ACAT - Deutschland

Aktion der Christen für die Abschaffung der Folter - Action des Chrétiens pour l’Abolition de la Torture

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Weltkarte


 

important

Vereinigte Arabische Emirate / Jemen: Ahmed Mansoor, Dr. Nasser bin Ghaith u.a. Folter, Haftbedingungen, Hungerstreik    
           

Hintergrundinformationen

globe

Vereinigte Arabische Emirate: 9,2 Mio. Einwohner auf 77.700km² Fläche, BSP/Einw. 36.040 $ (2012), Bevölkerung: über 70% Araber, bis zu 10% Nomaden; Iraner, Inder, Bangladescher, Pakistaner, Philippiner, 75% Ausländer; Religion: 96% Muslime (80% Sunniten, 16% Schiiten), 3% Christen. Die Vereinigten Arabischen Emirate haben das Übereinkommen gegen Folter und andere grausame, unmenschliche oder erniedrigende Behandlung oder Strafe ratifiziert, nicht jedoch den Internationalen Pakt über bürgerliche und politische Rechte.

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NutzerInnen von iPhones, die im August 2016 ein Update gegen eine Sicherheitslücke installiert haben, können dem Menschenrechtsverteidiger Ahmed Mansoor dankbar sein. Zahlreiche Medien berichteten 2016 über Sicherheitsrisiken angesichts eines Spionageversuchs, mit dem sein iPhone ausgespäht werden sollte. Mansoor hatte verdächtige Kurznachrichten an kanadische Software-Experten gemeldet, die darin die Schadsoftware „Pegasus“ erkannten. Kurz darauf stellte die Firma Apple ein Sicherheitsupdate zur Verfügung.
Ahmed Mansoor befindet sich in sehr schlechtem Gesundheitszustand in den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE) in Haft. Im März 2019 begann er einen Hungerstreik. Er protestiert damit gegen die Haftbedingungen, sein unfaires Gerichtsverfahren und die eingeschränkten Besuchsmöglichkeiten.
Er engagierte sich für die Organisation Gulf Centre for Human Rights (GCHR), deren Informationen über die Menschenrechtslage in der Golfregion ACAT regelmäßig nutzt.
Am 31. Dezember 2018 hatte die Staatssicherheitskammer des Obersten Gerichtshofs in Abu Dhabi die zehnjährige Haftstrafe bestätigt, zu der Mansoor im Mai 2018 wegen seiner Menschenrechtsarbeit verurteilt worden war. Die Vorwürfe lauten: „den Status und das Ansehen der Vereinigten Arabischen Emirate und deren Symbole beleidigt“ zu haben, einschließlich der politischen Führung; „falsche Informationen verbreitet zu haben, um dem Ansehen der Vereinigten Arabischen Emirate im Ausland zu schaden“; und „die Vereinigten Arabischen Emirate als gesetzloses Land dargestellt“ zu haben.
Laut GCHR wird Ahmed Mansoor im Al-Sadr-Gefängnis in der Hauptstadt Abu Dhabi festgehalten. Seit seiner Inhaftierung am 20. März 2017 wird er unter prekären Bedingungen in Einzelhaft gehalten. Er verfügt in seiner Zelle über kein Bett und über keinen Zugang zu Wasser. Sein Augenlicht soll sich zuletzt sehr verschlechtert haben und er kann sich nur sehr langsam fortbewegen.
In den Wochen vor seiner Festnahme hatte Ahmed Mansoor in sozialen Netzwerken Menschenrechtsverletzungen im Jemen-Krieg kritisiert. Die VAE gehören der von Saudi-Arabien geführten Militärkoalition an, die gegen die pro-iranischen Houthi-Milizen kämpft. Alle Kriegsparteien begehen schwerwiegende Menschenrechtsverletzungen. Insbesondere den Truppen der VAE wird die massive Anwendung von Folter und „Verschwindenlassen“ vorgeworfen.
Ebenso hatte sich Mansoor für die inhaftierten Menschenrechtsverteidiger Dr. Nasser bin Ghaith und Osama al-Najjar eingesetzt. Der Wirtschaftswissenschaftler Dr. Nasser bin Ghaith war 2015 „verschwunden“.  Er wurde am 29. März 2017 vom Bundesberufungsgericht in Abu Dhabi zu zehn Jahren Haft verurteilt. Seit November 2018 trat auch er mehrmals in einen Hungerstreik. Er protestierte gegen die fehlende medizinische Behandlung und unregelmäßige Besuche im al-Razeen-Gefängnis in der Wüste von Abu Dhabi.
Der damals 25-jährige Osama al-Najjar war im November 2014 von der Staatssicherheitskammer des Obersten Gerichtshofs von Abu Dhabi zu drei Jahren Haft verurteilt worden. Die Anklagen bezogen sich auf Twitternachrichten, in denen er Besorgnis über die Behandlung seines inhaftierten Vaters geäußert hatte. Alle drei Menschenrechtsverteidiger sollen in der Haft Folter erlitten haben.
Video über Ahmed Mansoor:  https://www.frontlinedefenders.org/en/profile/ahmed-mansoor

 

mai

Brieftext

Bitte schreiben Sie an den Vizepräsidenten und Premierminister der Vereinigten Arabischen Emirate und senden Sie eine Kopie an den Botschafter in Berlin. Der unterschriftsfertige Brief kann wörtlich oder inhaltlich genutzt werden – bitte bleiben Sie höflich. Die Adressen sind der Vorlage zu entnehmen (Porto, Luftpost, 0,90 EUR). Bearbeitung möglichst innerhalb von 10 Tagen nach Erhalt dieser Sendung, spätestens bis zum 31.05.2019. [Fax-Nr. der Botschaft: 030/51651900, S.E. Herrn Ali Abdulla Mohamed Saeed Alahmed; Email: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! ]


His Highness
Sheikh Mohammed bin Rashid Al Maktoum
Vice-President and Prime Minister of UAE
Prime Minister's Office, PO Box: 212000
Dubai
UNITED ARAB EMIRATES

 

 

Eure Hoheit,

in großer Sorge um den Menschenrechtsverteidiger Herrn Ahmed Mansoor wende ich mich an Sie.
Der am 20. März 2017 festgenommene Vater mehrerer Kinder ist in einen Hungerstreik getreten, um gegen prekäre Haftbedingungen zu protestieren.
Am 31. Dezember 2018 bestätigte die Staatssicherheitskammer des Obersten Gerichtshofs in Abu Dhabi die zehnjährige Haftstrafe, zu der Herr Mansoor im Mai 2018 in einem unfairen Prozess verurteilt worden war.
Vor seiner Festnahme hatte sich Herr Mansoor in sozialen Netzwerken für die inhaftierten Menschenrechtsverteidiger Herrn Dr. Nasser bin Ghaith und Herrn Osama al-Najjar eingesetzt.
Ebenso hatte er sich besorgt über die Menschenrechtslage in der Republik Jemen geäußert.
Auch ich verfolge Berichte über Menschenrechtsverletzungen aller Kriegsparteien und die extreme humanitäre Notlage der Zivilbevölkerung im Jemen mit äußerster Besorgnis.

Eure Hoheit, ich ersuche Sie, Ihren Einfluss geltend zu machen, dass:

  • Ahmed Mansoor, Dr. Nasser bin Ghaith und Osama al-Najjir unverzüglich, vorbehaltlos und dauerhaft freigelassen und die gegen sie verhängten Urteile aufgehoben werden;
  • ihre körperliche und psychische Integrität in der verbleibenden Zeit in Haft geachtet und ihnen ständiger Zugang zu Ärzten, Anwälten und Angehörigen gewährt wird;
  • im Jemen Menschenrechtsverteidiger vor Festnahmen geschützt werden und die uneingeschränkte humanitäre Versorgung der Zivilbevölkerung ermöglicht wird.

Für die Aufmerksamkeit, die Sie meinen Anliegen entgegenbringen, danke ich Ihnen sehr.
Mit hochachtungsvollem Gruß


Als Kopie zur Kenntnis an:
S.E. Herrn Ali Abdulla Mohamed Saeed Alahmed
Botschaft der Vereinigten Arabischen Emirate
Hiroshimastraße 18 - 20
10785 Berlin




Exzellenz,
mit unten stehendem Schreiben, das ich Ihnen als Kopie übersende, möchte ich den Vize-Präsidenten und Premierminister der Vereinigten Arabischen Emirate auf die Situation inhaftierter Menschenrechtsverteidiger aufmerksam machen und ihn darum bitten, sich deren Schicksals anzunehmen.
Mit hochachtungsvollem Gruß

 


Zum Download des Briefes als Word-Datei



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China: Wang Yi, Jiang Rong u.a.,  drohende Folter


Hintergrundinformationen

globe

China: 1.325 Mio. Einwohner auf 9.572.419 km² Fläche, BSP/Einw. 5.740$ (2012), Bevölkerung: 92% Han-Chinesen, 1% Zhuang, 4% Mongolen, Koreaner, Turkvölker (7 Mio. Uiguren), Tibeter u.a., Religion: 100 Mio. Buddhisten, 30 Mio. Taoisten, 20 Mio. Muslime, 19 Mio. Christen, Konfuzianismus weit verbreitet. Die Volksrepublik China hat den Internationalen Pakt über bürgerliche und politische Rechte unterzeichnet unddas Übereinkommen gegen Folter und andere grausame, unmenschliche oder erniedrigende Behandlung oder Strafe unter Vorbehalt ratifiziert.

 

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Am 9. Dezember 2018 wurde in Chengdu, der Hauptstadt der Provinz Sichuan, bei einer nächtlichen Razzia der christliche Hauskirchenpriester Wang Yi mit seiner Ehefrau Jiang Rong und mehr als hundert Gläubigen von der Polizei verschleppt. Mehrere Zeitungen berichteten über die Polizeiaktion gegen die „Early Rain“ Kirche. Wang und seine Frau sollen „Anstiftung zum Umsturz“ begangen haben und werden an einem geheimen Ort festgehalten. Ihr Sohn Shuya wird laut FAZ von den Großeltern betreut.
Der Vater des inhaftierten Pastors hatte einige Tage zuvor aus Sorge um den Festgenommenen einen Anwalt engagiert. Aber die chinesische Polizei überwachte das Treffen und ergriff den Anwalt. Er wurde sechs Stunden lang verhört, seine Akten wurden beschlagnahmt. Dann entzog man ihm das Recht, Wang zu vertreten.

Die „Early Rain“ Kirche ist eine Untergrundkirche, die von der Regierung nicht anerkannt wird.
Wang Yi ist 45 Jahre alt und war Dozent an der Chengdu-Universität. Seit 2005 ist er bekennender Christ und hat drei Jahre später seine Arbeit an der Universität gekündigt, um eine protestantische Gemeinde in Chengdu aufzubauen. 2008 waren es noch 80 Gemeindemitglieder, zuletzt waren es über 1000 Gläubige, die regelmäßig zu den Gottesdiensten kommen.
Die Gemeinde von Wang Yi bekam laut einer Reportage des Deutschlandfunks fast jeden Sonntag Besuch von den chinesischen Sicherheitsbehörden. Normalerweise seien die Polizisten so höflich gewesen, sich draußen hinzusetzen und den Gottesdienst nicht weiter zu stören. Prediger Wang Yi kritisierte in seinen Predigten nicht selten scharf die chinesische Politik.
Zu den Verhafteten gehört auch der Kirchenälteste Li Yingqiang.
Mehrere Kirchenmitglieder, die inzwischen wieder freigekommen sind, teilten mit, sie seien in der Haft geschlagen worden.

Die Neue Zürcher Zeitung (NZZ) beschrieb die allgemeine Repression der chinesischen Regierung gegenüber Christen am 29.12.2018: „In den vergangenen Monaten wurden Hunderte Kreuze von Gotteshäusern abmontiert oder die Kirchen zerstört. Die Behörden machen nicht einmal vor den Gebäuden der legalisierten Glaubensgemeinschaften halt. Pastoren und Mitglieder der illegalen Hauskirchen werden drangsaliert und landen im Gefängnis.“

Im Amnesty Report 2017/18 heißt es zu China:„Der Staatsrat verabschiedete im Sommer 2017 die überarbeiteten Bestimmungen über religiöse Angelegenheiten, die am 1. Februar 2018 in Kraft treten sollten. Sie sahen eine weitreichende Kontrolle jeglicher Form von Religionsausübung vor und dehnten die Befugnisse der Behörden zur Überwachung, Kontrolle und potenziellen Bestrafung religiöser Praktiken auf allen Ebenen der Verwaltung aus.“

 

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Brieftext

Bitte schreiben Sie an den Präsidenten der Volksrepublik China und senden Sie eine Kopie an den Botschafter in Berlin. Der unterschriftsfertige Brief kann wörtlich oder inhaltlich genutzt werden – bitte bleiben Sie höflich.
Die Adressen sind der Vorlage zu entnehmen (Porto, Luftpost 0,90 EUR). Bearbeitung innerhalb von 10 Tagen nach Erhalt dieser Sendung, spätestens bis zum 30.05.2019. [Fax-Nr. der Botschaft: 030/27588221, S.E. Herrn Ken Wu; E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!]




H.E. Mr. Xi Jinping
President of the People’s Republic of China
Zhongnanhai, Xichangan’jie
Xichengqu, Beijing Shi 100017
PEOPLE’S REPUBLIC OF CHINA

 

 

Exzellenz,

aufgrund tiefer Besorgnis über die Festnahme zahlreicher Angehöriger christlicher Hauskirchen ersuche ich Sie um Unterstützung.
Am 9. Dezember 2018 wurde Herr Wang Yi, Priester der „Early Rain“ Kirche, mit seiner Ehefrau Jiang Rong und mehr als hundert weiteren Gläubigen in Chengdu in der Provinz Sichuan von der Polizei verhaftet. Zu den Festgenommenen gehört auch der Kirchenälteste Herr Li Yingqiang. Berichten zufolge wird Herrn Wang Yi und Frau Jiang Rong „Anstiftung zum Umsturz“ vorgeworfen.

Exzellenz, hiermit appelliere ich an Sie, bei den zuständigen Behörden darauf hinzuwirken, dass Frau Jiang Rong, Herr Wang Yi und Herr Li Yingqiang sowie die anderen gefangenen Mitglieder der „Early Rain“ Kirche unverzüglich, dauerhaft und bedingungslos freigelassen werden und mögliche Anklagen gegen sie fallengelassen werden. Ebenfalls bitte ich Sie, sicherzustellen, dass die Gefangenen in der verbleibenden Zeit der Haft vor Folter und Misshandlungen geschützt werden und uneingeschränkten Kontakt zu Ärzten, Rechtsbeiständen und Angehörigen erhalten.
Schließlich ersuche ich Sie, Gläubigen – gemäß dem von der Volksrepublik China unterzeichneten Internationalen Pakt über bürgerliche und politische Rechte – die Wahrnehmung ihres Rechts auf Religionsfreiheit zu garantieren, ohne dass sie dafür Repressalien erleiden müssen.

Für die Aufmerksamkeit, die Sie meinem Anliegen entgegenbringen, danke ich Ihnen sehr.
Mit hochachtungsvollem Gruß

 

Als Kopie zur Kenntnis an:
S.E. Herrn Ken Wu
Botschaft der Volksrepublik China
Märkisches Ufer 54
10179 Berlin



Exzellenz,
mit unten stehendem Schreiben, das ich Ihnen als Kopie zukommen lasse, möchte ich den Präsidenten der Volksrepublik China, S.E. Herrn Xi Jinping, auf die Festnahme des Priesters Herrn Wang Yi und zahlreicher weiterer Personen aufmerksam machen und ihn darum bitten, sich deren Schicksals anzunehmen.
Mit hochachtungsvollem Gruß




Zum Download des Briefes als Word-Datei


 

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Folgen Sie uns auch auf Facebook und Twitter (im Aufbau).


Denkt an die Gefangenen,

als ob ihr selbst mit ihnen im Gefängnis wärt.
Denkt an die Misshandelten,
als müsstet ihr ebenso leiden wie sie.

Hebr. 13,3

Was Sie tun können

 

Herbst-Tagung

seminar2019

Quelle: Franz-Hitze-Haus Münster


"Kinderrechte - Menschenrechte" im Franz-Hitze-Haus Münster am 6. & 7. September 2019...(weiterlesen)

Der Flyer zur Veranstaltung kann ab sofort hier heruntergeladen werden.


Kirchentag2019

Wie in den Vorjahren ist die ACAT Deutschland wieder mit einem Stand und am Politischen Nachtgebet vertreten.

Lesen Sie einen ausführlichen Bericht über die ACAT-Aktivitäten auf dem Kirchentag in ACAT Aktuell 07/2019 (Link)


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Nächtliche Gebetswache für Folteropfer


Informationen zur internationalen Kampagne: hier.

Informationen zur Kampagne in Deutschland:

1. Der folgende Ablauf für eine Nächtliche Gebetswache (geplant für
Essen-Ruhrhalbinsel in der kath. Kirche St. Suitbert in Überruhr,
Klapperstraße, am 26.6. um 20 Uhr) möchte Vorschlag oder Hilfestellung 
für die eigene Vorbereitung sein.
 
Erfahrungen Ruhrhalbinsel Essen hier lesen

2. Weitere Veranstaltungen:

Katholische Kirchengemeinde Herz Jesu
Friedrich-Wilhelm-Str. 70-71
12103 Berlin/ Tempelhof
Juni um 18.30 Uhr

 


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