ACAT - Deutschland

Aktion der Christen für die Abschaffung der Folter - Action des Chrétiens pour l’Abolition de la Torture

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Oktober 2018

Hoffnung ist nicht die Überzeugung,
dass etwas gut ausgeht,
sondern die Gewissheit,
dass etwas Sinn hat,
egal wie es ausgeht.

(Václav Havel)


Freigelassen:

IRAN: Menschenrechtsanwältin
Zeinab Taheri
Int.-VS 25.06.18


Dank sei Gott! – Gott sei Dank!

Aktuelle Entwicklungen

arrow32pxIran – Gegen Kaution wurde Zeinab Taheri freigelassen. Das Verfahren gegen sie läuft allerdings weiter. Sie steht unter Anklage, „Lügen mit der Absicht, die öffentliche Meinung zu stören, zu veröffentlichen“ und „Propaganda gegen das System zu betreiben“. Ein Datum für ihren Prozess steht noch nicht fest.

 

arrow32pxSeminar und ACAT-Mitgliederversammlung 2018
Vom 14. bis 16. September 2018 fanden in der Katholischen Akademie Schwerte das Seminar „Menschenrechte auf dem Rückzug? - Menschenrechte in Zeiten des Populismus und Extremismus“ und die ACAT-Mitgliederversammlung statt. Trotz deutlicher Hindernisse, die der Verwirklichung der Menschenrechte entgegengestellt werden, war unübersehbar, dass alle ReferentInnen auch Beispiele für Optimismus sehen. Mit Blick auf Kenia erläuterte Christine Meissler (Brot für die Welt), wie der Zusammenhalt der Zivilgesellschaft manchmal frühzeitig auf repressive Entwicklungen reagieren und diese teilweise abwenden kann. Pater Shay Cullen berichtete lebendig vom Engagement seiner Organisation PREDA auf den Philippinen. Er kümmert sich um Kinder und Jugendliche, die inhaftiert oder Opfer sexueller Ausbeutung werden. Er lieferte ein beeindruckendes Zeugnis dafür, dass AktivistInnen selbst unter schwierigsten Bedingungen den Mut nicht verlieren. Martin Patzeld, der als MdB dem Menschenrechtsausschuss des Bundestags angehört, schilderte anschaulich, wie er sich auf engagierte und vielfältige Weise in der Politik für bedrohte Menschen einsetzt.
In den verschiedenen Referaten wurde immer wieder auch deutlich, wie wichtig es ist, mit anderen Menschen –  insbesondere bei unterschiedlichen Positionen – im Dialog zu bleiben, aber zugleich entschlossen für die Errungenschaft der Menschenrechte zu werben.
Der auf der Mitgliederversammlung gewählte Vorstand setzt sich aus 10 Personen zusammen, von denen 9 bereits zuvor darin mitgearbeitet hatten: Sabine Aldenhoven, Cécile Auriol, Elke Decher, Magdalena Fleischer, Marlise Morgenschweis, Wolfgang Bentrup, Frank Boungard, Christoph Schürhaus, Stefan Sommerfeld (unterstrichen sind die Namen des neuen geschäftsführenden Vorstandes, gewählt in der Vorstandsitzung am 16.09.18). Neu in den Vorstand gewählt wurde Saskia Peeters. Nicht erneut kandidiert haben Dr. Bernadette Jung, die besonders die Kooperation mit der FIACAT und die Beobachtung der Menschenrechtslage in Deutschland vorangetrieben hat, und Dr. Wolfgang Schramm, der u.a. die Präsenz der ACAT auf Kirchen- und Katholikentagen organisiert, unsere Website inhaltlich betreut und ACAT Aktuell koordiniert hat. Wir danken beiden für ihr umfassendes und langjähriges Engagement und die gute Zusammenarbeit.
Herzlich danken möchten wir auch allen, die an dem Wochenende teilgenommen und mitgewirkt haben!



arrow32pxAUFRUF der ACAT zur Aktion „Glockenzeichen“  am 10.12.2018
Liebe Mitglieder und Interessierte,
zum 70. Jahrestag der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte rufen wir zur Aktion „Glockenzeichen“ auf.
Am 10.12.2018, 15.00 Uhr sollen unter dem Motto „Denkt an die Menschenrechte“ eine Minute lang von den Kirchtürmen der christlichen Konfessionen die Glocken läuten.
Als Christen betrachten wir die Bergpredigt als Aufforderung, uns für die Durchsetzung der Menschenwürde überall auf unserer Welt einzusetzen. Wir sehen die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte als ein starkes, die Würde jedes Menschen betreffendes und zugleich uneingelöstes Programm. 
Als Christen sind wir dazu berufen, auf schwere Menschenrechtsverletzungen in dieser Welt aufmerksam zu machen. Deshalb ist es uns ein großes Anliegen, am 10.12.2018 ein unüberhörbares, akustisches Zeichen an möglichst vielen Orten in Deutschland zu setzen.
Da ein damit einhergehendes Beten sehr passend ist und das Glockenläuten von katholischen Kirchen nur im gottesdienstlichen Kontext möglich ist, werden wir einen Gebetsvorschlag bzw. liturgischen Impuls zur Verfügung stellen. Dieser ist ab 01.11.18 auf der Homepage www.acat-deutschland.de verfügbar oder kann von der ACAT-Geschäftsstelle bezogen werden.


arrow32px10. Oktober – Welttag gegen die Todesstrafe
Der 16. Welttag gegen die Todesstrafe trägt das Motto „Haftbedingungen im Todestrakt“. Zu diesem Anlass nimmt ACAT-Deutschland als Mitglied der Weltkoalition gegen die Todesstrafe die grausame Behandlung von Häftlingen im Todestrakt in den Blick. Petitionslisten zu Gunsten des in Vietnam von der Hinrichtung bedrohten Dang Van Hien können – auch mit nur einer Unterschrift – weiterhin bis zum 31.10. an die Geschäftsstelle der ACAT gesendet werden. Gleichzeitig weisen wir auf die DA Belarus im Oktober hin.
Mangelernährung, zu wenig Bewegung und Isolationshaft: Die materiellen Voraussetzungen im Todestrakt sind oft erbärmlich. Dazu kommt die fehlende Hoffnung.
Die Haftbedingungen von zum Tode Verurteilten sind von Land zu Land verschieden. Gemeinsam ist diesen Ländern, dass sie Gefangene bereits vor ihrer Exekution nicht mehr als menschliche Wesen behandeln.
Häftlinge im Todestrakt haben die gleichen Rechte und müssen gleich behandelt werden wie alle anderen Gefangenen auch. So sehen es zumindest die «Nelson-Mandela-Regeln» vor, die Mindestgrundsätze der UNO für die Behandlung von Gefangenen. Einige der Grundrechte von Häftlingen nach internationalem Recht:

• Abwesenheit von Folter oder anderer grausamer, unmenschlicher oder erniedrigender Behandlung;
• Respekt der Würde der Gefangenen als menschliche Wesen;
• Zugang zu medizinischer Versorgung, inklusive der Behandlung psychischer Gesundheitsprobleme;
• eine Ernährung von guter Qualität und Zugang zu Trinkwasser;
• gesunde und angemessene Lebensbedingungen;
• Zugang zu frischer Luft und zu sportlicher Betätigung;
• ein ausreichender persönlicher Raum;
• Zugang zu Bildung und beruflichen Aktivitäten;
• Regelmäßiger Kontakt mit Verwandten;
• Zugang zu einem Anwalt.

Gemäß Amnesty International gab es 2017 weltweit mindestens 22.000 zum Tode verurteilte Menschen. Das Cornell Center on the Death Penalty Worldwide geht von fast 40 000 Menschen im Todestrakt aus.
In zahlreichen Ländern werden zum Tode Verurteilte in totaler Einzelhaft festgehalten. Fast den ganzen Tag verbringen sie in ihrer Zelle. In einigen Staaten der USA müssen die Inhaftierten täglich 22 Stunden oder länger in ihrer Zelle bleiben. In JAPAN sind die Gefangenen gezwungen, in der Hocke sitzend in ihrer Zelle zu bleiben. Sie dürfen sich nur dreißig Minuten pro Tag draußen bewegen. Sportübungen in der Zelle sind verboten.
In MALAWI organisieren die Insassen sich untereinander: Sie schlafen in Schichten, damit jeder an die Reihe kommt. Manchmal befinden sich mehr als 200 Häftlinge in einer 2- bis 3-Personen-Zelle.
Ein Mann aus MAROKKO sagt, er habe den Geschmack von Früchten vergessen. „Seit 18 Jahren habe ich nicht eine einzige Frucht gegessen.“ Viele Gefängnisse sind hermetisch geschlossene und schlecht zugängliche Orte. Oft gestaltet sich ein Besuch für Verwandte sehr schwierig. Die große Distanz zwischen ihrem Wohnort und dem Gefängnis sowie die Reisekosten sind häufig ein Hindernis. Dazu kommen die Stigmatisierung und die soziale Ächtung. Auch die Anwälte erleben extreme Belastungen während der Verfahren. Ein Anwalt aus den USA erzählt: „Sein Leben ruht auf meinen Schultern. Das ist ein schrecklicher, fast unerträglicher Stress.“
Quelle: ACAT Schweiz / Weltkoalition gegen die Todesstrafe
www.acat.ch/__/frontend/handler/document/42/1508/2018_10_10%20Dossier%20DE_WEB.pdf


arrow32pxACAT beim Gespräch des Forum Menschenrechte mit Außenminister und Menschenrechtsbeauftragter
Am 12.09.2018 fand in Berlin ein Gespräch des Forum Menschenrechte, einem Bündnis aus über 50 Nichtregierungsorganisationen, mit Bundesaußenminister Heiko Maas und der Menschenrechtsbeauftragten der Bundesregierung, Bärbel Kofler, statt. Als Mitglied des Forums hat ACAT an dem Treffen teilgenommen. ACAT konnte zu Aserbaidschan und zur Golfregion / Jemen in Zusammenarbeit mit dort vernetzten Nichtregierungsorganisationen Kurzberichte zur Menschenrechtslage einreichen. Mit der Gesellschaft für bedrohte Völker haben wir ein gemeinsames Papier zur Lage in der West-Sahara vorgelegt.
VertreterInnen des Forums forderten den Außenminister dazu auf, bedrohte MenschenrechtsverteidigerInnen weltweit besser zu schützen und eine Strategie gegen die Angriffe auf die Zivilgesellschaft zu entwickeln. Auch erwartet das Forum von der Bundesregierung, dass Deutschland ab 2019 als nicht-ständiges Mitglied im UN-Sicherheitsrat inhaltlich ein starkes Menschenrechtsprofil zeigt. Das Forum Menschenrechte äußerte sich kritisch gegenüber sogenannten Ertüchtigungsinitiativen für afrikanische Staaten wie u.a. Niger, da negative Auswirkungen auf die Situation von Flüchtlingen und Migranten zu befürchten seien. Ausführliche Pressemeldung des Forums:
www.forum-menschenrechte.de/wp-content/uploads/2018/09/180912-PM-Maas-Gespr%C3%A4ch-1.pdf

Foto der TeilnehmerInnen einschließlich des Außenministers mit der Zusammenstellung der vorgelegten Menschenrechtsberichte:
https://twitter.com/AuswaertigesAmt/status/1039927601031270402

 



Denkt an die Gefangenen,
als ob ihr selbst mit ihnen im Gefängnis wärt.
Denkt an die Misshandelten,
als müsstet ihr ebenso leiden wie sie.

Hebr. 13,3

Was Sie tun können


Aktion Glockenzeichen

Zum 70. Jahrestag der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte ruft die ACAT dazu auf, ein weithin hörbares akustisches Signal mit einem einminütigem Glockenläuten zu setzen und dies ggf. mit einem geistlichen Impuls zu unterstützen. Lesen Sie dazu einen Brief des Geschäftsführenden ACAT Vorstandes und einen Vorschlag für den geistlichen Impuls.

- Download des Briefes
- Download des Vorschlages

 

Menschenrechte auf dem Rückzug

Titelbild Seminar

Bei der Tagung der Katholischen Akademie Schwerte in Zusammenarbeit mit der ACAT Deutschland (14. - 16.09.2018) wird das Thema Menschenrechte in Zeiten von Populismus und Extremismus beleuchtet. Einzelheiten des Programms entnehmen Sie bitte dem angehängten Flyer.

Seminarbericht in ACAT Aktuell 10/2018

Mitschriften der Vorträge sind jetzt hier verfügbar:

 

gebetswache2015
gebetswache web

Nächtliche Gebetswache für Folteropfer

Die ACAT-Gruppe auf der Ruhrhalbinsel hält die Gebetswache seit Jahren in 2 Kirchen (kath. und evang.) und geht zu Fuß von der einen zur anderen. Deshalb teilt sie das Thema in 2 Teile auf, betet in jeder Kirche für 5 der 10 Folteropfer und lässt jeweils einen Unterstützerbrief schreiben. Nutzen Sie den angehängten Ablauf gern auch für Ihren Gottesdienst / Ihr Gebet.
 
Weitere Informationen hier.

Erfahrungen Ruhrhalbinsel Essen hier lesen


Ein Gespür für die Unterdrückten

Die Zeitschrift "Lebenslauf" (Bundesverlag, Witten) hat den bisherigen Lebensweg von
Magdalena Marx, der sehr eng mit dem Weg der ACAT Deutschland verknüpft ist, in einem eindruckvollen Artikel nachgezeichnet.


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