ACAT - Deutschland

Aktion der Christen für die Abschaffung der Folter - Action des Chrétiens pour l’Abolition de la Torture

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Gebet_Kreuz

Denkt an die Gefangenen,
als ob ihr selbst mit ihnen im Gefängnis wärt.
Denkt an die Misshandelten,
als müsstet ihr ebenso leiden wie sie.

Hebr. 13,3

Denken wir an eine Menschenrechtsanwältin in SAUDI ARABIEN
Im Februar 2021 wurde Israa Al-Ghomgham zu acht Jahren Gefängnis verurteilt. Frau Al-Ghomgham befindet sich schon seit dem 6. Dezember 2015 im General Intelligence Prison in Al-Dhamam. Nach ihrer Teilnahme an friedlichen Protesten in Al-Qatif hatte man sie und ihren Ehemann festgenommen und dorthin gebracht. Nach 32 Monaten Haft fand am 6. August 2018 die erste Anhörung im Prozess gegen sie statt. Während der ersten Sitzung ihres Prozesses legte die Staatsanwaltschaft eine Liste von acht Beschuldigungen vor, darunter: „Beitritt zu einer terroristischen Vereinigung, die Chaos und Unruhe im Königreich schaffen soll“, „Teilnahme an Beerdigungen von Opfern von Sicherheitskonflikten“, „Erstellen eines Kontos auf Websites sozialer Netzwerke und Verwendung dieses Kontos, um junge Menschen zu Aufständen zu ermutigen“ u.a.m..
Die Staatsanwaltschaft forderte zunächst die Hinrichtung von Al-Ghomgham. Bei der zweiten und dritten Anhörung im Jahr 2018 war Frau Al-Ghomgham nicht anwesend, was zu Besorgnis hinsichtlich ihres Wohlergehens führte. Am 1. Februar 2019 ließen die saudischen Staatsanwälte die Todesstrafe als Reaktion auf internationalen Druck fallen. Frau Al-Ghomgham sagt, dass sie misshandelt wurde und ihre Rechte verletzt worden seien. Diese Vorwürfe wurden bisher nicht untersucht.
Gebet: Wir bitten dich, Gott, für Israa Al-Ghomgham um Kraft und Mut und um Durchhaltevermögen und Hoffnung. Du bist der „Ich-bin-da“, du bist bei ihr.

 

Denken wir an 3 Gefangene in VIETNAM
Am 5. Januar 2021 hat das Volksgericht in Ho Chi Minh City drei Mitglieder der Vereinigung „Unabhängige Journalisten in Vietnam“ wegen antistaatlicher Propaganda zu langen Haftstrafen verurteilt. Es beruft sich dabei, wie in vielen anderen Prozessen gegen Journalisten, auf Artikel 117 des vietnamesischen Strafrechts. Die Verhandlung dauerte für alle Drei 40 Minuten lang. Die 3 Journalisten waren zwischen November 2019 und Juni 2020 inhaftiert worden und mehrere Monate an einem geheimen Ort unter miserablen Bedingungen untergebracht. Ihre Vereinigung war 2014 gegründet worden und hatte zum Ziel, für die Freiheit der Presse und Versammlungsfreiheit einzutreten, in einem Land, in dem es zwar nach der Verfassung, laut Artikel 25, diese Freiheiten geben soll, in dem aber de facto alle Medien der engen Kontrolle der kommunistischen Partei unterstehen. Die einzige Quelle für unabhängige Informationen bilden Blogger.
Pham Chi Dung, 55 Jahre, hatte sich vor seiner Verhaftung gegen die Ratifizierung des Freihandelsabkommens zwischen EU und Vietnam ausgesprochen, weil die Unterdrückung der Menschenrechte in Vietnam nicht in den Verhandlungen und dem Abkommen zur Sprache gekommen sei. Somit könne der Vertrag wie eine Blankovollmacht für die vietnamesische Regierung für ihr weiteres Verhalten gelten. Pham Chi Dung wurde zu 15 Jahren Haft verurteilt.
Nguyen Tuong Thuy, 69 Jahre, war wegen seiner im Internet veröffentlichten Artikel, in denen er die Pressefreiheit forderte, im Mai 2020 verhaftet worden. Nach Aussage seiner Frau leidet er wegen der Haftbedingungen an Rückenschmerzen und Krätze.
Le Huu Minh Tuan, 32 Jahre, Jurastudent, ist seit 2015 Mitglied der Vereinigung. Er wurde im Juni 2020 verhaftet, weil er in seinen Blogs demokratische Freiheiten gefordert hatte. Er und Nguyen Tuong Thuy wurden zu 11 Jahren Haft verurteilt.
Gebet: Guter Gott, wir bitten Dich, gib den drei mutigen Männern die Kraft, wegen dieser erdrückend langen Haftstrafen nicht zu verzweifeln. Schütze ihre Gesundheit. Lass uns nicht müde werden, uns für ihre Freilassung einzusetzen.

 

Denken wir an drei zum Tode Verurteilte im IRAN
Ali Khasraji, Hossein Silawi und Jasem Heidary, Angehörige der Ahwazi-arabischen Minderheit, befinden sich im iranischen Sheiban-Gefängnis in der Provinz Chuzestan im Todestrakt. Am 23. Januar traten sie in den Hungerstreik und nähten sich die Lippen zusammen, um gegen die schlechten Haftbedingungen, die Verweigerung von Familienbesuchen und ihre drohende Hinrichtung zu protestieren. Die drei Männer teilen sich eine Einzelzelle. Naser Khafajian, ein weiterer Angehöriger der Minderheit, wurde im April 2020 Opfer des Verschwindenlassens. Seither drohen ihm Folter oder die geheime Hinrichtung. Am 14. Januar 2020 verkündete ein Sprecher der Justiz, dass drei Männer in Verbindung mit einem bewaffneten Anschlag auf eine Polizeiwache in Ahvaz am 14. Mai 2017 zum Tode verurteilt worden seien. Bei der Attacke waren zwei Polizist*innen getötet worden. Kurz nach der Festnahme von Hossein Silawi, Ali Khasraji und Naser Khafajian im Mai 2017 strahlte die staatliche Nachrichtenagentur des Iran erzwungene "Geständnisse" der Männer aus. Die Gesichter der Männer sind darin unkenntlich gemacht. Hossein Silawi gibt sein "Geständnis" von einem Krankenhausbett aus ab, was die Sorge noch verschärft, dass seine Angaben unter Zwang erlangt und gefilmt wurden. Hossein Silawi und Ali Khasraji sagten, dass sie infolge der Folterungen durch Angehörige des Geheimdienstministeriums in der verlängerten Einzelhaft gebrochene Rippen hatten. Ali Khasraji gab an, wegen gebrochener Handknochen ein chirurgisches Implantat benötigt zu haben. Die Behörden weigerten sich monatelang, ihn in ein Krankenhaus außerhalb des Gefängnisses zu verlegen, obwohl seine Hand stark angeschwollen war und sehr schmerzte. Erst als er versuchte, sich das Leben zu nehmen, wurde er endlich verlegt.
Es besteht große Sorge, dass den Männern unmittelbar die Hinrichtung droht, da seit Dezember 2020 ein alarmierender Anstieg bei Hinrichtungen von Gefangenen, die ethnischen Minderheiten angehören, zu verzeichnen ist. Am 28. Januar wurde bereits ein Angehöriger der Ahwazi-arabischen Minderheit exekutiert.
Gebet:Gott, wir sind in großer Sorge um das Leben von Ali Khasraji, Hossein Silawi, Jasem Heidary und Naser Khafajian. Und die Grausamkeit, mit der „Geständnisse“ im Iran erzwungen werden, erschüttert uns. Der du die Menschen ins Leben rufst und ihre Herzen zu bewegen vermagst: Schenke den Verantwortlichen Einsicht, dass sie Andersdenkenden nicht das Leben nehmen dürfen.

 

Denken wir an einen Gefangenen in CHINA
Am 14. Januar 2021 konnte die Frau des inhaftierten Anwalts Yu Wensheng einen Videoanruf mit ihrem Mann tätigen. Sie hatte ihn drei Jahre lang nicht gesehen, seitdem er im Januar 2018 verhaftet worden war. Yu Wensheng, der sich jahrelang für verfolgte Anwälte und Anhänger der Falun Gong Sekte eingesetzt hatte, hatte im Internet einen offenen Brief verfasst, in dem er forderte, dass die chinesische Verfassung dahingehend geändert werden sollte, dass freie, demokratische Wahlen möglich seien. Er war nach seiner Verhaftung zunächst „aus Gründen der nationalen Sicherheit“ an einen geheimen Ort gebracht worden. Während dieser Zeit konnten seine Familie und auch sein Anwalt ihn nicht sehen. Er wurde aus der Anwaltsliste in Peking gestrichen. Drei Monate später wurde seine Inhaftierung in Xuzhou, 800 km von Peking entfernt, bekannt gegeben. Im Februar 2019 wurde er offiziell wegen subversiver Tätigkeit angeklagt. Im Mai 2019 fand sein Prozess unter Ausschluss der Öffentlichkeit, der Familie und des Anwaltes statt. Im Juni 2020 wurde das Urteil verkündet: 4 Jahre Gefängnis und drei weitere Jahre Entzug der politischen Rechte. Von der Berufungsinstanz wurde das Urteil im Dezember 2020 bestätigt. Kurz darauf wurde auch der Anwalt, der ihn verteidigt hatte, Lu Siwei, aus der Anwaltsliste gestrichen und kann nun seinen Beruf nicht mehr ausüben.
Gebet: Guter Gott, gib Yu Wensheng die Kraft, die Haft ohne Beschädigung seiner psychischen und physischen Gesundheit durchzustehen und gib ihm die Zuversicht, das Leben danach ohne die Tätigkeit als Anwalt zu meistern. Gib den Führern des chinesischen Volkes die Einsicht, dass es inneren Frieden nur geben kann, wenn die Menschenrechte gewahrt sind.

 

Denken wir an einen inhaftierten Studenten in ÄGYPTEN
Ahmed Samir Santawy studiert in Wien Anthropologie im Masterstudiengang. Seine Forschungsarbeit konzentriert sich auf Frauenrechte, unter anderem auf die Geschichte reproduktiver Rechte in Ägypten. Seit er 2019 sein Auslandsstudium aufnahm, wird er bei jeder Ein- und Ausreise in Kairo am Flughafen Befragungen unterzogen, die sich auf sein Studium und seine Auslandsaufenthalte beziehen. Auch bei seiner Einreise im Dezember 2020 wurde er befragt. Am 1. Februar folgte er der Vorladung einer Spezialeinheit der Polizei in Kairo. Dort wurde er im Büro der Abteilung für Innere Sicherheit festgenommen. Er fiel daraufhin fünf Tage lang dem Verschwindenlassen zum Opfer. In dieser Zeit wurde er von Sicherheitskräften geschlagen und zu seinen wissenschaftlichen Tätigkeiten und Aktivitäten in den Sozialen Medien befragt. Am 6. Februar nahm ihn die Staatsanwaltschaft der Staatssicherheit wegen terrorismusbezogener Anklagen in Untersuchungshaft. Der Student darf keinen Kontakt mit seiner Familie aufnehmen, und es besteht angesichts der Verbreitung des Coronavirus in den überbelegten und unhygienischen ägyptischen Gefängnissen Sorge um seine Gesundheit.
Gebet: Himmlischer Vater, wir bitten dich für Ahmed Samir Santawy. Schütze seine Gesundheit und schenke ihm Gerechtigkeit. Wir wünschen seine Freilassung, - es ist keine Straftat in den Berichten zu erkennen. Wir hoffen insgesamt auf Veränderungen in Ägypten, auf mehr Freiheit und mehr Rechte für die Bürger.

 

Denken wir an einen bedrohten Umweltrechtler in KOLUMBIEN
Luis González López ist der Vizepräsident von FEDEPESAN, einer Umweltschutzorganisation in der zentralkolumbianischen Region Magdalena Medio.
Am 8. Februar verteilten Unbekannte in der Nähe seiner Wohnung Flugblätter mit Drohungen gegen den Umweltschützer. In dem Text wurde ihm eine Frist von 72 Stunden gesetzt, um die Region zu verlassen, ansonsten werde er zu einem militärischen Ziel erklärt. Das Flugblatt war von der Guerillagruppe ELN unterzeichnet.
FEDEPESAN setzt sich für den Schutz der Wasserreserven und des Ökosystems im Departamento Santander ein. Sie hatten öffentlich die Verschmutzung eines Sees angeprangert, der rund 300.000 Menschen in der Region mit Wasser versorgt. Sich für Menschenrechte oder für Umweltschutz einzusetzen ist in Kolumbien sehr gefährlich. Menschen, die dies tun, riskieren ihr Leben. Sie und ihre Familien werden häufig bedroht, Angriffe bleiben oft straffrei.
Gebet: Gott, es ist frustrierend zu sehen, wie weltweit Menschen, die sich für die Umwelt einsetzen, eingeschüchtert und bedroht werden. Unsere Welt braucht diese Stimmen doch so dringend. Wir wollen uns weiterhin für die Sicherheit von Umweltschützern und Menschenrechtlern einsetzen. Gib uns und ihnen selbst – auch Luis González López – Kraft und Ausdauer für diesen Einsatz.

 

Denken wir an eine verletzte Frau in der West-Sahara - MAROKKO
Die Menschenrechtsverteidigerin Sultana Khaya steht seit fast 11 Wochen unter Hausarrest. Sie setzt sich für die Rechte der Sahauris ein. Am 19. November 2020 begannen mehrere marokkanische Polizeieinheiten eine Belagerung um ihr Haus, bei der sie körperlichen und verbalen Angriffen ausgesetzt ist.
Sultana Khaya dokumentierte die Belagerung ihres Hauses und die ständige Überwachung durch die marokkanische Polizei. Am 13. Februar 2021 griff ein Polizist sie an und schlug sie mit einem Stein. Dies führte zu einer schweren Augenverletzung.
Gebet: Herr, die Situation im Gebiet der Sahauris ist schon so lange angespannt. Wir bringen diese angespannte Situation vor dich. Wir vertrauen darauf, dass du den Menschen dort nahe bist. Schenke doch eine friedliche Lösung für diesen Konflikt, die den Menschen in der West-Sahara zu Gerechtigkeit verhilft. Schütze Sultana Khaya vor noch mehr Gewalt.

 

 

Das Schwache in der Welt hat Gott erwählt, um das Starke zuschanden zu machen. Und das Niedrige und das Verachtete hat Gott erwählt: das, was nichts ist, um das, was etwas ist zu vernichten, damit kein Mensch sich rühmen kann vor Gott. Von ihm her seid ihr in Christus Jesus, den Gott für uns zur Weisheit gemacht hat, zur Gerechtigkeit, Heiligung und Erlösung.
(1 Kor 1, 27b-30)


 

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Denkt an die Gefangenen,

als ob ihr selbst mit ihnen im Gefängnis wärt.
Denkt an die Misshandelten,
als müsstet ihr ebenso leiden wie sie.

Hebr. 13,3

Was Sie tun können

 

Trauer um Magdalena Marx

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Uns erreichte die traurige Nachricht, dass die Gründungsvorsitzende der ACAT Deutschland, Magdalena Marx, am Sonntag, dem 28. Juni 2020, verstorben ist.

Mit ihrem Tod verlieren wir eine Persönlichkeit, die unseren Verein vom Beginn bis heute geprägt hat.
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Herbst-Tagung

"Christliches Menschenrechtsengagement im digitalen Zeitalter"

Tagung mit ACAT Deutschland e.V. in der Katholischen Akademie Schwerte vom 25.- 27. September 2020. (weiterlesen)


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Nächtliche Gebetswache für Folteropfer 25./26. Juni

Informationen zur internationalen Kampagne: hier.

Einen exemplarischen Ablaufplan für die Nächtliche Gebetswache, erstellt von der Essener Gruppe, finden sie hier.