ACAT - Deutschland

Aktion der Christen für die Abschaffung der Folter - Action des Chrétiens pour l’Abolition de la Torture

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Dezember 2016

Hoffnung ist nicht die Überzeugung,
dass etwas gut ausgeht,
sondern die Gewissheit,
dass etwas Sinn hat,
egal wie es ausgeht.

(Václav Havel)

Freigelassen:

 In dieser Ausgabe von ACAT Aktuell können wir leider keine Freilassungen berichten. Dies soll uns allen Ansporn sein, im Gebet und bei den Dringlichkeitsaktionen nicht nachzulassen.



Gedanken zu Advent & Weihnacht

arrow32pxSchaue ich auf dieses Jahr zurück und in diesen Tagen auf die Welt, dann sehe ich viel Dunkelheit: Das unaufhörliche Bombardieren Aleppos, das vor Krankenhäusern keinen Halt macht, die unzähligen Flüchtlinge, die irgendwo in Lagern ausharren oder sich unter Lebensgefahr Schleppern anvertrauen, der sich breit machende Hass vieler auf fremde Menschen, das Entwürdigen von Menschen in Social Medias bis hin zu Folter. – Da spüre ich manchmal, wie mir Angst und Bange wird.
Doch in all diese Dunkelheiten hinein höre ich von Glauben und von Erfahrungen, die mir trotz alledem Hoffnung machen. So im Psalm 139: "Denn auch Finsternis ist nicht finster bei dir, und die Nacht leuchtet wie der Tag..." oder von Heinrich Albertz, einem Pfarrer der Bekennenden Kirche und Nachkriegspolitiker: "Was ist Licht? Ich habe einmal als Strafgefangener in den Kasematten der Festung Glatz in einem Keller gesessen, mehr gestanden als gesessen – er war für zwanzig Leute gebaut, und hundert waren in ihm eingesperrt, acht Tage. Acht Tage gab es kein Licht. Sie wollten uns damit mürbe machen. Aber wenn man genau hinsah, konnte man tagsüber durch die Ritzen der schweren Türen einen blassen Schein sehen. ... Seitdem... weiß ich was Licht ist..."
Und ich erinnere das von Franziskus ausgerufene Jahr der Barmherzigkeit. Bilder, auf denen nicht nur der Papst an die Ränder dieser Welt gegangen ist; Menschen begegnen Flüchtenden, Kranken und Gefangenen auf Augenhöhe.
Im Namen des ACAT-Vorstandes wünscht Ihnen befreiende und Hoffnung stärkende Advents- und Weihnachtserfahrungen
Frank Boungard – Mitglied des geschäftsführenden Vorstands


Aktuelle Entwicklungen

arrow32pxWahl von Donald Trump: Befürworter der Folter im weißen Haus
Die Wahl Donald Trumps zum neuen US-Präsidenten weckt weltweit große Befürchtungen. Auch wenn er in ersten Äußerungen als Sieger einzelne Ankündigungen, Drohungen und Versprechen aus der Zeit des Wahlkampfs abgeschwächt hat, muss ernsthaft damit gerechnet werden, dass die neue US-Regierung wieder auf die Folter-Methoden der Bush-Administration zurückgreifen wird.
Im November 2015 erklärte Donald Trump, dass er „unbedingt“ die Technik des Waterboarding als Verhörmethode wieder einführen würde und sie „noch viel schlimmer werden“ lasse. Die Foltermethode des Waterboarding besteht darin, dass der Eindruck unmittelbar drohenden Ertrinkens hervorgerufen wird, indem durch ein Tuch über Mund und Nase ständig Wasser gegossen wird. Diese Methode war von Präsident Obama verboten worden, nachdem sie unter der Präsidentschaft von George W. Bush nach den Anschlägen vom 11. September 2001 eingeführt worden war. Ein US-Senatsbericht hatte später gezeigt, dass durch diese Foltermethode niezuverlässige Informationen gesammelt werden konnten.
Trump versuchte darüber hinaus Folter damit zu begründen, dass man die „Wilden schlagen“ müsse. Durch Folter nach den Anschlägen von Paris hätten angeblich auch die Anschläge in Brüssel verhindert werden können. Der künftige US-Präsident sagte zudem, dass er das Gefangenenlager Guantanamo Bay offen halten und es mit „schlechten Typen füllen“ lassen würde. Anfang 2016 erklärte Trump außerdem: „das Problem sind die Genfer Konventionen“, die ein Kernbestandteil des internationalen Völkerrechts sind. Die US-Soldaten hätten Angst gegen den Terrorismus zu kämpfen wegen „all der Arten von Regeln und Vorschriften“. Er forderte daher, „Änderungen und Anpassungen“ in den Genfer Konventionen vorzunehmen. Im Zusammenhang mit der Todesstrafe behauptet Donald Trump, dass sie Verbrecher abschrecke – was keine statistische Untersuchung jemals beweisen konnte – und dass der Tod durch die Spritze eine „für Kriminelle sehr angenehme Art zu sterben“ sei.
Die internationale Menschenrechtsbewegung wird angesichts dieser Bedrohung der Grundwerte mit globalen Auswirkungen ein Höchstmaß an Aufmerksamkeit auf die weitere Entwicklung in den USA lenken müssen.


arrow32pxBurundi: Regierung versucht Nichtregierungsorganisationen auszuschalten
Am 19. Oktober haben das burundische Innenministerium und das Ministerium für Patriotische Ausbildung einen endgültigen Ausschluss mehrerer burundischer Vereinigungen aus der Zivilgesellschaft verfügt. Diese Streichung von der Liste gemeinnütziger Vereine betrifft dieACAT-Burundi und vier weitere Organisationen: Forum für die Verstärkung der Zivilgesellschaft (FORSC), Forum für das Gewissen und die Entwicklung (FOCODE), Verein für den Schutz der Menschenrechte und der Gefangenen (APRODH) sowie auch das Netz der rechtschaffenen Bürger (RCP).
Dieser Anordnung nach seien die Vereine von den in ihrer Verfassung ursprünglich festgelegten Zielen abgewichen. Sie agierten, um das Bild des Landes zu trüben, Hass und Aufspaltungen hervorzurufen. FIACAT und das ACAT-Netzwerk verurteilen die erneute Unterdrückung der Zivilgesellschaft. Ziel der aktuellen Repression ist es, die burundische Zivilgesellschaft zum Schweigen zu bringen.
Vor den internationalen und regionalen Mechanismen für den Schutz der Menschenrechte bemängelt FIACAT die systematischen und umfassenden Menschenrechtsverletzungen in Burundi.
Alle oben genannten Vereine wurden tatsächlich schon am 23. November 2015 Ziel einer vorläufigen Suspendierung ihrer Geschäftstätigkeit. Dieser Befehl folgte einem Brief des Generalstaatsanwaltes. Er forderte darin, dass die Bankkonten einiger dieser Vereine und ihrer Vorsitzenden eingefroren werden. Dazu gehörten ACAT-Burundi und ihr Vorsitzender Armel Niyongere.
Verschiedene Maßnahmen dieser Art wurden später auch ergriffen. Armel Niyongere wurde Opfer mehrerer anderer Einschüchterungen und Unterdrückungsmaßnahmen, die ihn schließlich ins Exil gezwungen haben. Gegen ihn wurde ein internationaler Haftbefehl beantragt und eine Aufforderung zum Ausschluss aus der Anwaltschaft der Hauptstadt Bujumbura, die jedoch durch eine Verfügung der dortigen Anwaltsratskammer zurückgewiesen wurde.
Die FIACAT und ihr Netzwerk appellieren an die internationale Gemeinschaft, alle relevanten Maßnahmen einzusetzen, damit das Recht zur Vereinigungsfreiheit in Burundi wiederhergestellt wird und die Sicherheit aller Menschenrechtsverteidiger garantiert werden kann.


Papstaufruf

arrow32pxPapst ruft zum Gefängnisbesuch auf
Papst Franziskus hat dazu aufgerufen, in Gefängnisse zu gehen und Häftlinge zu besuchen. Christen müssten "alles tun, um ihnen ihre Würde wiederzugeben" angesichts der oft menschenunwürdigen Zustände in Haftanstalten.
Der Pontifex ermutigte bei seiner Generalaudienz dazu, Gefangene und auch Kranke nicht allein zu lassen. "Lasst uns nicht in Gleichgültigkeit verfallen, sondern zu Werkzeugen der Barmherzigkeit Gottes werden", appellierte der Papst vor den rund 20.000 Zuhörern auf dem Platz.
Gefangenenbesuche seien gerade in der heutigen Zeit angesichts "verschiedener Formen von Gerechtigkeitsfimmeln" besonders wertvoll, sagte Franziskus weiter. "Keiner soll mit dem Finger auf andere zeigen", so der Papst. Statt zu richten, müsse man helfen. Inhaftierte hätten Fehler gemacht, dafür verbüßten sie ihre Strafe. "Was auch immer ein Gefangener getan haben mag, er ist doch für immer von Gott geliebt."
“Jeder ist von Gott geliebt”
Der Papst erinnerte daran, dass die Apostel Petrus und Paulus und auch Jesus das Los der Gefangenschaft teilten. Am Sonntag (6.11.2016, Anm. ACAT) hatte Franziskus die Regierungen weltweit um einen Straferlass für Gefangene gebeten. Im Heiligen Jahr der Barmherzigkeit sollten die Behörden die Möglichkeit eines Gnadenaktes für geeignete Häftlinge prüfen, sagte er in einem Appell nach dem Angelus-Gebet auf dem Petersplatz. Anlass war ein Gottesdienst mit mehr als 1.000 Strafgefangenen und ehemaligen Häftlingen im Petersdom.
https://www.domradio.de/themen/heiliges-jahr/2016-11-09/papst-ruft-zum-gefaengnisbesuch-auf


ACAT intern

arrow32pxLuftpostmarke
Briefsendungen ins Ausland, wie z.B. bei unseren Dringlichkeitsaktionen, können je nach Kennzeichnungen recht lange unterwegs sein. Trägt der Brief lediglich die für diese Sendungen normale Briefmarke von 90 Cent, wird er auch auf dem „normalen“ Weg befördert, das kann mehrere Wochen dauern bis zur Zustellung. Der einfach und ohne Mehrkosten zu beschreitende Ausweg für unsere Sendungen ist, diese Auslandsbriefe neben der normalen Porto-Briefmarke (90 Cent für Standardbriefe) mit einem blauen Luftpostaufkleber zu versehen. Das reduziert die Zustellzeiten auf einige Tage. Luftpostaufkleber erhalten Sie kostenfrei dort, wo Sie auch Briefmarken erwerben. Also denken Sie weiterhin bzw. ab der nächsten Sendung daran: Dringlichkeitsaktionen immer per Luftpost, denn Hilfe ist wirklich dringend erforderlich! Dabei können Sie die gewohnten Briefumschläge benutzen, Luftpost-Briefumschläge sind nicht notwendig, aber die blaue Luftpostmarke.

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Termine ACAT Monatssendung: ACHTUNG – DIE JANUAR-SENDUNG ENTFÄLLT
Die nächsten Aussendungstermine sind: 31.01., 01.03., 04.04., 02.05., 30.05. und 04.07.2017.


Denkt an die Gefangenen,
als ob ihr selbst mit ihnen im Gefängnis wärt.
Denkt an die Misshandelten,
als müsstet ihr ebenso leiden wie sie.

Hebr. 13,3

Was Sie tun können


Aktion Glockenzeichen

Zum 70. Jahrestag der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte ruft die ACAT dazu auf, ein weithin hörbares akustisches Signal mit einem einminütigem Glockenläuten zu setzen und dies ggf. mit einem geistlichen Impuls zu unterstützen. Lesen Sie dazu einen Brief des Geschäftsführenden ACAT Vorstandes und einen Vorschlag für den geistlichen Impuls.

- Download des Briefes
- Download des Vorschlages

 

Menschenrechte auf dem Rückzug

Titelbild Seminar

Bei der Tagung der Katholischen Akademie Schwerte in Zusammenarbeit mit der ACAT Deutschland (14. - 16.09.2018) wird das Thema Menschenrechte in Zeiten von Populismus und Extremismus beleuchtet. Einzelheiten des Programms entnehmen Sie bitte dem angehängten Flyer.

Seminarbericht in ACAT Aktuell 10/2018

 

gebetswache2015
gebetswache web

Nächtliche Gebetswache für Folteropfer

Die ACAT-Gruppe auf der Ruhrhalbinsel hält die Gebetswache seit Jahren in 2 Kirchen (kath. und evang.) und geht zu Fuß von der einen zur anderen. Deshalb teilt sie das Thema in 2 Teile auf, betet in jeder Kirche für 5 der 10 Folteropfer und lässt jeweils einen Unterstützerbrief schreiben. Nutzen Sie den angehängten Ablauf gern auch für Ihren Gottesdienst / Ihr Gebet.
 
Weitere Informationen hier.

Erfahrungen Ruhrhalbinsel Essen hier lesen


Ein Gespür für die Unterdrückten

Die Zeitschrift "Lebenslauf" (Bundesverlag, Witten) hat den bisherigen Lebensweg von
Magdalena Marx, der sehr eng mit dem Weg der ACAT Deutschland verknüpft ist, in einem eindruckvollen Artikel nachgezeichnet.


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