ACAT - Deutschland

Aktion der Christen für die Abschaffung der Folter - Action des Chrétiens pour l’Abolition de la Torture

  • Increase font size
  • Default font size
  • Decrease font size

September 2014

Hoffnung ist nicht die Überzeugung,
dass etwas gut ausgeht,
sondern die Gewissheit,
dass etwas Sinn hat,
egal wie es ausgeht.

(Václav Havel)

Freigelassen:

 

China: Gao Zhisheng
Menschenrechtsanwalt

Siehe weitere Entwicklung zu Dringlichkeitsaktionen
MEXIKO: Juan A. Figueroa Gómez (22J.)
Jesús I. Figueroa Gómez (18J.)

Int.VS 23.11.2012 GB Dez. 2012
RUSSISCHE FÖDERATION:

Mikhail Kosenko* GB Nov. 2013
SUDAN: Mohammed Salah Abdelrahman GB April 2014

 

*„Ich möchte mich bei jeder Person, die mich unterstützt hat, zutiefst bedanken. Eure Briefe haben meine Freilassung beeinflusst." Er genieße es, wieder zu Hause bei seiner Familie zu sein. (Quelle: ai)

 

 


Dank sei Gott! – Gott sei Dank!

Weitere Entwicklung zu Dringlichkeitsaktionen und Gebetsblättern

CHINA: Wir haben uns seit Beginn der Inhaftierung von Gao Zhisheng für ihn eingesetzt: mehrere Interventionen des Vorstandes 2009 - DA Juli und Okt. 2009 - Sept. 2010 - Jan 2012; GB März 2009 - Febr. 2010  - April und Dez. 2011 - Dez. 2012 Febr. 2014 - nächtliche Gebetswache 2013. Mehrere begleitende Berichte in ACAT-Aktuell  in der Zeit von Dez. 2009 bis Febr. 2013
Gao Zhisheng gilt als einer der prominentesten Menschenrechtsanwälte in der Volksrepublik. Der bekennende Christ hat sich als Rechtsanwalt besonders engagiert für die Glaubensfreiheit von verfolgten Christen und Falun Gong-Anhängern eingesetzt. Auch mittellose Personen vertrat er regelmäßig in ihren Rechtsstreitigkeiten vor Gericht, so dass er auch als „Anwalt der Armen“ gilt. Seine 8-jährige Haftstrafe endete am 7. August 2014. Er wird aber weiterhin von chinesischen Sicherheitsbeamten überwacht.
Seine Frau Geng He und die Kinder leben zurzeit in den USA.

Zu seiner Freilassung wird auch über die Folgen der 5 Jahre in Einzelhaft und Folter berichtet. „Gao ist völlig zerstört worden“, stellt eine aktuelle Aussage von Freedom Now fest. „Das Wachpersonal wurde streng angewiesen, nicht mit ihm zu sprechen. Er durfte keinerlei Lektüre, kein Fernsehen, oder den Zugriff auf irgendjemanden oder irgendetwas haben. ... Er hat viele Zähne durch die Unterernährung verloren. Es wird angenommen, dass er auch immer wieder körperlich gefoltert wurde.“ Geng Hes Schwester, bei der Gao Zhisheng nun lebt, sagte: „Er war ganz allein in einer dunklen Zelle für fünf Jahre eingesperrt. Man muss ihm geduldig helfen, wieder sprechen zu lernen“. Quelle: Gfbv und http://www.epochtimes.de/Folter-in-China-Gao-Zhisheng-kann-kaum-sprechen-nach-fuenf-Jahren-allein-in-Dunkelhaft-a1174638.html

IRAN: Arzhang Davoodi DA Sept. 2006: Der gewaltlose politische Gefangene Arzhang Davoodi, der sich seit elf Jahren im Gefängnis befindet, ist nun zum Tode verurteilt worden. Die neue gegen den Schriftsteller erhobene Anklage lautet auf "Feindschaft zu Gott" und steht im Zusammenhang mit seinem friedlichen politischen Engagement und seinen Veröffentlichungen.
Arzhang Davoodi erfuhr am 20. Juli von seinem Anwalt, dass er wegen der vermeintlichen Mitgliedschaft und Unterstützung der iranischen Oppositionsgruppe der Volksmudschaheddin zum Tode verurteilt worden sei. Die Urgent Action finden Sie unter: http://www.amnesty.de/urgent-action/ua-188-2014/schriftsteller-zum-tode-verurteilt

SAUDI-ARABIEN: Der schiitische Geistliche Tawfiq Jaber Ibrahim al-'Amr, GB und DA Sept. 2011 und Juni 2013, wurde vom Sonderstrafgericht am 13. August zu acht Jahren Gefängnis verurteilt. Danach darf er zehn Jahre lang nicht reisen und keine Predigten oder öffentlichen Ansprachen halten.


ACAT-intern     

                                                                                      

arrow32px

In Vorbereitung unseres Seminars „Menschenwürde – auch hinter Gittern“ möchten wir auf die Lage der Menschen in Gefängnissen hinweisen.
Menschenrechtsbericht der FIACAT und ACAT-Madagaskar
Im Herbst 2014 wird der UN-Menschenrechtsrat zum zweiten Mal die Menschenrechtssituation in Madagaskar evaluieren. ACAT-Madagaskar ist die erste lokale Nichtregierungsorganisation (NGO), die im Jahr 2007 – in Kooperation mit der FIACAT – vor dem UN-Menschenrechtsausschuss einen alternativen Bericht zur Umsetzung der Verpflichtungen aus dem Internationalen Pakt über bürgerliche und politische Rechte präsentiert hat. Ebenso hat sie im März 2010 als einzige NGO dem UN-Menschenrechtsrat einen Alternativbericht vorgelegt. FIACAT und ACAT-Madagaskar heben positiv hervor, dass die Regierung in einen Austausch mit der Zivilgesellschaft über eine Verbesserung der Menschenrechtslage getreten ist. Ebenso begrüßen sie, dass die Regierung 2008 ein gesetzliches Verbot der Folter beschlossen hat. Da dieses Gesetz aber noch nicht in das Strafgesetzbuch aufgenommen wurde, bleibt eine effektive Folterprävention erschwert. Folter wird derzeit noch lediglich als erschwerender Umstand eines Verbrechens gewertet. Zur Ahndung von Folter liefert das Gesetz keine Orientierungspunkte beim Strafmaß.
In dem Schattenbericht der ACAT wird u.a. vorgeschlagen, Angehörige der Justiz, der Polizei und Wachpersonal über das Folterverbot zu unterrichten und einen nationalen Präventionsmechanismus mit Berechtigung zu Besuchen von Haftanstalten einzurichten.
Die Haftbedingungen kommen grausamer und unmenschlicher Behandlung gleich. Erbaut während der Koloni­alzeit, schreitet die Baufälligkeit der Gefängnisse voran. Dazu trägt insbesondere die hohe Überbelegung um durchschnittlich 93% bei. 2011 hatten FIACAT und ACAT-Madagaskar die Haftanstalt von Tsiafahy be­sucht und sogar eine Überbelegung um mehr als das fünffache festgestellt. Die hohen Gefangenenzahlen stehen mit einem massiven Rückgriff auf Untersuchungshaft im Zusammenhang. 2012 waren 53% der Gefangenen Untersuchungshäftlinge. Noch immer befinden sich Menschen ohne Gerichtsurteil in Haft, die bereits 2009 infolge politischer Unruhen festgenommen wurden. Während Frauen und Männer in den Gefängnissen getrennt untergebracht werden, fehlt es für beide Gruppen an separaten Räumlichkeiten für Erwachsene und Minderjährige.

 arrow32pxEuGH beendet rechtswidrige Abschiebungshaft in Deutschland.
Seit Jahren vollziehen die meisten Bundesländer Abschiebungshaft auf rechtswidrige Art und Weise: Asylsuchen­de werden in regulären Gefängnissen inhaftiert. Nach zwei Entscheidungen des Europäischen Gerichtshofs steht die­se Praxis vor dem Aus. Abschiebungshaft ist keine Strafhaft.
Erst im April hatte die nationale Antifolterstelle, Wiesbaden, die Trennung des Vollzugs von Abschiebungshaft und Strafhaft gefordert und einen Bericht vorgelegt. Darin wur­den zahlreiche gravierende Nachteile für Flüchtlinge in Einrichtungen zur Strafhaft dokumentiert. Dazu ge­hören Handy- und Internetverbote, reduzierte Besuchszeiten und das Einsperren in Zellen. Der EuGH stellte heute fest, dass dies gegen das Trennungsgebot der europäischen Rückführungsrichtlinie verstößt. Nach dieser sind Abschiebungsgefangene ausschließlich in speziellen Hafteinrichtungen unterzubringen, wenn diese vor­handen sind.

 

arrow32px10. Oktober 2014 – 12. Welttag gegen die Todesstrafe
Thematischer Schwerpunkt des diesjährigen Welttages gegen die Todesstrafe am 10. Oktober wird die Situation von Menschen mit psychischen Krankheiten oder geistigen Behinderungen im Todestrakt sein. Von Behinderung betroffene Personen erfahren als Angeklagte vor Gericht massive Benachteiligungen. Anderer­seits begünstigt der Todestrakt auch das Aufkommen von psychischen Krankheiten. In der Oktober-Sendung, die am 30. Sept. zum Versand kommt, erhalten Sie dazu eine Unterschriftenliste, voraussichtlich wird sich die Aktion auf die Todesstrafe in Japan konzentrieren.

 
arrow32pxWechsel im Amt des Hochkommissars für Menschenrechte der Vereinten Nationen
Ende August ging Frau Navi Pillay in den Ruhestand. Viele brutale Kriege rund um die Welt überschatten das Ende ihrer Amtszeit: Ukraine, Nahost, Syrien, Irak, die bewaffneten Konfrontationen in Afrika. "Ich habe niemals zuvor dieses Ausmaß an Menschenrechtsverletzungen in Konflikten gesehen wie heute", bilanziert sie. Ihr folgt im Amt der Jordanier Prinz Zeid Ra'ad Zeid al-Hussein. Wir wünschen ihm Gottes Kraft für seine schwierige Aufgabe.


arrow32pxKampagne gegen Genitalverstümmelung in Indonesien
Nicht nur in vielen afrikanischen Ländern findet Genitalverstümmelung statt: Laut der Menschenrechtsorga­ni­sation Terre des Femmes erleiden allein in Indonesien jährlich über zwei Millionen(!) Mädchen diese Menschenrechtsverletzung – oft als Kleinkinder, ohne Betäubung. Obwohl Indonesien zahlreiche internatio­nale Abkommen gegen Genitalverstümmelung unterzeichnet hat, gibt es noch immer kein nationales Gesetz dagegen. Menschenrechtsorganisationen und viele muslimische Verbände verlangen ein Verbot der grausa­men Praxis. Die Forderungen von Terre des Femmes können direkt online unterzeich­net werden: http://www.frauenrechte.de/online/index.php/themen-und-aktionen/weibliche-genitalverstuemmelung2/unser-engagement/aktivitaeten/6-februar/unterschriftenaktion-fgm

 



Denkt an die Gefangenen,
als ob ihr selbst mit ihnen im Gefängnis wärt.
Denkt an die Misshandelten,
als müsstet ihr ebenso leiden wie sie.

Hebr. 13,3

Was Sie tun können

 

gebetswache2015
gebetswache web

Nächtliche Gebetswache für Folteropfer

Die ACAT-Gruppe auf der Ruhrhalbinsel hält die Gebetswache seit Jahren in 2 Kirchen (kath. und evang.) und geht zu Fuß von der einen zur anderen. Deshalb teilt sie das Thema in 2 Teile auf, betet in jeder Kirche für 5 der 10 Folteropfer und lässt jeweils einen Unterstützerbrief schreiben. Nutzen Sie den angehängten Ablauf gern auch für Ihren Gottesdienst / Ihr Gebet.
 
Weitere Informationen hier.

Erfahrungen Ruhrhalbinsel Essen hier lesen


Ein Gespür für die Unterdrückten

Die Zeitschrift "Lebenslauf" (Bundesverlag, Witten) hat den bisherigen Lebensweg von
Magdalena Marx, der sehr eng mit dem Weg der ACAT Deutschland verknüpft ist, in einem eindruckvollen Artikel nachgezeichnet.


Filmhinweis
"Exodus - Der weite Weg"
Filmtipp

Der Film beschreibt die globale Dimension des Flüchtlings- und Migrationsthemas durch die Perspektiven der porträtierten Menschen aus vier Kontinenten über einen Zeitraum von zwei Jahren.
Ende März / Anfang April in ausgewählten Kinos.

Spielplan und Trailer: hier

 

Menschenrechte auf dem Rückzug

Bei der Tagung der Katholischen Akademie Schwerte in Zusammenarbeit mit der ACAT Deutschland (14. - 16.09.2018) wird das Thema Menschenrechte in Zeiten von Populismus und Extremismus beleuchtet. Einzelheiten des Programms entnehmen Sie bitte dem angehängten Flyer.
Anmeldung direkt bei der Katholischen Akademie Schwerte hier.


Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.
Weitere Informationen Ok Ablehnen