etwas Sinn hat,
egal wie es ausgeht.

(Václav Havel)

Freigelassen:

 

BAHRAIN: Menschenrechtlerin Ebtisam Al-Saegh, vorläufig freigelassen, Verfahren läuft weiter

Int.-VS.: 16.06.17, 13.07.17,
27.07.17 & 03.11.17
BAHRAIN: Menschenrechtler Mohammed Al-Shakhoori und Radhi Saleh Al-Qatari, vorläufig freigelassen, Verfahren laufen weiter

Int.-VS.: 03.11.17
IRAN: Führungsmitglieder der Religionsgemeinschaft der Bahá’i Mahvash Sabet und Fariba Kamalabadi

GB 03/11
TÜRKEI: MenschenrechtlerInnen Peter Steudtner, Nalan Erkem, İlknur Üstün, Veli Acu, Idil Eser, Özlem Dalkıran, Günal Kurşun, Ali Gharawi; vorläufig freigelassen, Verfahren laufen weiter

Int.-VS.: 16.08.17 & 24.10.17
USBEKISTAN: Menschenrechtsverteidiger Ganihon Mamathonov DA 07/2011, GB 09/2014

 

Dank sei Gott! – Gott sei Dank!

Aktuelle Entwicklungen


arrow32pxPapst Franziskus will Nein zur Todesstrafe im Katechismus haben
Das ausnahmslose Nein zur Todesstrafe soll verpflichtendes katholisches Glaubensgut werden  und als solches im Katechismus stehen. Das hat Papst Franziskus am 11.10.2017 in einer weit ausgreifenden Rede über den Katechismus, den fortschreitenden Glauben der Kirche und die Tradition angekündigt. Er äußerte sich bei einer Audienz für Teilnehmer eines Treffens, zu dem der Päpstliche Rat zur Förderung der Neuevangelisierung geladen hatte. Die Ablehnung der Todesstrafe müsse im Katechismus der Katholischen Kirche auf „angemessenere und schlüssigere“ Weise Platz finden als bisher, sagte Franziskus. Weitere Informationen unter:
http://de.radiovaticana.va/news/2017/10/11/franziskus_will_nein_zur_todesstrafe_im_katechismus_haben/1342353  Quelle: Radio Vatikan


arrow32px„Menschenrechtsschutz in Osteuropa - Journalisten in Bedrängnis“
Unter diesem Titel fand am 27. / 28. Oktober in Zusammenarbeit mit dem Franz-Hitze-Haus Münster unser Seminar statt. Barbara von Ow-Freytag (Praha Civil Society Center) stellte in ihrem Referat dar, wie autoritäre Regime den Aktionsraum der Zivilgesellschaft und Medien fortlaufend einschränken. Dabei kooperieren v.a. Staaten der ehemaligen Sowjetunion stärker miteinander und orientieren sich an den russischen Gesetzen zur Kontrolle von Nichtregierungsorganisationen. Zugleich ist zu beobachten, dass die Akteure der Zivilgesellschaft oft kreative Wege finden, unter den erschwerten Bedingungen zu arbeiten.
Gemma Pörzgen (Reporter ohne Grenzen) lieferte einen umfassenden Überblick über das Engagement ihrer Organisation bezüglich der Unterstützung und Fortbildung bedrohter Journalisten, auch im Exil. Deutlich wurde zudem, dass in Deutschland viele Zeitungen in ihrer finanziellen Existenz bedroht sind und damit unabhängige Recherchen in Gefahr sind. Auslandskorrespondenten sind für immer größere Regionen zuständig, sodass oft nur selektiv berichtet werden kann. Seit der Flüchtlingswelle 2015 wächst allerdings in den Redaktionen das Interesse an Menschenrechtsthemen. Viele Zeitungen ermöglichen es nun Exil-Journalisten, Artikel zu schreiben.
PD Dr. Michael Krennerich (Universität Nürnberg-Erlangen) erläuterte u.a. die Möglichkeiten für Nichtregierungsorganisationen, Menschenrechtsmechanismen auf lokaler, regionaler und internationaler Ebene zu nutzen, um die Achtung der Menschenrechte und den Schutz von Journalisten einzufordern.
Die Journalisten Tahmina Tagizade und Lachin Mamishov, die viele Jahre in Aserbaidschan als regierungskritische Journalisten gearbeitet hatten, waren aus dem Schweizer Exil angereist. Sie zeigten auf bewegende Weise, mit welchen Mitteln das Regime in Aserbaidschan versucht, Kritiker zum Schweigen zu bringen. Wie anderen Journalisten auch wurde Mamishov zunächst Geld und eine Wohnung für die Einstellung seiner Arbeit angeboten. Da er dies ablehnte, erlitt er zahlreiche Repressalien. 2012 wurde er Opfer eines brutalen Überfalls. Es folgten Schüsse in seine Wohnung. Tagizade und Mamishov schilderten, wie das Regime auch Kritiker, die nach Georgien geflohen sind, verfolgt. Neben dem persönlichen Schicksal der beiden Exil-Journalisten hat die TeilnehmerInnen erschüttert, in welchem Ausmaß Abgeordnete der Parlamentarischen Versammlung des Europarats durch die aserbaidschanische Regierung bestochen wurden, um kritische Resolutionen abzuwenden.
Trotz zunehmender autoritärer Tendenzen in vielen Staaten wurde deutlich, dass wir uns mit Protestbriefen für Gefangene einsetzen können. Wichtig ist auch der Austausch mit Betroffenen vor Ort oder im Exil sowie die Sensibilisierung von Politik, Medien und Öffentlichkeit. In den verschiedenen Referaten wurde betont, dass Regime Kampagnen zur Verbesserung ihres Images in Westeuropa führen. Dem können wir Berichte über die schwierige Menschenrechtslage entgegensetzen.


arrow32pxLibyen: Appell zum Schutz für Flüchtlinge in Libyen
Auf die Reaktion des Auswärtigen Amts, die zahlreiche Mitglieder erhalten haben, wird der Vorstand durch einen Brief antworten. Individuelle Antworten der Mitglieder sind derzeit nicht erforderlich.
ACAT wird die Position bekräftigen, dass angesichts der zu beklagenden Menschenrechtsverletzungen keine Kooperation mit der libyschen Küstenwache vertretbar ist.


arrow32pxSave the date
Seminar und Mitgliederversammlung in Schwerte 14.-16.9.2018 zum Thema: „Menschenrechte in Zeiten des Populismus und Extremismus“ oder „Menschenrechte auf dem Rückzug?“ Bitte notieren Sie sich im neuen Kalender schon diesen Termin.


arrow32pxNeues aus der Geschäftsstelle
Die nächste Aussendung (DA’s, Gebetsblatt und ACAT Aktuell) ist für Mitte Januar 2018 geplant.


arrow32pxNachruf: ACAT trauert um Johannes Bortlisz
Am 20. Oktober verstarb nach langer Krankheit im Alter von 86 Jahren ein ehemaliges und langjähriges Vorstandsmitglied der ACAT-Deutschland, Johannes Bortlisz. Er gehörte zu den ersten, die die ACAT mit aufgebaut und geprägt haben. Viele Jahre war er Schatzmeister.
Die Erfahrungen, die er als Kind im 2. Weltkrieg gemacht hatte, ließen ihn immer wieder betonen, dass solche Gräueltaten nie wieder gemacht werden dürfen, dass Christen sich für die Menschenrechte und gegen Folter einsetzen müssen. Deshalb war ihm die Erziehung zu den Menschenrechten z.B. bei der Vorbereitung von Firmlingen und Konfirmanden sehr wichtig.
Johannes Bortlisz stand mit in der Verantwortung des ergreifenden internationalen FIACAT-Treffens mit namhaften Menschenrechtlern und Gefolterten 1995 in Münster zum Thema „Straflosigkeit – Gerechtigkeit-Vergebung, christliche Wege zur Versöhnung?“ Er hat immer versucht, die Fragen der heutigen Zeit, Umwelt, soziale Gerechtigkeit, Menschenwürde, etc. mit seiner Religion und seinem Glauben zu verknüpfen.  Deshalb lag ihm auch die Gemeindearbeit vor Ort, in Essen-Byfang, sehr am Herzen. Dort hat er 1989 eine engagierte ACAT-Gruppe gegründet, die er 15 Jahre leitete. Er initiierte regelmäßige Gottesdienste zu aktuellen Menschenrechtsthemen, um die Bedeutung der Menschenrechtsarbeit den Gemeindemitgliedern nahe zu bringen. Stets war seine Überzeugung spürbar. Wir danken ihm für sein großes Engagement.

 

Mit dem „Trinitarischen Segen“ wünschen  wir Ihnen/Euch wieder eine besinnliche Zeit des Advents, ein friedvolles Weihnachtsfest und einen guten Start in das Jahr 2018

Der Segen des Gottes von Abraham und Sara,
der Segen des Sohnes, von Maria geboren,
der Segen des Heiligen Geistes,
der immer wieder Menschen hellhörig gemacht hat,
der immer wieder Menschen beflügelt hat in der Hoffnung,
dass der Einsatz für das Leben aller Menschen in Würde,
notwendig und lohnend ist, -
der Segen des dreieinigen Gottes sei mit uns allen.
Ja, Gott, segne uns und begleite uns wie ein Licht in der Nacht.
Amen

 

 

 

Denkt an die Gefangenen,
als ob ihr selbst mit ihnen im Gefängnis wärt.
Denkt an die Misshandelten,
als müsstet ihr ebenso leiden wie sie.

Hebr. 13,3

Was Sie tun können


Freilassungen 2017

Die Zusammenstellung der Freilassungen 2017 erfüllt uns wieder mit großer Dankbarkeit und zeigt uns andererseits wie wichtig es ist, in unserer Arbeit und im Gebet nicht nachzulassen.


ACAT Jugendflyer

Der neue ACAT-Jugendflyer ist ab sofort zum Download verfügbar.


Gottesdienstablauf 8.10.


Der folgende Gottesdienstablauf wurde anlässlich des Welttags gegen die Todesstrafe als kath. Gemeindegottesdienst erstellt und richtet sich mit seinem Thema "Gerechtigkeit" nach der 1. Lesung und dem Evangelium des Tages.
Zum Download


Menschenrechtsschutz in Osteuropa - Journalisten in Bedrängnis

Unter diesem Thema steht die diesjährige ACAT Tagung vom 27. - 28.10.17 im Franz-Hitze-Haus in Münster.

Weitere Informationen & Anmeldung finden Sie hier, den Flyer zum Event gibt es auch zum Download.