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Januar 2022

 

Freigelassen:

 

Kambodscha Rong Chun Menschenrechtsverteidiger GB 09/2021

 

Dank sei Gott! – Gott sei Dank!

 


Der Vorstand und die Geschäftsstelle der ACAT Deutschland wünschen Ihnen alles Gute für das Jahr 2022.

 



arrow32pxACAT Online-Gebetstreffen
Das nächste Online-Gebetstreffen findet am Montag, 24. Januar 2022, um 20 Uhr statt.
Teilnehmende an bisherigen Treffen erhalten eine Benachrichtigung per Email, wenn ein Gebet stattfindet. Wenn Sie grundsätzlich an einer Teilnahme interessiert sind und über anstehende Termine informiert werden möchten, melden Sie sich bitte unter   Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!   an. 


Aktuelle Entwicklungen

arrow32pxKambodscha – Im Dezember 2021 konnten wir die Freilassung von 6 Personen melden, die wegen ihres Engagements für die Umwelt festgenommen worden waren (DA 15/21). Erfreulicherweise wurde auch Rong Chun, Präsident des kambodschanischen Gewerkschaftsbundes (CCU), freigelassen. Am 31. Juli 2020 war er in seinem Haus in Phnom Phen willkürlich in Haft genommen worden, nachdem er über Landverlust infolge der Demarkation an der kambodschanisch-vietnamesischen Grenze berichtet hatte. Am 18. August 2021 war er zu zwei Jahren Haft verurteilt worden, weil er angeblich zu einem Verbrechen angestiftet und soziale Unruhen herbeigeführt haben soll. Weiter in Haft sind bedauerlicherweise Sar Kanika und Ton Nimol, die aufgrund derselben Vorwürfe angeklagt worden waren (Gebetsblatt September 2021).

 

arrow32pxTürkei – Von OMCT kam die Nachricht, dass der Arzt und Menschenrechtler Dr. Şeyhmus Gökalp, ein Mitglied der Türkischen Ärztekammer, am 19. November 2021 freigesprochen wurde. Wir konnten in ACAT Aktuell März 2021 bereits seine Entlassung aus der Haft melden. Şeyhmus Gökalp war im November 2020 wegen der angeblichen Behandlung von Mitgliedern einer terroristischen Organisation und der Teilnahme an einer von den Behörden als illegal eingestuften Veranstaltung verhaftet und angeklagt worden, obwohl es für beide Anklagepunkte keinerlei Beweise gab. Am 10. Februar 2021 war Dr. Gökalp bereits aufgrund einer gerichtlichen Anordnung freigelassen worden. Der Staatsanwalt legte nun Revision gegen seinen Freispruch ein.
Es gab zwei Vorstandsinterventionen für Dr. Şeyhmus Gökalp, am 11.12.2020 und am 28.02.2021.


arrow32pxGebetswoche für die Einheit der Christen, 18. bis 25. Januar 2022
Die diesjährige ökumenische Gebetswoche für die Einheit der Christen steht unter dem Motto „Wir haben seinen Stern im Osten gesehen und sind gekommen, ihn anzubeten (Mt 2,2)“.
Die Gebetswoche für die Einheit der Christen wird dieses Jahr wieder vom 18. bis 25. Januar begangen.
„Für die Gebetswoche 2022 wählten die Christen des Nahen Ostens das Thema des Sterns, der im Osten aufgeht.“ Sie stellen nicht zuletzt unter dem Eindruck politischer Verfolgung „Materialien für die Gebetswoche für die Einheit der Christen in dem Bewusstsein zur Verfügung, dass viele ihrer Mühen und Probleme auch in anderen Teilen der Welt erfahren werden und dass die Welt sich nach einem Licht sehnt, das auf den Weg zum Erlöser, der alle Finsternis überwinden kann, führt.“ Weitere Infos und liturgische Materialien bei der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Deutschland: 
https://www.oekumene-ack.de/themen/geistliche-oekumene/gebetswoche/2022/

 

arrow32pxVersandtermine Monatssendung
Die Versandtermine der Monatssendung im kommenden Halbjahr sind:
7. Januar, 02. Februar, 02. März, 01. April, 29.April, 03. Juni und 29. Juni 2022

 

arrow32pxFortsetzung des Interviews mit dem Vorsitzenden der ACAT Republik Kongo
ACAT Deutschland hat mit Christian Loubassou, dem Vorsitzenden der ACAT Republik Kongo (Kongo Brazzaville) ein Interview geführt. Die ersten Auszüge erschienen in ACAT Aktuell November und Dezember 2021.

ACAT-D: Befinden sich viele Minderjährige in Haft?
C.L.: In den vier Gefängnissen, die die ACAT Kongo besucht hat, finden wir durchschnittlich sechs minderjährige Gefangene in jeder Haftanstalt.
ACAT-D: Gibt es auch Kinder, die mit ihren Eltern inhaftiert werden (wie wir gehört haben, dass dies in zahlreichen afrikanischen Ländern praktiziert wird)?
C.L.: Ja, aber nur in Ausnahmefällen und aus verschiedenen Gründen, wie z. B. der Weigerung, sich von seinem Kind zu trennen, oder weil es niemanden gibt, der sich außerhalb des Gefängnisses um das Kind kümmert. Die ACAT Kongo verfolgte 2019 einen identischen Fall im Gefängnis von Brazzaville, wo ein Kind im Alter von unter zwei Jahren mit seiner Mutter inhaftiert war. Nach mehreren Advocacy-Missionen und dem Einsatz unseres Referenzanwalts wurde die Mutter schließlich vorläufig freigelassen.
ACAT-D: Was waren die eindrücklichsten Momente während der Gefängnisbesuche?
C.L.: Die eindrücklichsten Momente bei einem Gefängnisbesuch sind die Momente, in denen die Gefangenen angehört werden. In diesem Moment entsteht ein Vertrauen zwischen dem Gefangenen und dem ACAT-Freiwilligen, den er nie zuvor gesehen oder kennengelernt hat. Der Gefangene vertraut ihm sein Leben im Gefängnis an, die Gründe für seine Inhaftierung, immer mit der Tendenz, sich selbst zu entlasten, seine täglichen Sorgen, die durch das Fehlen von medizinischer, sozialer oder anderer Betreuung gekennzeichnet sind, die unsere Organisation leider nicht leisten kann, da sie nicht über die nötigen Mittel verfügt oder nicht zu unserem Auftrag gehört.
Er fordert uns auf, sich mit unserem Anwalt darum zu bemühen, dass sein Schicksal geklärt wird oder er vorübergehend freigelassen wird.
ACAT-D: Wie sieht ein Gefängnisbesuch aus?
C.L.: Ein Gefängnisbesuch sieht zum Beispiel so aus:
- Treffen mit dem Gefängnisdirektor, um ihm den Zweck unserer heutigen Anwesenheit im Gefängnis zu erläutern und ihm über unsere Mission vom Vortag zu berichten, wobei wir auf eine Reihe von Bedenken eingehen, die wir festgestellt haben;
- Das Team der ACAT-Freiwilligen wird dem Leiter der Kanzleiabteilung zur Verfügung gestellt, um die Anhörungsarbeit zu organisieren;
- Anhörung der Gefangenen;
- Am Ende ein kurzer Abschied vom Direktor, um ihm das Ende unserer Mission mitzuteilen.
ACAT-D: Welche Veränderungen hat die Pandemie bewirkt?
C.L.: die Änderungen, die infolge der Pandemie eingetreten sind, sind folgende:
- Aussetzung der Gefängnisbesuche, die heute wieder etwas aufgehoben wurde;
- Verschärfung der sanitären und hygienischen Maßnahmen beim Betreten des Gefängnisses;
- Obligatorischer PCR-Test bei jedem Gefängnisbesuch. Andernfalls ist eine Impfung vorgeschrieben;
- Auferlegung eines Abstands zwischen dem Freiwilligen der ACAT und dem Gefangenen.
ACAT-D: Wie wird die ACAT Kongo in der Gesellschaft wahrgenommen?
C.L.: Die ACAT genießt in der kongolesischen Gesellschaft hohes Ansehen, vor allem bei denjenigen, die von ihren Dienstleistungen profitieren, und bei unseren Partnern. Ihr Fachwissen wird dort anerkannt. Ein weiteres Element dieser hohen Wertschätzung ist, dass die ACAT Kongo keine lauten Anklagen erhebt, sondern vielmehr eine Politik der Ko-Konstruktion mit dem Staat entwickelt, indem sie Vorschläge für Maßnahmen zur Bekämpfung bestimmter Menschenrechtsverletzungen unterbreitet. Sie war immer bereit, die Regierung bei der Entwicklung ihrer öffentlichen Politik in Menschenrechtsfragen zu begleiten.
Heute ist die ACAT Kongo eine führende NGO im Land, wenn es um die Themen Todesstrafe, Folter, Haft, regionale und internationale Verpflichtungen des Kongo etc. geht.