ACAT - Deutschland

Aktion der Christen für die Abschaffung der Folter - Action des Chrétiens pour l’Abolition de la Torture

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Hoffnung ist nicht die Überzeugung,
dass etwas gut ausgeht,
sondern die Gewissheit,
dass etwas Sinn hat,
egal wie es ausgeht.

(Václav Havel)

Freigelassen:

MAURETANIEN:   

Biram Dah Abeid und 6 weitere Inhaftierte
Vorsitzender von IRA-Mauretanie und Preisträger des Weimarer Menschenrechtspreises 2011

DA Dez.11 und Febr. und Juli 12
GB Juni 2012
ACAT-Aktuell Dez. 11 und Juni 12
Int. des VS 5.Sept. 2012

IRAN:

Yousef Nadarkhani*
Pastor

Int. des VS 28.Nov. 2010 20.Juli 2011;
GB Dez. 2010 und Aug. 2011
ACAT-Aktuell März und April 2012

*Weltweiter Druck hat endlich Erfolg - am 8. September konnte Pastor Youcef Nadarkhani die Haftanstalt in Rasht als freier Mann verlassen. Zwei Jahre zuvor war er vom Revolutionsgericht in Rasht zum Tod durch den Strang verurteilt worden. Martin Lessenthin weist darauf hin, dass „dieses Resultat ohne Zweifel dem unermüdlichen und konsequenten Einsatz vieler Menschenrechtler weltweit geschuldet ist. Ohne diesen Druck hätte die iranische Justiz das Todesurteil nicht neu verhandelt“

Dank sei Gott! – Gott sei Dank!

Weitere Entwicklung zu Dringlichkeitsaktionen und Gebetsblättern

IRAN:
Religionsfreiheit im Iran beachten - Die Haftentlassung von Nadarkhani ist nach Einschätzung der IGFM ein positives Signal. Sie verweist jedoch darauf, dass Nadarkhani zwar zu einem Symbol geworden sei, er sei jedoch leider nur einer unter vielen, die aufgrund ihrer religiösen Überzeugungen im Iran in Haft waren oder sind. Viele von ihnen würden unter unmenschlichen Bedingungen gefangen gehalten. Folter und psychische Gewalt sei in iranischen Gefängnissen an der Tagesordnung. Das Einzige, was den Gefangenen oftmals helfe, sei internationale Aufmerksamkeit. 

10. Welttag zur Abschaffung der Todesstrafe am 10. Oktober 2012

DIE TODESSTRAFE ABSCHAFFEN. FÜR EINE BESSERE WELT
Die Weltkoalition gegen die Todesstrafe, der ACAT-Deutschland und die Dachorganisation FIACAT angehört, ruft die Bürgerinnen und Bürger, Organisationen und Institutionen, welche sich für die Abschaffung der Todesstrafe einsetzen auf, am 10. Oktober 2012 auf der ganzen Welt lokale Aktionen durchzuführen. Die Überzeugung, dass die Todesstrafe abgeschafft werden muss und eine Justiz ohne Todesstrafe dringlich ist, muss unermüdlich vermittelt und wachgehalten werden, insbesondere bei den jungen Generationen.
In diesem Jahr steht der Welttag unter dem Motto: Die Todesstrafe abschaffen. Für eine bessere Welt.
In den letzten zehn Jahren konnten im Einsatz für die Abschaffung der Todesstrafe beachtliche Verbesserungen erzielt werden. Es zeichnet sich ein weltweiter Trend zur Abschaffung der Todesstrafe ab, doch es gibt noch viel zu tun, damit sie definitiv der Vergangenheit angehört.
Weltweite Tendenz zur Abschaffung der Todesstrafe
Während des letzten Jahrzehnts hat die Zahl der Länder, die die Todesstrafe de jure oder de facto abgeschafft haben, deutlich zugenommen:
- 141 Länder haben die Todesstrafe de jure oder de facto abgeschafft;
- 97 Länder haben die Todesstrafe für jedes Verbrechen abgeschafft;
- 36 Länder haben die Todesstrafe in der Praxis abgeschafft;
- 8 Länder haben die Todesstrafe für Verbrechen des gemeinen Rechts abgeschafft.

✔ In den letzten 10 Jahren haben 21 Länder die Todesstrafe für jedes Verbrechen abgeschafft (Zypern, Serbien, Montenegro, Armenien, Bhutan, Griechenland, Samoa, Senegal, Türkei, Mexiko, Philippinen, Albanien, Cook-Inseln, Kirgisistan, Rwanda, Usbekistan, Argentinien, Burundi, Togo, Gabun und Lettland).
✔ Mehrere Länder, welche die Todesstrafe noch nicht abgeschafft haben, greifen in der Praxis nicht darauf zurück, weil sie entweder ein offizielles Moratorium deklariert haben oder indem sie keine Hinrichtungen durchführen lassen. Sierra Leone und Nigeria zum Beispiel führten ein Hinrichtungsmoratorium ein und Tadjikistan entschied sich im 2004 für ein Moratorium sowohl für Todesurteile als auch Hinrichtungen.
✔ Zahlreiche Länder, welche die Todesstrafe noch nicht abgeschafft oder ein Moratorium eingeführt haben, haben Maßnahmen ergriffen, um ihren Einsatzbereich einzuschränken. Kürzlich hat China die Todesstrafe für gewisse Wirtschaftsverbrechen abgeschafft und eine obligatorische Überprüfung aller Straffälle, welche die Todesstrafe zur Folge haben können, durch den Obersten Volksgerichtshof Chinas vorgeschrieben.
✔ Im Juli 2011 hat der Oberste Gerichtshof von Mumbai (Indien) der systematischen Verhängung der Todesstrafe für Zuwiderhandlungen gegen das Betäubungsmittelgesetz ein Ende gesetzt.
Die Zahl der Länder, welche Hinrichtungen durchführen ließen, belief sich im 2011 auf 21, zehn Jahre zuvor waren es 31.
Während dieses Jahrzehnts haben mehrere Länder, welche an der Todesstrafe festhalten, die internationalen und universellen Garantien bei der Anwendung der Todesstrafe umgesetzt, indem sie diese Form der Bestrafung für gewisse Personengruppen abgeschafft haben:
Intellektuell benachteiligte Personen
Im 2003 hat der Oberste Gerichtshof der USA die Hinrichtung intellektuell benachteiligter Personen untersagt.
Personen mit geistigen Erkrankungen
Thailand hat den Einsatz der Todesstrafe bei Personen mit geistigen Erkrankungen gestoppt.
Minderjährige
Obwohl einige Länder, darunter Saudi-Arabien, Sudan und Jemen, minderjährige Straftäter zum Tod verurteilt haben, war Iran das einzige Land, welches im 2010 und 2011 Personen, welche zum Zeitpunkt der ihnen vorgeworfenen Straftat unter 18 Jahre alt waren, hinrichten ließ. In einem vielversprechenden Anlauf hat der Sudan sich im Mai 2011 gemäß Empfehlungen des Menschenrechtsrats verpflichtet, keine minderjährigen Straftäter mehr hinzurichten.
Schwangere
Im Jahre 2003 hat Uganda verkündet, keine schwangeren Frauen mehr zum Tode zu verurteilen und die Todesstrafe in solchen Fällen in eine lebenslängliche Haftstrafe umzuwandeln.
Zukünftige Perspektiven: die Herausforderungen der kommenden zehn Jahre
Trotz weltweit erzielter Fortschritte bleibt viel zu tun, um die Zahl der Länder, welche die Todesstrafe abschaffen, zu erhöhen, um die Rückkehr zur Todesstrafe oder die Ausweitung ihres Einsatzfeldes einzudämmen, um die Anwendung der Standards für Gerichtsverfahren, die ein Todesurteil zur Folge haben könnten, zu garantieren und die Öffentlichkeit möglichst breit über den Einsatz der Todesstrafe zu informieren.
Während die Anwendung der Todesstrafe in den letzten zehn Jahren schrittweise zurückgegangen ist, haben gewisse Länder deren Einsatzbereich erweitert oder versuchen dies, indem sie folgende Aktivitäten mit dem Tode bestrafen:
* Betäubungsmittel: 32 Staaten oder Territorien haben Gesetze eingeführt, die Straftaten im Zusammenhang mit Betäubungsmitteln mit der Todesstrafe ahnden. In zahlreichen Ländern, die an der Todesstrafe festhalten, stellen Drogenhändler den Hauptteil der zum Tode Verurteilten.

* Homosexualität: gewisse Länder wie Liberia und Uganda haben versucht, die Todesstrafe für homosexuelle Aktivitäten einzuführen.

* Terrorismus: gewisse Länder verabschieden oder adaptieren Gesetze, um terroristische Aktivitäten oder Personen, welche diese unterstützen, mit dem Tode zu bestrafen. Die Liste der Straftaten ist sehr lang und die meisten darunter erfüllen nicht die Bedingungen schwerster Verbrechen, welche die Todesstrafe zur Folge haben - eine für jedes Todesurteil nötige Voraussetzung. Im Dezember 2011 hat Syrien die Todesstrafe für Personen, welche Terroristen Waffen geliefert haben, eingeführt. Bangladesch, Indien und Nigeria haben die Liste mit den entsprechenden Vergehen ebenfalls um terroristische Aktivitäten erweitert.

Kürzlich haben gewisse Länder Hinrichtungen wieder aufgenommen und stehen damit im Widerspruch zur weltweiten Abschaffungstendenz. Afghanistan, Taiwan, Äquatorialguineas, die Vereinigten Arabischen Emirate und Japan setzen Hinrichtungen heute nach einer Suspendierungsphase wieder ein.
Schließlich führen Länder wie China und Iran weiterhin unter größter Geheimhaltung Hinrichtungen durch und verletzen so internationale Standards, die verlangen, dass diese Informationen der Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt werden müssten. Transparenz ist zudem unerlässlich, um Fehler und Missbräuche zu verhindern und faire Gerichtsverfahren zu garantieren.

Was noch getan werden muss, um die Todesstrafe abzuschaffen

Auf internationaler Ebene muss noch vieles getan werden, um das bisher errichtete Fundament für eine Abschaffung der Todesstrafe zu festigen. Deshalb liegt der Fokus auf den folgenden Zielen:

Förderung der Verabschiedung nationaler Gesetze, die die Todesstrafe abschaffen

Unterstützung der Ratifizierung des Zweiten Fakultativprotokolls zum Internationalen Pakt über bürgerliche und politische Rechte (ICCPR) zur Abschaffung der Todesstrafe. Tatsächlich haben die USA, die meisten afrikanischen und asiatischen Staaten sowie zahlreiche karibische Länder dieses bisher nicht ratifiziert. Die Verabschiedung des Protokolls und diesbezügliche Verpflichtung seitens der betroffenen Regierungen würden auf nationaler Ebene einen juristisch relevanten Bezugspunkt für die Abschaffung der Todesstrafe setzen.

Unterstützung internationaler Standards zur Abschaffung oder Begrenzung des Einsatzgebietes der Todesstrafe: ein großer Einsatz wird notwendig sein, um die Verabschiedung und Ratifizierung gewisser regionaler Verträge gegen die Todesstrafe in Afrika, auf dem amerikanischen Kontinent und in Europa anzuregen und die Respektierung internationaler Garantien zum Schutze der Rechte der zum Tode Verurteilten zu gewährleisten.

Weitergehende Materialien und Informationen können in der Geschäftsstelle angefordert werden oder finden Sie auf unserer Homepage oder unter: http://www.worldcoalition.org/ http://www.acat.ch/de/.

 

ACAT-intern

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Im letzten Jahr führte ACAT-Deutschland eine Unterschriftenaktion für ein weltweites Moratorium der Todes­strafe durch. Mit der DA: Gambia wollen wir auf den 10. Welttag zur Abschaffung der Todesstrafe aufmerksam machen.

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Die FIACAT hat begonnen, eine Kampagne gegen die Todesstrafe in afrikanischen Staaten durchzuführen. Ziel: im Dezember 2012 soll die UN-General­ver­sammlung eine Resolution mehrheitlich verabschieden, nach der die Länder aufgefordert werden, die Todesstrafe abzuschaffen oder zumindest ein Moratorium zu beschließen.

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Beten für gefolterte oder bedrohte Menschen ist für die ACAT ganz wesentlich. Deshalb sollten wir uns an einer Aktion des NDR beteiligen. Dort heißt es: „Erstmals haben Zuschauerinnen und Zuschauer im deutschen Fernsehen die Gelegenheit über die Webseite http://www.ndr.de/kultur/kirche_im_ndr/reformation101.html im Vorfeld des Gottesdienstes eigene Gebetsanliegen in den Gottesdienst zum Reformationstag einzubringen. Ab Mitte Oktober wird Margot Käßmann dazu in einem kurzen Video-Statement auf der Webseite aufrufen. Der Norddeutsche Rundfunk überträgt den Gottesdienst am 31. Oktober von 16 bis 17 Uhr im NDR-Fernsehen."

Denkt an die Gefangenen,
als ob ihr selbst mit ihnen im Gefängnis wärt.
Denkt an die Misshandelten,
als müsstet ihr ebenso leiden wie sie.

Hebr. 13,3

Was Sie tun können

 

gebetswache2015
gebetswache web

Nächtliche Gebetswache für Folteropfer

Die ACAT-Gruppe auf der Ruhrhalbinsel hält die Gebetswache seit Jahren in 2 Kirchen (kath. und evang.) und geht zu Fuß von der einen zur anderen. Deshalb teilt sie das Thema in 2 Teile auf, betet in jeder Kirche für 5 der 10 Folteropfer und lässt jeweils einen Unterstützerbrief schreiben. Nutzen Sie den angehängten Ablauf gern auch für Ihren Gottesdienst / Ihr Gebet.
 
Weitere Informationen hier.

Erfahrungen Ruhrhalbinsel Essen hier lesen


Ein Gespür für die Unterdrückten

Die Zeitschrift "Lebenslauf" (Bundesverlag, Witten) hat den bisherigen Lebensweg von
Magdalena Marx, der sehr eng mit dem Weg der ACAT Deutschland verknüpft ist, in einem eindruckvollen Artikel nachgezeichnet.


Filmhinweis
"Exodus - Der weite Weg"
Filmtipp

Der Film beschreibt die globale Dimension des Flüchtlings- und Migrationsthemas durch die Perspektiven der porträtierten Menschen aus vier Kontinenten über einen Zeitraum von zwei Jahren.
Ende März / Anfang April in ausgewählten Kinos.

Spielplan und Trailer: hier

 

Menschenrechte auf dem Rückzug

Bei der Tagung der Katholischen Akademie Schwerte in Zusammenarbeit mit der ACAT Deutschland (14. - 16.09.2018) wird das Thema Menschenrechte in Zeiten von Populismus und Extremismus beleuchtet. Einzelheiten des Programms entnehmen Sie bitte dem angehängten Flyer.
Anmeldung direkt bei der Katholischen Akademie Schwerte hier.


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