ACAT - Deutschland

Aktion der Christen für die Abschaffung der Folter - Action des Chrétiens pour l’Abolition de la Torture

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Freilassungen und Weiterentwicklung zu Dringlichkeitsaktionen und Gebetsblättern / Januar 2014

Hoffnung ist nicht die Überzeugung,
dass etwas gut ausgeht,
sondern die Gewissheit,
dass etwas Sinn hat,
egal wie es ausgeht.

(Václav Havel)

Freigelassen:

Sudan: Najlaa Mohammed Ali
Anwältin und Menschenrechtsaktivistin
Amin Senada
GB Dezember 2013

 

65 Jahre der Allgemeine Erklärung der Menschenrechte- 30 Jahre ACAT-Deutschland

Zum 65. Jahrestag der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte hatte Bundespräsident Joachim Gauck Vertreter von Menschenrechtsorganisationen, auch die ACAT, in das Schloss Bellevue nach Berlin eingeladen. In seiner Rede betonte er die kulturübergreifenden Gültigkeit der Menschenrechte. „Die Universalität der Menschenrechte muss in jeder und für jede Kultur verteidigt werden“. Vor der UN-Menschenrechtsbeauftragten Navi Pillay sagte er auch:
 "Überall dort, wo die Würde des Menschen verletzt wird, wo Ungerechtigkeit, Verfolgung, Gewalt, Demütigung Leib und Seele der Menschen einschnüren oder gar zerstören, werden die Menschenrechte Hoffnung und Sehnsuchtsort".
Zu Beginn seiner Rede hatte Gauck den gestorbenen südafrikanischen Freiheitshelden Nelson Mandela als "Jahrhundertgestalt" gewürdigt. Mandelas beeindruckender Lebensweg sei für Menschen weltweit "Inspiration und Quelle der Ermutigung", sagte das Staatsoberhaupt: „Was für eine Persönlichkeit!“ Trotz der Demütigung langjähriger Haft habe Mandela Mut und Kraft gefunden, nicht den Weg des Hasses zu gehen.
Auch ACAT-Deutschland wurde durch Nelson Mandala inspiriert. Magdalena Marx, Mitbegründerin und erste Vorsitzende der ACAT-Deutschland schreibt dazu in ihrem Buch:
„Der erste Ansatz zu dieser Arbeit ist 1980 im Sachausschuss 'Mission-Entwicklung-Frieden' der kath.  Pfarrgemeinde St. Mauritius in Nordkirchen/ Westf. zu finden. Eine Solidaritätskarte für den Gefangenen Nelson Mandela wurde zum Auslöser für die Arbeit, in der wir heute stehen. Die Karte mit dem Bild des Mannes in der gestreiften Sträflingskleidung stellte uns Christen die Frage, ob die Gefangenen dieser Welt uns etwas angehen. In der betroffenen Stille war kein NEIN zu hören. Schließlich kamen wir überein, die Menschenrechtsorganisation zu suchen, die nur vom Evangelium her parteilich sich für die Gefangenen einsetzt. Wir fanden sie  in der «Action des Chrétiens pour l’Abolition de la Torture» in Paris. Diese ökumenische christliche MR-Organisation arbeitet nach altem benediktinischem Rezept durch  Verbindung von GEBET und AKTION.“
(aus: Magdalena Marx, Glaubenszeugnisse Jesus von Nazareth, Wegweiser auch durch das 3. Jahrtausend)


Weitere Entwicklung zu Dringlichkeitsaktionen und Gebetsblättern

USBEKISTAN: Gebetsblatt Okt. 2012, Febr. und Mai 2013; DA März 2013; Petition auf dem Kirchentag in Hamburg 2013: Infolge von Dringlichkeitsaktionen der ACAT hat Murod Juraev ärztliche Behandlungen erhalten. Die Ärzte und die Mitarbeiter der Gefängnisverwaltung passten plötzlich sehr auf ihn auf und pflegten ihn. Er ist weiterhin schwach und krank, aber seine Moral hat sich sehr gebessert. Er sagt, dass er im Laufe von 18 Gefängnisjahren zum ersten Male wie ein Mensch behandelt wird. Er ist sich sicher, dass diese Änderungen die Folge der aktiven Unterstützung der Menschenrechtsverteidiger und ACAT sind. Er bedankt sich bei allen Aktivisten, die sich für ihn eingesetzt haben und bittet darum, dass man seinen Dank und seine Dankbarkeit weitergibt. (Quelle: ACAT-France)

SIMBABWE: Abel Chikomo, der Leiter des Zimbabwe Human Rights NGO Forum wurde am 22. November 2013 freigesprochen. Er war im Februar 2011 vorübergehend festgenommen worden. Im März 2011 war ein Gerichtsverfahren gegen ihn eingeleitet worden. Wir hatten am 5.April 2011 für ihn interveniert und sein Fall war im Gebetsblatt für April 2011.                       

PAKISTAN: GB Dez. 2010 und ACAT-Aktuell Febr. und Nov. 2011: Asia Bibi befindet sich immer noch wegen angeblicher Blasphemie in einer abgesonderten Zelle eines pakistanischen Gefängnisses. Sie und Familie haben zahlreiche Todesdrohungen erhalten. Ihr Mann und ihre 5 Kinder haben sich an einem unbekannten Ort versteckt.
(Quelle: CSI Dez. 2013)
Am 7. Dez. 2013 berichtete Radio Vatikan: „Das Scharia-Gericht des Landes hat verfügt, dass gegen Personen, die der Blasphemie für schuldig befunden wurden, zwingend die Todesstrafe zu verhängen ist. Damit akzeptierte es eine Petition von Juristen. Die Richter nannten eine Verfügung im pakistanischen Strafrecht ungültig, die bislang für Blasphemie lebenslange Haft  vorsieht. Beobachter sprechen von einem weiteren Zeichen für die fortschreitende Islamisierung Pakistans. Der Blasphemieparagraf im pakistanischen Recht wird häufig gegen Christen eingesetzt.“

MAURETANIEN: DA Dez.11 und Febr. und Juli 12; GB Juni 2012; Int. des VS 5.Sept. 2012: Über die Verleihung des Menschenrechtspreises der Stadt Weimar an Herrn Biram Dah Abeid, den Vorsitzenden der mauretanischen Menschenrechtsorganisation IRA (Initiative zur Wiederbelebung der Abschaffung der Sklaverei) haben wir in ACAT-Aktuell Dez. 11, über seine Verhaftung in ACAT-Aktuell Juni 2012 und über seine Freilassung in ACAT-Aktuell Sept. 2012 berichtet.
Als „großartigen Erfolg für die mutigen Sklaverei-Kritiker in Mauretanien“ feiert nun die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) die Entscheidung der Vereinten Nationen, Biram Dah Abeid den UN-Menschenrechtspreis 2013 zu verleihen. Er und fünf weitere Persönlichkeiten wurden am Tag der Menschenrechte (10.12.) vor der Vollversammlung der Vereinten Nationen von UN-Generalsekretär Ban Ki-moon mit dem UN-Menschenrechtspreis ausgezeichnet, der alle fünf Jahre vergeben wird. (Quelle: GfbV Dez. 2013)

IRAN: GB Okt. 2013: Jamshid Dehghani, sein jüngerer Bruder Jahangir Dehghani, Hamed Ahmadi, Kamal Molayee sowie Hadi Hosseini und Sedigh Mohammadi sind am 4. November aus Protest gegen ihre Todesurteile in den Hungerstreik getreten. Die zum Tode verurteilten Kurden, die der kurdischen Minderheit im Iran angehören, protestieren damit gegen ihre Todesurteile sowie ihre Haftbedingungen. Der Gesundheitszustand der Männer hat sich seit Beginn ihres Hungerstreiks verschlechtert. (Quelle: ai)

          

 

ACAT-intern                                                                                           

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Liebe Mitglieder, FreundInnen und FördererInnen der ACAT,
in diesem Jahr 2014 wird die ACAT-Bewegung 40 Jahre alt, die deutsche ACAT blickt auf 30 aktive Jahre zurück. Ob das ein Grund zum Feiern ist?
Eher ist es traurig, dass es überhaupt eine christliche Menschenrechtsorganisation zur Abschaffung von Folter und Todesstrafe geben muss. Aber ich bin da realistisch: Jan de Haas, der Präsident von ACAT Schweiz, schrieb vor ein paar Jahren: „Folter bekämpfen heißt nicht, ein mutmaßliches Datum in der Geschichte der Menschheit anvisieren, an dem es Folter nicht mehr gäbe. Nicht morgen oder in einem oder zehn oder hundert Jahren wird das eintreffen … sondern jetzt müssen wir uns aus vollem Herzen, aus voller Seele und mit vollem Leben gegen die Schändlichkeit wehren. Morgen, in einem Jahr, in zehn oder hundert Jahren, das spielt keine Rolle. Das Jetzt zählt, und es wird immer das Jetzt sein“.
Dem möchte ich mich anschließen.
Auch in diesem Jahr werden wir wieder Monat für Monat Briefe schreiben, miteinander oder allein beten, uns einsetzen für die Menschenrechte, wo immer das möglich ist.
Wir werden aber doch etwas feiern: im Rahmen von Seminar und Mitgliederversammlung möchten wir zurückblicken auf 30 Jahre christliche Menschenrechtsarbeit in der ACAT.
Zur Vorbereitung des „Jubiläums“ möchte der Vorstand ein „ACAT-Info“ herausgeben, in dem kurz die 30 Jahre skizziert und einzelne Aktivitäten vorgestellt werden.
Wir möchten Sie einladen, durch Ihren Beitrag die „ACAT-Info“ mitzugestalten. Schildern Sie uns – nicht zu lang – Erfahrungen, die Sie in Ihrem Engagement für die Menschenrechte gemacht haben.
Wenn Sie uns Ihren Beitrag bis zum 1. März 2014 zusenden, können wir rechtzeitig das „ACAT- Info“ zusammenstellen.
Für den Vorstand von ACAT-Deutschland e.V.: Wolfgang Bentrup

 arrow32pxInformationen der Geschäftsstelle:
Zwischenzeitlich haben wir alle Abbuchungsaufträge auf das neue Sepa-Verfahren umgestellt. Eine entsprechende Information werden wir Anfang Februar mit den Spendenbescheinigungen für das Jahr 2013 versenden. Wir danken allen Mitgliedern und Freunden recht herzlich für Ihren Einsatz und ihr Gebet sowie die finanziellen Zuwendungen, ohne die unsere Arbeit nicht möglich wäre.  
Unsere vielen Vorhaben - im Jubiläumsjahr und darüber hinaus - bedürfen auch weiterhin der Finanzierung. Vielerlei Kosten sind in den letzten Jahren gestiegen. Die Mitgliedsbeiträge sind jedoch in den vergangenen 20 Jahren stabil geblieben. Es besteht inzwischen Bedarf unsere Einnahmen den Ausgaben anzupassen.

Wenn Sie es ermöglichen können, bitten wir Sie, ACAT durch Spenden, freiwillige Beitragserhöhung oder anlässlich von „runden Geburtstagen o.ä.“ zu bedenken.
F. Boungard, Schatzmeister


arrow32pxTreffen der deutschsprachigen ACATs in Luxemburg vom 25. bis 27. Okt. 2013
Zu einem Austausch trafen sich Vertreter der ACATs aus: Belgien-Flandern, Belgien-französische Gemeinde, Luxemburg, Niederlande, Schweiz, Tschechien und Deutschland.
Zwei Tage lang beschäftigten sie sich mit den Themen: Stärken und Schwächen der europäischen ACATs -
Möglichkeiten gegenseitiger Nutzbarmachung und Zusammenarbeit der einzelnen ACATs.
Insgesamt stellten sich bei allen ACATs ähnliche Fragestellungen heraus. Positiv wurde insbesondere das große Engagement gesehen. Verdeutlicht wurde aber auch, dass Mitarbeiter überlastet sind, da sich die Arbeit oft nur auf wenige Schultern verteilt.
Das gegenseitige persönliche Begegnungen und der Austausch waren sehr fruchtbar und es wurde entschieden, dass es eine europäische ACAT-Gruppe innerhalb der FIACAT geben sollte, die sich nicht nur auf die deutschsprachigen ACATs beschränkt und sich in regelmäßigen Abständen trifft.
Zum Thema Kirchen wurde verdeutlicht, dass die Gründungsidee der ACAT vor allem darauf beruhte, dass die Themen Folter und Todesstrafe gerade für Christen mit der Berufung auf einen Gefolterten und Gekreuzigten originär sind. Die Menschenrechtsarbeit sollte durch die ACAT in die Kirchen bzw. zu den Christen getragen werden. Diese Idee müsse wieder stärker in den Blick genommen werden. Das gelingt offensichtlich teilweise in der Schweiz, bei den anderen ACATs nur bedingt. Eigentlich sollten in jeder christlichen Kirche ACAT- Infos ausliegen. Der Kontakt zu den Kirchenleitungen sollte intensiviert werden.
Gemeinsame Wege zu suchen - besonders Jugendliche anzusprechen - wird als eine der wichtigsten Zukunftsaufgaben gesehen.

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Termine für 2014

- 25 Jahre ACAT-Gruppe Essen/Hattingen – Festveranstaltung am 14. März 2014 in Essen-Byfang
- Father Michael Lapsley, Südafrika, stellt ein von der ACAT unterstütztes Buch vor.  
    Veranstaltungen in Berlin, Hamburg und Köln zwischen 10. und 15. März 2014
- Karfreitagsaktion im April 2014
- Katholikentag in Regensburg 28. Mai bis 1. Juni 2014 – ACAT- Gottesdienst am 30. Mai um 8:00 Uhr in der   
   Regensburger Neupfarrkirche.
- UN-Tag zur Unterstützung der Folteropfer - Gebetsnacht 26. Juni 2014
- ACAT-Friedensgebet in der Nikolai-Kirche in Leipzig am 23. Juni 2014 um 17:00 Uhr
- Mitgliederversammlung und Seminar in Schwerte, 19. bis 21. September 2014
   Thema: 30 Jahre ACAT-Deutschland – „Menschenwürde – auch hinter Gittern“  
   UN-Tag gegen die Todesstrafe 10.10.2014 und UN-Tag der Menschenrechte: 10.12.2014

 


Denkt an die Gefangenen,
als ob ihr selbst mit ihnen im Gefängnis wärt.
Denkt an die Misshandelten,
als müsstet ihr ebenso leiden wie sie.

Hebr. 13,3

Was Sie tun können

 

gebetswache2015
gebetswache web

Nächtliche Gebetswache für Folteropfer

Die ACAT-Gruppe auf der Ruhrhalbinsel hält die Gebetswache seit Jahren in 2 Kirchen (kath. und evang.) und geht zu Fuß von der einen zur anderen. Deshalb teilt sie das Thema in 2 Teile auf, betet in jeder Kirche für 5 der 10 Folteropfer und lässt jeweils einen Unterstützerbrief schreiben. Nutzen Sie den angehängten Ablauf gern auch für Ihren Gottesdienst / Ihr Gebet.
 
Weitere Informationen hier.

Erfahrungen Ruhrhalbinsel Essen hier lesen


Ein Gespür für die Unterdrückten

Die Zeitschrift "Lebenslauf" (Bundesverlag, Witten) hat den bisherigen Lebensweg von
Magdalena Marx, der sehr eng mit dem Weg der ACAT Deutschland verknüpft ist, in einem eindruckvollen Artikel nachgezeichnet.


Filmhinweis
"Exodus - Der weite Weg"
Filmtipp

Der Film beschreibt die globale Dimension des Flüchtlings- und Migrationsthemas durch die Perspektiven der porträtierten Menschen aus vier Kontinenten über einen Zeitraum von zwei Jahren.
Ende März / Anfang April in ausgewählten Kinos.

Spielplan und Trailer: hier

 

Menschenrechte auf dem Rückzug

Bei der Tagung der Katholischen Akademie Schwerte in Zusammenarbeit mit der ACAT Deutschland (14. - 16.09.2018) wird das Thema Menschenrechte in Zeiten von Populismus und Extremismus beleuchtet. Einzelheiten des Programms entnehmen Sie bitte dem angehängten Flyer.
Anmeldung direkt bei der Katholischen Akademie Schwerte hier.


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