ACAT - Deutschland

Aktion der Christen für die Abschaffung der Folter - Action des Chrétiens pour l’Abolition de la Torture

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Foto vom Seminar

Am Wochenende waren wir mit 9 Leuten aus Essen beim #ACAT -Seminar zum Thema: “Tu deinen Mund auf für die Stummen…!” (Spr.31,8) im #Franz-Hitze-Haus in #Münster. Das Seminar war höchst informativ, sodass mein Bericht leider etwas länger wird:

  • Den Aufschlag der Referenten machte Dipl.-Theologe Michael Meyer von #Missio in Aachen. Er stellte die Verbindung her zwischen der #Bibel und unserem heutigen Auftrag, uns für #Menschenrechte über alle Grenzen hinweg einzusetzen. Er machte dies an verschiedenen Bibelstellen deutlich, unter anderem an Sprüche 31, 8-9: "Öffne deinen Mund für die Stummen, für das Recht der Schwachen! Öffne deinen Mund, richte gerecht, verschaff dem Bedürftigen und Armen Recht." Eine weitere eindrückliche Stelle ist zu finden im 2. Buch Mose (Exodus), Kapitel 3, Vers 10: “Und nun geh, ich sende dich zum Pharao. …”. Hier schickt Gott einen einfachen Menschen (Mose, Schafhirte) zum Pharao (Politiker, Regierung), um ein unterdrücktes Volk aus der Sklaverei zu befreien. Dieser Auftrag, uns in die Politik einzumischen, gilt auch heute.

    Downloads: 01. PDF Handout Münster / 02. PDF Tagung Münster / 03. PDF Biblische Verweise 

  • Der zweite Referent war Weihbischof Dieter Geerlings aus Münster. Er sprach über das spannungsgeladene Verhältnis zwischen katholischer Kirche und den Menschenrechten. Erst im 2. vatikanischen Konzil 1962 bis 1965 erkannte die Kirche die #Religionsfreiheit an, akzeptierte und stärkte das Gewissen der Menschen und gab den Anspruch auf, dass es so etwas wie einen katholischen Staat geben sollte. Ein Satz ist mir bleibend in Erinnerung geblieben: “Die Meschenrechte müssen gegenüber der Politik immer wieder in Erinnerung gerufen werden.”

  • Im dritten Referat erklärte Dr. Theodor Rathgeber vom Forum Menschenrechte in Kassel, wer eigentlich als Verteidiger von Menschenrechten gilt, was ihr Mandat ist und auf welche internationalen Vereinarungen sich Menschenrechtler berufen können. Er sprach auch an, dass es außerhalb von Europa oft nicht das Verständnis einer #Zivilgesellschaft gibt, die sich in Politik einmischt. Dies führt dazu, dass Menschenrechtsverteidiger von der #Politik als Bedrohung angesehen und entsprechend verfolgt werden. Dennoch gilt für sie der #UN-Zivilpakt, der völkerrrechtlich bindend ist, und der Dinge wie #Versammlungsfreiheit, #Meinungsfreiheit, #Vereinigungsfreiheit und Schutz der körperlichen und seelischen #Unversehrtheit regelt. Richtig gut fand ich seinen Satz: "Menschenrechtsverteidung ist die ständige Neuerfindung des Rades, sowohl hinsichtlich von Konflikten zwischen den einzelnen Menschenrechten (Stichwort körperliche Unversehrtheit und Religungsfreiheit, Beschneidung), als auch im Konflikt mit Regierungen."

    Downloads: 01. Vortrag

  • Der vierte Referent war Prof. Dr. Joseph Emmanuel Seemampillai vom Global Tamil Forum in Rosendahl/Münster. Er berichtete über seinen persönlichen Erfahrungen als MR-Verteidiger in Sri Lanka. Er schlug einen Bogen von der Kolonialgeschichte der Insel über den 30jährigen friedlichen Widerstand der Tamilen, den bewaffneten Bürgerkrieg zwischen 1983 und 2009 bis zur Situation heute. Er bezeichnete die Unterdrückung der Tamilen in Sri Lanka als schleichenden #Genozid. Sein Einsatz für die Menschenrechte hat ihm einen Platz auf der Liste der gesuchten Terroristen des Landes eingebracht, weil er als Vermittler auch Kontakt zur LTTE hat, der Rebellenorganisation der Tamilen. Er muss daher im Exil in Deutschland leben.

    Download: 01. Vortrag

  • Den Abschluss der Referenten machte Christoph Strässer, MdB, SPD, Beauftragter der Bundesregierung für Menschenrechte im Auswärtigen Amt. Er stellte fest, dass MR-Arbeit weltweit zunehmend erschwert wird und nannte als Beispiel Länder wie #Aserbaidschan, #Afghanistan, #Russland, #China, #Mexiko. Er berichtete über die Aktivitäten der Bundesregierung, um MR-Verteidiger zu schützen, etwa die Stellen der MR-Beauftragten in den Botschaften der EU und Deutschland. Leider wissen viele lokale MR-Aktivisten nichts von der Möglichkeit, sich bei Problemen an diese zu wenden. Die Bundesregierung richtet daher Lokalkonferenzen aus, um mit den Akteuren vor Ort in Kontakt zu kommen und Netzwerke zu bilden. Er berichtete außerdem über seine Erfahrung als Berichterstatter des Europarates für Wahlen in Aserbaidschan 2009 und einige andere Aktivitäten. In der anschließenden Diskussion ging es auch um #Kinderarbeit und seine folgende Aussage möchte ich hier sinngemäß wiedergeben: “Die Politik hat die Aufgabe, Produkte, die mit Kinderarbeit entstanden sind, vom Markt fernzuhalten. Sie kann diese Aufgabe nicht dem Verbraucher aufbürden.”

Die ACAT - Aktion der #Christen für die Abschaffung der #Folter (#Torture) - ist eine internationale, christliche #Menschenrechtsorganisation. In der ACAT engagieren sich gemeinsam Christen der verschiedenen #Konfessionen für die Abschaffung der Folter: http://www.acat-deutschland.de/

Teil der ACAT-Arbeit sind zum einen das #Gebet für Opfer von #Menschenrechtsverletzungen, aber auch monatliche Briefaktionen, um Regierungen anhand aktueller Fälle zur Einhaltung der #Menschenrechte zu ermahnen.


Denkt an die Gefangenen,
als ob ihr selbst mit ihnen im Gefängnis wärt.
Denkt an die Misshandelten,
als müsstet ihr ebenso leiden wie sie.

Hebr. 13,3

Was Sie tun können

 

gebetswache2015
gebetswache web

Nächtliche Gebetswache für Folteropfer

Die ACAT-Gruppe auf der Ruhrhalbinsel hält die Gebetswache seit Jahren in 2 Kirchen (kath. und evang.) und geht zu Fuß von der einen zur anderen. Deshalb teilt sie das Thema in 2 Teile auf, betet in jeder Kirche für 5 der 10 Folteropfer und lässt jeweils einen Unterstützerbrief schreiben. Nutzen Sie den angehängten Ablauf gern auch für Ihren Gottesdienst / Ihr Gebet.
 
Weitere Informationen hier.

Erfahrungen Ruhrhalbinsel Essen hier lesen


Ein Gespür für die Unterdrückten

Die Zeitschrift "Lebenslauf" (Bundesverlag, Witten) hat den bisherigen Lebensweg von
Magdalena Marx, der sehr eng mit dem Weg der ACAT Deutschland verknüpft ist, in einem eindruckvollen Artikel nachgezeichnet.


Filmhinweis
"Exodus - Der weite Weg"
Filmtipp

Der Film beschreibt die globale Dimension des Flüchtlings- und Migrationsthemas durch die Perspektiven der porträtierten Menschen aus vier Kontinenten über einen Zeitraum von zwei Jahren.
Ende März / Anfang April in ausgewählten Kinos.

Spielplan und Trailer: hier

 

Menschenrechte auf dem Rückzug

Bei der Tagung der Katholischen Akademie Schwerte in Zusammenarbeit mit der ACAT Deutschland (14. - 16.09.2018) wird das Thema Menschenrechte in Zeiten von Populismus und Extremismus beleuchtet. Einzelheiten des Programms entnehmen Sie bitte dem angehängten Flyer.
Anmeldung direkt bei der Katholischen Akademie Schwerte hier.


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