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Papst Franziskus erneuert in der Enzyklika 'Fratelli tutti' seine Kritik an der Todesstrafe und fordert alle Christen und Menschen guten Willens auf, für die Abschaffung der Todesstrafe zu kämpfen.

Dazu die Theologin Juliane Eckstein, die an der Philosophisch-Theologischen Universität St. Georgen in Frankfurt/M. forscht:

"Die Enzyklika 'Fratelli tutti' behandelt zahlreiche Themen, die seit Langem auf der Agenda des Papstes stehen. Dennoch meine ich an einigen Stellen eine besondere Betroffenheit Franziskus' herauslesen zu können, etwa in der langen Passage, in der er die Todesstrafe verurteilt.

Schon im August 2018 hatte der Papst ein klares 'Nein' der katholischen Kirche zu staatlichen Exekutionen im Katechismus festschreiben lassen. Damit ist er vielen - auch christlichen - Verfechtern der Todesstrafe in den USA auf die Füße getreten.

Jetzt erneuert Franziskus seine Kritik und fordert alle Christen und Menschen guten Willens auf, für die Abschaffung der Todesstrafe zu kämpfen - 'ganz gleich, ob diese legal oder illegal ist'. Totalitäre und diktatorische Regime nutzten die Todesstrafe als Mittel zur Unterdrückung politischer Opposition oder religiöser wie kultureller Minderheiten. Dieser Hinweis hat traurige Aktualität: Belarus, wo derzeit Zehntausende Menschen gegen das Regime Lukaschenko demonstrieren, ist der einzige Staat in Europa, der weiterhin die Todesstrafe vollstreckt - zuletzt zweimal in 2019." (Spiegel-online am 5.10.20)

ACAT setzt sich seit vielen Jahren für die Abschaffung der Todesstrafe ein.