ACAT - Deutschland

Aktion der Christen für die Abschaffung der Folter - Action des Chrétiens pour l’Abolition de la Torture

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Oktober 2016

Hoffnung ist nicht die Überzeugung,
dass etwas gut ausgeht,
sondern die Gewissheit,
dass etwas Sinn hat,
egal wie es ausgeht.

(Václav Havel)

Freigelassen:

 

ÄGYPTEN: Menschenrechtsanwalt Malek Adly,
frei bis Ergebnisse der Ermittlungsverfahrens vorliegen

Int. VS 08.08.16
ÄGYPTEN: Gefolterter Islam Khalil


GB 09/2016
DR KONGO: Menschenrechtsverteidiger Christopher Ngoyi Mutamba

GB 02 & 04/2015
OMAN: Gewaltloser politischer Gefangene Saeed Jaddad

GB 01/2015
TÜRKEI: Menschenrechtsanwalt Ramazan Demir und die Menschenrechtsanwältin Ayşe Acinikli Int. VS 10.04.16 & 17.06.16

 


Dank sei Gott! – Gott sei Dank!



Tagungsbericht „Menschen auf der Flucht“

arrow32pxMenschen auf der Flucht
Nach 2010  und 2014 war die Katholische Akademie Schwerte, vom 23. bis 25 Sept. 2016 wieder ein kompetenter  Kooperationspartner der ACAT – Deutschland für unsere Fachtagung  in Verbindung mit der Mitgliederversammlung.
Den Ursachen der Flucht an die Wurzeln gehen, war für 3 Tage ein aktuelles und anspruchsvolles Thema. Flucht  und Vertreibung betrifft Millionen von Menschen in aller Welt in ihrer Existenz. Regierungen, die UNO, die EU, Flüchtlings- und Asylorganisationen arbeiten an Konzepten und streiten über Lösungen, treffen Vereinbarungen deren Verfallsdatum bei Unterschrift schon abzusehen ist.
Die Situation des Flüchtlings beschrieb Wolfgang Bentrup, der Vorsitzende der ACAT, in der Einleitung zu der Tagung, in dem er Zygmut Baumann zitierte, der selbst zweimal fliehen musste: „Der Flüchtling verliert, weil er vor Not und Gewalt flieht, seine Heimat, ohne eine neue zu gewinnen, denn er ist kein Auswanderer. Der Flüchtling ist ein Bote des Unglücks. Er bringt die schlechten Nachrichten, die Konflikte und Stürme aus der Ferne vor unsere Haustür“.
Eine der Fluchtursachen ist, wie am Beispiel Benin aufgezeigt wurde, die Situation der jungen Menschen, die auch nach einer Universitätsausbildung keine berufliche Zukunft haben. Nur ein Fünftel hat eine Chance auf dem  heimischen Arbeitsmarkt. Die Berliner Konferenz von 1884/85, mit der willkürlichen Grenzziehung für die Staaten Afrikas, die Versklavung der Menschen sowie der Kalte Krieg und die andauernd ungerechte Weltwirtschaftsordnung hatten und haben fatale Folgen für die politische und wirtschaftliche Entwicklung afrikanischer Staaten. Ethnische Konflikte, Auflagen des Internationalen Weltwährungsfonds und der Export subventionierter Agrarerzeugnisse der Industrieländer nach Afrika behindern eigenständige wirtschaftliche Entwicklungen. 
In den Vorträgen und Diskussionen wurden weitere Fakten für die Migration und der strukturellen  Ursachen für Flucht und Vertreibung besprochen. Die UN-Flüchtlingsorganisation  unterstützt allein in Afrika 16 Millionen  Flüchtlinge. Gefordert wurde, Bedingungen abzuschaffen, die Menschen dazu zwingen ihre Heimat zu verlassen. Vielmehr ist von den Industriestaaten zu fordern, ihr Denken und Handels so zu gestalten, dass Rahmenbedingungen geschaffen werden, die den Menschen Afrikas erlauben, in Würde zu leben und zu arbeiten.

Der Sondergipfel der EU mit Afrika zu Fragen der Migration wurde zurückhaltend beurteilt. Hintergrund waren die Flüchtlingskatastrophen im Mittelmeer und die Angst der Europäer vor einer verstärkten Migration aus Afrika. Das Ziel für den mit 1,8 Milliarden ausgestatteten Aktionsplan blieb offen, es wurde auf bestehende Vereinbarungen verwiesen. Die Beziehungen EU und den Staaten  Afrikas stecken in einer Krise. Diese Krise gilt es als Chance zu nutzen für eine enge, partnerschaftliche Zusammenarbeit auf Augenhöhe.


arrow32pxACAT intern – neuer Vorstand der ACAT in Deutschland
In der ACAT Mitgliederversammlung am 24.09.16 wurden folgende Personen in den ACAT Vorstand gewählt (unterstrichen sind die Namen des neuen geschäftsführenden Vorstandes, gewählt in der Vorstandsitzung am 25.09.16): Sabine Aldenhoven, Cecile Auriol, Wolfgang Bentrup, Frank Boungard, Elke Decher, Magdalena Fleischer, Dr. Bernadette Jung, Marlise Morgenschweis, Dr. Wolfgang Schramm, Christoph Schürhaus und Stefan Sommerfeld.
Aus dem Vorstand ausgeschieden ist August Rößner, Wolfgang Bentrup hat die Aufgabe als 1. Vorsitzender der ACAT niedergelegt, steht im Vorstand weiter zur Verfügung. Ihnen beiden sei auch an dieser Stelle sehr herzlich gedankt für viele Jahre sehr engagierten Dienstes!


arrow32pxSechster Weltkongress gegen die Todesstrafe
Der 6. Kongress wurde wie in den Vorjahren von der französischen Gruppe Ensemble Contre la Peine de Mort in Zusammenarbeit mit der World Coalition Against the Death Penalty ausgerichtet.
Vom 21. bis 23. Juni 2016 hat der 6. Weltkongress gegen die Todesstrafe in der Oper von Oslo stattge-funden. Rund 1300 Teilnehmer aus über 80 Ländern reflektierten zweieinhalb Tage lang die weltweite Situation der Todesstrafe und Möglichkeiten der Abschaffung. Zahlreiche Regierungsvertreter, Diplomaten und Delegierte unterschiedlichster Nationen waren ebenso anwesend wie Akademiker, Juristen, Anti-Todesstrafe-Aktivisten zahlreicher bekannter Menschenrechtsorganisationen, ehemalige Todestraktinsassen usw. Die FIACAT (Präsidentin,1 Mitglied des Internationalen Büros und 2 Mitarbeiter vom Sekretariat) und 10 ACATs (4 europäische: Deutschland, Schweiz, Frankreich, Schweden; 6 afrikanische: Burkina Faso, Republik Kongo, Elfenbeinküste, Ghana, Mali, Niger) waren vertreten. Ich war als Mitglied der ACAT/Deutschland und von FIACAT anwesend. Ich konnte nur bis zum Mittag des 23.06. bleiben und daher leider nicht die Abschlussveranstaltung mit einer Videobotschaft des Erzbischofs und Friedensnobelpreisträgers Desmond Tutu erleben.
https://www.youtube.com/watch?v=Ujg7J03xUhE
Ich habe an zwei Workshops teilgenommen, bei denen Guillaume Colin (FIACAT's Vertreter bei der Afrikanischen Kommission für Menschenrechte) aktiv war: “Todesstrafe und Terrorismusprobleme” und “Resolution für ein Moratorium gegen die Todesstrafe” und war am FIACAT/ACAT Stand in „The village of abolition“ anwesend. In beiden Workshops war das Paradox zwischen der Entwicklung der Abschaffung der Todesstrafe in der Welt auf der einen Seite und der vermehrten Verhängung der Todesstrafe gegen Terrorismus in bestimmten Ländern auf der anderen Seite ein Leitmotiv.
Vor allem die Eröffnungs- sowie die Abschlussveranstaltung waren gekennzeichnet durch die Teilnahme hochrangiger Vertreter der politischen Bühnen weltweit, die sich geschlossen für die Abschaffung der Todesstrafe aussprachen. Obwohl diese ultimative Strafform in Europa de facto abgeschafft ist, waren die führenden Köpfe bzw. Vertreter der Außenministerien u.a. des Gastgeberlands Norwegen, von Spanien, Frankreich, Italien und der Schweiz anwesend, um den weltweiten Kampf gegen die Todesstrafe zu unterstützen. Es darf die Frage gestellt werden, weshalb kein Vertreter aus Deutschland auf dieser Plattform war? Die große Überraschung während der Eröffnungsveranstaltung war die Videobotschaft von Franziskus I. an den Weltkongress
https://www.youtube.com/watch?v=0L9VQZDxDYo
In den Todesstrafe-Nachrichten (todesstrafe-nachrichten.jimdo.com) kann man lesen:
„Die in der Schlussveranstaltung verlesene und gemeinsam beschlossene Erklärung der Kongressteilnehmer hebt positiv hervor, dass die weltweite Abschaffung voranschreitet und inzwischen fast drei Viertel aller Länder die Todesstrafe per Gesetz oder in der Praxis abgeschafft haben, seit dem letzten Weltkongress in Madrid vor drei Jahren immerhin weitere sechs Staaten. Darüber hinaus wollen weitere Länder im Dezember bei der nächsten Abstimmung der Vereinten Nationen für ein Moratorium stimmen; und selbst in den USA ist die Unterstützung der Todesstrafe rückläufig. Die Kongressteil-nehmer äußern sich aber auch besorgt und kritisch, weil immer noch 58 Länder an der Todesstrafe festhalten, weil der internationale Terrorismus manche Staaten dazu verleitet, darauf mit Hinrichtungen zu reagieren, und weil manche Staaten die Todesstrafe nach längeren Hinrichtungsstopps wieder aufgenommen haben. Darüber hinaus wird z.B. kritisiert, dass durch Drogenhilfsprogramme Staaten finanziell unterstützt werden, die die Todesstrafe für Drogendelikte vorsehen. Die Erklärung mündet in 25 konkrete Appelle und Forderungen, gerichtet an Staaten, Politiker, Anwälte, Organisationen und Aktivisten, die Schritte auf dem Weg zum gemeinsamen Ziel der weltweiten Abschaffung der Todesstrafe markieren.“

 


Denkt an die Gefangenen,
als ob ihr selbst mit ihnen im Gefängnis wärt.
Denkt an die Misshandelten,
als müsstet ihr ebenso leiden wie sie.

Hebr. 13,3

Was Sie tun können


Filmhinweis
"Exodus - Der weite Weg"
Filmtipp

Der Film beschreibt die globale Dimension des Flüchtlings- und Migrationsthemas durch die Perspektiven der porträtierten Menschen aus vier Kontinenten über einen Zeitraum von zwei Jahren.
Ende März / Anfang April in ausgewählten Kinos.

Spielplan und Trailer: hier


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ACAT auf dem Katholikentag 2018 in Münster:
Wie schon sehr häufig, wird die ACAT auch in diesem Jahr wieder auf dem Katholikentag in Münster vertreten sein.

10. – 12.05.2018 auf der Kirchenmeile (Schlossplatz, Stand-Nr. HW-38). Unser Stand ist leicht über den Eingang Gerichtsstraße zu erreichen, befindet sich im Bereich „Hilfswerke und Globale Verantwortung“, Areal „Süd“ der Kirchenmeile.

11.05.2018 um 8:00 Uhr Morgengebet, Euthymia-Kapelle, Loerstraße, Stadtzentrum
Bei beiden Veranstaltungen sind Sie sehr herzlich willkommen, wir freuen uns über jeden, der seine Solidarität mit unseren Anliegen auch auf diese Weise und an diesem Ort zum Ausdruck bringt!!

Der Katholikentag findet statt vom 09. - 13.05.2018 in Münster, mehr Informationen dazu unter https://www.katholikentag.de/