ACAT - Deutschland

Aktion der Christen für die Abschaffung der Folter - Action des Chrétiens pour l’Abolition de la Torture

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Weltkarte


 

important

Paraguay: Lilian Mariana u.a., „Verschwindenlassen“, Folter, Ermordung

 


Hintergrundinformationen

globe



Paraguay: 6,6 Mio. Einwohner auf 406.752 km² Fläche, BSP/Einw. 3290 $ (2012), 90% europäisch-indigene, 2% europäischer Abstammung, 1,6% Indigene; Religion: 90% Katholiken, 6% Protestanten; indigene Religionen. Unabhängig seit 1811. Die Republik Paraguay hat den Int. Pakt über bürgerliche und politische Rechte und das Übereinkommen gegen Folter und andere grausame, unmenschliche oder erniedrigende Behandlung oder Strafe ratifiziert.

 

Status-dialog-information-icon

Auf Anregung der ACAT Spanien beteiligen wir uns an einem Appell an die Regierung von Paraguay, um die Aufklärung des Verschwindens von drei Mädchen zu fordern. 

Am 2. September 2020 verschwanden die beiden 11-jährigen Cousinen Lilian Mariana und María Carmen Villalba während einer Operation der Joint Task Force, einer Elite-Einheit der Armee Paraguays, gegen Mitglieder der bewaffneten Gruppe „Paraguayische Volksarmee” (EPP) in Yby Yaú, einem Waldgebiet.
Sie sind mutmaßlich entführt, gefoltert und ermordet worden.
Nach Angaben von Laura Villalba Ayala, der inzwischen inhaftierten Mutter eines der Mädchen, waren diese in Argentinien geboren worden und dort aufgewachsen. Sie besaßen die argentinische Staatangehörigkeit. Die Mädchen begaben sich mit Laura Villalba Ayala in ein Camp der EPP, um ihre dort lebenden Väter zu besuchen.
Die Väter sind Mitglieder der EPP, einer Rebellengruppe, der schwere Menschenrechtsverletzungen vorgeworfen werden. Vieles deutet darauf hin, dass die Sicherheitskräfte brutale Vergeltung an den jungen Familienangehörigen der EPP-Mitglieder geübt haben. 
Die 14 Jahre alte Cousine der beiden Mädchen, Carmen Elizabeth Oviedo Villalba, wurde Zeugin der Ereignisse vom 2. September und konnte fliehen. Seit dem 30. November wird Carmen Elizabeth vermisst. Mehrere Dorfbewohner sagten, sie hätten gesehen, wie sie mit Gewalt verschleppt wurde.  
Laura Villalba Ayala wurde am 23. Dezember 2020 festgenommen und verschiedener Vergehen angeklagt. Derzeit wird sie in der Militärkaserne Viñas Cué in Isolationshaft gehalten. 

Die Behörden Paraguays erklärten zunächst, dass die 11-jährigen Mädchen bei einem Zusammenstoß mit der FTC getötet worden seien. Mittlerweile sind neue Zeugenaussagen aufgetaucht, wonach Lilian Mariana und María Carmen lebend gefangen genommen wurden und nicht bei Kämpfen ums Leben kamen, sondern offensichtlich nach erlittener Folter ermordet worden sind.  
Wichtige Beweise in dem Fall wurden vernichtet. Laut Human Rights Watch wurden die aufgefundenen Leichen der Mädchen sofort begraben. So dürften Hinweise auf die Todesumstände zerstört worden sein.
Es fand nur eine eingeschränkte forensische Untersuchung statt. Die Behörden Paraguays lehnten es bisher ab, ein renommiertes Forensik-Team aus Argentinien mit internationaler Erfahrung in Untersuchungen eine Autopsie vornehmen zu lassen.
Die UN-Hochkommissarin Bachelet forderte die Behörden von Paraguay auf, den Verbleib der vermissten Carmen Elizabeth zu klären. Ebenso verlangte sie eine sofortige, unabhängige und effektive Untersuchung der Todesumstände der beiden 11-jährigen Mädchen.
Mit Blick auf die Tatsache, dass die EPP eine ernste Sicherheitsgefahr darstellt – insbesondere durch die Entführung des früheren Vizepräsidenten Oscar Denis im September – erinnerte Bachelet daran, dass die Behörden dennoch internationale Menschenrechtsverpflichtungen einhalten müssen.

 

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Brieftext

Bitte schreiben Sie an den Präsidenten der Republik Paraguay und senden Sie eine Kopie an die Botschafterin in Berlin. Der unterschriftsfertige Brief kann wörtlich oder inhaltlich genutzt werden – bitte bleiben Sie höflich. Die Adressen sind der Vorlage zu entnehmen (Porto, Luftpost, nach Paraguay 1,10 EUR, nach Berlin 0,80 EUR). Bearbeitung innerhalb von 10 Tagen nach Erhalt dieser Sendung, spätestens bis zum 31.05.2021. [Fax-Nr. der Botschaft: 030/31998617, I.E. Herrn Wilma Patricia Frutos Ruiz; E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! ]






Sr. Mario Abdo Benítez
Presidente de la República
Palacio de Gobierno
El Paraguayo Independiente – Ayolas
Asunción
PARAGUAY

 

Sehr geehrter Herr Präsident,

gestatten Sie mir, Sie in folgender Angelegenheit um Unterstützung zu ersuchen.
Am 2.9.2020 verschwanden die beiden 11-jährigen Cousinen Lilian Mariana und María Carmen Villalba während einer Operation der Joint Task Force gegen Mitglieder der bewaffneten Gruppe „Paraguayische Volksarmee” (EPP) in Yby Yaú.
Ihre 14 Jahre alte Cousine Carmen Elizabeth Oviedo Villalba konnte zunächst fliehen. Seit dem 30. 11.2020 wird sie jedoch vermisst. Nach Angaben von Zeugen wurde sie entführt.
Die Mutter eines der getöteten Mädchen, Laura Villalba Ayala, wurde selbst am 23.12.2020 festgenommen und verschiedener Vergehen angeklagt. Derzeit wird sie in der Militärkaserne Viñas Cué in Isolationshaft gehalten. 
Ich befürchte, dass die Entführungen der genannten Mädchen mit der Mitgliedschaft von Familienangehörigen in der EPP in Zusammenhang stehen. Selbstverständlich verurteile ich alle von der EPP begangenen Verbrechen, insbesondere die Entführung des früheren Vizepräsidenten Paraguays, Herrn Oscar Denis. Dennoch möchte ich an die Verpflichtung der Behörden und Sicherheitskräfte erinnern, die Menschenrechte aller Verdächtigen und ihrer Angehörigen zu achten.

Sehr geehrter Herr Präsident, ich appelliere an Sie, Ihren Einfluss geltend zu machen, dass eine sofortige, unabhängige und effektive Untersuchung der Todesumstände der beiden 11-jährigen Mädchen durch eine vollständige forensische Analyse durchgeführt wird. Ebenso muss das Verschwinden von Carmen Elizabeth Oviedo Villalba entsprechend aufgeklärt werden.
Schließlich bitte ich Sie, zu garantieren, dass Laura Villalba Ayala uneingeschränkten Zugang zu Rechtsanwälten und ärztlicher Versorgung sowie Kontakt zu Familienangehörigen erhält und ihr ein faires Gerichtsverfahren gewährt wird.

Für die Aufmerksamkeit, die Sie meinem Anliegen entgegenbringen, danke ich Ihnen sehr.
Mit hochachtungsvollem Gruß

 

Als Kopie zur Kenntnis an:
I.E. Frau Wilma Patricia Frutos Ruiz
Botschaft der Republik Paraguay
Hardenbergstraße 12
10623 Berlin

 

Exzellenz,
mit unten stehendem Schreiben, das ich Ihnen als Kopie übersende, möchte ich den Präsidenten der Republik Paraguay auf das Verschwinden von drei Mädchen aufmerksam machen und ihn darum bitten, sich dieses Falles anzunehmen.
Hochachtungsvoll

 


Zum Download der Briefe als Word-Datei

 

 

 

 


 

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Honduras: José Daniel Márquez Márquez  u.a.,Sorge um Gesundheit, willkürliche Haft

 


Hintergrundinformationen

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Honduras: 7,1 Mio. Einwohner auf 112.492 km² Fläche, BSP/Einw. 2070 $ (2012), Bevölkerung: 90% Mestizen, 7% Indianer, 2% Schwarze, 1% Weiße, Religion: 80% Katholiken, Minderheiten von Anglikanern, Baptisten u.a.; unabhängig seit 1838. Honduras hat den Internationalen Pakt über bürgerliche und politische Rechte sowie das Übereinkommen gegen Folter und andere grausame, unmenschliche oder erniedrigende Behandlung oder Strafe ratifiziert.

 

Status-dialog-information-icon

Acht Mitglieder der Umweltschutzorganisation CMDBCP (Comité Municipal por la Defensa de los Bienes Comunes y Públicos) setzen sich für den Schutz der Flüsse Guapinol und San Pedro im Norden von Honduras ein und sind seit mehr als 18 Monaten inhaftiert.
Es handelt sich bei den Gefangenen um José Daniel Márquez Márquez, Kelvin Alejandro Romero Martínez, José Abelino Cedillo, Porfirio Sorto Cedillo, Orbín Nahúm Hernández, Arnold Javier Alemán, Ewer Alexander Cedillo Cruz und Jeremías Martínez Díaz.
Amnesty International (AI) hat Berichte erhalten, die bestätigen, dass José Daniel Márquez Márquez im La-Ceiba-Gefängnis positiv auf das Coronavirus getestet wurde. Auch die übrigen sieben Umweltschützer im Olanchito-Gefängnis laufen Gefahr, sich mit dem Coronavirus anzustecken.
Die UN-Arbeitsgruppe für willkürliche Inhaftierungen bezeichnete die Inhaftierung der acht Umweltschützer am 9. Februar 2021 in einer Erklärung als willkürlich und forderte ihre sofortige Freilassung.

Die Umweltorganisation CMDBCP  in Tocoa im Norden von Honduras vereint mehrere Organisationen, die Land- und Umweltrechte verteidigen.
Die CMDBCP wehrt sich gegen die Betriebslizenz für die Bergbaugesellschaft Inversiones Los Pinares im Nationalpark Carlos Escalera in der Gemeinde Tocoa, der früher als Montaña de Botaderos bekannt war. Im August 2018 begannen BewohnerInnen, friedlich gegen die Lizenz und den Bergbau im Herzstück eines geschützten Areals mit Wasser, das für ihr Überleben unerlässlich ist, zu protestieren. Sie reichten mehrere Strafanzeigen bei örtlichen Gerichten ein, die alle nach wie vor anhängig sind.

Mitglieder der CMDBCP sehen sich selbst seit 2018 mindestens zwei Strafverfahren gegenüber. Im März 2019 wies eine Richterin zwar die Anklagen wegen angeblicher „schwerer Brandstiftung“ und „unrechtmäßigen Freiheitsentzugs“ gegen insgesamt zwölf Aktivisten ab. Doch die Staatsanwaltschaft legte Berufung ein. Am 13. August 2020 hob das Berufungsgericht des Departamento Francisco Morazán die Entscheidung des Gerichts vom März, die Anklagen fallenzulassen, für fünf MenschenrechtsverteidigerInnen wieder auf. Ihnen drohen daher neue Verfahren und Untersuchungshaft.
Jeremías Martínez Díaz wird bereits seit dem 5. Dezember 2018 im La-Ceiba-Gefängnis festgehalten.
Am 26. August 2019 inhaftierten die Behörden die sieben anderen namentlich genannten Umweltschützer. Eine Woche später, am 1. September, erhob ein Gericht Anklage gegen sie und ordnete Untersuchungshaft an. Nach mehr als zwei Monaten in einem Hochsicherheitsgefängnis wurden sie am 29. November 2019 in das Olanchito-Gefängnis verlegt. Dort befinden sie sich bis heute. Einige der inhaftierten UmweltschützerInnen haben Vorerkrankungen wie Bluthochdruck und Atemwegsprobleme.
Bislang wurden mehrere Rechtsmittel gegen ihre Inhaftierung und Anträge auf richterliche Haftprüfung und alternative Lösungen aufgrund der Rechtswidrigkeit ihrer Inhaftierung und des Risikos einer Ansteckung mit dem Coronavirus nicht zugelassen oder sind noch nicht entschieden.

 

mai

Brieftext

Bitte schreiben Sie an den Generalstaatsanwalt der Republik Honduras und senden Sie eine Kopie an die Botschafterin in Berlin. Der unterschriftsfertige Brief kann wörtlich oder inhaltlich genutzt werden – bitte bleiben Sie höflich. Die Adressen sind der Vorlage zu entnehmen (Porto Luftpost 1,10 EUR; Standardbrief nach Berlin 0,80 EUR). Bearbeitung möglichst innerhalb von 10 Tagen nach Erhalt dieser Sendung, spätestens bis zum 31.05.2021. [Fax-Nr. der Botschaft: 030/39749712, I.E. Frau Christa Castro Varela; Email: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! ]

 


Sr. Oscar Fernando Chinchilla
Fiscal General de la República
Posta Edificio Lomas Plaza II

Col. Lomas del Guijarro
Tegucigalpa
HONDURAS

 

 

Sehr geehrter Herr Generalstaatsanwalt,

in großer Sorge um das Schicksal von inhaftierten Umweltschützern und Menschenrechtsverteidigern wende ich mich an Sie.

Acht Mitglieder der Umweltschutzorganisation CMDBCP (Comité Municipal por la Defensa de los Bienes Comunes y Públicos) setzen sich für den Schutz der Flüsse Guapinol und San Pedro ein und sind seit mehr als 18 Monaten inhaftiert.
Es handelt sich bei den Gefangenen um José Daniel Márquez Márquez, Kelvin Alejandro Romero Martínez, José Abelino Cedillo, Porfirio Sorto Cedillo, Orbín Nahúm Hernández, Arnold Javier Alemán, Ewer Alexander Cedillo Cruz und Jeremías Martínez Díaz.
Berichten zufolge ist José Daniel Márquez Márquez im La-Ceiba-Gefängnis positiv auf das Coronavirus getestet worden. Die übrigen sieben Gefangenen im Olanchito-Gefängnis sind ebenso in Gefahr, sich mit dem Coronavirus anzustecken.
Die UN-Arbeitsgruppe für willkürliche Inhaftierungen bezeichnete die Inhaftierung der acht Umweltschützer am 9. Februar 2021 als willkürlich und forderte ihre sofortige Freilassung.

Hiermit appelliere ich an Sie, dafür Sorge zu tragen, dass die acht Umweltschützer und Menschenrechtsverteidiger im Einklang mit den Empfehlungen der UN-Arbeitsgruppe für willkürliche Inhaftierungen, umgehend freigelassen werden. Ebenso bitte ich Sie, zu garantieren, dass sie ihre Rechte auf Leben, Gesundheit, Freiheit, freie Meinungsäußerung sowie das Recht, ihre Menschenrechte zu verteidigen, wahrnehmen können.

Für die Aufmerksamkeit, die Sie meinem Anliegen entgegenbringen, danke ich Ihnen sehr.
Mit hochachtungsvollem Gruß

 

Als Kopie zur Kenntnis an:
I.E. Frau Christa Castro Varela
Botschaft der Republik Honduras
Cuxhavener Straße 14
10555 Berlin

 

 

Exzellenz,
mit unten stehendem Schreiben, das ich Ihnen als Kopie zukommen lasse, möchte ich den Generalstaatsanwalt der Republik Honduras auf die Inhaftierung von acht Umweltschützern aufmerksam machen und ihn darum bitten, sich ihres Schicksals anzunehmen.
Hochachtungsvoll

 



Zum Download der Briefe als Word-Datei

 

 


 

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Denkt an die Gefangenen,

als ob ihr selbst mit ihnen im Gefängnis wärt.
Denkt an die Misshandelten,
als müsstet ihr ebenso leiden wie sie.

Hebr. 13,3

Was Sie tun können

 

Trauer um Magdalena Marx

 mmarx

Uns erreichte die traurige Nachricht, dass die Gründungsvorsitzende der ACAT Deutschland, Magdalena Marx, am Sonntag, dem 28. Juni 2020, verstorben ist.

Mit ihrem Tod verlieren wir eine Persönlichkeit, die unseren Verein vom Beginn bis heute geprägt hat.
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Herbst-Tagung

"Christliches Menschenrechtsengagement im digitalen Zeitalter"

Tagung mit ACAT Deutschland e.V. in der Katholischen Akademie Schwerte vom 25.- 27. September 2020. (weiterlesen)


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Nächtliche Gebetswache für Folteropfer 25./26. Juni

Informationen zur internationalen Kampagne: hier.

Einen exemplarischen Ablaufplan für die Nächtliche Gebetswache, erstellt von der Essener Gruppe, finden sie hier.