ACAT - Deutschland

Aktion der Christen für die Abschaffung der Folter - Action des Chrétiens pour l’Abolition de la Torture

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November 2019

Hoffnung ist nicht die Überzeugung,
dass etwas gut ausgeht,
sondern die Gewissheit,
dass etwas Sinn hat,
egal wie es ausgeht.

(Václav Havel)

 

Freigelassen:

 

Myanmar: Aung Ko Htwe

DA 22/18
Mauretanien: Mohamed Cheikh Mkhaitir Int.VS 4.7.18, GB 12/18


Dank sei Gott! – Gott sei Dank!

Aktuelle Entwicklungen


arrow32pxMyanmar – Am 6. September 2019 wurde Aung Ko Htwe vorzeitig aus der Haft entlassen. Der ehemalige Kindersoldat war im August 2017 festgenommen worden, nachdem er in einem Medieninterview berichtet hatte, wie er mit 13 Jahren vom Militär verschleppt und zum Militärdienst gezwungen worden war. Er war zu einer Freiheitsstrafe von zwei Jahren und sechs Monaten verurteilt worden. Sein Rechtsbeistand vermutet, dass die vorzeitige Entlassung aufgrund guter Führung erfolgte. Aung Ko Htwe droht eine weitere Haftstrafe von drei Jahren: Direkt nach seiner Verurteilung im März 2018 soll er aus Protest gegen die Strafe auf ein gedrucktes Exemplar der myanmarischen Verfassung von 2008 getreten sein. Daraufhin klagte ihn das Gericht wegen der „Zerstörung des ganzen oder Teilen des Siegels“ nach dem Siegelgesetz (Paragraf 6 und 7) an. Zwar war er am 30. Oktober 2018 von diesem Vorwurf freigesprochen worden, doch wurden im Juni 2019 Rechtsmittel gegen diese Entscheidung eingelegt. Das nächste Urteil in diesem Verfahren wird Anfang 2020 erwartet. Englischsprachiges Kurzvideo (Radio Free Asia) über Aung Ko Htwe von August 2017: www.youtube.com/watch?v=Fxtk2EOszYg


arrow32pxMauretanien – Der Blogger Mohamed Cheikh Mkhaitir, war im Januar 2014 worden. Im Dezember 2015 war er wegen Apostasie und Beleidigung des Propheten zum Tode verurteilt worden. Er wurde danach zwei Jahre lang in vollständiger Isolierung inhaftiert und war Misshandlungen ausgesetzt. Im November 2017 hat das Berufungsgericht seine Todesstrafe in zwei Jahre Haft umgewandelt, weil er Reue gezeigt habe. Nach Ablauf dieser Haftstrafe hatten die mauretanischen Behörden ihn nicht in die Freiheit entlassen, sondern ihn wegen angeblicher Sicherheitsbedenken an einem geheimen Ort in Administrativhaft genommen. Sein Gesundheitszustand hat sich erheblich verschlechtert.


arrow32pxVereinigte Arabische Emirate – Der Menschenrechtsverteidiger Ahmed Mansoor ist im September erneut in den Hungerstreik getreten. Zuvor war er vom Gefängnispersonal schwer geschlagen worden wegen seines Protests gegen die schlechten Haftbedingungen im Frühjahr 2019. Anlässlich seines 50. Geburtstags, den er am 22. Oktober in Isolationshaft verbringen musste, hat ACAT mit über 140 weiteren Organisationen einen gemeinsamen Appell an die Regierung der VA Emirate unterzeichnet. Darin wird auch an das von der Regierung für 2019 ausgerufene „Jahr der Toleranz“ und an die Weltausstellung Expo in Dubai im kommenden Jahr erinnert: www.gc4hr.org/news/view/2229


arrow32pxZwischenbericht im Forschungsprojekt zu rechtswidriger Polizeigewalt
ForscherInnen des Lehrstuhls für Kriminologie der Ruhr-Universität Bochum (RUB) von Prof. Dr. Tobias Singelnstein haben im September 2019 einen Zwischenbericht zum Forschungsprojekt „Körperverletzung im Amt durch Polizeibeamt*innen“ (Kviapol) veröffentlicht. Das von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) geförderte Projekt untersucht erstmalig systematisch rechtswidrige polizeiliche Gewaltanwendung aus der Perspektive der Opfer und im Kontext des polizeilichen Bearbeitungsprozesses. Über 3.300 Berichte konnten die ForscherInnen im ersten Teil des Projekts auswerten. In der Pressemeldung heißt es zum Zwischenbericht: „Er zeigt unter anderem, dass in 86 Prozent der berichteten Vorfälle kein Strafverfahren durchgeführt wurde, die Fälle also nicht in die Statistik eingingen. Über 70 Prozent der Befragten berichten von körperlichen Verletzungen.
Wie stets bei Viktimisierungsbefragungen wurden in der Studie Erfahrungen und Einschätzungen der Befragten erhoben. Die Daten geben somit deren Perspektive auf die erlebte Gewaltanwendung wieder. Die Stichprobe ist aufgrund der gewählten Rekrutierungsstrategie nicht repräsentativ. Den zweiten Teil der Studie, die noch bis zum Jahr 2020 läuft, bilden 60 Interviews mit Expertinnen und Experten aus Polizei, Justiz und Zivilgesellschaft.“ (...) „71 Prozent der Befragten erlitten durch die Gewalt körperliche Verletzungen. 19 Prozent gaben an, schwere Verletzungen erlitten zu haben, zum Beispiel Knochenbrüche, schwere Kopfverletzungen oder innere Verletzungen. Im Durchschnitt empfanden die Befragten aus allen Einsatzsituationen starke Schmerzen. Zwei Drittel gaben an, dass die Genesung einige Stunden oder Tage gedauert habe. Bei 31 Prozent der Befragten dauerte der Heilungsprozess einige Wochen oder länger; bei vier Prozent blieben den Berichten zufolge sogar bleibende Schäden zurück. Neben den körperlichen Folgen berichteten die Befragten auch von erheblichen psychischen Folgen wie Angst oder Vermeidungsverhalten.“



arrow32pxACAT-Seenotrettung: Evangelische Kirche plant Kauf eines Rettungsschiffs
Die evangelische Kirche in Deutschland (EKD) will gemeinsam mit zivilgesellschaftlichen Organisationen ein Schiff zur Rettung von Menschen aus Seenot ins Mittelmeer schicken. Der Ratsvorsitzende der EKD, Bischof Bedford-Strohm, kündigte an, dass ein Verein gegründet werden soll, der ein eigenes Schiff kauft. Zum dahinter stehenden Bündnis gehören nach Angaben des Bischofs zahlreiche Institutionen und Organisationen, auch Kirchengemeinden und Sportvereine. Es sei ein hoher sechsstelliger bis niedriger siebenstelliger Betrag für Kauf und Umbau des Schiffes zu erwarten.
Eine Resolution von Teilnehmenden des Kirchentags in Dortmund hatte die EKD aufgefordert, mit einer eigenen Rettungsmission ein Zeichen zu setzen. ACAT Deutschland hat der EKD auf deren Anfrage hin grundsätzlich die Bereitschaft erklärt, dem Bündnis für den Erwerb des Schiffes beizutreten und dieses finanziell zu unterstützen. Nähere Informationen folgen.


arrow32px35 Jahre ACAT Deutschland
Im Anschluss an die ACAT Tagung „Kinderrechte - Menschenrechte“ fand am 07.09.2019 im Franz- Hitze-Haus in Münster ein Empfang anlässlich der Gründung der ACAT Deutschland vor 35 Jahren statt. Reinhard Niehues, ACAT-Mitglied der ersten Stunde, schilderte in einem Rückblick die Überzeugung wie auch Kreativität, mit der die ACAT in Deutschland ins Leben gerufen wurde. Ein Fotoalbum zeigte dazu wichtige Stationen, insbesondere das ursprüngliche Büro im Wohnzimmer von Gründerin Magdalena Marx. Christoph Strässer, ehemaliger MdB und Menschenrechtsbeauftragter der Bundesregierung (2014-2016), ermutigte die ACAT-Mitglieder in seinem Grußwort, das Engagement in Anbetracht der vielfachen Infragestellung der Menschenrechte fortzusetzen. Es wurde ebenfalls ein Grußwort von Paul Angaman, dem Vorsitzenden der FIACAT, verlesen. Er übermittelte aus der Elfenbeinküste die aufrichtigsten Grüße und Glückwünsche der FIACAT. Weiter schrieb er: „ACAT engagiert sich für den Respekt der Menschenwürde durch Briefaktionen ihrer Mitglieder, unzählige Interventionsbriefe im Auftrag des Vorstands und durch Gebete für die Opfer von Folter – jeden Monat. Mitglieder der ACAT kommen auch in Gruppen und in Kirchen zu Gebeten zusammen, um der Opfer zu gedenken, insbesondere zum Karfreitag, anlässlich der Nächtlichen Gebetswache, zum Welttag gegen die Todesstrafe und zum Tag der Menschenrechte. (...) Über viele Jahre hat ACAT Deutschland die FIACAT und afrikanische ACATs darin unterstützt, Finanzierungen für Projekte zur erfolgreichen Abschaffung der Todesstrafe und gegen missbräuchliche Untersuchungshaft zu erhalten. Hunderte Gefangene konnten freigelassen werden. (...) Geleitet vom Glauben und der Barmherzigkeit, mögen wir Träger der Hoffnung einer Welt sein, in der die Würde das Wesen des Menschen bleibt. Eine gute und glückliche Feier für ACAT Deutschland!“

 

arrow32pxPapst Franziskus zum „Welttag des Migranten und Flüchtlings“
Zum Welttag des Migranten und Flüchtlings hat Papst Franziskus zum Einsatz für Benachteiligte aufgerufen. Es gehe nicht nur um Migranten, betonte der Papst. Aufmerksamkeit brächten alle Menschen, „die zusammen mit den Migranten und Flüchtlingen Opfer der Wegwerfkultur sind“.  In den biblischen Texten werde die Sorge um die Benachteiligten als Wesenszug Gottes dargestellt. Daher sei der Einsatz gegen Ungerechtigkeiten eine „moralische Pflicht“ aller Christen. Niemand dürfe sich davon ausnehmen, betonte der Papst unter Anspielung auf eine Passage aus dem Buch Amos des Alten Testaments: „Wehe den Sorglosen und den Schlemmern“, die sich um den Niedergang des Volkes nicht sorgen, „obwohl er allen vor Augen steht“. Der „Welttag des Migranten und Flüchtlings“ wurde 1914 von Papst Benedikt XV. (1914-1922) eingeführt. Das Motto des diesjährigen Welttags lautet: „Es geht nicht nur um Migranten“. Damit will die katholische Kirche einerseits auf die größeren Ursachen für Flucht und Migration aufmerksam machen, andererseits aber auch auf die Lage von Bedürftigen in westlichen Gesellschaft.        
Quelle: https://www.domradio.de/themen/vatikan/2019-09-29/papst-franziskus-zum-welttag-der-migranten-und-fluechtlinge


 

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Denkt an die Gefangenen,

als ob ihr selbst mit ihnen im Gefängnis wärt.
Denkt an die Misshandelten,
als müsstet ihr ebenso leiden wie sie.

Hebr. 13,3

Was Sie tun können

 

Herbst-Tagung

seminar2019

Quelle: Franz-Hitze-Haus Münster


"Kinderrechte - Menschenrechte" im Franz-Hitze-Haus Münster am 6. & 7. September 2019...(weiterlesen)

Der Flyer zur Veranstaltung kann ab sofort hier heruntergeladen werden.


Kirchentag2019

Wie in den Vorjahren ist die ACAT Deutschland wieder mit einem Stand und am Politischen Nachtgebet vertreten.

Lesen Sie einen ausführlichen Bericht über die ACAT-Aktivitäten auf dem Kirchentag in ACAT Aktuell 07/2019 (Link)


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Nächtliche Gebetswache für Folteropfer


Informationen zur internationalen Kampagne: hier.

Informationen zur Kampagne in Deutschland:

1. Der folgende Ablauf für eine Nächtliche Gebetswache (geplant für
Essen-Ruhrhalbinsel in der kath. Kirche St. Suitbert in Überruhr,
Klapperstraße, am 26.6. um 20 Uhr) möchte Vorschlag oder Hilfestellung 
für die eigene Vorbereitung sein.
 
Erfahrungen Ruhrhalbinsel Essen hier lesen

2. Weitere Veranstaltungen:

Katholische Kirchengemeinde Herz Jesu
Friedrich-Wilhelm-Str. 70-71
12103 Berlin/ Tempelhof
Juni um 18.30 Uhr

 


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