Drucken

Mai 2021

 

Freigelassen:

 

Ägypten Solafa Magdy und Hossam el-Sayyad DA 08/21 und 20/20
Saudi-Arabien Loujain al-Hathloul GB 06/19, Int. VS 31.05.18

 

Dank sei Gott! – Gott sei Dank!

 


arrow32pxACAT Online-Gebetstreffen
Am Donnerstag, 20. Mai 2021, um 20 Uhr findet das nächste Online-Gebetstreffen statt.
Wenn Sie gerne teilnehmen möchten und bisher nicht dabei waren, melden Sie sich bitte unter Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! an.  

 

Aktuelle Entwicklungen:


arrow32pxÄgypten – Mitte April wurden Solafa Magdy und ihr Ehemann Hossam el-Sayyad unter sogenannten Vorsichtsmaßnahmen aus der Haft entlassen, wie Front Line Defenders berichtet. Die Eheleute konnten zu ihrem Sohn zurückkehren. Ein Foto, das nach der Freilassung veröffentlicht wurde, ist auf der Website des „Committee to Protect Journalists“ zu finden:  https://cpj.org/thetorch/2021/04/some-much-needed-good-news-journalists-released-in-turkey-and-egypt-after-years-behind-bars/

In den letzten Monaten hatten zahlreiche NGOS, darunter Amnesty International, eine Kampagne für das Ehepaar durchgeführt. Herr MdB Frank Heinrich, Mitglied im Bundestagsausschuss für Menschenrechte, hat den ACAT-Appellbrief dankenswerterweise unterstützt.

 

arrow32pxSaudi-Arabien – Nach mehr als 1000 Tagen im Gefängnis ist Loujain al-Hathloul freigelassen worden.
„Loujain ist zuhause!!!!!!“ – Diese Nachricht veröffentlichte ihre Schwester Lina al-Hathloul kurz nach der Freilassung auf Twitter. Loujain al-Hathloul ist eine der bekanntesten Frauenrechtlerinnen in Saudi-Arabien. Wegen ihres Einsatzes wurde sie verurteilt und verbrachte mehr als 1000 Tage in Haft.
Im Gefängnis wurde sie gefoltert, sexuell belästigt und in Einzelhaft gehalten. Monatelang hatte sie keinen Zugang zu ihrer Familie. Quellen: Amnesty International, Gulf Centre for Human Rights

 

arrow32pxSudan – Am 31. März 2021 hat ein Gericht in der sudanesischen Hauptstadt Khartum die Frauenrechtlerin Waad Bahjat (DA 03/2021) zu 6 Monaten Haft auf Bewährung und zu einer Geldstrafe von 10.000 sudanesischen Pfund (umgerechnet 22 Euro) verurteilt. Dem Strafrecht des Landes entsprechend bleibt die Aktivistin unter Beobachtung der Polizei.

 

arrow32pxNächtliche Gebetswache ACAT / Tag des Folteropfers
Im Rahmen der ACAT-Gebetsnacht beginnt am Samstag, 26. Juni 2021 um 20:30 Uhr auf der Plattform „Zoom“ ein Taizé-Nachtgebet für Folteropfer. Mit Bibelworten, Gebet, Gesängen aus Taizé und Einladung zu Briefaktionen soll an Folteropfer und ihre Angehörige gedacht werden. Das Nachtgebet wird von einem Team aus dem Ökumenischen Zentrum Neckarelz vorbereitet. Die Teilnehmenden an den ACAT Online-Gebetstreffen erhalten automatisch einen Einladungslink. Wenn Sie gerne teilnehmen möchten und bisher bei diesem Gebetstreffen nicht dabei waren, melden Sie sich bitte unter Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! oder Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! (ÖASE Neckarelz) an.
Falls Sie auf eine eigene Veranstaltung, insbesondere online, aufmerksam machen möchten, informieren Sie gern die ACAT-Geschäftsstelle.

 
arrow32pxAmnesty International Report 2021
Unter dem Titel „Weltweiter Krisenverstärker Corona – Eine menschenrechtliche Analyse“ hat Amnesty International seinen Report 2021 veröffentlicht. Der Bericht analysiert umfassend die Auswirkungen der Corona-Pandemie auf die verschiedensten gesellschaftlichen Bereiche.
Es zeigt sich, dass Regierungen die Pandemie als Vorwand für Menschenrechtsverletzungen benutzen: „Viele Regierungen unterdrückten abweichende Meinungen und engten zivilgesellschaftliche Handlungsspielräume auch in anderer Weise ein. Sicherheitskräfte gingen in zahlreichen Ländern rechtswidrig mit scharfer Munition oder mit weniger tödlichen Waffen wie Tränengas gegen Proteste vor (...).“
„Auf dem amerikanischen Kontinent, im Nahen Osten und in Nordafrika erließen einige Länder Gesetze, die Äußerungen in Bezug auf die Corona-Pandemie unter Strafe stellten, und gingen anschließend gegen Personen vor, denen sie "Verbreitung von Falschnachrichten" oder "Behinderung von Regierungsentscheidungen" vorwarfen.“
Einige positive Entwicklungen für die Rechte von Frauen sollten jedoch nicht unerwähnt bleiben:
„In Kuwait, Südkorea und im Sudan wurden neue Gesetze verabschiedet, um Gewalt gegen Frauen und Mädchen zu bekämpfen. Länder wie Dänemark, Kroatien, die Niederlande oder Spanien unternahmen Schritte, um ihre Vergewaltigungsgesetzgebung zu verbessern (...). In mehreren afrikanischen Ländern gab es bahnbrechende juristische Entwicklungen mit dem Ziel, die Straflosigkeit für Vergewaltigung und andere Formen sexualisierter Gewalt in Friedens- wie Kriegszeiten zu beenden. Die Afrikanische Union machte sich daran, ein neues Übereinkommen für den Kontinent vorzubereiten, um Gewalt gegen Frauen zu bekämpfen.“
Dennoch beklagt AI die Lage in Europa: Es wurde „die Umsetzung des Übereinkommens zur Verhütung und Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen und häuslicher Gewalt (Istanbul-Konvention) in drei Mitgliedstaaten des Europarats blockiert.“

Weitere Informationen unter:
https://www.amnesty.de/informieren/amnesty-report/amnesty-report-2020-globale-analyse

 

arrow32pxEuropas Gefängnisse
In einem jährlichen Bericht der Universität Lausanne werden die Lage der Gefängnisse und ihrer Insassen in Europa skizziert.
Zum Stichtag 31. Januar 2020 seien 1.528.343 Menschen in Europa im Gefängnis gewesen. Forscher der "Schule der Kriminalwissenschaften" der Universität Lausanne haben für ihren jährlichen „SPACE I Report“ Fragebögen an die zuständigen Behörden versendet. Mit Ausnahme der Ukraine und Bosnien-Herzegowinas sollen die Behörden in allen 47 Mitgliedstaaten des Europarates geantwortet haben.
Es wird ein Ost-West-Gefälle bei der Gefängnispopulation festgestellt:
Russland und die Türkei wiesen als die bevölkerungsreichsten Länder auch die größten Gefängnispopulationen auf. Dies gelte ebenso in relativen Zahlen: Mit 357,2 (Türkei) und 356,1 (Russland) von 100.000 Einwohnern liege die Zahl der Gefängnisinsassen deutlich über dem Wert aller anderen Länder. In der Liste folgten Georgien mit 263,8 und Litauen mit 219,7 Häftlingen pro 100.000 Einwohnern.
Von den 21 Ländern, die über dem europäischen Schnitt von 124 liegen, seien nur drei nicht in Osteuropa: Malta, Großbritannien und Portugal. Von den 23 Ländern mit unterdurchschnittlich vielen Häftlingen seien nur neun in Osteuropa, darunter Griechenland und Zypern.
Den geringsten Anteil an Häftlingen - unter den Ländern mit mindestens 500.000 Einwohnern - hätten die vier skandinavischen Länder, die Niederlande sowie Slowenien und Armenien. Es folge Deutschland mit 76,1 Insassen pro 100.000 Einwohner. Das einzige Land ohne Häftlinge sei San Marino.
In ganz Europa sei der Anteil von Frauen in Gefängnissen deutlich geringer als in der Gesamtbevölkerung. Im Durchschnitt seien nur fünf von 100 Häftlingen weiblich. Deutschland liege mit 6,0 Prozent leicht über dem europäischen Durchschnitt.
Weniger reguläre Gefängnisplätze als Gefangene hätten u.a. die Türkei mit 127,4 Häftlingen auf 100 Gefängnisplätze, aber auch Griechenland, Dänemark und Österreich, d.h. Länder, in denen unterdurchschnittlich viele Menschen inhaftiert sind. Im europäischen Durchschnitt seien  90,1 Prozent der Gefängnisplätze belegt, in Deutschland seien es 86,8 Prozent.

Ausführliche Informationen:
https://www.dw.com/de/europas-gef%C3%A4ngnisse-%C3%BCberbelegung-kaum-frauen-und-ein-ost-west-gef%C3%A4lle/a-57138743

Weitere Berichte auf Englisch:
https://wp.unil.ch/space/files/2021/04/210330_FinalReport_SPACE_I_2020.pdf
https://wp.unil.ch/space/files/2021/04/210329_Key_Findings_SPACE_I_2020.pdf