ACAT - Deutschland

Aktion der Christen für die Abschaffung der Folter - Action des Chrétiens pour l’Abolition de la Torture

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Freilassungen und Weiterentwicklung zu Dringlichkeitsaktionen und Gebetsblättern / Oktober 2013

Hoffnung ist nicht die Überzeugung,
dass etwas gut ausgeht,
sondern die Gewissheit,
dass etwas Sinn hat,
egal wie es ausgeht.

(Václav Havel)

Freigelassen:

Iran: Nasrin Sotoudeh
Anwältin und Sacharow-Preisträgerin des EU-Parlamentes 2012
und 13 weitere politische Gefangene

DA Oktober 2010
Int. VS 8.9. / 9.11. / 21.12.2010 und 12.1.2011 und ACAT-Aktuell
Febr. 2011; Nov. und Dez. 2012

China: Shi Tao*
Journalist und Schriftsteller

GB Sept. 2006
Bahrain: Salman Mahdi Salman
13 Jahre alt
DA September 2013

*Der 45-Jährige ist, nach fast neun Jahren, vorzeitig aus der Haft entlassen worden, teilten die Schriftstellerverbände Independent Chinese PEN Centre und PEN International mit.

 

Dank sei Gott! – Gott sei Dank!


Weitere Entwicklung zu Dringlichkeitsaktionen und Gebetsblättern

IRAN: GB Mai 2011 und 3. Int. des VS 21.09.2012; ACAT-Aktuell Nov. 2012 Hossein Ronaghi Maleki: Der gewaltlose politische Gefangene befindet sich aus Protest gegen die Haftbedingungen von politischen Häftlingen im Hungerstreik. Sein Gesundheitszustand verschlechtert sich rapide und er benötigt dringend medizinische Versorgung. Er wurde am 28. August ins Krankenhaus gebracht, jedoch am selben Tag wieder ins Gefängnis verlegt. Auch seine Mutter ist nun in den Hungerstreik getreten.  (Quelle: ai)

Usbekistan: DA September 2013: Endlich ist bekannt, dass sich der Tadschike Abdumavlon Abdurakhmonov, dessen Verbleib zwischen Ende April und September dieses Jahres unbekannt war, im Untersuchungsgefängnis in Taschkent befindet. Er ist seit über fünf Monaten in Untersuchungshaft. Vertreter der tadschikischen Botschaft besuchten ihn und berichteten, dass es ihm anscheinend gut geht. Seine Angehörigen haben jedoch seit seiner Festnahme im April gar keinen Kontakt zu ihm und die Gründe für seine Inhaftierung sind ihnen nach wie vor nicht bekannt. Darüber hinaus hat er keinen Zugang zu einem Rechtsbeistand. (Quelle: ai 9.9.2013)

UN-Welttag zur Abschaffung der Todesstrafe am 10. Oktober 2013                                                                                             

arrow32pxIn jedem Jahr ist der 10. Oktober der Tag, an dem die Weltkoalition gegen die Todesstrafe darauf aufmerksam macht, dass  diese Strafe noch immer in 58 Staaten in den Strafgesetzbüchern steht und dass „Du sollst nicht töten“ noch immer nicht in allen Staaten gilt. Die Ächtung und das dauerhafte  gesetzliche  Verbot der Todesstrafe bleibt Aufgabe der Weltkoalition und der UN.
In unseren Gebetsblättern berichten wir regelmäßig auch über  Menschen, die zum Tode verurteilt  wurden und über  Menschen, die trotz der Proteste von Regierungen, Kirchen und Menschrechtsorganisationen hingerichtet wurden. Oft werden für die Verurteilung Geständnisse, die unter Folter erzwungen wurden, als Beweismittel für die Todesstrafe verwandt.
Wir konnten aber auch über Menschen berichten, die nach Unterschriftsaktionen und Protesten freigelassen wurden, bzw. deren Todesurteil in Haftstrafen umgewandelt wurde.
Dank der Initiativen und Proteste vieler  Menschenrechtsgruppierungen ist die Todesstrafe in 97 Staaten abgeschafft worden, dennoch sterben in nicht wenigen Ländern Gefangene  in der Untersuchungshaft oder während ihrer Haftzeit, u. a. durch Folter, mangelnde gesundheitliche Versorgung und unzureichende Ernährung. Nach einer Meldung der FAZ vom 16. Nov. 2011,  starben allein in Russland  bis Ende  Nov. des gleichen Jahres, 258  Untersuchungshäftlinge. Offiziell ist die Todesstrafe in Russland abgeschafft, aber durch diese Fakten quasi wieder in Kraft. Zahlen aus anderen Ländern liegen uns nicht vor.
Hindernisse für die Abschaffung der Todesstrafe sind noch immer die öffentliche Meinung, traditionelle  Rechte und religiöse Überzeugungen. Ein Auszug aus einem Schreiben der Botschaft der USA an die ACAT, belegt das Gewicht der öffentlichen Meinung: „Die Todesstrafe ist heute in 32 von 50 amerikanischer Bundesstaaten eine mögliche Form der Strafe. Obwohl sie nicht von allen amerikanischen Bürgern befürwortet wird, geht ihre Legalisierung  in den einzelnen Bundesstaaten auf eine  breite demokratische Bewegung zurück“.

Nach fünfjährigem Moratorium  sollte  in der  dritten  Augustwoche  in Pakistan wieder die Todesstrafe vollstreckt werden. Vielfacher Protest hat dies vorerst verhindern können. Aber in der  gleichen Woche wurde gemeldet, dass im Irak 17 Menschen wegen angeblich terroristischer Aktivitäten hingerichtet wurden. In diesem Jahr waren es im Irak schon 67 Menschen, an denen das Todesurteil vollstreckt wurde. Im vergangenen Jahr wurden  129 Verurteilte hingerichtet. Die schreckliche Bilanz  von nur einem Land!In Japan ist Anfang September erneut ein zum Tode verurteilter Mörder gehängt worden.
Zum gerade gefällten Todesurteil gegen vier Vergewaltiger in Indien kommentiert Barbara Lochbihler, Vorsitzende des Unterausschusses für Menschenrechte im Europäischen Parlament:
"Die den Angeklagten zur Last gelegte Tat ist ungeheuerlich, daran besteht nicht der geringste Zweifel. Ebenso wenig darf in Frage gestellt werden, dass Gewalt gegen Frauen die am weitesten verbreitete Menschenrechtsverletzung weltweit ist und zugleich eine erschreckend geringe Zahl an Untersuchungen und Verurteilungen zur Folge hat. Eine weitreichende Strafe gegen die Vergewaltiger in Indien war deshalb angebracht.
Die Todesstrafe aber ist eine Menschenrechtsverletzung in sich. Keine noch so grausame Handlung rechtfertigt die endgültige Verweigerung des universellen Menschenrechts auf Leben durch den Staat.“
Der Protest der EU, der UN und der Menschenrechtsgruppen hat nichts bewirken können. Bittere Nachrichten für alle, die gegen die Todesstrafe eintreten und die auch wir in der ACAT aushalten müssen. Unsere Klage  gegen die Auslöschung von Menschenleben darf nicht nachlassen und nicht verstummen.

arrow32pxUnterschriftenaktion zur Abschaffung der Todesstrafe in Guatemala
ACAT-Deutschland unterstützt die diesjährige Aktion der Weltkoalition zum 11. Internationalen Tag gegen die Todesstrafe mit einem Appell an den Kongress der Republik Guatemala, die Todesstrafe abzuschaffen.
Die Aktion steht unter dem Leitwort:
Verbrechen bekämpfen - Leben schützen- Nein zur Todesstrafe
Die ACAT-Deutschland ist Mitglied der Weltkoalition und lädt alle Mitglieder und Förderer ein, an dieser weltweiten Aktion teilzunehmen.
Weitere Appellbriefe, Unterschriftenlisten und Informationsmaterialien, insbesondere unser Plakat zur Todesstrafe können in der Geschäftsstelle angefordert werden. Abgabetermin der Unterschriftenlisten ist der 25. November 2013.


arrow32pxProjekt der FIACAT zur Abschaffung der Todesstrafe in Afrika
Nach wie vor ist es unsere Aufgabe gegen die Hinrichtung von verurteilten Menschen zu schreiben und die Abschaffung der Todesstrafe zu fordern. Eine langfristige und grundsätzliche Zielrichtung unserer Arbeit ist es, dass in allen Staaten die Todesstrafe aus den Strafgesetzbüchern gestrichen wird.
Die FIACAT-International hat in den Jahren 2012 und 2013 in diese Richtung gearbeitet und konkrete Maßnahmen durchgeführt, die dazu führen sollen, dass in den 15 afrikanischen Staaten, die  die Todesstrafe noch nicht abgeschafft haben, entweder diese Strafe nicht mehr vollzogen wird oder aus den Gesetzesbüchern ganz verschwindet.
Zur Information: 17 Staaten in Afrika südlich der Sahara-Zone haben die Todesstrafe aus den Gesetzbüchern gestrichen und 16 führen keine Hinrichtungen mehr durch. Sie halten sich an das weltweite Moratorium der UN-Vollversammlung keine Hinrichtungen mehr durchzuführen.
In Afrika spielt auch das begrenzte Vertrauen in die staatlichen Institutionen eine wichtige Rolle, insbesondere in den Justizapparat, der als schwach, ineffektiv und korrupt eingeschätzt wird.
Ziel der vielfältigen Aktionen, Konferenzen und Gespräche  der FIACAT und der nationalen ACATs mit den Ministerien in den verschieden Ländern war es zu erreichen, dass die Länder das Zweite Fakultativprotokoll zum Internationalen Pakt über bürgerliche und politische Rechte, das die Todesstrafe ausschließt, ratifizieren. Außerdem haben die ACAT-Organisationen ihre Regierungen  aufgefordert, das weltweite Moratorium gegen die Hinrichtungen zu unterstützen.

Benin  und Madagaskar haben  nach intensiven Gesprächen mit den ACAT-Organisationen das Zweite Fakultativprotokoll ratifiziert bzw. unterzeichnet und damit den Weg zur Abschaffung der Todesstrafe vorbereitet. Andere ACATs  haben nationale Aktionspläne erarbeitet, die zunächst die Sensibilisierung  der religiösen und traditionellen Führer, die Medien, die Gewerkschaften und die Parteien betreffen. Es besteht die berechtigte Hoffnung, dass durch die Projekte der ACAT-Organisationen immer mehr Länder die UN-Resolution unterstützen und damit auch den Weg zur Abschaffung der Todesstrafe in ihren Ländern beschreiten.
Auf Antrag der  ACAT-Deutschland hat das Auswärtigen Amt diese verschiedenen Maßnahmen mit 50.000 € gefördert.


Buchhinweis:

arrow32pxÖkumenischer Bericht zur Religionsfreiheit von Christen weltweit, herausgegeben von der Deutschen Bischofskonferenz und der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD). Der 2013 herausgegebene Text mit dem Untertitel „Das Recht auf Religions- und Weltanschauungsfreiheit: Bedrohungen – Einschränkungen - Verletzungen“ kann unter www.dbk.de oder der Anschrift Kaiserstr. 161, 53113 Bonn kostenlos bestellt werden.

 


Denkt an die Gefangenen,
als ob ihr selbst mit ihnen im Gefängnis wärt.
Denkt an die Misshandelten,
als müsstet ihr ebenso leiden wie sie.

Hebr. 13,3

Was Sie tun können


Aktion Glockenzeichen

Zum 70. Jahrestag der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte ruft die ACAT dazu auf, ein weithin hörbares akustisches Signal mit einem einminütigem Glockenläuten zu setzen und dies ggf. mit einem geistlichen Impuls zu unterstützen. Lesen Sie dazu einen Brief des Geschäftsführenden ACAT Vorstandes und einen Vorschlag für den geistlichen Impuls.

- Download des Briefes
- Download des Vorschlages

 

Menschenrechte auf dem Rückzug

Titelbild Seminar

Bei der Tagung der Katholischen Akademie Schwerte in Zusammenarbeit mit der ACAT Deutschland (14. - 16.09.2018) wird das Thema Menschenrechte in Zeiten von Populismus und Extremismus beleuchtet. Einzelheiten des Programms entnehmen Sie bitte dem angehängten Flyer.

Seminarbericht in ACAT Aktuell 10/2018

 

gebetswache2015
gebetswache web

Nächtliche Gebetswache für Folteropfer

Die ACAT-Gruppe auf der Ruhrhalbinsel hält die Gebetswache seit Jahren in 2 Kirchen (kath. und evang.) und geht zu Fuß von der einen zur anderen. Deshalb teilt sie das Thema in 2 Teile auf, betet in jeder Kirche für 5 der 10 Folteropfer und lässt jeweils einen Unterstützerbrief schreiben. Nutzen Sie den angehängten Ablauf gern auch für Ihren Gottesdienst / Ihr Gebet.
 
Weitere Informationen hier.

Erfahrungen Ruhrhalbinsel Essen hier lesen


Ein Gespür für die Unterdrückten

Die Zeitschrift "Lebenslauf" (Bundesverlag, Witten) hat den bisherigen Lebensweg von
Magdalena Marx, der sehr eng mit dem Weg der ACAT Deutschland verknüpft ist, in einem eindruckvollen Artikel nachgezeichnet.


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