ACAT - Deutschland

Aktion der Christen für die Abschaffung der Folter - Action des Chrétiens pour l’Abolition de la Torture

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Freilassungen und Weiterentwicklung zu Dringlichkeitsaktionen und Gebetsblättern / Oktober 2013

Hoffnung ist nicht die Überzeugung,
dass etwas gut ausgeht,
sondern die Gewissheit,
dass etwas Sinn hat,
egal wie es ausgeht.

(Václav Havel)

Freigelassen:

China: Ni Yulan Anwältin und ihr Ehemann Dong Jiqin

GB Mai 2011; Int.VS 23.6.2011 und ACAT-Aktuell Juli 2011

Usbekistan: Abdumavlon Abdurakhmonov

GB Sept.; DA September 2013 und ACAT-Aktuell Oktober 2013
Bangladesch: Adilur Rahman Khan *
Generalsekretär der Menschenrechtsorganisation Odhikar

Int. d. VS 27.08.13 und GB Okt. 2013

*Der Tadschike Abdumavlon Abdurakhmonov wurde nach mehr als sechs Monaten Haft in Usbekistan (vorläufig für 6 Monate) gegen Kaution freigelassen. Er kehrte am 5. Oktober sicher in sein Heimatland Tadschikistan zurück. Die Gründe für seine Inhaftierung sind nach wie vor nicht bekannt. Er gibt an, vor seiner Freilassung von Sicherheitskräften zehn Tage lang geschlagen, gefoltert und anderweitig misshandelt worden zu sein. Eine tadschikische NGO, die sich für den Gefangenen eingesetzt hat, dankt allen AktivistInnen, die sich für seine Freilassung eingesetzt haben. Sie geht davon aus, dass er ohne die internationale Aufmerksamkeit und Unterstützung immer noch in Haft wäre.

 

Dank sei Gott! – Gott sei Dank!


Weitere Entwicklung zu Dringlichkeitsaktionen und Gebetsblättern

ASERBAIDSCHAN: GB Okt. 2012 und ACAT-Aktuell Jan. 2013 Hilal Mammadov:, Der Menschenrechtler und Chefredakteur einer Zeitung der iranischsprachigen Minderheit der Talyshen wurde zu 5 Jahren Haft verurteilt. OMCT betrachtet dies als einen Versuch ihn zu veranlassen, keine Menschenrechtsverletzungen zu melden und Minderheitsrechte in seinem Land zu verteidigen. Das OMCT fordert deshalb wiederholt die aserbaidschanischen Behörden auf unbedingt alle Anklagen gegen Herrn Mammadov fallen zu lassen.  (Quelle: OMCT 3.10.2013) 

CHINA: 2. Int. des VS 21.01.2007: Yang Maodong hatte bereits 2005 mehrere Proteste in Südchina gegen korrupte Parteifunktionäre organisiert und war 2007 zu fünf Jahren Haft verurteilt worden. 2011 wurde er nach regulärer Haftzeit freigelassen. Nun wurde dem Schriftsteller, der auch unter seinem Künstlernamen Guo Feixiong bekannt ist, Störung der öffentlichen Ordnung vorgeworfen und am 8. August verhaftet. Er wird im Haftzentrum der Stadt Guangzhou im Bezirk Tianhe festgehalten. Die Polizei hat seinen Rechtsbeiständen den Zugang zu ihrem Mandanten bereits fünfmal verweigert. Ihm drohen Folter und andere Misshandlung. Er ist als gewaltloser politischer Gefangener anzusehen. Er hatte sich unter anderem für den Rechtswissenschaftler und politische Aktivist Xu Zhiyong (GB Okt. 2013) eingesetzt.  (Quelle: ai)

BAHRAIN: GB Juni 2013: Der bahrainische Menschenrechtsverteidiger Naji Fateel wurde am 29. September wegen seiner Beteiligung an der "Koalition 14. Februar", einer oppositionellen Jugendbewegung, zu 15 Jahren Haft verurteilt. Neben Naji Fateel wurden am 29. September im gleichen Fall noch 49 weitere Personen verurteilt. Foltervorwürfe der Angeklagten wurden weder untersucht, noch vom Gericht berücksichtigt. Die Rechtsbeistände der Verurteilten legen derzeit Rechtsmittel gegen die Urteile ein. (Quelle: ai)

BELARUS: GB Jan. 11 und Juni 2012; DA Juni 2011 und ACAT-Aktuell Dez. 2011: Ales Bialiatski sitzt seit über zwei Jahren ungerechtfertigt in Haft. Er wurde aufgrund seines Engagements für die Menschenrechte verurteilt. Da sich Bialiatski zurzeit in Haft befindet, nahm seine Frau Natallia Pinchuk den ersten Václav Havel Menschenrechtspreises im Rahmen einer Feier im Europarat in Straßburg entgegen. Zur Verleihung des Preises durch die Parlamentarische Versammlung des Europarats sagte der Menschenrechtsbeauftragte der Bundesregierung, Markus Löning: „Ich gratuliere Ales Bialiatski herzlich zur Verleihung des Václav Havel Menschenrechtspreises. Damit wird sein außergewöhnliches Engagement für die Menschenrechte in Belarus gewürdigt. Ales Bialiatski  sollte sofort freigelassen werden, genauso wie alle anderen politischen Gefangenen in Belarus. Ich rufe die belarussische Regierung zur Beendigung der Repressionen gegen Zivilgesellschaft, Opposition und unabhängige Medien auf.“ Mit diesem Preis zeichnet die Parlamentarische Versammlung des Europarats in Kooperation mit der Václav Havel Bibliothek in Prag und der tschechischen Stiftung Charta 77 herausragendes zivilgesellschaftliches Engagement bei der Verteidigung der Menschenrechte aus. Der Preis wird in Erinnerung an Václav Havel, den tschechischen Dramaturgen, Essayisten, Menschenrechtler und Politiker verliehen. (Quelle: Auswärtiges Amt 1.10.2013)

ACAT-intern                                                                                           

arrow32pxUnterschriftenaktion zur Abschaffung der Todesstrafe in Guatemala im Oktober. Wir danken Ihnen für die bisher zugesandten Unterschriften. Sie können bis zum 25. November 2013 Ihre gesammelten Unterschriften zusenden.

arrow32pxDas ACAT-Seminar: Ein  Gott des Rechts und der Gerechtigkeit - Menschenrechtsarbeit zwischen Mystik und Politik fand am 6. - 7. September 2013 in Münster/W. im Franz-Hitze-Haus statt. 33 Interessierte Teilnehmer nahmen am Seminar teil.
Die Diplom-Theologin Anneliese Hecht vom kath. Bibelwerk Stuttgart hat mit vielen Textstellen aus dem alten und neuen Testament die „Gerechtigkeit“ anders gedeutet als der heutige z.B. Wahlkampfs-Begriff: nämlich als eine soziale Grund-Haltung in gelingender Gemeinschaft; man könnte es auch „Gemeinschaftstreue“ nennen.
Der Theologe Dr. Boniface Mabanza, der in der Kirchlichen Arbeitsstelle für Südliches Afrika in Heidelberg arbeitet, verdeutlichte, dass die Theologie nur politisch sein kann. Es geht darum, alle Formen der Unterdrückung und Ausbeutung zu zerstören. Da reichen keine Appelle, wir brauchen eine Transformation der Kultur. Wir sollen an der Verwandlung der Welt mitwirken, so wie Gott es will.
Die anderen Referentinnen haben sehr überzeugend von ihrem Einsatz für Gerechtigkeit und die Grundlagen ihrer Spiritualität berichtet:
Elisabeth Gallhoff stellte ihre Arbeit für das Gebetsblatt vor. Besonders beeindruckte die Zuhörer ihre Recherchearbeit zu den einzelnen Fällen; Sr. Dagmar Plum vom Jesuiten-Flüchtlingsdienst Berlin beschrieb unter anderem ihre jetzigen Arbeit mit Abschiebehäftlingen und Karin Vornhülz, Sant Egidio, vom Einsatz für „Arme“ z.B. psychisch Kranken in Albanien und für alte Menschen in Osnabrück.

Menschenrechtsbericht der FIACAT und ACAT-Kongo

arrow32px Für die im Mai und Juni 2014 stattfindende Sitzung des UN-Menschenrechtsrats hat die ACAT-Kongo mit Unterstützung der FIACAT einen Bericht über die dramatische Menschenrechtslage in der Demokratischen Republik Kongo erstellt. Darin werden Übergriffe staatlicher Behörden wie auch Gewaltakte von Rebellengruppen im Bürgerkriegsgebiet im Osten des Landes dokumentiert.
Bereits 2009 war die Situation im Kongo im Menschenrechtsrat thematisiert worden. Doch ist zu beklagen, dass die Regierung keine Informationen über die Umsetzung der damals beschlossenen Maßnahmen liefert. Am 5. Juli 2013 traf sich die ACAT-Kongo mit den für die UNO-Berichterstattung zuständigen Regierungsvertretern in der Hauptstadt Kinshasa, erhielt aber ebenfalls keine entsprechenden Aussagen. Trotz eines im Jahr 2011 in Kraft getretenen gesetzlichen Folterverbots werden immer wieder Folterungen, nicht selten mit Todesfolge, bekannt. ACAT-Kongo nennt u.a. den Fall von Herrn Ramazani Habamungu, der am 10. April 2013 im Munzenze-Gefängnis der Stadt Goma seinen Verletzungen erlag. Ungeachtet der Strafandrohung von fünf bis zehn Jahren Haft für die Anwendung von Folter wird diese fast nie geahndet.
Weitere Menschenrechtsverletzungen stellen die verbreiteten willkürlichen Inhaftierungen dar. Der 23-jährige Bauer Sengiyunva wurde sechs Tage inhaftiert, weil die Behörden auf der Suche nach seinem Freund Jeannot waren. Kindersoldaten, die aus Rebellengruppen desertieren und Schutz bei der Armee suchen, werden von dieser einfach als Rebellen betrachtet und festgenommen. ACAT-Kongo und FIACAT fordern daher die Einrichtung eines Rehabilitationsprogramms für ehemalige Kindersoldaten.
Aufgrund der hohen Anzahl außergerichtlicher Hinrichtungen haben ACAT-Kongo und FIACAT der UNO und der Afrikanischen Menschenrechtskommission vierteljährlich Berichte darüber übermittelt. Am 10. März 2013 ermordeten Mitglieder der Rebellengruppe „M 23“ den Geschäftsmann Sebijumba Muheza und drangen in eine Adventskirche in Rugari ein. 15 Menschen, die dort beteten, wurden erschossen. Kämpfer der Nyatura Miliz töteten die 14-jährige Borauzima Sadiki, als sie sich gegen eine drohende Vergewaltigung wehrte.
In den vergangenen zwei Jahren sind Mitglieder der ACAT-Kongo mehrfach selbst Opfer von Morddrohungen und Übergriffen durch Sicherheitskräfte oder auch Rebellen geworden. Im Sommer 2012 wurden ihre Büro-Räume in Goma und in Rustshuru von Rebellen verwüstet.


Flüchtlingskatastrophe im Mittelmeer

arrow32pxBereits im Jahre 2008 haben viele ACAT-Mitglieder (DA Sept. 2008) den Aufruf an das Europaparlament mit der Unterschriftenaktion: „Stoppt das Sterben im Mittelmeer“ von Pro Asyl unterstützt. In diesem Jahres fand bereits eine gemeinsame Aktion der FIACAT zum Duplin II – Abkommen statt. Die Dringlichkeit sich mit dem Problem von Flüchtlingen zu beschäftigen zeigen die furchtbaren Ereignisse vor Lampedusa.
Diese Katastrophe hat der europäischen Öffentlichkeit das Sterben Tausender Schutzsuchender an den EU-Außengrenzen ins Bewusstsein gerufen. Im Gedenken an die Todesopfer der europäischen Abschottungspolitik fordert Pro Asyl die Bundeskanzlerin dazu auf, sich einer humanen und solidarischen EU-Flüchtlingspolitik nicht länger zu verweigern. Am 24. und 25. Oktober tagten die Staats- und Regierungschefs der EU in Brüssel. Dort hatte die Bundeskanzlerin die Gelegenheit, ihr politisches Gewicht in Europa für eine Abkehr von der tödlichen Abschottungspolitik einzusetzen. PRO ASYL hat einen Brief an die Bundeskanzlerin verfasst, den Sie online unterzeichnen und abschicken können.

Der Brief enthält zentrale Forderungen zu einer Neugestaltung der Europäischen Flüchtlingspolitik. Europa muss gefahrenfreie Fluchtwege öffnen. Die EU braucht dringend eine funktionierende Seenotrettung. Das Asylzuständigkeitssystem muss grundlegend geändert werden.

 


Denkt an die Gefangenen,
als ob ihr selbst mit ihnen im Gefängnis wärt.
Denkt an die Misshandelten,
als müsstet ihr ebenso leiden wie sie.

Hebr. 13,3

Was Sie tun können

 

gebetswache2015
gebetswache web

Nächtliche Gebetswache für Folteropfer

Die ACAT-Gruppe auf der Ruhrhalbinsel hält die Gebetswache seit Jahren in 2 Kirchen (kath. und evang.) und geht zu Fuß von der einen zur anderen. Deshalb teilt sie das Thema in 2 Teile auf, betet in jeder Kirche für 5 der 10 Folteropfer und lässt jeweils einen Unterstützerbrief schreiben. Nutzen Sie den angehängten Ablauf gern auch für Ihren Gottesdienst / Ihr Gebet.
 
Weitere Informationen hier.

Erfahrungen Ruhrhalbinsel Essen hier lesen


Ein Gespür für die Unterdrückten

Die Zeitschrift "Lebenslauf" (Bundesverlag, Witten) hat den bisherigen Lebensweg von
Magdalena Marx, der sehr eng mit dem Weg der ACAT Deutschland verknüpft ist, in einem eindruckvollen Artikel nachgezeichnet.


Filmhinweis
"Exodus - Der weite Weg"
Filmtipp

Der Film beschreibt die globale Dimension des Flüchtlings- und Migrationsthemas durch die Perspektiven der porträtierten Menschen aus vier Kontinenten über einen Zeitraum von zwei Jahren.
Ende März / Anfang April in ausgewählten Kinos.

Spielplan und Trailer: hier

 

Menschenrechte auf dem Rückzug

Bei der Tagung der Katholischen Akademie Schwerte in Zusammenarbeit mit der ACAT Deutschland (14. - 16.09.2018) wird das Thema Menschenrechte in Zeiten von Populismus und Extremismus beleuchtet. Einzelheiten des Programms entnehmen Sie bitte dem angehängten Flyer.
Anmeldung direkt bei der Katholischen Akademie Schwerte hier.


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