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ACAT-Stand auf dem Katholikentag 2022

ACAT ist auch auf dem diesjährigen Katholikentag in Stuttgart mit einem Stand auf der Kirchenmeile vertreten. Vom 26. – 28.05.2022 werden wir uns dort tagsüber präsentieren. Wir informieren über unsere Arbeit, laden zur Beteiligung an aktuellen Dringlichkeitsaktionen und zum Gebet für Opfer von Folter und anderen Menschenrechtsverletzungen ein. Freilich stehen wir auch für Fragen und Informationen zur Verfügung, sei es zu bestimmten Aktionen, Tagungen oder unserer Netzwerkarbeit. Allen Aktiven und Mitgliedern, die interessiert sind, wollen wir an einem Abend die Gelegenheit geben uns zu einer abendlichen Runde zu treffen.

Bericht vom Katholikentag:

Nach zwei Jahren Corona bedingter Pause war ACAT in diesem Jahr wieder auf dem Katholikentag (25. – 29.5.22) in Stuttgart mit einem Stand präsent. Wie auf Katholikentagen üblich, haben wir uns den Stand mit Amnesty International geteilt und die gute Zusammenarbeit hat sich auch dieses Mal wieder sehr bewährt. Je nach Ausrichtung der Interessent*innen konnten wir mitunter auch gegenseitig auf die Anliegen des Anderen verweisen.
An drei Tagen haben wir die Besucher*innen über unsere aktualisierte DA vom April zu entführten und gefolterten Menschen in der Ukraine informiert und um Beteiligung gebeten sowie um Unterschrift für eine Petition zum Schutz von bedrohten Exilvietnames*innen in Deutschland. Das Interesse war tatsächlich vielseitig und sehr unterschiedlich. Manche wollten nur unsere Petition unterschreiben. Andere wollten umfassender informiert werden, einerseits über die Fälle an sich, aber auch z.B. über unsere Motivation, diese Arbeit zu tun, und haben dabei auch deutlich Anerkennung geäußert. Mehrfach haben Menschen einige Briefe der DA mitgenommen, um sie beim heimischen Friedensgebet für die Ukraine an Interessierte weiterzugeben.
Immer wieder mussten wir die Frage beantworten: „Nützt denn Ihr Engagement wirklich etwas?“, sodass wir froh waren, auf die „Liste der Freilassungen 2020-22“ verweisen zu können.
Womöglich kamen weniger Menschen an unseren Stand als vor drei und mehr Jahren. Zu beobachten war hingegen, dass eher mehr Menschen mit einem intensiven Mitteilungs- bzw. Gesprächsbedürfnis zu uns kamen. Manche sprachen uns auf „Die Würde des Menschen ist unantastbar“ an, als sie die Titelseite unserer neuen Broschüre erblickten. Besonders beeindruckend war die Begegnung mit einer muslimischen Frau, selbst ehemalige politische Gefangene in der Türkei, der zwei Menschen von der Liste persönlich bekannt waren. Auch wenn kaum sprachliche Verständigung möglich war, war eine Anerkennung unserer Arbeit spürbar. Anders als bei einem Mann aus Kamerun, der von einem Freund erzählte, der 17 Jahre als politischer Gefangener inhaftiert war. Er äußerte sich skeptisch über die Wirkung unserer Arbeit – und wollte vielleicht seine eigene Enttäuschung benennen, dass er seinem Freund nicht helfen konnte. Beeindruckend waren auch mehrere Gespräche über die Wirksamkeit unseres Betens für die Gefangenen, über die Hoffnung, sie damit unterstützen zu können, das Ringen darum, an seine Wirkung glauben zu können, das eigene Durchhaltevermögen. Wir luden ein, bei Gelegenheit und besonders am 26.06.22 für die Opfer von Folter zu beten. Manche nahmen die angebotene Gebetskarte für ukrainische Ofer von Folter gern mit, auf deren Rückseite unsere ACAT-Ikone mit der Befreiung des Petrus aus dem Gefängnis und dem Pfingstereignis zu sehen ist.