ACAT - Deutschland

Aktion der Christen für die Abschaffung der Folter - Action des Chrétiens pour l’Abolition de la Torture

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Pressemitteilung 21. Februar 2017

Wiedereinführung der Folter? Eine Gefahr des Rückschrittes für die USA.

Washington, Paris, Lüdinghausen, Februar 2017 – Die Internationale Föderation der ACAT (FIACAT) und ACAT Deutschland verurteilen die Aussagen des neuen amerikanischen Präsidenten zur Folter.

"Wenn nichts ein Volk gegenüber sich selbst schützt, weder seine Vergangenheit noch seine Werte, noch seine eigenen Gesetze, dann reichen nur 15 Jahre, um Opfer in Henker zu verwandeln. Dann entscheidet allein der Zufall: jedermann kann zu jeder Zeit sowohl Opfer als auch Henker werden."
Jean-Paul Sartre, "Une Victoire", Nachwort zu "La Question" von Henri Alleg, Lausanne, La Cité 1958

In seinem ersten Interview als Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika, am 25. Januar 2017 auf ABC-TV, wiederholte Donald Trump seine Position zur Anwendung von Folter und sagte, dass sich die Simulation des Ertrinkens als wirksam herausgestellt hätte: „Folter funktioniert.“
Diese Aussagen hatte er bereits im Wahlkampf gemacht. Er hatte seine Bereitschaft erklärt, zu "viel schlechteren" Techniken als dem Waterboarding zurückzukehren, wenn er gewählt werden würde.

Die Verwendung solcher Techniken, die sich als unwirksam erwiesen haben, steht im direkten Widerspruch zu den verschiedenen Verpflichtungen, die die Vereinigten Staaten auf regionaler und internationaler Ebene eingegangen sind. In erster Linie ist die Konvention der Vereinten Nationen gegen Folter zu nennen, die 1994 von den USA ratifiziert wurde. Über diese Verpflichtungen hinaus beruht das Folterverbot auf einer universellen moralischen Übereinkunft, die in den Regeln des Jus cogens formuliert wurde. Diese Normen des Völkerrechts sind für jeden Staat bindend, unabhängig von der Ratifizierung eines Vertrages.
Trotz aller Bemerkungen, die Herr Trump macht, wird die konkrete Wiedereinführung der Folter in den USA schwierig werden, erklärt der republikanische Senator John McCain, in Anbetracht der klaren amerikanischen Gesetzeslage zu diesem Thema. Außerdem werden die Vorschläge des neuen Präsidenten wahrscheinlich eine starke Opposition im US-Kongress hervorrufen. Darüber hinaus erscheint es unwahrscheinlich, dass sie durch den neuen Direktor der CIA, Mike Pompeo, genehmigt werden, der sich erst vor kurzem gegen die Anwendung von Folter ausgesprochen hat.
Der UN-Sonderberichterstatter über Folter, Nils Melzer, hat bereits auf diese Erklärungen reagiert und die US-Regierung gemahnt, die Normen der Vereinigten Staaten zu erfüllen. Die Öffentlichkeit muss wachsam bleiben und den schrittweisen Abbau des Rechtes, der hier beginnt, anprangern.

FIACAT und das internationale ACAT-Netzwerk, in dem Christen aus allen Konfessionen vereinigt sind, verurteilen Folter als unhaltbaren Angriff auf die Würde des Menschen und ebenso als Erniedrigung der Menschen, die Folter anwenden. Sie erinnern an die entschiedene Verurteilung aller Formen von Folter durch Papst Franziskus, der die Christen dazu auffordert, gegen diese schwere Verfehlung zu kämpfen. Sie stehen auch hinter der großen Kampagne der amerikanischen evangelikalen Protestanten, die die Rückkehr zur Folter verhindern wollen mit der Begründung, dass sie mit dem christlichen Glauben über die Heiligkeit des menschlichen Lebens unvereinbar ist: Christian Post, Torture is a denial of Jesus (Folter ist eine Verleugnung Jesu), verfügbar unter
http://www.christianpost.com/news/torture-is-a-denial-of-jesus-173309/

Was ihr für einen meiner geringsten Brüder getan habt, das habt ihr mir getan.
Mt 25,40

FIACAT und das ACAT-Netzwerk, darunter ACAT Deutschland, verurteilen die Aussagen Donald Trumps über die Wirksamkeit der Folter aufs Schärfste und fordern die US-Regierung, die militärischen und zivilen Beamten und die gewählten Vertreter des amerikanischen Volkes auf, sich der Wiedereinführung der Folter zu widersetzen.

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Denkt an die Gefangenen,
als ob ihr selbst mit ihnen im Gefängnis wärt.
Denkt an die Misshandelten,
als müsstet ihr ebenso leiden wie sie.

Hebr. 13,3

Was Sie tun können

 

Menschenrechte auf dem Rückzug

Titelbild Seminar

Bei der Tagung der Katholischen Akademie Schwerte in Zusammenarbeit mit der ACAT Deutschland (14. - 16.09.2018) wird das Thema Menschenrechte in Zeiten von Populismus und Extremismus beleuchtet. Einzelheiten des Programms entnehmen Sie bitte dem angehängten Flyer.
Anmeldung direkt bei der Katholischen Akademie Schwerte hier.

 

gebetswache2015
gebetswache web

Nächtliche Gebetswache für Folteropfer

Die ACAT-Gruppe auf der Ruhrhalbinsel hält die Gebetswache seit Jahren in 2 Kirchen (kath. und evang.) und geht zu Fuß von der einen zur anderen. Deshalb teilt sie das Thema in 2 Teile auf, betet in jeder Kirche für 5 der 10 Folteropfer und lässt jeweils einen Unterstützerbrief schreiben. Nutzen Sie den angehängten Ablauf gern auch für Ihren Gottesdienst / Ihr Gebet.
 
Weitere Informationen hier.

Erfahrungen Ruhrhalbinsel Essen hier lesen


Ein Gespür für die Unterdrückten

Die Zeitschrift "Lebenslauf" (Bundesverlag, Witten) hat den bisherigen Lebensweg von
Magdalena Marx, der sehr eng mit dem Weg der ACAT Deutschland verknüpft ist, in einem eindruckvollen Artikel nachgezeichnet.


Filmhinweis
"Exodus - Der weite Weg"
Filmtipp

Der Film beschreibt die globale Dimension des Flüchtlings- und Migrationsthemas durch die Perspektiven der porträtierten Menschen aus vier Kontinenten über einen Zeitraum von zwei Jahren.
Ende März / Anfang April in ausgewählten Kinos.

Spielplan und Trailer: hier


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