ACAT - Deutschland

Aktion der Christen für die Abschaffung der Folter - Action des Chrétiens pour l’Abolition de la Torture

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Juli/August 2019

Hoffnung ist nicht die Überzeugung,
dass etwas gut ausgeht,
sondern die Gewissheit,
dass etwas Sinn hat,
egal wie es ausgeht.

(Václav Havel)

Freigelassen:

 

RUSSLAND Oyub Titiev Int. VS. 10.4.18 u.a.


Dank sei Gott! – Gott sei Dank!

Aktuelle Entwicklungen


arrow32pxRussland – Ein Gericht in der tschetschenischen Stadt Schali hat entschieden, den inhaftierten Menschenrechtsverteidiger Oyub Titiev nach fast anderthalb Jahren Gefängnis auf Bewährung freizulassen. Das Gericht hatte ihn zuvor am 18. März 2019 wegen angeblichen Drogenbesitzes zu vier Jahren Haft in einer Strafkolonie verurteilt. Oyub Titiev, Leiter des tschetschenischen Büros des russischen Menschenrechtszentrums Memorial, war am 9. Januar 2018 von der Polizei in seinem Wagen gestoppt und mehrere Stunden ohne Kontakt zur Außenwelt festgehalten worden. Die tschetschenischen Behörden gaben später an, dass in seinem Auto Drogen „gefunden“ wurden. Titiev stritt die Vorwürfe ab und erklärte, dass die Drogen in seinen Wagen gelegt worden seien.
ACAT Deutschland hatte 2018 viermal für Oyub Titiev interveniert.


arrow32pxErhöhung Porto
Zum 1. Juli 2019 erhöht die Post das Porto. Standardbriefe für Kopien unserer Appelle an die Botschaften nach Berlin kosten 0,80 EURO. Briefe ins Ausland kosten 1,10 EURO.


arrow32pxACAT auf dem Evangelischen Kirchentag in Dortmund
„Ich finde es sehr wichtig und notwendig, was ihr macht“, betonte am ACAT-Stand ein früherer Militärattachee, der in der deutschen Botschaft in der DR Kongo gearbeitet hat. Er berichtete, während Besuchen in dortigen Gefängnissen sind ihm viele von Folter Gezeichnete begegnet.
Aus dem Kongo und anderen afrikanischen Ländern kamen auch eine Reihe weiterer interessierter Besucher zur ACAT-Pagode. Insgesamt 12 ACAT-Mitglieder betreuten den Stand, der im Freien und an einem sehr frequentierten Weg gelegen, ein sehr großes Interesse auf sich zog. Wir erlebten für unser Thema eine hohe Aufgeschlossenheit. Auffällig viele Kirchentagsbesucher, darunter viele junge Leute, gingen auf die Angebote an Dringlichkeitsaktionen, Gebetsblätter wie auch –karten und vielerlei Informationen zu. Eine besonders hohe Resonanz fand mit 466 Unterschriften unsere Libyen-Petition, mit der wir uns für den Schutz von Flüchtlingen vor der Auslieferung in die libyschen Folterlager eingesetzt haben. Die Petition wurde anlässlich des Kirchentags nochmals aufgegriffen. Eine weitere Briefaktion (DA Mai, Vereinigte Arabische Emirate) wurde von 106 Personen unterstützt.
Das Politische Nachtgebet, in guter Tradition vorbereitet von Amnesty International (AI) und der ACAT, fand unter der Überschrift „Trau Dich – Menschenrechte stärken“ am späten Donnerstagabend statt und stand ganz im Zeichen des Jubiläums von 70 Jahren „Allgemeine Erklärung der Menschenrechte“. Frank Boungard, Mitglied des geschäftsführenden Vorstands der ACAT, erinnerte in der Eröffnung an einen Ausspruch von Magdalena Marx: „Wer sein Menschsein nicht aufgeben will, dem bleibt nichts Anderes übrig, als dem Hass eine noch größere Liebe entgegenzustellen“. Doch wie können wir dahin kommen? Die beiden biblischen Lesungen (Ps. 133 umgeschrieben und Jes. 58, 6-11) öffneten den Horizont: Die von Gott gegebene Verheißung auf das Leben in Fülle für die Leidenden und für die, die sich für sie engagieren. In der Predigt über die Menschenwürde schlug Altpräses Dr. Nikolaus Schneider, ehemaliger Ratsvorsitzender der EKD, in sehr bewegenden Worten den Bogen von der durch Gott gegebenen Würde eines jeden Menschen (weil der Mensch von ihm als sein Ebenbild geschaffen wurde) hin zur paulinischen Ermutigung „der Geist hilft unserer Schwachheit auf“ (Röm 8,26). „Der Geist ermutigt uns immer und immer wieder, die Menschenrechte zu stärken!“. Claudia Roth, Vizepräsidentin des Bundestages, MdB Bündnis 90/Die Grünen, ging in ihrer Ansprache von der Verankerung der Menschenrechte im Grundgesetz aus. Sie hielt ein flammendes Plädoyer für die Menschenrechte und machte u.a. auf die vielfältigen (auch subtilen) Versuche aufmerksam, diese zu untergraben, denn: „was sagbar ist, wird machbar“.

Wie stärkend, dass wir uns in den nachfolgenden Fürbitten an Gott wenden konnten. Durchzogen wurde das Gebet durch die vielseitigen Lieder der Band Habakuk. Die Kollekte ging an das psychosoziale Behandlungszentrum für Flüchtlinge und Folteropfer in Düsseldorf. Gesegnet mit Ermutigung, verließen wir das Gebet.
Am Freitagabend fand am ACAT-Stand ein kleiner Empfang anlässlich des 35-jährigen Bestehens von ACAT statt. Christiane Overkamp, Gründungsmitglied der ACAT, erinnerte an die Vorgeschichte und eigentliche Gründung von ACAT in Nordkirchen/Westfalen. Sie betonte die Wirkung der ACAT-Arbeit und des Charismas der Initiatorin, Magdalena Marx, für ihre eigene Lebens- und Berufsgeschichte. In mehreren größeren Menschenrechts- und Umweltorganisationen hat Overkamp bis heute leitende Positionen inne. Mit dieser Erfahrung verwies sie auf die große Chance von ACAT, in der Arbeit als unabhängiger Verein nicht unter dem Druck des Erfolgs zu stehen. Bernhard Stief, Pfarrer an der Nikolaikirche Leipzig, betonte, dass er sich über die inzwischen langjährige Tradition des ACAT-Gebets im Rahmen der dortigen montäglichen Friedensgebete sehr freut. Er beschrieb, wie aus den ganz kleinen Anfängen der dortigen Friedensgebete später etwas ganz Großes geworden ist. Besonders betonte er die stärkende Kraft der Seligpreisungen. Gerold Siemer, bei AI Deutschland verantwortlich für Religion und Kirche, hob die gute Zusammenarbeit mit ACAT bei Kirchen- und Katholikentagen hervor. Er betonte die Dankbarkeit von AI, dass allein ACAT es ihnen ermögliche, bei Katholikentagen aufzutreten. Wolfgang Bentrup erinnerte als früherer ACAT-Vorsitzender daran, dass auf manche Durststrecken in der ACAT-Vereinsarbeit bisher immer wieder Neuaufbrüche erfolgten.
Durchhalten! Dranbleiben! Setzt Euch weiter ein! Es macht einen Unterschied, ob für jemanden gebetet wird oder nicht! Diese ermutigenden Botschaften ergingen in Dortmund beim Empfang wie anderen Gelegenheiten an uns als ACAT.



arrow32pxEKD-Ratsvorsitzender besucht Sea-Watch-Besatzung / Appell mit Kardinal Marx an Merkel
Der EKD-Ratsvorsitzende Bischof Bedford-Strohm ist Anfang Juni nach Sizilien gereist, um dort die Besatzung des Schiffs „Sea-Watch 3“ zu treffen. Die italienische Regierung hatte das Schiff zunächst beschlagnahmt, nachdem die Crew Mitte Mai 65 Menschen aus dem Mittelmeer gerettet hatte und tagelang vor der italienischen Küste auf die Einfahrt in einen Hafen warten musste. Kurz vor dem Besuch des Ratsvorsitzenden war das Schiff von den Behörden freigegeben worden. Bei seinem Besuch auf Sizilien forderte Bedford-Strohm gemeinsam mit dem Bürgermeister von Palermo, dass die Seenotrettung auf dem Mittelmeer eine staatliche Angelegenheit bleiben müsse.
In einem Interview mit der „Westfalenpost“ erklärte Bedford-Strohm weiter: „Als Kirchen erwarten wir von der Bundesregierung genau wie von den anderen Regierungen Europas, dass sie jetzt sofort Lösungen finden“. Diesen Appell, der ausdrücklich vom Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Marx, mitgetragen werde, habe er der Kanzlerin per Brief übermittelt.
In einer Predigt am Pfingstmontag sagte Bedford-Strohm, er habe während des Besuchs in Palermo in die Gesichter der Geretteten geblickt und das Antlitz Gottes in ihnen gesehen: „Denn als Christen glauben wir, dass uns in dem Anderen nicht nur irgendein Mensch begegnet, sondern Gott selbst.“



arrow32pxACAT-Tagung zum Thema „Kinderrechte als Menschenrechte“, 6. / 7. September 2019 in Münster
Am Beispiel von Kindersoldaten und im Kontext von Fluchterfahrungen traumatisierter Kinder diskutieren wir bei unserer Tagung in der Akademie „Franz-Hitze-Haus“ die schwerwiegenden Konsequenzen der Verletzung von Kinderrechten. Wie der Verletzung von Rechten vorgebeugt werden kann, soll am Beispiel des sexuellen Missbrauchs erläutert werden. Beschäftigen werden uns auch der (völker-)rechtliche Rahmen der Kinderrechte und die Frage, wie Kinder im Einsatz für die eigenen Rechte und die Rechte anderer Kinder unterstützt und begleitet werden können.
Für nähere Informationen s. auch den Hinweis in ACAT Aktuell Juni 2019. Mehr zum Inhalt und zur Anmeldung in Kürze unter www.acat-deutschland.de sowie in einem Informationsflyer zur Tagung.


arrow32pxTerminankündigung: Ökumenische ACAT-Andacht
Am 18. Oktober 2019 um 19.00 Uhr findet eine ökumenische ACAT-Andacht in der katholischen Kirche St. Marien in Dreieich Götzenhain, Goldgrubenstraße, unter Beteiligung dreier evangelischer Pfarrer und des katholischen Gemeindepfarrers statt. Nach der Andacht werden vom Pfarrgemeinderat vorbereitete Briefe zum Unterschreiben im Pfarrsaal angeboten.


arrow32pxAus der Geschäftsstelle
Für die kommenden Monatssendungen sind folgende Versandtermine geplant:
30.08., 02.10.,1.11.,29.11., 10.01.
In den Sommerferien ist die Geschäftsstelle vom 24.07. bis 14.08. geschlossen.

 


 

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Denkt an die Gefangenen,

als ob ihr selbst mit ihnen im Gefängnis wärt.
Denkt an die Misshandelten,
als müsstet ihr ebenso leiden wie sie.

Hebr. 13,3

Was Sie tun können

 

Herbst-Tagung

seminar2019

Quelle: Franz-Hitze-Haus Münster


"Kinderrechte - Menschenrechte" im Franz-Hitze-Haus Münster am 6. & 7. September 2019...(weiterlesen)

Der Flyer zur Veranstaltung kann ab sofort hier heruntergeladen werden.


Kirchentag2019

Wie in den Vorjahren ist die ACAT Deutschland wieder mit einem Stand und am Politischen Nachtgebet vertreten.

Lesen Sie einen ausführlichen Bericht über die ACAT-Aktivitäten auf dem Kirchentag in ACAT Aktuell 07/2019 (Link)


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Nächtliche Gebetswache für Folteropfer


Informationen zur internationalen Kampagne: hier.

Informationen zur Kampagne in Deutschland:

1. Der folgende Ablauf für eine Nächtliche Gebetswache (geplant für
Essen-Ruhrhalbinsel in der kath. Kirche St. Suitbert in Überruhr,
Klapperstraße, am 26.6. um 20 Uhr) möchte Vorschlag oder Hilfestellung 
für die eigene Vorbereitung sein.
 
Erfahrungen Ruhrhalbinsel Essen hier lesen

2. Weitere Veranstaltungen:

Katholische Kirchengemeinde Herz Jesu
Friedrich-Wilhelm-Str. 70-71
12103 Berlin/ Tempelhof
Juni um 18.30 Uhr

 


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